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Mitteilung vom 04.05.18

Presse-Infos | Soziales

"Menschen mit Behinderung sind eine Bereicherung, keine Belastung"

LWL-Direktor zum Europäischen Protesttag

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Münster/Westfalen-Lippe (lwl). Der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Matthias Löb hat davor gewarnt, Menschen mit Behinderung und seelischen Problemen vor allem als Belastung wahrzunehmen. "Im Gegenteil, wir müssen sie als Bereicherung für unsere Gesellschaft begreifen", sagte der Chef des Kommunalverbandes am Freitag (4.5.) zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am kommenden Samstag (5.5.). Der LWL ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung.

Dass Populisten versuchten, Politik zu machen, in dem sie einen Zusammenhang von Behinderung, Inzest und Migration suggerierten, habe zu Recht massiven Widerstand ausgelöst, so Löb. Wenn Gesetze psychisch kranke Menschen unter Generalverdacht stellten, müsse Protest laut werden - wie beim Entwurf des Bayerischen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes geschehen.

Löb weiter: "Wenn wir erleben, dass sich die Nachbarn von zukünftigen Wohnprojekten für Menschen mit Behinderungen oder psychischen Problemen vor allem um ihre Grundstückspreise Sorgen machen, stimmt etwas nicht in unserer Gesellschaft." Auch Angst vor dem Unbekannten sei kein Argument gegen Inklusion. "Nur wenn auch schwerbehinderte und psychisch kranke Menschen mitten im Dorf oder im Stadtteil leben können, ist selbstverständliche Nachbarschaft von Menschen mit und ohne Behinderung möglich." Gegen ein Zurückrollen der Inklusion sei Handeln angesagt, so Löb. Der LWL hat nach Angaben von Löb einen neuen Schwerpunkt auf Wohnprojekte für Menschen mit schwersten Behinderung gelegt und will besonders die "gute Nachbarschaft" fördern.

Hintergrund
Der LWL wird Menschen mit wesentlichen Behinderungen durch moderne Technik und Förderung bei der Nachbarschaft dabei helfen, in der eigenen Wohnung zu leben. Das Programm "Selbstständiges Wohnen" (Sewo) fördert mit zehn Millionen Euro in 15 Wohnprojekten Konzepte für Technikunterstützung und Einbindung ins Stadtviertel oder in die Dorfgemeinschaft in ganz Westfalen-Lippe. Die rund 200 Wohnungen werden in Dortmund, Warendorf, Paderborn, Münster, Bielefeld, Siegen, Gelsenkirchen, Minden-Lübbecke, Soest, Hagen, Höxter, Unna, Bochum und Hamm entstehen. Die ausgewählten Projekte sollen Modellcharakter haben und andere anregen, sich auch im Wohnungsbau für Menschen mit Behinderungen zu engagieren.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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