LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 19.08.15

Presse-Infos | Kultur

"Einblick" in das Denkmal Landeshaus Westfalen-Lippe und seinen Garagenhof

Neue LWL-Veranstaltungsreihe stellt Denkmäler vor

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Münster (lwl). Das in den 1950er Jahren entstandene Landeshaus Westfalen-Lippe einschließlich der ehemaligen Tankstelle, dem heutigen Garagenhof, ist ein Baudenkmal. Darauf weisen die neu an den Gebäuden angebrachten Denkmalplaketten hin. Warum das Landeshaus denkmalgeschützt ist und warum es für Münster und ganz Westfalen-Lippe von Bedeutung ist, haben die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung der neuen Veranstaltungsreihe "Einblick" des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) im Rahmen von Führungen erfahren. Die Experten der LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen berichteten über die Geschichte des Baukomplexes und erläuterten anhand des Denkmals ihre Aufgabenfelder.

"Die Erforschung und Bewahrung unseres historischen Erbes ist täglich wirksame Kultur-politik, die zur Identifikation der Menschen mit ihrer Heimat beiträgt. Daher sind wir alle gefordert, die Spuren unserer Geschichte zu erhalten und ablesbar zu machen. Das ist auch ein wichtiger Beitrag zur Regionalentwicklung", sagte der Vorsitzende der LWL-Landschaftsversammlung, Dieter Gebhard, anlässlich des ersten "Einblickes". Gebhard, der auch Vorsitzender des LWL-Kulturausschusses ist, äußerte sich auch zur aktuellen Fördermittelpolitik des Landes NRW: "Ich hoffe sehr, dass die 'Einblick‘-Beispiele" helfen, die Wirkung von Fördermitteln zu belegen, und dazu dienen, dass das Land NRW seine derzeitige Fördermittelpolitik überdenkt. Erste Prüfungen der eingeführten Darlehensprogramme zeigen bereits, dass es sinnvoll wäre, zu dem bewährten Fördersystem zurückzukommen."

Die 'Einblicke‘ ständen für die Weitergabe des über viele Jahre zusammengetragenen Wissens, so Gebhard weiter. "Damit machen wir unser kulturelles Erbe für die Öffentlichkeit zugänglich und schaffen Transparenz und Verständnis für unser Handeln. Das fördert auch das notwendige gesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein, auf das unsere gestaltete Umwelt angewiesen ist."

Mit der Veranstaltungsreihe "Einblick" will der LWL auf die Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur aufmerksam machen. Die direkte Begegnung mit den Denkmälern soll helfen, den Denkmalschutzgedanken zu vermitteln. "Unser Ziel ist es, der Öffentlichkeit Einblicke in die reiche Kulturlandschaft von Westfalen-Lippe zu geben", sagte Dr. Holger Mertens, kommissarischer LWL-Chefdenkmalpfleger. "Die Kulturlandschaft ist nicht nur geprägt durch Schlösser, Burgen, Kirchen und Klöster. Zu den Bau-, Garten- und technischen Denkmälern gehören auch denkmalgeschützte Ortskerne, Wohnbauten, Hausgärten, Bauernhöfe, Scheunen, Parkanlagen und Industrieanlagen. Und auch Straßenzüge, Brücken, Stadtmauern, Türme, Schleusen, Militäranlagen sowie Gärten und Parks gehören dazu. Auch Teile von Gebäuden wie Arkaden, Fassaden und vieles andere mehr können denkmalgeschützt sein. Bewegliche Denkmäler wie Bildwerke, Standbilder, Altäre oder Orgeln ergänzen den Bestand. Zudem sind größere Flächen von Bedeutung, wenn sie historische Landschafts- und Nutzungsstrukturen aufweisen. Das können z.B. Parzellenstrukturen, Bauernwälder, Streusiedlungen oder Heckenlandschaften sein. Sie alle erzählen vom Leben unserer Vorfahren und bilden unsere Geschichte ab."

Hintergrund: Das Denkmal Landeshaus Westfalen-Lippe
Das heutige Landeshaus Westfalen-Lippe spiegelt den Wiederaufbaugedanken der frühen 1950er Jahre in Münster wider. Seinerzeit moderne Elemente wurden mit konservativer Architektur verbunden. Das Landeshaus Westfalen-Lippe war ursprünglich 1898-1901 im repräsentativen Stil der Neorenaissance gebaut worden. Bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg auf Münster wurde das Gebäudeensemble jedoch stark beschädigt. Statt eines Abbruchs und kompletten Neubaus entschied man sich für die Instandsetzung als Zeichen für "den Willen zum Fortbestand der kommunalen Selbstverwaltung in Westfalen". Im Jahr 1950 wurde mit dem Wiederaufbau nach Plänen von Werner March, dem Architekten des Berliner Olympiastadions, begonnen. Die erhaltenen Gebäudeteile wurden in den Neubau integriert. Material, Proportionen sowie Dachlösungen wurden zwar teilweise übernommen, aber so zeitgemäß abgewandelt, dass ein optisch neuer Gebäudekomplex entstand.

Der Garagenhof des Landeshauses als Teil des Denkmals
Dem Garagenhof kommt eine besondere Bedeutung zu, weil er der Ausgangspunkt der baulichen Entwicklungen des Wiederaufbaus des Landeshauses war. Er wurde 1950/51 errichtet, um die Versorgung der Einrichtungen des Verbandes sicherzustellen. Charakteristisch für den lang gestreckten Bau ist das markant vorkragendende Flachdach, dessen halbkreisförmige Dachüberstände von trichterförmigen Sichtbetonstützen getragen werden. Mit integrierter Werkstatt und Autopflegehalle entsprach die Anlage dem Standard modernster Autobahntankstellen der 1950er Jahre, heute sind davon nur noch wenige erhalten.

Mehr Informationen zur Vortragsreihe "Einblick" unter http://www.lwl.org/dlbw.

Mehr Informationen zum Denkmal Landeshaus Westfalen-Lippe erhalten Sie unter.
http://www.lwl.org/dlbw/service/veranstaltungen/einblick-landeshaus



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Fürstenbergstr. 15
48147 Münster
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Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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