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Mitteilung vom 11.06.18

Presse-Infos | Kultur

Steinzeitliches Feuerzeug mit Ledertasche à la Ötzi

Das Kreativseminar am Samstag im LWL-Museum für Archäologie in Herne

Bewertung:

Herne (lwl). Wie haben eigentlich die Menschen in der Steinzeit Feuer gemacht? Tatsächlich gab es damals schon so etwas wie Feuerzeuge. Allerdings sahen diese etwas anders aus als heute. Wie Ötzis Feuerzeug funktionierte, erklärt am Samstag (16.06.) das Kreativseminar im Museum für Archäologie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Herne. Von 11 bis 17 Uhr können Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren ihr eigenes Steinzeit-Feuerzeug herstellen und mit nachhause nehmen.

In diesem Kreativseminar nähen sich die Teilnehmer zunächst eine Ledertasche, wie sie auch Ötzi trug, zeitgemäß mit Knochennadel und Leinengarn. Der Knochenpfriem, der zum Durchbohren der Lederstücke gebraucht wird, wird ebenfalls selbst hergestellt, und zwar nach dem Vorbild eines Originalfundes. Ein Verschluss aus einer Geweih-Knochenscheibe, einer Hornspitze oder eines Gelenkknöchelchens, wird durchbohrt, um ihn aufnähen zu können. Ergänzt wird der Beutel durch ein Set aus Feuerstein, Pyrit und Zunder (Rohrkolben).

Ötzi lebte vor über 5.000 Jahren und kam bei einer Wanderung durch die Alpen ums Leben. Seine Mumie hat sich im Eis der Alpengletscher bis heute erhalten. Neben den Überresten seines Körpers lagen unter anderem ein Beil aus Kupfer und ein Feuerzeug, wie es damals benutzt wurde. Das Feuerzeug bestand aus einem Lederbeutel, in dem sich Reste von Zunder und Pyrit befanden. Mit einem Feuerstein schlug man damals gegen das Pyrit, ein Stein, der wie Gold aussieht. Das machte man direkt über dem Zunder, einer Art Pilz, der normalerweise an Bäumen wächst. Bei dem Aneinanderschlagen entstanden Funken, die im leicht entzündlichen Zunder landeten. Sobald der Zunder glühte, konnte man damit ein größeres Feuer entfachen.

Die Kosten belaufen sich inklusive Material auf 58 Euro pro Person, zuzüglich des Museumseintritts. Um eine telefonische Anmeldung unter 02323 94628-0 während der Öffnungszeiten des Museums wird gebeten.

Neben dem Kreativseminar am Samstag bietet das Museum Sonntag (17.06.) weitere Aktionen an. Um 14 Uhr findet eine Führung durch die Dauerausstellung statt. Diese geht den Spuren der Menschen in Westfalen von ihrem ersten Auftreten bis heute nach. Nachfolgend um 15 Uhr bietet das Grabungscamp die Gelegenheit, unter idealtypischen Bedingungen an einer Ausgrabung teilzunehmen. Innerhalb der inszenierten Grabungsfläche können Erwachsene und Kinder mit Kelle und Pinsel Funde selbst freilegen.

Danach bietet das LWL-Museum für Archäologie um 16 Uhr eine Führung durch die Sonderausstellung "Irrtümer & Fälschungen". Die Sonderausstellung korrigiert populäre, aber überholte Thesen zu vergangenen Epochen und deckt spektakuläre Betrugsfälle der Archäologie auf.

Termine
Samstag, 16.06.
11-17 Uhr: "Steinzeitliches Feuerzeug mit Ledertasche à la Ötzi" - Kreativseminar für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren.

Sonntag, 17.06.
14 Uhr: "gesucht. gefunden. ausgegraben." - Führung durch die Dauerausstellung
15 Uhr: "Fundort Grabungscamp" - Mitmachgrabung im Außengelände des Museums
16 Uhr: "Irrtümer & Fälschungen" - Führung durch die Sonderausstellung

Anmeldung unter: 02323 94628-0 oder lwl-archaeologiemuseum-empfang@lwl.org

Mehr Infos: http://www.lwl-landesmuseum-herne.de
LWL-Museum für Archäologie
Europaplatz 1
44623 Herne
Tel. 02323 94628-0



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Jens Schubert, LWL-Archäologie für Westfalen, Tel.: 0251 591-8901
presse@lwl.org



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