QUELLE

DATUM[o. D.]
TITEL/REGESTHochstift Paderborn, Adelsfamilien und Ritterschaft
TEXTBl. 1: [Gehrken], Verzeichnis von Urkunden (Kopfregesten), den Paderborner Adel betr., mit Findhinweisen.

Bl. 2-3: Bericht über die Entwicklung und Verfassung der Paderborner Landtage.

Bl. 4-8: Edikt des Paderborner Fürstbischofs Dietrich IV. v. Fürstenberg: Ausschreibung einer Türkensteuer in Höhe einer einfachen gemeinen Schatzung sowie einer Sondersteuer zur Unterhaltung von 150 Soldaten. Neuhaus, 1595 Dezember 27. Enth.:

[Bl. 4, 7] Regest Gehrkens, mit Hinweisen zur steuerlichen Veranlagung der Geistlichkeit bzw. der Orte;

[Bl. 5-6] Abschrift für v. Haxthausen (1595);

[Bl. 8] Steuerliche Veranlagung des v. Haxthausen (einfache Steuer).

Bl. 9-11: Organisation der Landtage bzw. Landtagsausschüsse (v. a. Ausschreibungen [Convocationen]) sowie einzelne Beschlüsse. Auszüge Gehrkens aus Originalunterlagen des v. Imbsen, jetzt v. Brencken.

Bl. 12-13: Landständischer Antrag der Ritterschafts- und der Städtekurie an das Domkapitel wegen der auf dem letzten Landtag zu Paderborn beschlossenen Steuer. Brakel, 1606 April 3/13. - Entwurf mit Textkorrekturen.

Bl. 14: [Gehrken], Allgemeiner Lehntag des Fürstenthums Paderborn nach dem Regierungs Antritt des Fürstbisch[o]f[s].

Bl. 15: Lehntag/-richter zu Minden. Exzerpte Gehrkens aus: Culeman, Geschichte des Erbfürstentums Minden.

Bl. 16-17: Einladung zum Lehntag nach Paderborn (11. Oktober 1662, Großes Kapitelhaus) durch den Paderborner Fürstbischof Ferdinand II. v. Fürstenberg. - Neuhaus, 1662 August 16. - Druck; Ausf., mit Unterschrift Ferdinands; aufgedr. rotes Wachssiegel mit Papier überzogen.

Bl. 18: [Gehrken], Notiz über die bischöfliche Lehnkammer (hier: Lehngerichtsbarkeit).

Bl. 18-20: Erbämter im Fürstentum Paderborn. Enth.:

[Bl. 18] [Gehrken], Verzeichnis;

[Bl. 19] Bitte des August v. Haxthausen an Gehrken um Auskunft über die Erbämter (Abbenburg, 1840 September 4; Ausf.);

[Bl. 20] Antwort Gehrkens (1840 September 10; Ausf.).

Bl. 22-25: Rittermatrikel mit Anschlag der Rittersteuer (einfach), Oktober 1700. - Abschrift in zweifacher Ausfertigung [32, Bl. 22-23: Gehrken]. - Provenienzvermerk: A Erpernburg, Rep. II, Lit C, Nr. 31, begl. Abschrift.

Bl. 26: Schreiben von Landtagsmarschall (L. C. v. Spiegel zu Peckelsheim) und Deputiertem (Johan Friedrich v. d. Lippe) wegen der Erhebung einer doppelten Rittersteuer als don gratuitum. Paderborn, 1714 Mai 2. - Ausf.

Bl. 27: Mitteilung über die Ernennung des Clemens August v. Wolff-Metternich zu Löwendorf zum Drosten von Wewelsburg. Paderborn, 1778 Juni 1. - Ausf.

Bl. 28-30: Eidesleistung (Juramentum) des Schatzeinnehmers von Stift und Fürstentum Paderborn, Ferdinand Stockhausen, vor Vizekanzler und Räten. Neuhaus, 1690 Februar 24. - Ausf.; aufgedr. Siegel.

Bl. 33-34: Fürstliche Bestätigung der Exemtion des Oberwaldischen Adels von der Jurisdiktion des Oberamts Dringenberg in erster Instanz. Neuhaus, 1700 Oktober 30. - Zweitausfertigung für den Rentmeister zu Dringenberg, Ferdinand Schnur, Paderborn, 1701 Februar 28, bzw. Dringenberg, März 3; aufgedr. rotes Wachssiegel des Fürstbischofs Hermann Werner mit Papier überzogen.

