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Mitteilung vom 24.09.02

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Erster LWL-Kämmerer Naunin verstorben

Münster (lwl). Dr. Helmut Naunin, von 1954 bis 1969 Erster Landesrat und Kämmerer des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), ist am vergangenen Sonntag im Alter von 98 Jahren in Münster verstorben. LWL-Direktor Wolfgang Schäfer würdigte seine "außerordentlichen Verdienste als Verfechter der kommunalen Selbstverwaltung und für die Schaffung und den Erhalt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe". Seit 1932 war Naunin beim Provinzialverband, dem Vorläufer des LWL, tätig. Zusammen mit dem damaligen Landeshauptmann Dr. Bernhard Salzmann habe Naunin nach 1945 beim Wiederaufbau der Verwaltung in Westfalen für die Landschaftsverbände als Vertretung der Städte und Kreise gekämpft, so Schäfer.

Naunin, 1904 in Westpreußen geboren, galt als einer der Väter der Landschaftsverbandsordnung, der "Verfassung" des LWL, die vor 49 Jahren in Kraft trat. Gegen Bestrebungen, den Provinzialverband nach dem Zweiten Weltkrieg abzuschaffen und Westfalen als eigene Region aufzulösen, hatte sich der Verwaltungsexperte schon früh und mit viel persönlichem Einsatz gewandt. Als 1968 die so genannte Rietberg-Kommission drei Regionalverbände in Nordrhein-Westfalen anstelle der Landschaftsverbände vorschlug, hatte sich Kommissionsmitglied Naunin dagegen ausgesprochen - mit Erfolg. Der Landtag folgte dem Minderheitsvotum des engagierten Westfalen und erhielt die Landschaftsverbände.

An der Diskussion über die kommunale Selbstverwaltung und ein "Europa der Regionen" beteiligte sich Naunin bis ins hohe Alter intensiv durch Aufsätze und Redebeiträge auf Veranstaltungen. 1990 wurde ihm für seinen Einsatz für die Landschaftsverbände der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen.






Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Telefon 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 21.000 Beschäftigten für die 8,4 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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