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Mitteilung vom 28.10.04

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LWL-Arbeitsstipendium an Frömmigkeitsforscherin Christine Aka

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Detmold/Münster (lwl). Der Kulturausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hatte im Frühjahr dem Votum des Rates für Westfälische Landeskunde entsprochen. Am Donnerstag (28.10.2004) folgte im LWL-Freilichtmuseum Detmold nun die feierliche Übergabe durch den LWL-Kulturdezernenten Prof. Dr. Karl Teppe: Das mit 3.100 Euro dotierte Arbeitsstipendium für westfälische Landesforschung geht in diesem Jahr an Dr. Christine Aka aus Münster.

Die Volkskundlerin gilt als eine der herausragenden Frömmigkeitsforscherinnen Westfalens. Akas
Dissertation zum Thema "Tot und vergessen? - Sterbebilder als Zeugnis katholischen Totengeden-kens" - inzwischen in der Schriftenreihe des LWL-Freilichtmuseums Detmold erschienen ist - wird als bahnbrechende Studie über ein bis dahin kaum erforschtes Thema und als Standardwerk anerkannt. "Sie beherrscht aber auch, nicht zuletzt dank ihrer langjährigen Museumserfahrungen, die nie oberflächlich werdende Popularisierung wissenschaftlicher Forschungsergebnisse, die sie auch einem größeren Publikum bekannt gemacht hat. Christine Aka ist nicht nur viel gefragte und renommierte Vertreterin der volkskundlichen Frömmigkeitsforschung, sie ist darüber hinaus eine Volkskundlerin, die das Fach in großer Breite zu vertreten vermag", heißt es in der Begründung des Rates für Westfälische Landeskunde, der für die Stipendienvergabe alljährlich Empfehlungen ausspricht.

Dr. Christine Aka hat an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Volkskunde, Mittlere und Neuere Geschichte, Ur- und Frühgeschichte studiert und schloss ihr Studium mit Promotion ab. Nach einem Volontariat beim Stadtmuseum Münster arbeitete sie von 1994 bis 1997 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Museum Heimathaus Münsterland/Krippenmuseum Telgte. Zwischen 2000 und 2002 betreute sie für die Volkskundliche Kommission des LWL das Forschungsprojekt "Unfallkreuze am Straßenrand". Seit Januar 2002 ist Dr. Christine Aka freiberuflich tätig.

Festvortrag und Danksagung für die Stipendienübergabe widmete sie einem Thema, das aus ihrer Forschungsarbeit hervorgegangen ist und die traditionelle, gerade beginnende Zeit des Totengedenkens wieder ins Bewusstsein rief: "Kreuze, Briefe, Kuscheltiere. Symbole öffentlicher Trauer am Straßenrand" so der Titel des Beitrages, der sich mit dem Umgang hinterbliebener Angehöriger von Verkehrs-Unfallopfern befasste. Die gesellschaftliche Bedeutung dieser wissenschaftlichen Aufarbeitung sollte angesichts einer fortschreitenden Verdrängung von Trauerritualen aus dem Alltagsleben durch die Verleihung des Arbeitsstipendiums hervorgehoben werden, hieß es.



Pressekontakt:
Karl G. Donath, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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