Bl. 31-32, 35-36: Landtagsverschreibungen des Hochstifts Münster. Enth.:

[Bl. 32, 35] Verschreibung durch das Domkapitel Münster sowie Bürgermeister und Rat der Stadt Münster für den 21. April 1705 nach Münster, auf den Hofsaal (Münster, 1705 März 28; Abschrift; [Bl. 32]: Rückvermerk u. a.: ad Comitia provincialia);

[Bl. 36] Desgl. vom Domkapitel Münster für den 29. Mai 1706 nach Münster, auf den Hof­saal (Münster, 1706 Mai 14; Ausf. durch den Domkapitelssekretär J. Mauritz Bisping; [Bl. 31] Rückvermerk u. a.: ad Comitia provincialia).

Bl. 37-38: Kautionsleistung verschiedener Güter des am 28. August 1752 ernannten Schatzeinnehmers Johan Baptista Bianco, Nachfolger des verstorbenen Einnehmers Ernst Wilhelm Rissen, zusammen mit seiner Frau Maria Elisabeth Reherman im Wert von 10.133 Rtlr. 12 Gr. - Paderborn, 1753 Februar 13.

Bl. 39-41: Beschluss der Ritterschaftskurie vom 22. Dezember 1733, dass nur jene Häuser bzw. adlig freie Burgsitze für landtagsfähige Rittersitze gehalten werden sollen, von welchen bereitz Aufschwehrungen geschehen oder welche nebst der Immunität mit freyen liggenden Gühteren, auch der Gerichtbahrkeitt, Jagdt und anderen adlichen Gerechtigkeiten versehen ­seyndt, nebst Ausführungsbestimmungen. - Abschrift.

Bl. 44-45, 84: Formula Juramenti. Enth.:

[Bl. 44] Formula Juramenti der Aufschwörung zur Jülichschen Ritterschaft, [1659], mit Beglaubigungsvermerk sowie Vermerk des Jülichschen Ritterschafts-Syndikus über die weitere Gebräuchlichkeit des Eids (Köln, 1728 August 21; Ausf.; aufgedr. Siegel des Syndikus);

[Bl. 45] Formula Juramenti der Aufschwörung zum Kurkölnischen Landtag, mit Beglaubigungsvermerk des Ritterschafts-Syndikus (Köln, 1730 September 22; Ausf.; aufgedr. Siegel der Ritterschaft);

[Bl. 84] Formula Juramenti [bei der Aufschwörung zur Paderborner Ritterschaft] ad Conclave admittendi [um 1722];

[Bl. 85] Bescheinigung über die Aufschwörung zur Paderborner Ritterschaft für ein Mitglied der Familie v. Westphalen (Formular mit Lücken), ausgestellt von den beiden Aufschwörungszeugen des Probanden, v. d. Lippe zu Vinsebeck und v. Haxthausen zu Welda (Paderborn, 1722 Februar 22).

Bl. 46-48: Verzeichnis der adligen Landsassen und der Klöster, [32, Bl. 48] nach Ämtern (mit Verteilerplan der Landtagsverschreibungen?) und [32, Bl. 48] alphabetisch (nur Adel). 17. Jh.

Bl. 49-53, 60-82: [Gehrken], Ritter-Steuren u. Anschläge. Sammlung von Quellen und Textentwürfen. Enth.:

[Bl. 50] [Gehrken], Gesamtanschlag der (Ritter-)Steuer, 1670, 1714;

[Bl. 51-53] Anschlag zur Rittersteuer (einfach), [vor 1664];

[Bl. 43-81] Anschlag zur Rittersteuer (doppelt), mit Anschlag des Gesindes, 1714;

[Bl. 82] [Gehrken], Notizen über den Anschlag zur Rittersteuer beim Regierungsantritt eines neuen Fürstbischofs (Provenienzvermerk: Archiv v. Brenken bzw. Imbsen).

Bl. 53-58: [Gehrken], Exzerpte von Archivalien (1671-1758) aus dem Archiv Erpernburg (v. Brenken). Enth. u. a.:

[Bl. 55] Landtagspropositionen, Steuerbewilligungen, Mannschaftsstellungen zum Reichskontingent;

[Bl. 56] Neues Adelsstatut (1733 Dezember 22) als Ersatz des Statuts von 1691;

[Bl. 57] Patrimonialverhältnisse.

