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Mitteilung vom 14.08.06

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LWL verleiht Konrad-von-Soest-Preis 2006 an den Künstler Erich Reusch

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Münster/Neuenrade (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) verleiht seinen Konrad-von-Soest-Preis in diesem Jahr an den Bildhauer Erich Reusch. Unter dem Vorsitz von LWL-Chef Dr. Wolfgang Kirsch hat eine zehnköpfige Jury diesen "Westfälischen Kunstpreis" dem Künstler für sein skulpturales Lebenswerk zuerkannt. Der Preis für Bildende Kunst ist mit 12.800 Euro dotiert, der LWL verleiht ihn seit 1954 alle zwei Jahre im Wechsel mit dem "Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis".

"Erich Reusch ist einer der wichtigsten und innovativsten deutschen Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Bereits Mitte der 1950er Jahre hat er sich als einer der ersten Künstler von der autonomen, kontextunabhängigen Skulptur gelöst und dezentrale Arbeiten entwickelt, die den offenen Raum einbeziehen. Erich Reusch verfügt über eine große Innovationskraft und Wandlungsfähigkeit. In seinem außerordentlich vielschichtigen Werk erfand er ständig neue und überraschende Lösungen und nutzte dabei auch aktuelle Materialien und Techniken. Er forscht noch heute weiter und realisiert Arbeiten, die sich durch Intensität, Kraft und Frische auszeichnen", sagte Jury-Vorsitzender und LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch.

Der in Wittenberg-Lutherstadt geborene Reusch war nach seinem Bildhauerei- und Architekturstudium in Berlin zunächst als Architekt in Düsseldorf tätig, ohne jedoch die Bildhauerei zu vernachlässigen. Schon in den 1950er Jahren habe Reusch mit seinen Werken die Skulptur vom Sockel geholt, indem er erste sockellose Bodenplastiken entworfen habe, die ähnliche Konzepte amerikanischer Künstler um Jahre vorweggenommen hätten, weisen Kunstkritiker Reusch eine richtungsweisende Rolle zu. Außerdem habe er Werke für den konkreten und unverwechselbaren Ort entwickelt, mit denen er den Absolutheitsanspruch der autonomen Plastik aufgegeben habe.

1973 übernahm Reusch die Klasse für Freie Kunst an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, von 1975 bis 1990 den dortigen Lehrstuhl "Integration Bildende Kunst und Architektur". Reusch hatte Einzelausstellungen im Von der Heydt-Museum in Wuppertal, im Museum am Ostwall in Dortmund, in der Kunsthalle Düsseldorf, im Karl Ernst Osthaus-Museum in Hagen oder im Kunstmuseum Bonn. 1977 war er mit einer großen Bodenplastik an der "Dokumenta 6" in Kassel beteiligt. Seine Großplastiken für den öffentlichen Raum sind in Duisburg, Dortmund, Bochum, Köln, Bonn, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, München und anderen Orten zu finden. Der heute 81-jährige Reusch lebt und arbeitet in Neuenrade (Märkischer Kreis).

Der, nach dem bedeutendsten westfälischen Künstler des Mittelalters benannte Preis, wird Künstlern verliehen, die in Westfalen geboren sind oder hier leben und arbeiten. Die Preisverleihung wird Ende des Jahres in Münster stattfinden.



Pressekontakt:
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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