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Mitteilung vom 21.10.07

Presse-Infos | Kultur

Corveyer Klosterkirche einzigartig

LWL stellt Buch über Malerei und Stuck vor

Bewertung:

Höxter (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat die erste von zwei wissenschaftlichen Publikationen über die Klosterkirche in Höxter-Corvey (Kreis Höxter) veröffentlicht. Das 540 Seiten starke Werk mit 780 Abbildungen behandelt die Ausstattung der Kirche mit Malerei und Stuck.

Über Jahrzehnte hinweg haben Archäologen, Kunsthistorikerinnen, Restauratoren und andere Spezialisten unter Leitung der LWL-Denkmalpflegerin Hilde Claussen und des LWL-Archäologen Uwe Lobbedey die Geschichte der Corveyer Abteikirche erforscht. Rund 100 Ordner mit der schriftlichen Dokumentation haben sie gefüllt, tausende Fotos und Zeichnungen erstellt. Dazu haben sie zahllose Kisten mit Funden, darunter kleine und kleinste Fragmente mit Malereien ergraben und untersucht, Rekonstruktionen angelegt und schließlich zu einem Bild von der Geschichte der 1200 Jahre alten Corveyer Abteikirche und ihrer Ausstattung zusammengesetzt. Kunsthistorikerin Anna Skriver hat nach dem Ausscheiden von Hilde Claussen das gesamte Material für die Publikation zusammengestellt, vervollständigt und aufbereitet. Mit der wissenschaftlichen Publikation "Die Klosterkirche Corvey. Wandmalerei und Stuck aus karolingischer Zeit" haben die Forscher ihre Erkenntnisse nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Als Ergebnis ist ein umfassendes Bild von der ehemaligen Ausstattung der 844 geweihten und heute barock überbauten Kirche und des in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts errichteten Westwerkes entstanden.

Einzigartiges Denkmal
Die Wandmalereien im Westwerk sind die frühesten erhaltenen Wandmalereien Westfalens. Ihre Inhalte sind einzigartig, ihre Qualität herausragend für die frühmittelalterliche Zeit nördlich der Alpen. "Zusammen mit dem Westwerk, als Bautypus in karolingischer Zeit erfunden und allein hier in Corvey noch aus dieser Zeit erhalten, ist die Klosterkirche ein Denkmal höchsten internationalen Ranges, dessen Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes der Unesco seit vielen Jahren vorangetrieben wird. Die Corveyer Klosterkirche wäre das erste Denkmal aus Westfalen in dieser Liste, "unterstrich LWL-Kulturdezernent Prof. Dr. Karl Teppe ihre Bedeutung bei der Präsentation des Buches am Sonntag (21.10.) in Corvey.

Üppiges Werk
Der Bedeutung des Denkmals entsprechend ist die Publikation umfassend ausgestattet. Sie wird abgerundet durch einen allgemeinen Teil mit der zusammengefassten Bau- sowie der Forschungs- und Restaurierungsgeschichte. Ein weiteres Kapitel zeichnet die Geschichte der Klosterkirche nach den schriftlichen Zeugnissen nach. Kataloge der Funde und Befunde, 780 überwiegend farbige Abbildungen, darunter auch die Rekonstruktionszeichnungen der Malereien, vervollständigen das Werk.

Zitat Backhaus: "Die Veröffentlichung dieses ersten von insgesamt zwei wissenschaftlichen Publikationen über die Corveyer Klosterkirche bildet einen Meilenstein in der kulturhistorischen und kirchengeschichtlichen Sichtbarmachung der außerordentlichen Bedeutung Corveys für die abendländiche Kultur", dankte Landrat Hubertus Backhaus den beiden Autorinnen Hilde Claussen und Anne Skriver. "Mit Ihrem Werk haben Sie unserer Bewerbung um die Anerkennung Corveys als Weltkulturerbe auf wissenschaftlicher Ebene den Rücken gestärkt. Diese wissenschaftliche Fundierung ist außerordentlich wichtig und festigt unsere Aussicht auf Erfolg." Der Landrat des Kreises Höxter dankte Prof. Teppe für die Zusicherung des LWL, den Antrag auf die Anerkennung Corveys als Weltkulturerbe tatkräftig zu unterstützen. "Für eine so große Aufgabe ist es unabdinglich, den LWL als starken Partner an unserer Seite zu wissen."

Hilde Claussen und Anna Skriver, Die Klosterkirche Corvey. Band 2: Wandmalerei und Stuck aus karolingischer Zeit. Denkmalpflege und Forschung, Bd. 43,2 (Mainz 2007). 540 Seiten und 4 Faltpläne im Einband, 780 Abbildungen, davon 476 in Farbe, 133 Strichzeichnungen. In Leinen gebunden mit Schutzumschlag. ISBN 978-3-8053-3843-1. 98 Euro.



Pressekontakt:
Dr. Yasmine Freigang, Tel. 0251 5907-267 oder 0173 8301752 und Frank Tafertshofer, Tel. 0251 591-235
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