LWL-Newsroom

Mitteilung vom 08.12.17

Presse-Infos | Kultur

Von archäologischen Fälschungen über Spießerglück bis zum Gehirn und dem Bauhaus

LWL stellt Sonderausstellungen für das Jahr 2018 vor

Bewertung:

Münster (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) plant für 2018 zahlreiche Sonderausstellungen in seinen 17 Museen. Darunter sind Kunstausstellungen (Bauhaus), ebenso wie archäologische Schauen (7000 Jahre Kulturlandschaft, Irrtümer und Fälschungen, Handwerk im Mittelalter) und Ausstellungen zu historischen oder natur- und sozialwissenschaftlichen Themen (das Gehirn, Spießerglück in 1960er Jahren, Strumpfdynastien, Revierfolklore oder Frieden). LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger gab im Kulturausschuss am Mittwoch (7.12.)eine Übersicht über die wichtigsten LWL-Ausstellungen des kommenden Jahres.



LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster

Frieden. Von der Antike bis heute

Die Sehnsucht nach Frieden ist tief im Menschen verwurzelt. Und doch gelingt es der Menschheit seit Jahrtausenden nicht, den Frieden dauerhaft zu bewahren. In dem großen Ausstellungsprojekt "Frieden. Von der Antike bis heute" (28.4. bis 2.9.) blicken fünf Museen und Institutionen in Münster auf den Frieden, seine Symbole und Rituale, seine Bilder und Wege. Aus kunst- und kulturhistorischer sowie stadtgeschichtlicher und christlicher Perspektive wird das Thema mit hochrangigen Exponaten aus internationalen Sammlungen präsentiert. Die Ausstellungsorte sind: LWL-Museum für Kunst und Kultur, Kunstmuseum Pablo Picasso Münster, Stadtmuseum Münster, Archäologisches Museum der Universität Münster und das Bistum Münster als Gast im LWL-Museum für Kunst und Kultur. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und ist ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018. http://www.ausstellung-frieden.de

Interactions. Bauhaus und Amerika
Anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums präsentiert das LWL-Museum für Kunst und Kultur die Ausstellung "Interactions. Bauhaus und Amerika" in der Zeit vom 9. November 2018 bis zum 10. März 2019. Ausgehend von der Bedeutung des Bauhauses und der Bauhausbühne als interdisziplinäres Laboratorium für Licht- und Bewegungsexperimente, werden erstmals die künstlerischen Auseinandersetzungen der ehemaligen Bauhäusler und Amerikaner mit Licht und Bewegung untersucht - von Licht - und kinetischer Kunst über den Experimentalfilm bis hin zur Tanz- und Performancekunst. Die Ausstellung konzentriert sich nicht nur auf Positionen des Bauhauses und seiner amerikanischen Nachfolgeinstitutionen, sondern zeigt auch Werke europäischer Künstler der 1950er Jahre bis in die Gegenwart. Wechselseitige Beziehungen der emigrierten Künstler wie Josef Albers oder László Moholy-Nagy zur amerikanischen Künstlerszene werden sichtbar. Da die Bauhausbühne entscheidend den modernen Tanz prägte, kooperiert das Museum zudem erstmals mit dem Tanztheater Münster, das die Ideen des Bauhauses in die Gegenwart überführt.

Unerwartete Begegnungen
Noch bis zum 25. Februar 2018 ist die Sonderausstellung "Unerwartete Begegnungen Nolde, Kippenberger, Fritsch & Co. in der Sammlung der Westfälischen Provinzial" im LWL-Museum für Kunst und Kultur zu sehen. In insgesamt fünf Ausstellungsräumen zeigt das Kunstmuseum rund 140 Objekte von 37 Künstlern aus der Sammlung der Westfälischen Provinzial. Künstler mit einem Bezug zu Westfalen, deren Arbeiten internationale Strahlkraft haben, sind in der Sammlung zu finden: Otto Piene, Martin Kippenberger und Andreas Siekmann, aber auch Künstler der Moderne wie Emil Nolde, Ida Gerhardi und Peter August Böckstiegel.



