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Mitteilung vom 21.11.03

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Dr. Manfred Sönnecken verstorben

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Lüdenscheid (lwl). Am vergangenen Samstag (8.11.) starb Dr. Manfred Sönnecken im Alter von 75 Jahren in Lüdenscheid. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes hat sich als langjähriges Mitglied der Altertumskommission für Westfalen und ausgewiesener Kenner der Vor- und Frühgeschichte des Sauerlandes besonders um die Archäologie Südwestfalens verdient gemacht.

Geboren am 13. April 1928 in Lüdenscheid, absolvierte er 1949 das Abitur und studierte anschließend an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster die Fächer Geographie, Geologie, Ur- und Frühgeschichte sowie Sport. 1957 schloss er das Studium mit dem 2. Staatsexamen ab und nahm am Städtischen Gymnasium in Siegen seine Lehrtätigkeit auf. 1962 zog er wieder in seine Heimatstadt und unterrichtete dort zunächst am Zeppelin-Gymnasium und ab 1971 am Bergstadt-Gymnasium Geographie und Sport. Hier bot er regelmäßig die Arbeitsgemeinschaft 'Archäologie im heimischen Raum' an, in der er interessierte Schülerinnen und Schüler bei Grabungen und Geländebegehungen mit seiner großen Leidenschaft, der Archäologie vertraut machte. 1991 trat er in den Ruhestand, blieb der Forschung aber bis zu seinem Tod als aktiver und engagierter Wissenschaftler erhalten.

Neben seiner Lehrtätigkeit galt Sönneckens besonderes Interesse der Erforschung der Vor- und Frühgeschichte der Region. Der 1968 an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Münster promovierte Forscher begann seine Karriere als Wissenschaftler bereits in den 50er-Jahren. Seine Forschungen konzentrierten sich von Beginn an auf die Besiedlung des südwestfälischen Raumes, wobei die frühe Eisenverhüttung einen Schwerpunkt bildete. Aber auch andere vorgeschichtliche Denkmäler wie die Erforschung frühmittelalterlicher Ringwallanlagen, so beispielsweise der Burgberg bei Oestrich, fanden seine Aufmerksamkeit. Stets präsentierte er die Ergebnisse seiner Grabungen auch der Öffentlichkeit. So waren bis Mitte des Jahres 2000 bereits 175 Publikationen erschienen, davon viele Aufsätze in regionalen Zeitschriften, die meisten davon im Märker. Manfred Sönnecken hat mit seiner jahrzehntelangen ehrenamtlichen Geländearbeit entscheidend zur Erforschung der südwestfälischen Landeskunde, insbesondere der frühen Eisenindustrien beigetragen. Seine während dieser Zeit zusammengetragene Sammlung ur- und frühgeschichtlicher Funde hatte er noch kurz vor seinem Tod dem Westfälischen Museum für Archäologie geschenkt. 'Die Arbeiten Sönneckens erbrachten die entscheidenden Hinweise, dass das als unwirtlich geltende Sauerland auch in frühester Zeit durchaus besiedelt wurde und trugen dazu bei, dass Südwestfalen heute als eines der besterforschten Gebiete in Deutschland gelten kann. Der Tod dieses bescheidenen und unermüdlichen Heimatforschers wird eine tiefe Lücke in die archäologische Erforschung des süd-westfälischen Bergbaus reißen', würdigt Dr. Gabriele Isenberg, die Chefarchäologin des Land-schaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), den Verstorbenen.

1959 wurde Sönnecken Mitglied der Altertumskommission für Westfalen, bei der er mit so großem Einsatz mitwirkte, dass man ihn 1974 in den Kommissionsvorstand wählte. Weiterhin war er seit 1967 Mitglied der Geographischen Kommission für Westfalen und fungierte im selben Jahr als Gründungsmitglied des Komitees für die Erforschung des ältesten Eisenhüttenwesens in Prag. 1971 wurde er Mitglied des Geschichtsausschusses des Vereins Deutscher Eisenhüttenleute, der ihn als Anerkennung für seine Arbeiten 1990 zum Ehrenmitglied ernannte. Auch als Beiratsmitglied im Verein der Freunde der Burg Altena und ab 1982 als Beauftragter für archäologische Denkmalpflege in Lüdenscheid engagierte er sich für die westfälische Landeskunde.

Sönneckens Einsatz in zahlreichen ehrenamtlichen Funktionen wurde mehrfach und von verschiedenen Stellen gewürdigt. 1969 bekam er einen Kulturpreis durch die Stadt Lüdenscheid verliehen. 13 Jahre später auszeichnen verlieh ihm der LWL-Kulturausschuss ein Arbeitsstipendiums, um seine für die Landesforschung wichtigen Arbeiten fortsetzen zu können. Den Höhepunkt bildete die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz im Jahr 2000.


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