Bl. 87-253: Prozess von nichtaufgeschworenen Mitgliedern der Paderborner Ritterschaft, Kläger, [= Karl v. Spiegel zu Borlinghausen, Karl v. Kanne zu Breitenhaupt, Adrian Alhard v. d. Borch zu Holzhausen, Abraham Karl Spiegel zum Desenberg, Bühne] ./. [Franz Egon] Fürstbischof von Paderborn und die Ritterschaftskurie, Beklagte, vor dem Reichskammergericht. - Q: RKG P 21 [mit Gutachten der Universität Göttingen (siehe 32, Bl. 91-112), Landtagsprotokoll-Auszügen 1764ff.]. Der Prozess ist nach der preußischen Besitznahme aufgehoben worden. - Enth. Druckschriften:

[Bl. 87-90] Unterthänigster Nachtrag ad Replicas mit weiterer Beschwerden-Ausführung et petito ulteriori legali in Sachen des gesammten Städtischen Collegii des Hochstifts Paderborn wider den Herrn Bischoffen und Fürsten daselbst und die vorsitzende Hochstiftisch-Paderbornische Landstände, 1793 (Druck; Originalpaginierung: S. 1-8);

[Bl. 91-112] Runde, Justus Friedrich [Hofrat und Prof. jur., Beisitzer der Juristen-Fakultät zu Göttingen]: Kurze Darstellung der Unrechtmäßigkeit einer Ausschließung vom Landtage durch die bey der ritterschaftlichen Curie eingeführte Ahnenprobe; in einem beym Kaiserlichen und Reichskammergerichte von den Nichtaufgeschwornen Mitgliedern der Paderbornischen Ritterschaft wider des Herrn Fürsten-Bischofs zu Paderborn, Hochfürstliche Gnaden, und die ritterschaftliche Curie der Landstände des Hochstiftes Paderborn angebrachten Klage, Göttingen 1796 (Druck: Johann Christian Dieterich; Originalpaginierung: S. 1-43);

[Bl. 113-200] Aufklärung der Rechtmäßigkeit einer Ausschließung vom Landtage durch die bey der ritterschaftlichen Curie eingeführte Ahnenprobe; in einem Berichte über die beym Kaiserlichen und Reichs-Kammergerichte von den sogenannten nicht aufgeschwornen Mitgliedern der Paderbornischen Ritterschaft wider des Herrn Fürsten-Bischofs zu Paderborn, Hochfürstliche Gnaden, und die ritterschaftliche Curie der Landstände des Hochstifts Paderborn angebrachte Klage, Wetzlar 1797 [Druck; Originalpaginierung: S. 1-136, Beilagen S. 1-17);

[Bl. 202-251] Fernerer Beweis der Rechtmäßigkeit einer Ausschliessung vom Landtage durch die bey der ritterschaftlichen Curie eingeführte Ahnenprobe. In einer Exceptionsschrift gegen die beym K. R. K. Gericht von den sogenannten Nichtaufgeschwornen Mitgliedern der Paderbörnischen Ritterschaft wieder des Herrn Fürstbischofs zu Paderborn, Hochfürstl. Gnaden, und die ritterschaftliche Curie der Landstände des Hochstifts Paderborn ausgewirkte Citation, 1801 (Druck; Originalpaginierung: S. 1-62, Beilagen S. 1-35).

Bl. 253: Aufhebung eines Mandats durch das Reichskammergericht in Sachen Städtekurie Paderborn, Kläger, ./. Fürstbischof und Vorderstände Paderborn. 1802 April 9. - Q: Entscheidung gehört vermutlich zum seit 1790 am Reichskammergericht anhängigen Prozess um die Feststellung, dass die Bewilligung einer Gratifikation an den Paderborner Obristen v. Kleist gegen den Widerspruch der Kläger rechtsungültig ist (RKG P 31) [enth.: Nachrichten über den Status des Paderborner Militärs].

Bl. 254-256: Schreiben der Kgl.-Preuß. zur Interims-Verwaltung und Organisation des Erbfürstentums Paderborn verordneten Civil-Commission (Silberschlag und v. Schlechtendahl) an die Paderborner Landstände betr. die Richtschnur des zukünftigen Verhaltens der Landstände und die Organisationsgrundsätze der Provinz nach der preußischen Besitznahme (Patent vom 6. Juni 1802) sowie Erteilung des Generalpardons. Paderborn, 1802 August 7. - Abschrift.

Bl. 258-277: Sammlung Gehrkens in seiner Eigenschaft als landständischer Syndikus betr. die Aufhebung der Steuerfreiheit im Fürstentum Paderborn nach der preußischen Inbesitznahme 1802, hier: Feststellung des Ausmaßes der Steuerfreiheit anhand eines Katasters, des 1794 von den befreiten Ständen angelegten (Edikt vom 11. Juni 1794) und seitdem geführten Verzeichnisses über die Kosten des Reichskriegs gegen Frankreich, durch die preußischen Behörden. Enth.:

[Bl. 257-262] Protokollnotiz des Sekretärs des Geheimen Rats über die Entnahme des Catastrums schatzfreier Güter aus dem Archiv der Ritterschaft und über die Aushändigung des Katasters an die Preußische Zivil-Kommission, vertreten durch den Rat Hüllesheim (Paderborn, 1802 August 8, 10, 12; Auszüge aus dem Kommissions-Protokoll);

[Bl. 262] Befehl des preußischen Geheimen Rats v. Bocholtz an den Sekretär der Paderborner Ritterschaft Dr. Rintelen zur Anfertigung und Einschickung einer detaillirten historischen Übersicht [des Steuerkontingents] unter Angabe der Dokumente (Paderborn, 1802 August 19; Ausf.);

[Bl. 263-264] Feststellung von Mängeln (u. a. Unvollständigkeit) in der Aufstellung des Dr. Rintelen bzw. Anforderung weiterer Auskünfte durch die Zivil-Kommission (Silberschlag, v. Schlechtendahl), (Paderborn, 1802 Oktober 5), Ausfertigung als Befehlsschreiben an Dr. Rintelen und Registrator Riesen durch den Geheimen Rat v. Bocholtz (Paderborn, 1802 Oktober 11);

[Bl. 270] Befehl der Preuß. Organisations-Kommission an den Rendanten der Catastrations-Kasse, Dr. Rintelen, zur Aushändigung des Katasters der schatzfreien Grundstücke, woraus die Beiträge zur Catastrations-Casse erfolgen (Paderborn, 1803 März 29; Ausf.)

[Bl. 266-268] Gehrken, Bitte der landständischen Deputierten an die Kgl. Organisationskommission, den Charakter der Kataster-Kasse zu wahren und sich mit der Aushändigung nicht an den unzuständigen Dr. Rintelen, sondern an die Deputierten der Kasse zu wenden, mit Bericht über die Einrichtung und Funktion der Kasse (Absendungsvermerk: 5. April 1803);

[Bl. 271] Mitteilung der Zivil-Kommission an die Landesdeputierten, Domkapitular v. Elverfeldt (Domkapitel), Kammerherr v. Bocholtz (Ritterschaft) und Assessor Gehrken (Städtekurie), wonach die Einwände vom 5. April 1803 irrelevant seien und die erste Landes Behörde, welche wir hier repräsentiren, in einem gut geordneten Staat die Ober Aufsicht über alle öffentlichen Angelegenheiten führe, sowie erneute Aufforderung, das Original-Kataster vorzulegen (Paderborn, 1803 April 10);

[Bl. 274] Mitteilung der Preußischen Kriegs- und Domänenkammer zu Münster an die Landstände über die Aufnahme ihrer Tätigkeit mit der Zuständigkeit in Finanz- und Polizeiangelegenheiten sowie zur Verwaltung der Hoheits-, Geistlichen-, Kirchen-, Schul- und Armenangelegenheiten in den Erbfürstentümern Münster und Paderborn sowie den Grafschaften Tecklenburg und Lingen auf der Grundlage einer Kabinettsordre vom 18. Oktober 1803 (Münster, 1803 Dezember 2; Ausf.);

[Bl. 275] Vermerk Gehrkens über die Absicht der preußischen Regierung, die Schatzfreien zur Abtragung der Schuldenlast heranzuziehen, nebst Anweisung über die Verfahrensweise ([1804]);

[Bl. 276] Schreiben des Kommissions-Sekretärs Holtgreven an den landständischen Syndikus, Assessor Gehrken, wegen abzuhaltender landständischer Beratungen über die Schuldenbelastung katastrierter Gründe (Paderborn, 1806 Oktober 4);

[Bl. 277] Desgl., Einberufung einer diesbezüglichen Konferenz für den 17. Januar 1805 (Paderborn, 1805 Januar 9).


PROVENIENZ  Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e.V.
BESTANDActa
SIGNATUR32


QUELLE    Klötzer, Ralf / Marcus Weidner (Bearb.) | Das Archiv des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Paderborn e.V. | S. 102-106


FORMALBESCHREIBUNG281 Bll. - Acta 31 und 32 zusammengebunden. - Titel Stolte: Stift-Paderbornischer Adel. - Provenienz: Franz Josef Gehrken (?). - Lit.: Stolte 1899, S. 77f.


PROJEKT    Codices/Acta Altertumsverein Paderborn
SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Typ1.1   Quellenverzeichnis, Repertorium
Ort2.28   Paderborn, (Fürst-)Bistum < - 1802>
Sachgebiet3.15   Ständeversammlungen, Provinziallandtag / Landstände
6.8.1   Adel
DATUM AUFNAHME2003-11-07
DATUM ÄNDERUNG2011-02-02
AUFRUFE GESAMT765