LWL-Museum für Archäologie in Herne

Irrtümer & Fälschungen der Archäologie

Irren ist menschlich - davon bleiben auch angesehene Wissenschaftler nicht verschont. Die Sonderausstellung im LWL-Museum für Archäologie in Herne korrigiert vom 23. März bis 9. September 2018 populäre, aber überholte Thesen zu vergangenen Epochen und deckt spektakuläre Betrugsfälle der Archäologie auf - darunter den Fall der Tiara des Saitaphernes. Auf diese Fälschung fiel der Pariser Louvre Ende des 19. Jahrhunderts herein. Die Besucher erfahren nicht nur, warum ein Irrtum oder eine Fälschung anfangs durchaus überzeugen konnte. Interaktive Angebote vermitteln auch, welchen Erkenntnisgewinn die Forschung inzwischen erzielt hat. Einleitend zeigt eine humoristische Inszenierung, wie Archäologen der Zukunft über unsere Zeit urteilen könnten.



LWL-Freilichtmuseum Detmold (Kreis Lippe)

Raus aus dem Spießerglück

Im LWL-Freilichtmuseum Detmold stehen vom 29. März bis 31. Oktober 2018 unter dem Titel "Raus aus dem Spießerglück" die unbekannten 1960er Jahre im Mittelpunkt. Geschildert wird eine Zeit, die in Westfalen keineswegs nur von der Aufbruchsstimmung der 1968er, sondern auch vom Beharrungsvermögen in etablierten Lebensentwürfen geprägt war. In einer Sonderausstellung im Paderborner Dorf und an mehreren Geländestationen zeichnet das Museum mit individuellen Geschichten und Objekten das Bild einer facettenreichen Phase des 20. Jahrhunderts.



LWL-Freilichtmuseum Hagen

Handwerk im Mittelalter

Ohne Schaufel keine Ausstellung - um einen anderen Blick auf die alten Handwerksberufe und -techniken zu eröffnen, geht das LWL-Freilichtmuseum Hagen auf eine archäologische Mittelalterreise: Gemeinsam mit der LWL-Archäologie für Westfalen hat das Freilichtmuseum Fundstücke aus der Zeit zwischen dem 7. und 15. Jahrhundert ausgewählt. Sie zeigen in der Sonderausstellung ab dem 6. Mai, wie Handwerker vor hunderten von Jahren gearbeitet haben, und laden ein zu einem Vergleich mit Arbeitsweisen in den Werkstätten und täglich aktiven Vorführbetrieben im Freilichtmuseum. Als besonderes begleitender Höhepunkt findet am Wochenende vom 21. und 22. Juli 2018 eine Veranstaltung rund um das mittelalterliche Handwerk statt: "Potgeiter, Bilderbakker & Co.". Dort sehen die Besucher Handwerker, die authentisch mittelalterliches Handwerk praktisch vorführen und können herausfinden, was sich hinter den seltsamen Berufsbezeichnungen "Potgeiter" oder "Bilderbakker" versteckt.

Meeresfrüchte
Inspiriert von der Schönheit der "Meeresfrüchte" entstanden beim internationalen Wettbewerb "Junge Cellinis" für junge Goldschmiede im Jahr 2017 maritime Schmuckobjekte. Vom 15. April bis zum 11. August 2018 zeigt das LWL-Freilichtmuseum prämierte Schmuckstücke des Wettbewerbes in seinem Goldschmiedehaus. Dieser Wettbewerb wird alle zwei Jahre vom Zentralverband der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere e. V. ausgerichtet.



LWL-Museum für Naturkunde in Münster

Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl

Ohne zentrale Steuerung funktioniert bei den meisten Lebewesen nichts. Im Gehirn werden sämtliche Reize verarbeitet. Die Persönlichkeit formt sich, Gefühle entstehen, Pläne werden geschmiedet und Traumwelten erschaffen. "Das Gehirn - Intelligenz, Bewusstsein, Gefühl" steht im Mittelpunkt einer neuen Sonderausstellung im LWL-Museum für Naturkunde in Münster. Ab 29. Juni 2018 stehen auf 1.200 Quadratmetern die anatomische Vielfalt und die enormen Leistungen dieses komplexen Organs im Mittelpunkt. Neben dem Menschen betrachtet die Schau die künstliche Intelligenz und die Welt der Tiere. Was ist eigentlich Intelligenz und wie kann man sie messen? Handwerklich begabte Tiere, kreative Maschinen und lernfähige Pflanzen sollen die Besucher überraschen. Neben intelligenten Strategien sichern auch Emotionen das Überleben, indem sie als schnelle Entscheidungshilfen dienen. Obwohl im Körper wahrgenommen, entstehen Gefühle wie Angst, Wut und Freude im Gehirn und werden stark von Erfahrungen geprägt. Die Grenzen der Sinne bestimmen die Grenzen der eigenen Realität. So erleben Schlangen durch den Infrarotsinn und Fledermäuse per Echoortung ganz eigene Wirklichkeiten. Der wahrgenommene Ausschnitt der Welt wird zudem stark von Interessen und so letztlich von der eigenen Aufmerksamkeit geformt.

