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Mitteilung vom 17.08.06

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Wie man museumstaugliche Tiere „baut“ - Volontäre im
LWL Naturkundemuseum lernen das Handwerk

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Münster (lwl). Sie arbeiten stets im Verborgenen, die Präparatoren im Westfälischen Museum für Naturkunde in Münster, doch ohne sie wären die Ausstellungen im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) nur halb so anschaulich. Als Volontäre lernen Nina Richelmann (25 Jahre) und Pablo Booz (24) gerade ihr Handwerk. Ein Walmodell und ein Ferkel sind ihre bisherigen Lieblingsprojekte, ein Stück nachbebauter Ems ihr bisher größtes Projekt.

Ihre Ausbildung haben die beiden an der „Höheren Berufsfachschule für Präparationstechnik“ in Bochum gemacht. Danach folgten Praktika in verschiedenen Museen. Booz ist seit zwei Jahren, Richelmann seit gut einem Jahr im LWL-Naturkundemuseum in Münster. Ihre Aufgabenbereiche sind breit gefächert. “Einen Wal zu erstellen war besonders interessant. Ich hatte zwar zuvor schon öfter Vögel oder Landsäuger präpariert aber noch nie ein solches Modell gebaut“, so Richelmann.

Boozs Favorit ist ein Ferkel, dass er aufgestellt hat. Was der Laie als „ausstopfen“ bezeichnet, ist gar nicht so einfach: „Bei größeren Tieren müssen wir zunächst aus Holz, Kunststoff und ,falls vorhanden, Knochen des Tieres die grobe Form bauen und ihr anschließend mit Kunststoffen die richtigen Proportionen geben. Diese Form gießen wir dann mit Kunstharz aus. Über diese Dermoplastik, ohne die das Tier gar nicht stehen könnte, kommt schließlich das Fell“, erklärt Booz. Besonders gut gefalle ihnen, dass sie sich bei dieser Arbeit eigene Methoden überlegen und ausprobieren dürften, so die beiden Volontäre.

So haben die beiden jungen Präparatoren die gerade neu gestaltete Vitrine zum Thema „Tierwelt an der Ems“, die zur Ausstellung „Westfalen im Wandel“ selbständig, alleine gestaltet. „Wir haben zunächst ein kleines Modell der Vitrine angefertigt und uns dann überlegt, welche Materialien wir benötigen, wel-ches Hintergrundbild wir brauchen und welche Tiere wir einsetzen möchten“, sagt Richelmann. Dies geschieht immer in Absprache mit dem zuständigen Wissenschaftler des LWL-Museums. „Die Vitrine ist nicht allzu groß. Wir mussten überlegen, was überhaupt an Tieren und Objekten Platz finden konnte“, ergänzt Booz. In mehrwöchiger Arbeit entstand nun die neue Vitrine mit einem kleinen Wasserlauf, lebendig aussehenden Tieren und möglichst natürlich wirkendem Flussufer. „Die Materialien wie Sand, Gräser, Treibholz usw. haben wir an der echten Ems gesammelt und in der Vitrine verwendet“, erklärt Richelmann. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist ab sofort in der Westfalen-Ausstellung zu sehen.

Westfälisches Museum für Naturkunde, Sentruper Straße 285, Münster, https://www.naturkundemuseum-muenster.de, Eintrittspreise: In Klammern die Preise für das Kombiticket (Museum und Planetarium): Erwachsene: 3,50 Euro (6,20 Euro), Kinder/Jugendliche von 6 bis 17 Jahren: 2 Euro (3,10 Euro), Familientageskarte: 8 Euro (14,00 Euro).



Pressekontakt:
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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