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Mitteilung vom 14.06.06

Presse-Infos | Der LWL

Wechsel an der Spitze des LWL
Kirsch folgt auf Schäfer

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Münster (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat am Mittwoch (14.6.) in Münster Dr. Wolfgang Kirsch in sein neues Amt als LWL-Direktor eingeführt und Wolfgang Schäfer (61) nach acht Jahren Amtszeit verabschiedet. Schäfer und Kirsch betonten vor 300 Gästen, darunter NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf, dass sie eine Zerschlagung der Landschaftsverbände, wie sie ein Plan der Landesregierung vorsieht, ablehnen.

Schäfer wurde als erster Direktor in der Geschichte des
Kommunalverbandes mit der goldenen Freiherr-vom-Stein-Medaille ausgezeichnet. Kirsch, vorher Landrat im Kreis Warendorf und Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landschaftsverband, war im März vom Westfalenparlament des LWL gewählt worden und tritt sein Amt am 1. Juli an.

LWL-Parlamentspräsidentin Maria Seifert würdigte Schäfers "unerschrockenes Engagement und seinen enormen Mut", als er sich 1999 gegen die damalige Landesregierung und die angekündigte Abschaffung der Landschaftsverbände stemmte. Seifert: "Er hat das auch gegen seine Parteifreunde in Düsseldorf getan und Freunde verloren."

Schäfer habe sich für starke Veränderungen in der Behindertenhilfe eingesetzt, fuhr Seifert fort. Auch in der Psychiatrie sei der ambulante Bereich erweitert worden. Das LWL-Landesjugendamt und die LWL-Schulen für behinderte Kinder hätten mit seiner Unterstützung viel auf den Weg gebracht.

Unter der Regie des "begeisterten Museumsbesuchers" Schäfer hätten die Besucher in Westfalen-Lippe großartige Ausstellungen wie die Schau über die Karolingerzeit 1999 in Paderborn oder die
Herculaneum-Ausstellung in Haltern 2005 erlebt. Diese Linie setze sich mit der laufenden Klima-Ausstellung in Herne, der bevorstehenden Canossa-Schau in Paderborn und der Eröffnung des Westfälischen Klostermuseums Dalheim fort. Als "Anerkennung seiner außergewöhnlichen Verdienste" überreichte die Vorsitzende der Landschaftsversammlung dem scheidenden Direktor die Freiherr-vom-Stein-Medaille in Gold, die höchste Auszeichnung des LWL.

Schäfer habe großen Anteil daran, dass die Landschaftsverbände heute als Anwälte der behinderten Menschen dastünden, sagte NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf. Mit Blick auf die geplante Verwaltungsreform sprach Wolf von einem schwierigen Konsensprozess, in dem man staatliche und kommunale Interessen ausbalancieren müsse. Auch die Gesamtpersonalratsvorsitzende des LWL, Annette Traud, lobte Schäfers Einsatz für den Erhalt des "Zukunftsmodells Landschaftsverband" an der Seite der Beschäftigten, deren Interessen er ernst genommen habe. "Sein Reden und Handeln war absolut authentisch", so Traud.

Wolfgang Schäfer räumte ein, dass ihm trotz "vorsichtiger Vorfreude auf den Ruhestand" der Abschied nicht leicht falle, weil er sich mit den 12.000 Beschäftigten im LWL identifiziert habe. "Ich kann mir keine sachlichen Gründe vorstellen, am Gebiet und an den Aufgaben der beiden Landschaftsverbände etwas weg zu schneiden", sprach Schäfer den Innenminister an.

"Der LWL braucht sich, ebenso wie die meisten Kommunalverwaltungen, in Fragen der Wirtschaftlichkeit vor großen Unternehmen nicht zu verstecken." Das habe ihm bei der Neuordnung der wirtschaftlichen Beteiligungen des LWL auch die eine oder andere Auseinandersetzung mit Top-Etagen der Wirtschaft gezeigt.

Der neue Direktor Dr. Wolfgang Kirsch kündigte an, sich an der Diskussion um die Reform der Verwaltungsstrukturen in NRW konstruktiv zu beteiligen. Es habe aber wenig Sinn, Aufgaben des Kommunalverbandes und der staatlichen Bezirksregierungen zu vermischen, weil die kommunale Selbstverwaltung dabei drohe auf der Strecke zu bleiben. Eine Dreiteilung des Landes würde Westfa-len zu einem Restfalen schwächen. Kirsch: "Das darf nicht passieren. Das westfälische Ruhrgebiet gehört zu Westfalen und hat dort ein starkes Hinterland."

Das Schicksal des LWL-Haushaltes entscheide sich bei der Behindertenhilfe, so Kirsch weiter. Er erkenne beim Bund keine Bereitschaft, die Landschaftsverbände bei den stetig steigenden Kosten für die Versorgung von zumeist geistig behinderten Menschen zu unterstützen.

"Darum müssen wir das ambulant betreute Wohnen weiter ausbauen, um hohe Kosten für die behinderten Menschen in Heimen zu vermeiden, die diese intensive Betreuung gar nicht brauchen", sagte der neue LWL-Direktor. Er kündigte außerdem an, den LWL gerade über seine Einrichtungen stärker in der Öffentlichkeit zu profilieren: "Wo LWL drin ist, muss LWL auch dran stehen."

Hintergrund: Der scheidende und der neue Direktor

Wolfgang Schäfer
Schäfer wurde am 26.11.1944 in Detmold (Kreis Lippe) geboren. Nach seinem Jura-Studium arbeitete Schäfer zunächst als Angestellter im Rechtsdezernat der Universität Münster, danach im Planungsstab des Oberstadtdirektors von Dortmund. 1981 wechselte er als persönlicher Referent des Direktors zum Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und arbeitete später als Stellvertreter des Dezernenten in der LWL-Krankenhausabteilung.

Den LWL verließ der vierfache Familienvater zunächst wieder: 1988 wurde er Sozialdezernent der Stadt Herne. Seit 1991 übte er die selbe Funktion für die Stadt Dortmund aus. In der mit 600.000 Einwohnern größten Stadt Westfalens wurde Schäfer dann 1993 zusätzlich zum Stadtdirektor gewählt. Zehn Jahre nach seinem Ausscheiden beim LWL kehrte er im Juli 1998 als Direktor des Kommunalverbandes zurück.

Dr. Wolfgang Kirsch
Der 56jährige gebürtige Frankfurter studierte Jura in Berlin und Bonn, wo er 1969 Bundesgeschäftsführer des Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und 1970 stellvertretender RCDS-Bundesvorsitzender wurde. Nach Referendariat und Promotion arbeitete Kirsch beim Bundesamt für Zivilschutz in Bonn-Bad Godesberg und von 1980 bis 1986 als Stadtdirektor der Stadt Wipperfürth (Oberbergischer Kreis).

1987 ging der promovierte Jurist als Oberkreisdirektor zum Kreis Warendorf, dessen Verwaltung er seit 1999 als Landrat leitete. Er war Vorsitzender der CDU-Fraktion in der LWL-Landschaftsversammlung, der er seit 1989 angehörte. Wolfgang Kirsch ist seit 34 Jahren verheiratet, vierfacher Familienvater und lebt in Warendorf.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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