Meine Naturblicke in NRW
Eine persönliche Sicht auf die Natur in Form von Fotografien bietet das LWL-Museum für Naturkunde noch bis zum 18. März 2018 den Besuchern. "Meine Naturblicke in NRW" nennt sich die Fotoausstellung mit 15 Bildern von Dr. Olaf Niepagenkemper. Kreative Sichtweisen und besondere Perspektiven in außergewöhnlichen Lichtsituationen bestimmen die Arbeiten des Naturfotografen aus Münster. Die frühen Morgenstunden oder der späte Abend bieten die besten Lichtstimmungen für seine Naturblicke. Mit seinen Arbeiten versucht der Naturfotograf, die Menschen für die Schönheit und Einzigartigkeit der Natur zu begeistern, die sich oft schon vor der eigenen Haustür verbergen. Alle Bilder dieser Ausstellung sind in Nordrhein-Westfalen entstanden.



Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn

7.000 Jahre Kulturlandschaft in Ostwestfalen

Der LWL zeigt im Paderborner Museum in der Kaiserpfalz vom 12. April bis 6. August 2018 in einer Sonderausstellung die archäologische Sammlung des Historischen Vereins für die Geschichte der Grafschaft Ravensberg. Über 1.000 Funde und Repliken von der Steinzeit bis in die Moderne gehen dauerhaft in die Obhut der LWL-Archäologie für Westfalen über. Bevor dieser reiche Schatz ins Magazin nach Münster überführt wird, zeigt das Museum in der Kaiserpfalz eine Auswahl. Die Exponate reichen vom steinzeitlichen Werkzeug über bronzezeitlichen Schmuck und eisenzeitliche Urnen bis hin zum Alltagsgeschirr aus dem Mittelalter. Die Sonderausstellung macht über "7.000 Jahre Kulturlandschaft in Ostwestfalen" lebendig.



Stiftung Kloster Dalheim in Lichtenau (Kreis Paderborn)

Eingetreten! 1.700 Jahre Klostergeschichte

1.700 Jahre Klostergeschichte auf 3.000 Quadratmetern: Nach dem Rückbau der Sonderausstellung "Luther. 1917 bis heute" ist die preisgekrönte Dauerausstellung der Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur ab dem 18. März wieder in vollem Umfang zu sehen. Neben der durchgängig gezeigten Schau in der historischen Klausur des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstifts spürt auch die Ausstellung im 1. Obergeschoss der Faszination und dem Alltag klösterlichen Lebens nach: Von den Wüstenvätern über die ersten klösterlichen Gemeinschaften, die Reformen des Mönchstums bis zum Klosterleben der Gegenwart illustrieren sie die geschichtliche Entwicklung der europäischen Ordensgemeinschaften und Klöster. Eine weitere Abteilung befasst sich mit der 800-jährigen bewegten Geschichte des Klosters Dalheim. Zur Wiedereröffnung erwarten die Besucher neue Exponate aus der Sammlung des Hauses und Leihgaben renommierter Museen.



LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund

Reviergestalten - Von Orten und Menschen

Die Ausstellung "Reviergestalten" zum Ende des Steinkohlenbergbaus richtet den Blick auf Orte der ehemaligen Industrie und darauf, was aus ihnen geworden ist. Welche Gebäude wurden vor dem Abriss bewahrt? Wer engagierte sich? Was waren die Motive? Fotografien, Filmausschnitte und Exponate zeigen den Weg von der Zeche zum Museum, den Kampf um Zechensiedlungen und die Umnutzung industrieller Gebäude. Im zweiten Teil stehen die Menschen im Mittelpunkt. Anhand von Interviews mit ehemaligen Bergleuten der Zeche Zollern und neuen Gesprächen mit ihren Kindern und Enkeln gibt die Ausstellung, die vom 23. Februar bis zum 28. Oktober 2018 zu sehen ist, Einblicke in die wandelnde Bedeutung der Industrielandschaft. Was geblieben ist, sind nicht nur Objekte, die Eltern und Großeltern hinterlassen haben, sondern Lebenseinstellungen, Interessen und die Erinnerungen an Orte und Menschen des Reviers.

