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Mitteilung vom 02.04.03

Presse-Infos | Der LWL

Haben Bergmänner vor 1000 Jahren das "Felsenmeer" bei Hemer geschaffen? Neue Forschungsergebnisse beim LWL-Werkstattgespräch

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Balve (lwl). "Wir müssen uns wohl vom überkommenen Bild des Felsenmeers bei Hemer trennen: Es kann nicht mehr von eingestürzten Höhlen die Rede sein. Vielmehr müssen wir davon ausgehen, das bei Hemer vor 1000 Jahren hochwertiges Eisenerz nahe der Oberfläche abgebaut worden ist." Diese neue Theorie zur Entstehung des Felsenmeers präsentierte der Hemeraner Wolfgang Hänisch, der mit seinem Team seit mehreren Jahren im Sauerland Bergbau- und Höhlenforschung betreibt, beim dritten Werkstattgespräch "Bergbau im Sauerland", das die Historische Kommission des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und der Westfälische Heimatbund jetzt in Balve (Märkischer Kreis) veranstaltet haben.

Hänisch präsentierte seine neusten Forschungsergebnisse vor rund 100 Landes- und Wirtschaftshistorikern sowie Orts- und Heimatforschern. Mit naturwissenschaftlichen Methoden sei es gelungen, die wenigen erhaltenen Holzreste des frühen Bergbaus auf die Zeit zwischen 999 und 1200 zu datieren. Damit sei nachgewiesen, dass hier schon vor 1000 Jahren Erz abgebaut worden sei, so Hänisch.

Reinhard Köhne aus Meschede (Hochsauerlandkreis) informierte die Heimatfreunde darüber, wie sie Bergbauspuren im Gelände finden können. Er rief die Fachleute in den Heimatvereinen dazu auf, Bergbauspuren zu suchen, um einen möglichst vollständigen Überblick über den Bergbau im Sauerland zu bekommen. Deshalb organisieren die Historische Kommission des LWL und der Westfälische Heimatbund im nächsten Jahr statt eines weiteren Werkstattgespräches eine Schulungsaktion für die Heimatvereine. 2005 soll es dann das vierte Werkstattgespräch "Bergbau im Sauerland" geben, bei dem die erhofften neuen Bergbaufunde ausgewertet werden sollen.

LWL und Westfälischer Heimatbund hatten Balve nicht ohne Grund als Tagungsort gewählt: "Denn bei den vielen Grenzkonflikten, die Menden und Plettenberg im 13. bis 18. Jahrhundert ausgetragen haben, ging es meist um kostbare Bodenschätze", so Wilfried Reininghaus, Leiter des Staatsarchives Münster, der das Werkstattgespräch leitete. Wie Bürgermeister Manfred Rotermund in seinem Grußwort betonte, bemüht sich Balve darum, die Louisenhütte im Ortsteil Wocklum als "technisches Kulturdenkmal von europäischem Rang auf Dauer für die Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten".

Hans Ludwig Knau aus Kierspe (Märkischer Kreis) zeichnete in seinem Vortrag die 1000-jährige Entwicklung von der Rennfeuerverhüttung über die Floßöfen bis zu den Hammerwerken und Drahtrollen der frühindustriellen Zeit nach. Dabei bezog er auch neue Ergebnisse ein, die Archäologen bei Ausgrabungen an der Kerspe-Talsperren gewonnen haben. "So haben wir neue Erkenntnisse erlangt, die in den Schriftquellen nicht enthalten sind. Mit diesem Wissen können wir die Landesgeschichte südlich der Ruhr, vor allem im Raum Altena, neu interpretieren", so Knau.







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