Ausgrabungsbereich Alter Markt in Duisburg

Duisburg - Mittelalterliches Handelszentrum

Hinweis Dr. Eberhard Grunsky, Münster:
Die Veranschaulichung des archäologischen Befundes der Markthalle in Duisburg ist offensichtlich ganz unmittelbar eine Adaption von Robert Venturis "Franklin-Ghost-House" aus den 1970er Jahren in Philadelphia: www.bluffton.edu/~sullivanm/pennsylvania/
philadelphia/venturighost/ghost.html
 

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:
Willamette_Mission_Ghost_Houses.JPG


 

© Foto Hermann Willers

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Der Markt von Duisburg - Drehscheibe des Handels

Erste Hinweise auf den Ort „Dispargum“, die spätere Stadt Duisburg, finden sich im 6. Jahrhundert in den zehn Büchern zur fränkischen Geschichte des Geschichts-schreibers Gregor von Tours (um 539 – 594). Schon seit dem 5. Jahrhundert lag hier demnach ein Königssitz. Archäologische Funde aus den folgenden Jahrhunderten belegen Wohnstätten und Handel an diesem Ort. In einer Chronik des Mönchs Regino von Prüm findet sich der Bericht von einem Überfall der Wikinger im Jahr 883 auf den jetzt „Diusburch“ genannten Ort, der in dieser Zeit dem Kloster Prüm in der Eifel gehörte. Die eigentlich friedlichen „Nordmänner“ aus Dänemark kamen diesmal in räuberischer Absicht, plünderten die Siedlung und brannten die Häuser nieder. Sie richteten ihr Winterlager in der Nähe ein und fuhren im kommenden Frühjahr über den Niederrhein zurück an die Küste.


In einem anderen Bericht aus dem Jahr 893 ist von Friesen in „Diusburch“ die Rede. Sie waren in dieser Zeit erfolgreiche Händler entlang des Rheins und in den Küstengebieten der Nordsee. Offenbar gab es schon eine wichtige Kaufleutesiedlung mit einem Rheinhafen neben dem Königshof, der im 10. Jahrhundert zu einer repräsentativen Pfalz mit Umwehrung ausgebaut wurde. 929 fand in Duisburg unter König Heinrich I. die Reichssynode statt. Für die nächsten Jahrzehnte sind zahlreiche Aufenthalte von Königen und Kaisern in Duisburg belegt.


Dank seiner Lage an den sich kreuzenden Wasser- und Landwegen, insbesondere der Rhein und der Hellweg, entwickelte sich Duisburg zu einer Drehscheibe des mittelalterlichen Handels. Fernhändler und Kaufleute kamen aus Skandinavien, aus dem Baltikum, aus England, Holland, Flandern, aus dem Maasgebiet, Mitteldeutschland und Westfalen und machten mit Kaufleuten aus dem Rheinland Geschäfte. Die weitreichenden Handelsbeziehungen Duisburgs im 11. Jahrhundert wurden anhand der Münzfunde, der Duisburger Silberpfennige, in ganz Europa offensichtlich. Münzen aus der königlichen Prägestelle Duisburg fanden sich in Polen, Estland und auf Bornholm. Bei vielen dieser Münzen, die auf der Vorderseite meist Bild und Namen des Königs trugen, sind auf der Rückseite Häuser, Befestigungsmauern, eine Kirche oderein Wehrturm, d. h. eine Art Stadtsilhouette zu sehen.


Zum Schutz der blühenden Handelsstadt wurden die alten Befestigungsanlagen ringsum die Pfalzsiedlung ausgebaut. Um 1120/25 berichten die zeitgenössischen Schriftquellen erstmals von einer Stadtmauer. Später erfolgten Erweiterungen, im 14. Jahrhundert waren die Bauarbeiten an der Stadtbefestigung abgeschlossen. Beein-druckende Fragmente der Mauer haben sich noch am nordöstlichen Stadtkern – Abschnitte am Springwall und am Innenhafen – erhalten. Die Mauer schloss auch den Burgplatz und das Händlerviertel, das heutige Stapelviertel, mit ein. Ausgrabungen am Alten Markt haben zahlreiche Spuren des regen Markttreibens von Menschen, Tieren und Fuhrwerken zum Vorschein gebracht.


1173 richtete Kaiser Friedrich I., Barbarossa, zwei vierzehntägige Jahrmärkte in Duisburg ein, um damit den Seeschiffhandel auf dem Rhein wieder anzuregen. Der Tuchhandel hatte hohe Bedeutung. Zu den Handelsgütern zählten außerdem Ge-würze, Stockfisch, Salz, Wein, Bier, Honig, Wachse, Felle, Mühlsteine und Metallgefäße. Möglicherweise wurden auch Waffen und Sklaven gehandelt. Der Rheinhafen von Duisburg verlandete aber im ausgehenden 14. Jahrhundert, die Stadt verlor ihre besondere Bedeutung als Handelsort, die noch heute an den Resten der Stadtmauer ablesbar ist, und blieb bis zum 19. Jahrhundert eine untergeordnete Landstadt. 

 

Stadtmauer Duisburg

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Duisburg - Stadtmauer

Trotz eines befestigten Königshofes war die reiche Marktsiedlung Duisburg, die schon im ... weiter

 


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