Vielfalt Glückauf - Wir sind das Licht bei der Nacht
Zum Ende des Steinkohlenbergbaus 2018 in Deutschland stellt der Künstler und Bergmann Wolfgang Büse unter dem Titel "Vielfalt Glückauf - Wir sind das Licht bei der Nacht" noch bis zum 7. Januar 2018 seine Werke im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund aus. Motive rund um den Steinkohlenbergbau, Menschen und Arbeitssituationen zeigen seine künstlerische Auseinandersetzung mit der Arbeit unter Tage. Die Ausstellung schafft eine Kombination aus Kunst und Bergbaugeschichte mit einer großen Wertschätzung für die Bergleute und das menschliche Miteinander unter Tage.

Christbaumschmuck - Gläserne Kostbarkeiten aus dem Thüringer Wald
In weihnachtlicher Atmosphäre zeigt das LWL-Industriemuseum noch bis zum 14. Januar kunstvollen Christbaumschmuck von Glasbläsern aus dem Thüringer Wald. Edle, lustige, zarte und traditionelle Stücke für den Baum sind zu sehen.



LWL-Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum

Revierfolklore - Zwischen Heimatstolz und Kommerz

Die Bayern haben ihre Lederhosen, die Friesen ihre traditionellen Hauben und Trachten - aber was hat das Ruhrgebiet? Zum Ende des Steinkohlenbergbaus setzt sich das Ausstellungsprojekt "Revierfolklore" in der Zeit vom 22. März bis zum 28. Oktober 2018 mit der regionalen Erinnerungskultur auseinander und stellt Fragen wie: Wo verlaufen die Trennlinien zwischen Denkmal und Erinnerungsstück, zwischen künstlerischer Gestaltung, Kunstgewerbe und Kitsch, zwischen Erinnerung und Nostalgie? Wie sind die Neuschöpfungen von Ruhrgebietsdesignern zu bewerten, die aus Hinterlassenschaften des Bergbaus wie Grubenhemden neue Objekte erschaffen?



LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall in Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis)

Von Kohle gezeichnet. Frauen im Bergbau

Unter dem Titel "Von Kohle gezeichnet. Frauen im Bergbau" zeigen die Fotos von Dariusz Kantor die Arbeit von Frauen im Bergbau zu Beginn des 21. Jahrhunderts in künstlerischer Perspektive. Es handelt sich einerseits um Portrait-Fotografien, andererseits lassen die Bilder die Arbeitsbedingungen im oberschlesisch-polnischen Steinkohlenrevier ebenso erkennen wie die deutlich sichtbare "Endzeit"-Stimmung. Texte von Kantor schildern die Begegnung des Fotografen mit den porträtierten Frauen in der Männerbranche Bergbau. Die Ausstellung bezieht, ausgehend vom Ende des Ruhrbergbaus 2018, den Niedergang der beiden anderen großen Steinkohle-Reviere Europas ein. Kantors Fotos sind in der Zeit vom 4. März bis Dezember 2018 in Witten zu sehen.

Ansichten zum Alter - Fotografien von Andreas Vincke
Auch wenn sich das Bild des Alterns in der Gesellschaft langsam wandelt, sind die Ansichten zum Alter von zahlreichen Stereotypen geprägt. Als Fotokünstler und als Leiter eines Altenzentrums zeigt Andreas Vincke mit seinen Fotografien, wie facettenreich das Thema ist. Er porträtierte in der Öffentlichkeit stehende Personen von Wolfgang Niedecken über Margot Käßmann bis Franz Müntefering mit ihren ganz persönlichen "Ansichten zum Alter". Die Ausstellung "Ansichten zum Alter" ist noch bis zum 19. Februar 2018 zu sehen.



LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen(Ennepe-Ruhr-Kreis)

Ilva - Eiserne Spuren unter der Sonne der Toskana

Die Toskana ist die Wiege der europäischen Eisen- und Stahlproduktion. Über 3000 Jahre wurde hier "Ilva" (etruskisch für "Eisen") hergestellt. Seit den 1960er Jahren befindet sich die Region im Umbruch. 2015 haben zwei deutsche Fotografinnen und drei italienische Fotografen Stätten dieses Strukturwandels besucht und dokumentiert. Die Spannbreite der entstandenen Fotos reicht von ästhetischen Details über die dokumentarische Totale bis hin zu Menschen (noch) an ihrem Arbeitsplatz. Für die Toskana, wo die Schau 2019 präsentiert wird, sind die Aufnahmen großenteils schon heute Geschichte und zeigen, was war, bevor der Bagger kam. Das LWL-Industriemuseum zeigt die Ausstellung "Ilva" vom 17. Juni bis Oktober 2018.

Industrial Scars
Die Ausstellung "Industrial Scars" zeigt in der Zeit vom 5. Oktober 2018 bis Mai 2019 Luftbildaufnahmen des international renommierten Fotografen Henry Fair. Motive der Fotos sind vor allem Narben der Industrie und die Zerstörung der Natur durch die Suche nach Rohstoffen oder die Produktion von Industrie- und Massengütern. Zur Ausstellung bietet das Museum Diskussionsforen zum Thema Industriefolgen an.

Vom Streben nach Glück
Hunderttausende Westfalen wanderten im 19. und 20. Jahrhundert aus Westfalen nach Amerika aus, um dort ihr Glück und Arbeit zu finden. Not und Unterdrückung in der Heimat, aber auch Abenteuerlust waren wichtige Beweggründe für die Auswanderung. Die Ausstellung beleuchtet in der Zeit vom 8. Dezember 2018 bis Juni 2019 mit über 100 Exponaten und zahlreichen Bildmotiven die Geschichte der Auswanderer aus Westfalen und dem Ruhrgebiet. Sie zeigt die Reisewege sowie das Leben und Wirken der Auswanderer in Nordamerika und stellt ausgewählte Biografien vor.

Motiv Hochofen 1987-2017 - Fotografien von Berthold Socha
Seit 1977 war Berthold Socha beim LWL im Bereich der Industrie-Denkmalpflege tätig und fotografierte "ganz nebenbei". So entstand ein Schatz, den Socha nun zum Jahrestag der Hochofen-Stilllegung gehoben hat. Das LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen zeigt noch bis zum 2. April 2018 unter dem Titel "Motiv Hochofen 1987 -2017" eine Auswahl von Sochas Bildern. Die Schau möchte es den Betrachtern ermöglichen, dem Denkmal zu begegnen, Hochofen 3 als Skulptur zu entdecken, Verfall und Wandel zu erspüren, aber auch die Menschen wiederzusehen, die den Weg von der Industriebrache zum Forum für geselliges und gesellschaftliches Leben geebnet haben.



LWL-Industriemuseum Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop(Kreis Recklingenhausen)

Vom Streben nach Glück - 200 Jahre Auswanderung aus Westfalen nach Amerika

Hunderttausende Westfalen wanderten im 19. und 20. Jahrhundert aus Westfalen nach Amerika aus, um dort ihr Glück und Arbeit zu finden. Not und Unterdrückung in der Heimat, aber auch Abenteuerlust waren wichtige Beweggründe für die Auswanderung. Die Ausstellung beleuchtet in der Zeit vom 15. Februar bis zum 4. November 2018 mit über 100 Exponaten und zahlreichen Bildmotiven die Geschichte der Auswanderer aus Westfalen und dem Ruhrgebiet. Sie zeigt die Reisewege und das Leben und Wirken der Auswanderer in Nordamerika und stellt ausgewählte Biografien vor.

Laden und Löschen
Mit Fotografien, Postkarten und Filmausschnitten zeigt die Ausstellung "Laden und Löschen" in der Zeit vom 25. März bis 28. Oktober 2018 auf dem historischen Schleppkahn "Ostara", wie Kohle und andere Güter in den Häfen zwischen Dortmund und Duisburg in den vergangenen 100 Jahren geladen und gelöscht wurden - von der Sackkarre über den Wippkran bis zur Containerbrücke

Zum Wohl! Getränke zwischen Kultur und Konsum
Wasser, Schnaps, Bier, Limonade, Milch, Tee und Kaffee - das sind die Getränke, die im Industriezeitalter unseren Alltag prägen. Die Ausstellung "Zum Wohl! Getränke zwischen Kultur und Konsum" zeigt noch bis zum 14. Januar 2018 die Entwicklung der Trinkkultur und der Kultgetränke in Westfalen-Lippe in den letzten 150 Jahren. Sie beleuchtet die Produktion, den Konsum und das Image der Durstlöscher und fragt nach regionalen Besonderheiten: Bier für das Ruhrgebiet, Schnaps für Westfalen?



