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Mitteilung vom 08.04.05

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LWL vergibt den Förderpreis für westfälische Landeskunde an Gudrun Mitschke-Bucholz und Roland Linde

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Münster/Oelde (lwl). Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vergibt seinen Förderpreis für westfälisches Landesforschung in diesem Jahr an Gudrun Mitschke-Bucholz aus Detmold (Kreis Lippe) und an Roland Linde aus Münster. Die beiden Preisträger teilen sich ein Preisgeld in Höhe von 3.100 Euro. Das hat der LWL-Kulturausschuss am Freitag (08.04) in Oelde (Kreis Warendorf) beschlossen.

"Die beiden Preisträger haben mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten im außeruniversitären Bereich wichtige Beiträge zur Kulturpflege in Westfalen-Lippe geliefert. Da sie mit der Frühneuzeit und dem 20. Jahrhundert unterschiedliche Epochen behandeln, ergänzen sie sich ideal", urteilt der Rat für Westfälische Landeskunde, der Mitschke-Bucholz und Linde für das Arbeitsstipendium vorgeschlagen hat.

Mitschke-Bucholz beschäftigt die sich vor allem mit der Geschichte von Menschen, die vom Nationalsozialismus verfolgt wurden. Dabei kombiniert sie Methoden der "Oral History" (von Zeitzeugen erzählte Geschichte) mit ausführlicher Archiv- und Quellenarbeit. So kommt sie im Bereich der Mikrohistorie, die sich mit der Geschichte vor Ort beschäftigt, "zu Ergebnissen, die die Geschichte des 20. Jahrhunderts mit all ihren Schattenseiten auch für ein breites Publikum erfahrbar macht", lobt der Rat für Westfälische Landeskunde.

Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen gehören das "Gedenkbuch für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Detmold" (2001), der stadtgeschichtliche Führer zu Orten jüdischer Geschichte in Detmold sowie das Buch "Die letzten Augenzeugen hören" (1998), in dem sie Interviews mit überlebenden Juden publizierte. Mitschke-Bucholz wurde 1962 in Blomberg (Kreis Lippe) geboren. Nach dem Abitur in Detmold studierte sie Germanistik und Musikwissenschaften in Marburg. Durch Projektarbeiten im Staatsarchiv Detmold kam sie zur Geschichte.

Linde beschäftigt sich mit dem frühneuzeitlichen
Alltagsleben, sein Spezialthema sind Gasthöfe und
Kaffeehäuser dieser Zeit, die er als Knotenpunkte des
Alltagsleben entdeckt hat. "Er hat Einiges zur Stadtgeschichte von Paderborn und Horn beigetragen und er hat die Geschichte zahlreicher Dörfer und Höfe verfasst. Aus seinen ortsgeschichtlichen Arbeiten erwuchsen wichtige Aufsätze zur bäuerlichen Sozialgeschichte zwischen Mittelalter und Moderne, insbesondere zu Themen wie Erbfolge, Individualität und Grundherrschaft", hebt der Rat für Westfälische Landeskunde hervor. Linde wurde 1968 in Detmold geboren, hier machte er auch sein Abitur. Danach studierte er Geschichte und Germanistik in Paderborn. Heute lebt er als freiberuflicher Historiker und Publizist in Münster. Ehrenamtlich arbeitet er an der Fachstelle Geschichte beim Lippischen Heimatbund, im Wissenschaftlichen Beirat des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe und im Heimatverein Horn.

Der Förderpreis, den der LWL jährlich vergibt, (bisher Arbeitsstipendium genannt) ist für Personen gedacht, die nicht an einer Universität tätig sind und in ihrer Freizeit Landesforschung betreiben oder die ehrenamtliche Forschung besonders fördern. Es soll diejenigen unterstützen, die meist ohne den ideellen und finanziellen Rückhalt einer großen Universität wesentliche Arbeitsergebnisse erbringen.



Pressekontakt:
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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