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Mitteilung vom 27.04.12

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Von wegen unscheinbar

Haus stammt aus dem 13. Jahrhundert - LWL zeichnet Gebäude als Denkmal des Monats aus

Bewertung:

Burgsteinfurt (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat ein Haus aus dem 13. Jahrhundert als Denkmal des Monats ausgezeichnet. Bis zu seiner Restaurierung verbarg das unscheinbare Gebäude an der Kommende 13 in Burgsteinfurt (Kreis Steinfurt) seinen großen baugeschichtlichen Wert. Es gab lediglich Vermutungen, dass sich noch Reste des Steinwerks aus dem 16. Jahrhundert im Gebäude erhalten hätten. Bei den Arbeiten stellte sich jetzt heraus, dass das Steinwerk wesentlich älter ist. Untersuchungen von Eichendielen ergaben, dass das Steinwerk in der Zeit zwischen 1290 und 1295 errichtet wurde. Außerdem stellte sich heraus, dass wesentliche Teile des Steinwerks erhalten sind.

"Das Haus hat eine viel größere historische Bedeutung als wir bisher angenommen haben. Es ist das Ergebnis einer langen und komplexen Entwicklungsgeschichte. Im Laufe der Zeit wurden der Grundriss und das Dachwerk des Steinwerks mehrfach verändert und durch einen Anbau nach Westen verlängert", so LWL-Bauforscher Dr. Fred Kaspar.

Hintergrund
Oberstes Ziel der Denkmalpfleger bei den Instandsetzungsarbeiten war es, den historischen Bestand ohne große Änderungen der Struktur möglichst weitgehend zu erhalten. Notwendige statische Unterstützungen wurden in den Bestand eingefügt. Die schwierigsten Aufgab war es, die geschädigten, mittelalterlichen Deckenbalken und Eichendielen sowie das Dachwerk zu ertüchtigen und die bis ins Mittelalter zurückreichenden Putzschichten zu sichern. Der Bedeutung des Gebäudes entsprechend entschieden sich der Eigentümer und die Denkmalpfleger dazu, die besonders geschädigte historische Deckenkonstruktion der Untergeschossdecke zum Teil zu rekonstruieren. Die Fußbodenkonstruktion der ehemaligen Saalkammer des Hauptgeschosses konnte erhalten werden.

Außen wurde der Zementputz entfernt und durch eine dünne Schlämme ersetzt. So sind die unterschiedlichen Bauphasen an den 85 Zentimeter starken Außenwänden jetzt erkennbar.

"Ohne die große Unterstützung des Eigentümers, wäre das optimale Instandsetzungsergebnis nicht erreichbar gewesen. Größere Eingriffe in das Baudenkmal konnten vermieden werden, weil der Eigentümer sich dazu entschlossen hat, das Gebäude künftig nicht mehr als Zwei-, sondern nur noch als Einfamilienhaus zu nutzen", lobte LWL-Denkmalpflegerin Gabriele Podschadli.

Die Untersuchungen, die das überraschend hohe Alter großer Gebäudeteile ergaben, waren nötig geworden, um ein denkmalverträgliches Planungskonzept für die Untergeschossdecke abzustimmen. Denn dazu musste das Gebäude zunächst baugeschichtlich eingeordnet und bewertet werden.

Bei ihren Untersuchungen stellten die LWL-Denkmalpfleger dann fest, dass wesentliche Teile des mittelalterlichen Steinwerkes erhalten sind. Zudem gaben die Untersuchungen noch Aufschluss über weitere wichtige Bauphasen des frühen 18., des frühen 19. und der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die Umfassungswände des 11,2 Meter mal 8,2 Meter großen Baus bestehen aus großen, grob behauenen Bruchsteinen. Während das Untergeschoss nur 1,80 Meter hoch ist, ist das Hauptgeschoss mit 3,60 Metern sehr hoch.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



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