LWL-Industriemuseum Textilwerk Bocholt (Kreis Borken)

Deutsche Strumpfdynastien: Maschen - Mode - Macher

Wer etwas verpackt, setzt den Inhalt in Szene. Bei kaum einem Kleidungsstück trifft das mehr zu als bei filigranen Strümpfen. Die Fadenkunstwerke sind zudem für viele der Inbegriff der Sinnlichkeit. Doch was steckt eigentlich dahinter? Die vom staatlichen Textil- und Industriemuseum Augsburg konzipierte Ausstellung "Deutsche Strumpfdynastien: Maschen - Mode - Macher" widmet sich der Faszination des vielfältigen Produkts "Strumpf" aus sehr unterschiedlichen Perspektiven. Die Ausstellung ist in der Zeit vom 25. März bis zum 7. Oktober 2018 in Bocholt zu sehen.

Lust auf Leben - Dorf-Fotos von Johannes Weber, 1946-1955
Als versierter Amateurfotograf schafft Johannes Weber eindrucksvolle Einblicke in das Dorfleben Nottulns der frühen Nachkriegszeit. Als Handelsvertreter der Strickerei Gebrüder Rhode zog er aus Hamburg an den Stammsitz der Firma. In seinem Dorf fotografierte er die Menschen bei besonderen Anlässen. Doch seine Aufnahmen zeigen auch die Entwicklung des Strumpfherstellers, des damals einzigen Industriebetriebes des Ortes und die herausgehobene Position der Fabrikantenfamilie. Die Ausstellung "Lust auf Leben" ist noch bis Ende 2018 im LWL-Industriemuseum Textilwerk in Bocholt zu sehen.



LWL-Industriemuseum Ziegeleimuseum Lage (Kreis Lippe)

Die 68er-Bewegung in der Provinz

Die 68er-Bewegung wird vor allem mit den Großstädten Berlin und Hamburg in Verbindung gebracht. Was geschah in dieser Zeit in der Provinz? 50 Jahre nach den gesellschaftlichen Umbruchjahren thematisiert die Ausstellung "Die 68er-Bewegung in der Provinz" Ausformungen und Bedeutung der Bewegung in der Region Lippe. Junge Erwachsene suchten dort in Wohngemeinschaften nach neuen Formen des Zusammenlebens, gründeten linke Buchläden und erste Bioläden. Musikgruppen traten in Kneipen und Jugendzentren auf. Wichtigstes politisches Thema war neben dem Kampf für autonome Jugendzentren die Anti-Atombewegung. Gezeigt werden in der Zeit vom 18. März bis 30. September 2018 unter anderem Videos, Fotografien und Plakate sowie Objekte aus dem Umfeld der damaligen Akteure - vom Rucksack eines Indienreisenden bis hin zur Sendeanlage eines illegalen Musiksenders.



LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim in Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke)

Le forme del vetro - Glas des frühen 20. Jahrhunderts aus Murano

Mit der Ausstellung "Le forme del vetro - Glas des frühen 20. Jahrhunderts aus Murano" knüpft die Glashütte Gernheim an die 2014 gezeigte Schau zum venezianischen Glas des 19. Jahrhunderts an. Die Gläser der Folgeausstellung sind noch hochkarätiger: Die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gelten als erfolgreichste und innovativste Phase der Glasproduktion Muranos. Die damaligen Hütten, "maestri" und Entwerfer gehören heute zu den Klassikern der Glashistorie und werden auf dem Kunstmarkt hoch gehandelt. Vertreten ist ein repräsentativer Querschnitt der Hütten und Designer, die diese Jahrzehnte prägten. Die Ausstellung ist in der Zeit vom 8. April bis zum 7. Oktober 2018 im LWL-Industriemuseum Glashütte Gernheim zu sehen.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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