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Mitteilung vom 01.03.19

Presse-Infos | Kultur

Moderne Zeiten?

Vier Filmforen über die Weimarer Republik

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Münster (lwl). Mit einer Filmreihe erinnern der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und eine Reihe weiterer Einrichtungen im März und April an die Gesellschaftsgeschichte der Weimarer Republik im Westen Deutschlands.

Zum 100. Mal jährt sich 2019 die Geburtsstunde von Deutschlands erster Demokratie. Dass die Weimarer Republik weit mehr war als eine Vorgeschichte des "Dritten Reiches", spiegelt sich nicht zuletzt in der blühenden Filmkultur jener Epoche. Von Zeitgenossen als "neuzeitliche Seelenmalaria" verdammt und durch Zensurmaßnahmen bekämpft, entwickelte sich die "Kinematographie" nach 1918 zu einer eigenständigen Kunstform und zu einem massenkulturellen Faktor. Das umfasst internationale Filmklassiker wie Fritz Langs "Metropolis" ebenso wie Dokumentar- und erste Amateurfilme, die auch in Westfalen die turbulenten und rasanten politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen festhielten.

Das Jubiläumsjahr nehmen die Veranstalter der Reihe "Drehbuch Geschichte" zum Anlass für eine filmische Retrospektive der Zeit unter überwiegend regionaler Perspektive. Vom 6. März bis zum 10. April präsentieren der LWL und der Geschichtsort Villa ten Hompel in Zusammenarbeit mit dem Verein "Die Linse e.V.", dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, dem Verein "Gegen Vergessen - für Demokratie" und dem Filmkonzertlabel "Schwarz-weiss ist die bessere Farbe" in Münster fünf Filme. Die Filme entstanden in der Zeit der ersten deutschen Demokratie oder sie erzählen von dieser Zeit und vermitteln damit den Zeitgeist der Jahre 1918 bis 1933. Ein Fokus liegt auf den Entwicklungen in Westfalen und dem Rheinland, wo diese Jahre von besonders scharfen gesellschaftlichen Gegensätzen geprägt waren.

In alle Filmabende führen Fachleuten ein. Nach den Filmen besteht Gelegenheit zu Nachfragen und Diskussionen. Die Filmforen am 6. März und 3. April finden im Programmkino Cinema in Münster statt, das am 10. April ("Die Lebensgeschichte des Bergmanns Alphons S.") im Geschichtsort Villa ten Hompel. Der Film "Metropolis" wird in der Bürgerhalle des LWL-Landeshauses aufgeführt.

Die Filme:
Menschen im Deutschland des Jahres 1932 / Weimar im Westen. Rheinland und Westfalen 1918-1933, Mittwoch, 6.3.2019, 19 Uhr, Cinema, Warendorfer Str. 45 in Münster (Eintritt frei)

Die Reihe beginnt mit zwei Filmen, die auf ganz unterschiedliche Weise beleuchten, wie das Leben zwischen 1918 und 1933 aussah. Das zeitgenössische Porträt des vielfältigen Alltags der "Menschen im Deutschland des Jahres 1932" wird durch die aktuelle Dokumentation "Weimar im Westen. Rheinland und Westfalen 1918-1933" ergänzt, die aus Anlass der gleichnamigen Wanderausstellung des LWL und des LVR entstanden ist.

Metropolis (Stummfilm) Livesoundtrack mit "this honourable fish"
Dienstag, 26.3.2019, 19 Uhr, Bürgerhalle des LWL-Landeshauses, Freiherr-vom-Stein-Platz 1 in Münster (Eintritt frei)

Zu einem außergewöhnlichen Filmerlebnis rund um den Stummfilmklassiker "Metropolis" von Fritz Lang lädt das zweite Forum ein. Durch Mehrfachprojektionen in die Bogenarchitektur der Bürgerhalle im Landeshaus und einen Livesoundtrack mit "this honourable fish" eröffnen sich neue Perspektiven auf Altbekanntes. Kooperationspartner ist das Filmkonzertlabel "Schwarz-weiss ist die bessere Farbe".

Mensch ohne Namen, Mittwoch, 3.4.2019, 19 Uhr,
Cinema, Warendorfer Str. 45 in Münster (Karten: http://www.cinema-muenster.de)

Mit den traumatischen Langzeitfolgen des Ersten Weltkriegs beschäftigt sich Regisseur Gustav Ucicky im Spielfilmdrama "Mensch ohne Namen" aus dem Jahr 1932. Ein Kriegsheimkehrer begibt sich auf die Spuren seiner verlorenen Identität. Als seine Erinnerung plötzlich zurückkehrt, ist in Deutschland nichts mehr, wie es war. So bleibt ihm schließlich nichts Anderes übrig, als seine Existenz neu zu erfinden.

Die Lebensgeschichte des Bergmanns Alphons S.
Donnerstag, 10.4.2019, 19 Uhr, Villa ten Hompel, Kaiser-Wilhelm-Ring in Münster (Eintritt frei)

Eine kritische Retrospektive auf Leben, Gesellschaft und Politik in der Weimarer Republik. In einem Interview aus dem Jahr 1977 schildert ein ehemaliger Bergmann seine Sicht auf die erste deutsche Demokratie, ihre Gegensätzlichkeit und ihre vermeintliche Modernität.

Infos unter: http://www.lwl-medienzentrum.de



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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