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Mitteilung vom 15.07.04

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Dr. Hermann Arnhold ist neuer Leiter des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte

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Münster (lwl). Dr. Hermann Arnhold ist der neue Leiter des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Münster. Das hat der Landschaftsausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Träger des Museums, am Donnerstag (15.07.) in Münster einstimmig beschlossen. Arnhold tritt am 1. August die Nachfolge von Prof. Dr. Klaus Bußmann an, der am 30. Juni in den Ruhestand gegangen war.

Bisher ist Arnhold Leiter der Mittelaltersammlung und Kurator der Forschungsstelle 'Westfälischer Friede' im Westfälischen Landesmuseum. Als Projektleiter war er 1998 maßgeblich am Erfolg der Ausstellung zum 'Westfälischen Frieden' beteiligt und ist als Kurator mehrerer Ausstellungen im LWL-Museum hervorgetreten. Der 42-jährige Kunsthistoriker, gebürtig aus Rheine (Kreis Steinfurt), hat in Freiburg/Breisgau und an der Pariser Sorbonne Kunstgeschichte, Romanistik und Katholische Theologie studiert.

Arnhold habe die Abgeordneten mit seinem Konzept überzeugt, berichtete LWL-Kulturdezernent Prof. Dr. Karl Teppe aus der entscheidenden Sitzung am Donnerstag. 'Unser Westfälisches Landesmuseum ist ein Mehrspartenhaus mit mittelalterlicher Kunst ebenso wie der Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts, klassischer Moderne oder Gegenwartskunst. Dr. Arnhold wird diese Bandbreite des Museums deutlich machen.' Als erfolgreicher Projektleiter und als Kurator habe er zudem in der Führung von Mitarbeitern die Erfahrung, die für die Leitung eines solchen Hauses mit rund 70 Beschäftigten nötig sei.

Arnhold skizzierte seine Vorstellungen angesichts des geplanten Museumsumbaus und des Neubaus einer Kunsthalle in Münster ('Kulturforum Westfalen'): 'Erneuerung nach außen bedeutet bei aller Kontinuität auch Erneuerung nach innen. Wir haben eine so breite und vielschichtige Sammlung, die noch zu sehr im Verborgenen schimmert.'

Er setze zum Beispiel verstärkt auch auf thematische Ausstellungen etwa zur Porträtkunst oder zur Stilleben-Malerei. Außerdem plane er Ausstellungen zur aktuellen Kunst Osteuropas (Polen, Tschechien und Ungarn) und zum Thema der kulturellen Identitäten in der zeitgenössischen Moderne. Der neue Museumsleiter kündigte an, dass die beiden freien Referenten-Stellen für Gegenwartskunst und für mittelalterliche Kunst so schnell wie möglich wieder besetzt würden.

Das Museum müsse sich auch weiter öffnen. 'Die jetzige Eingangshalle ist nicht sehr einladend. Ich will, dass neben dem klassischen Museumsbetrieb wieder Musikfeste, dass Themenabende, Konzerte und Lesungen das Haus zu einem lebendigen Museum machen', sagte Arnhold.

Die jüngere Generation solle sich wieder stärker für das Westfälische Landesmuseum interessieren. Als ein erster Schritt seien die 'Junge Freunde des Museums' gegründet worden, die ein besonderes Programm entwickeln. Museumspädagogik und gruppenfreundliche Angebote würden verstärkt. Arnhold: 'In anderen deutschen Städten machen Sportvereine ihren Ausflug ins Kunstmuseum, warum soll das in Westfalen nicht möglich sein?' Schon jetzt käme fast jeder zweite Besucher in einer Gruppe ins Westfälische Landesmuseum.

Der designierte neue Chef des Museum bekräftigte, dass LWL und Museum an der Skulptur-Ausstellung 2007 festhielten. 'Ich werde in Kürze gemeinsam mit Kasper König einen weiteren renommierten Kurator für das Team der Skulptur.Projekte engagieren', so Arnhold. Die Arbeit an den Projekten der nächsten Jahre werde insgesamt von Teamarbeit geprägt sein.

Kurzbiographie Arnhold
Dr. Hermann Arnhold (Jahrgang 1962) studierte von 1983 bis 1992 Kunstgeschichte, Romanistik und Theologie in Freiburg im Breisgau und an der Sorbonne in Paris. Er wurde 1993 mit dem Thema 'Die Skulptur in Troyes und in der südlichen Champagne zwischen 1480 und 1530' in Freiburg/Br. promoviert.

Nach dem wissenschaftlichen Volontariat am Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster (1993-1995) kuratierte er als erstes eigenes Projekt 1994/1995 die Ausstellung 'Lebendiges Licht - Pierre Soulages. Malerei und die Fenster von Conques', ein monographisches Projekt zu einem Künstler der zeitgenössischen Moderne Frankreichs, das in enger Zusammenarbeit mit Pierre Soulages entstand.

Von 1995 bis 1999 arbeitete er als Projektleiter der Europaratsausstellung '1648 - Krieg und Frieden in Europa'. Neben der Leitung des wissenschaftlichen Ausstellungssekretariates, das die Ausstellungsteile in Münster und Osnabrück vorbereitete, gelang es ihm, führende europäische Museen und Spezialisten für die Ausstellung zu gewinnen. Am Collège de France in Paris war er 1996 für acht Monate wissenschaftlicher Assistent des Kunsthistorikers Jacques Thuillier und arbeitete in dieser Zeit an Themen der Ausstellung.

Von 1994 bis 1997 lehrte er als Dozent für Kunstgeschichte am Fachbereich Architektur der Fachhochschule Münster.

Mit mehreren internationalen kunsthistorischen Kolloquien - 1994 'Im Lichte Rembrandts', 1998 'Westfälischer Friede. Die Kunst zwischen Krieg und Frieden' in Paris und Münster/Osnabrück, schließlich Ende 2002 über das Soester Antependium - beteiligte er sich an der wissenschaftlichen Diskussion zu aktuellen Ausstellungsthemen sowie zu Aspekten der Sammlung des Westfälischen Landesmuseums.

Seit Oktober 1999 arbeitet er als Kurator für die Kunst des Mittelalters im
LWL-Museum und ist zugleich verantwortlich für die Forschungsstelle 'Westfälischer Friede'.

2001 gelang ihm mit der Unterstützung mehrerer öffentlicher und privater Geldgeber die Erwerbung eines wiederentdeckten Tafelbildes des niederrheinischen Malers Derick Baegert, von dem das Westfälische Landesmuseum mehrere Werke besitzt.

2002 war er führend beteiligt an der Ausstellung 'Sammlerlust. Europäische Kunst aus fünf Jahrhunderten', die erstmals eine der wichtigsten Sammlungen aus westfälischem Privatbesitz zeigte.

Zuletzt bereitete er die beiden Ausstellungen 'Wege des Mittelalters', eine kulturhistorische Einführung ins Mittelalter (Eröffnung im Oktober 2004) und 'Die Brabender. Skulptur am Übergang vom Spätmittelalter zur Renaissance' (geplant für März 2005), eine monographische Ausstellung zu einem bedeutenden Münsteraner Künstler, vor.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Telefon 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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