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Mitteilung vom 25.02.14

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Umnutzung vom Bankgebäude zum Ärztehaus gelungen:

LWL zeichnet 40 Jahre junges Dortmunder Denkmal aus

Bewertung:

Dortmund (lwl). Der 1975 bis 1977 für die WestLB und die Dresdner Bank in Dortmund errichtete Baukomplex ist zwar eines der jüngsten Denkmäler Westfalens, dennoch hat das Gebäude schon eine Umnutzung hinter sich. Weil das aus Sicht der Denkmalpflege gut gelungen ist, hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) das Gebäude jetzt als Denkmal des Monats Februar ausgezeichnet.

"Der große Respekt gegenüber dem Deilmann-Entwurf des Architekturbüros Eller + Eller aus Düsseldorf war Garant für einen Umbau, der trotz aller notwendigen Kompromisse und eines schmerzlichen Substanzverlustes gelungen ist", lobt LWL-Denkmalpfleger Dr. Christoph Heuter.

Hintergrund
Während der Bauteil der Dresdner Bank auch nach der Fusion mit der Commerzbank 2009 in Architektur, Oberflächen und Details bis heute weitgehend unverändert erhalten ist, wurde der östliche Bautrakt von der vor der Auflösung stehenden WestLB ausgeräumt und nahezu aller innenarchitektonischen Details beraubt: Erhalten ist nur das Haupttreppenhaus mit Bodenfliesen und den verspielt steigenden Dreiecken von Treppenwangen und Handläufen. Für die Umnutzung zu einem Ärztezentrum lag 2011 bereits ein Entwurf vor, der stark in die Bausubstanz eingegriffen hätte. Daraufhin wurde das Gebäude vorläufig unter Denkmalschutz gestellt, so wurden die Untere Denkmalbehörde der Stadt Dortmund und die LWL-Denkmalpflege in den Planungsprozess einbezogen.

"Die größten Herausforderungen bei der Umnutzung des ehemaligen Bankgebäudes zum Dortmunder Centrum für Medizin und Gesundheit lag in baulichen Besonderheiten, die für die 1970er Jahre typisch, heute aber inakzeptabel sind", erinnert sich Heuter. So sollten in den ehemaligen Großraumbüros Praxisbereiche, Labore, Behandlungs- und Wartezimmer entstehen. "In solchen kleineren Räumen ist es ein Bedürfnis, auch mal ein Fenster aufzumachen. Das war aber wegen der künstlichen Klimatisierung bisher nicht möglich", nennt Heuter eines der Probleme. Deshalb wurden Fensterelemente entwickelt, die sich öffnen lassen. Da die bronzefarben bedampften Scheiben nicht mehr erhältlich waren, wurden möglichst ähnliche eingebaut. Die neuen Scheiben wirken nach außen fast wie die alten, sie lassen aber mehr Licht in die Räume.

Ein wichtiges Element des Deilmannschen Entwurfes ist der gleitende Übergang von außen nach innen, vom Straßenraum über die öffentlichen Passagen in den halböffentlichen Raum der Schalterhallen und Ladenlokale. Was gut gemeint war, führte aber zu unkontrollierbaren "Pinkelecken" und provisorischen Schlafstätten, die als Zugang zu einem Ärztehaus nicht hinnehmbar waren. Weil die Pflasterung und die Schaufensterfronten erhalten blieben, stimmten die Denkmalpfleger zu, die Passage zu schließen. Größere Probleme hatten die Denkmalpfleger allerdings damit, dass die Passagenfront der ehemaligen Kassenhalle für ein neues Foyer fallen sollte. Da es dazu keine Alternativen gab, nahmen sie diesen Verlust aber hin. Heute markiert nur noch eine Bronze-Schiene den Verlauf der ehemaligen Kassenhalle.

"Noch nach fast 40 Jahren überraschen die ungeheure Wucht und Präsenz, mit der sich der Baukomplex Kampstraße 45/47 in der Dortmunder Innenstadt breitmacht. Und ebenso unmittelbar überzeugen die gestalterische Kraft und der Mut, mit der Architekt Harald Deilmann die zentralen Dortmunder Niederlassungen für Dresdner Bank und WestLB 1975 konzipierte und bis 1977 ausführte", beschreibt Heuter das denkmalgeschützte moderne Gebäude. "Einander verwandt und doch verschieden, finden sich zwischen horizontalen Brüstungen bei der in Terrassen gestuften WestLB Fensterbänder mit kupferfarben bedampften Scheiben, bei der blockhaften Dresdner Bank stakkatoartig gereihte Stiele, im Winkel zwischen beiden futuristisch wirkende Lüftungstürme."



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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