Dortmund, Dominikanerkloster

Geschichte Mit kaiserlicher Erlaubnis vom 30.05.1309 ließen sich Dominikaner - vermutlich aus dem Soester Konvent - in der Stadt Dortmund nieder, doch bereits 1313 mussten sie die Stadt wieder verlassen. Auch ihr zweiter Ansiedlungsversuch (1319) endete bereits am 26.03.1320 erneut mit ihrer Vertreibung. Erst am 24.03.1330 gelang durch eine List die Errichtung einer Kapelle innerhalb der Dortmunder Stadtmauern. Nach Beilegung ihres Konflikt mit dem städtischen Rat war es den Dominikanern gestattet, den Konvent auf bis zu 25 Mitglieder zu erweitern.

Die Reformation führte in Dortmund wie auch in anderen Dominikanerkonventen zu einem nachhaltigen Niedergang, sodass dem Kloster gegen Ende des 16. Jhs. nur noch sieben Priester inmitten der protestantischen Stadt angehörten. Während der französischen Besetzung wurde 1673 im Kloster ein Versorgungsmagazin eingerichtet. Das 18. Jh. brachte grundlegende Verbesserungen, wie 1719 die Zuerkennung von Pfarrrechten über die Dortmunder Katholiken. Während des Siebenjährigen Kriegs (1756-1763) wurden wiederum Klostergebäude militärisch zweckentfremdet.

Mit der Eingliederung Dortmunds in das Großherzogtum Berg 1808 löste sich der Dominikanerkonvent allmählich auf. Die förmliche Aufhebung erfolgte am 06.03.1816 durch den neuen Territorialherrn Preußen, der mit dem Vermögen eine katholische Pfarrei - St. Johannes Baptist Dortmund - ausstattete; die Nebengebäude dienten fortan als Pfarrhaus und Schule. Die Kirche wurde 1859 zur Propsteikirche erhoben.
Benutzungsort Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
Eigentümer/in Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
Bestand
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Bestandsignatur Dominikanerkloster Dortmund - Urkunden
Findbuch A 401
Umfang 2 Urkunden
Laufzeit 1482, 1798
Inhalt Seelenheilstiftung der Dechantin Greite van Dungelen, 1482; Kirchenbankverkauf, 1798.
Anmerkungen Ergänzungsüberlieferung.
- Dortmund, Archiv der Katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist. Hauptbestand.
- Dortmund, Pfarrarchiv Propsteikirche Dortmund. A 2, Säkularisation.
- Dortmund, Stadtarchiv. Best. 210, Dep. Kath. Kirchenarchiv. - Bestand 2, Kasten 61. - Bestand 203, Handschriften. - Bestand 231.
- Düsseldorf, Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen. Großherzogtum Berg: 731, Säkularisation.
- Münster, Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen. Msc.: VII 6410, Chronik bzw. Kopiar 1221-1543; Msc. VII 6413, Einkünfteregister 1528-1545.
- Paderborn, Bistumsarchiv. Bd. 126 blau.
Information Der Hauptbestand Urkunden und Akten befindet sich seit der Auflösung des Klosters im Archiv der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist in Dortmund. Der Bestand, der 1900 dem Stadtarchiv Dortmund als Depositum übergeben worden war, erlitt im Zweiten Weltkrieg große Verluste: von den ursprünglich 275 Urkunden blieben 80 (1219-1699) erhalten.

Die Verzeichnung der beiden Urkunden im Landesarchiv erfolgte 1994 durch Dr. Helmut Franz, die Eingabe in das Verzeichnungsprogramm VERA 2010.
Weitere Ressourcen Ressourcen zu Dortmund, zur Grafschaft Dortmund und zu Klöstern und Stiften in Dortmund im Internet-Portal "Westfälische Geschichte"

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Panoramen Dortmund

Propsteigemeinde Dortmund-Zentrum

Stadt Dortmund
Literatur Rübel, Karl (Bearb.)
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Systematik
Zeit2.20   1450-1499
3.6   1750-1799
Ort1.2   Dortmund, Stadt <Kreisfr. Stadt>
Sachgebiet16.6.3   Geistliche, Rabbiner, Ordensleute
16.6.5   Domkapitel / Klöster / Stifte, Klosterleben
Datum Aufnahme 2010-07-02
Datum Änderung 2011-11-04
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