Das englische Dampfschiff „Caledonia“, 1817 eine Attraktion auf dem Rhein

Ausländisches Know-how für den Dampfschiffbau

Franz Haniels Auslandskontakte nach England und in die Niederlande ermöglichten den Erfolg der ersten deutschen Werft für Rheindampfschiffe.
 

© Abbildung Franz Haniel & Cie. GmbH, Haniel-Archiv

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„Pannenhilfe“ für ein havariertes englisches Schiff

Dampfschiffe wie die „Caledonia“ sah man seit 1816 auf den Flüssen des Kontinents. Im früh industrialisierten England gebaut, schipperte in dem Jahr ein erster Dampfer rheinaufwärts bis Köln und hinterließ Eindruck bei der Bevölkerung. Über ein Jahr später, Ende Oktober 1817, befuhr dann die „Caledonia“ als zweites Dampfschiff den Rhein. Kein geringerer als James Watt jr., der Sohn des berühmten Dampfmaschinenkonstrukteurs, war an Bord: Das Schiff war in seiner Firma „Boulton, Watt & Co.“ in Soho mit zwei 25 PS-Dampfmaschinen ausgerüstet worden. Ein Bruch des Balanciers stoppte bei Wesel die Weiterfahrt; die „Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen“ (JHH) im heutigen Oberhausen half aus und baute das wichtige Dampfmaschinenteil aus Gusseisen nach. Watt bedankte sich in Ruhrort bei dem JHH-Mitinhaber Franz Haniel und lud ihn zu einer Probefahrt ein.

Diese Begegnung regte Haniel an, selbst Dampfschiffe zu bauen. Mit dem Bedarf der jungen Dampfschifffahrtsgesellschaften am Rhein war dann ab den 1820er Jahren der Anlass gegeben. Das technische Know-how kam von der Fijenoord-Werft in Rotterdam: Von dort warb die JHH ein komplettes Team englischer und holländischer Schiffsbauer unter der Leitung des Engländers Nicholas Oliver Harvey ab. 1829 nahm die JHH-Werft auf der Hafeninsel ihre Produktion auf; bis 1899 blieb sie dort in Betrieb. Frühe Fotografien zeigen sie um 1864. 

Nur noch zwei Backsteinbauten am Hafenkai sind heute erhalten: Das Magazin von 1862 diente den Haniels als Lagerhaus. Die Schmiede von 1871 war wahrscheinlich Teil der JHH-Kesselschmiede am Werfthafen, welche Schiffskessel herstellte. Die beiden Gebäude gehören zusammen mit dem benachbarten Nordteil des weitgehend zugeschütteten Inselhafens zu den ältesten Bauten des Ruhrorter Hafens. Wie sie erinnern weitere Denkmale in der Nähe an den Beginn der Industrialisierung Ruhrorts, an die Entstehung des größten Binnenhafens der Welt und an die Rolle der Familie Haniel. Deren 1756 als Kontor-, Lager- und Wohnhaus erbautes „Packhaus“ ist das Geburtshaus Franz Haniels. Es war der Stammsitz des Familienunternehmens und beherbergt heute das Haniel-Museum. Die Grabstätte der Familie Haniel befindet sich auf dem Friedhof an der Eisenbahnstraße. Der begehbare Museumsdampfer „Oscar Huber“ von 1921/22 liegt am Leinpfad vor der Schifferbörse.

Die Geschichte der JHH-Werft in historischen Bildern und Karten

8 Bilder

Bildstrecke

Denkmale zum Impuls

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