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Mitteilung vom 07.03.19

Presse-Infos | Kultur

Schweigegelübde auf Zeit

Neue Veranstaltung im Kloster Dalheim: "Tag des Schweigens"

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Lichtenau-Dalheim (lwl). Wer am Sonntag (10.3.) die Klausur des ehemaligen Klosters Dalheim (Kreis Paderborn) betritt, der macht es wie einst die Dalheimer Ordensleute: Kein Wort geht über seine Lippen. Zum Beginn der Fastenzeit lässt das LWL-Landesmuseum für Klosterkultur, Stiftung Kloster Dalheim, die klösterliche Tradition des Schweigens mit einem Rundgang durch die historische Klausur erfahrbar werden.

Zwölf Mitmach-Stationen und Ruhepunkte laden am "Tag des Schweigens" von 10 bis 18 Uhr dazu ein, das Schweigen selbst auszuprobieren und die kontemplative Kraft der Stille zu erleben. Dabei sind Disziplin und Geduld genauso gefragt wie Kreativität und Phantasie. Auch das Klosterwirtshaus ist mit von der stillen Partie.


Wichtige Impulse für die Gegenwart
"Mit dem 'Tag des Schweigens' beruft sich das Kloster Dalheim auf eine der ältesten Tugenden klösterlichen Lebens und bleibt gerade damit äußerst aktuell", sagte Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky am Donnerstag (7.3.) zum Konzept der neuen Veranstaltung im Kloster Dalheim. "Kommunikation ist heute allgegenwärtig. Wir chatten, posten und kommentieren. Momente, in denen es vollkommen ruhig ist, sind selten. Maximaler Konsum bestimmt unseren Alltag", so Grabowsky. Umso wichtiger sei eine Veranstaltung wie der "Tag des Schweigens", die ihre Besucher in Rückbesinnung auf die eigenen kulturellen Wurzeln auffordere, innezuhalten und alternative Lebenskonzepte auszuprobieren. "Museen sind nicht nur Bewahrer der Geschichte, sondern geben so wertvolle Impulse für die Gegenwart", formulierte der Museumsleiter.


Lebensgefühl der Dalheimer Ordensleute
Die neue Veranstaltung im Kalender der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur baut auf die preisgekrönte Dauerausstellung in der mittelalterlichen Klausur des Klosters Dalheim auf. Sie zeigt, wie die Ordenleute in einem mittelalterlichen Kloster lebten. "Der 'Tag des Schweigens' geht noch einen Schritt weiter und lässt das Lebensgefühl der Dalheimer Ordensleute hinter die Klostermauern zurückkehren", erläuterte Grabowsky: "Das wird sicher auch für die Gäste, die das Kloster Dalheim bereits kennen, eine neue und bereichernde Erfahrung sein."


Schweigen im Selbstversuch
Der "Tag des Schweigens" setzt die mittelalterlichen Funktionsräume eines Klosters in Bezug zum klösterlichen Schweigen. "Wenn die Glocke in der Klosterpforte ertönt und die Besucherinnen und Besucher die Klausur betreten, dann beginnt der Schweige-Selbstversuch", sagte die museumspädagogische Referentin des Hauses, Dr. Christiane Wabinski.

Zwölf Mitmach-Stationen und Ruhepunkte hat das Team der Stiftung Kloster Dalheim vorbereitet. Der Versammlungssaal des Konvents, der Kapitelsaal, erinnert beispielsweise an den Ursprung des klösterlichen Schweigens. Im Kreuzgang probieren Besucherinnen, wie lang eine Minute Schweigen ist, und erfahren, was andere über das Schweigen sagen. In der Kirche lassen sie bei den traditionellen Chorgesängen der Ordensleute den "Klang der Stille" auf sich wirken und die "Kunst des Schweigens" auf einer großformatigen Leinwand Gestalt annehmen. "Aber auch für Dampfplauderer und Quasselstrippen ist gesorgt", so Grabowsky: Wie auch im Mittelalter finden Besucher mitten in der Klausur mit dem Parlatorium einen Raum, in dem gesprochen werden darf.

Das Klosterwirtshaus ist ebenfalls mit von der stillen Partie. Unter dem Motto "Schweigend schmeckt’s besser!" serviert Familie Brand im Schonlau-Saal des Wirtshauses frische, regionale Gerichte mit der Möglichkeit, diese schweigend zu bestellen und zu genießen.


Weiterer Verzicht
Passend zum Beginn der Fastenzeit sind die Besucherinnen anhand ihrer eigenen Schweige-Erfahrung eingeladen, über unterschiedliche Dimensionen des Verzichts gestern und heute zu reflektieren. So verbrachten die Augustiner-Chorherren in Dalheim einen Großteil ihres Klosterlebens im Schweigen, verzichteten aber nicht nur auf das Sprechen sondern mit dem Eintritt ins Kloster auch auf ihre alte Identität oder ihren privaten Besitz.

Das klassische Fasten ist beispielsweise Thema im Speisesaal der Ordensleute, dem Refektorium. Auch heute ist die Fastenzeit für viele Menschen ein Anlass, auf den Konsum von Fleisch, Schoko-lade und Alkohol oder Fernsehen und Handynutzung zu verzichten.


Hintergrund
Bereits bei den ägyptischen Mönchsvätern im 3. Jahrhundert n. Chr. hatte das Schweigen eine große Bedeutung. Sie glaubten, dass zu viele Worte der Erfahrung Gottes im Wege ständen. Auch der Heilige Benedikt legte in seinen Klosterregeln von 540 an mehreren Stellen fest, dass die Ordensleute - außer während der Liturgie - schweigen sollten. Auch heute halten sich Brüder und Schwestern vieler Ordensgemeinschaften an ein Schweigegelünde.


Eintritt
Am "Tag des Schweigens" gilt der normale Museumseintritt: Erwachsene 6 Euro, Gruppen ab 16 Personen je Person 4,80 Euro, Kinder/Jugendliche (6-17 Jahre) 2,20 Euro, Ermäßigte 3,50 Euro, Familientageskarte 13 Euro, LWL-MuseumsCard und LVR-Museumskarte frei.

Zitat
"Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens, nimm den Zu-spruch des gütigen Vaters willig an und erfülle ihn durch die Tat!" (Prolog aus der Regel des Heili-gen Benedikt)



Stiftung Kloster Dalheim
LWL-Landesmuseum für Klosterkultur
Am Kloster 9
33165 Lichtenau

http://www.stiftung-kloster-dalheim.lwl.org



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Maria Tillmann, Stiftung Kloster Dalheim, LWL-Landesmuseum für Klosterkultur, Tel.: 05292/9319-114
presse@lwl.org



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Am Kloster 9
33165 Lichtenau-Dalheim
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