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(112 KB)   Anreppen: Römerlager / Münster, Westfälisches Amt für Bodendenkmalpflege/J.-S. Kühlborn / Freigabenummer: RP Münster, 19.132 / 87   Anreppen: Römerlager / Münster, Westfälisches Amt für Bodendenkmalpflege/J.-S. Kühlborn / Freigabenummer: RP Münster, 19.132 / 87
TITELAnreppen: Römerlager
DATIERUNG1988


INFORMATIONDas Luftbild zeigt den Blick auf eine im Jahr 1988 aufgedeckte Grabungsfläche, in der sich Fundamentgräben und Pfostengruben eines zentralen Verwaltungsgebäudes (principia) abzeichnen. Die Vorderseite des nach Osten ausgerichteten Gebäudekomplexes maß 49 m, 72 m erstreckte sich der Bau in die Tiefe. Derartig dimensionierte Gebäude sind in frührömischer Zeit nur aus Legionslagern bekannt. An der südlichen Längsseite schließen sich zwei benachbarte, nur zu geringen Teilen erfaßte Gebäude an: Ein 17 m breiter, umfriedeter Innenhof mit einem durchlaufenden Laubengang an der Nordseite sowie ein weiteres, bislang erst in geringen Partien ergrabenes Gebäude. Das Luftbild wurde in diesem Falle unter dem Aspekt der Dokumentation, nicht dem der Prospektion eingesetzt. Dennoch erwiesen sich die ersten Aufnahmen dieser Grabungsfläche als außerordentlich hilfreich: Während die auf dem Boden Tätigen noch eine scheinbar befundlose Grabungsfläche vor Augen hatten, zeichneten sich bereits aus der Vogelschau die ersten zusammenhängenden Fundamentgräben und Raumeinheiten eines gewaltigen Gebäudekomplexes ab.

Das Römerlager Anreppen ist unter den vier römischen Militärlagern längs der Lippe - Holsterhausen, Haltern und Oberaden - der bislang Östlichste römische Militärstützpunkt. Wie alle römischen Lager in Westfalen erfolgte die Gründung des Lagers Anreppen im Verlauf der römischen Germanenkriege (12 v. Chr, bis 16 n. Chr.). Das Lager ist in der Form eines unregelmäßigen, ca. 750 x ca. 330 m großen Längsovals angelegt worden und nahm eine Fläche von ca. 23 ha in Anspruch. Beim Lagerbau von Anreppen - wie in allen frührömischen Militärlagern längs des Rheines und der Lippe - wurden als Baumaterialien nicht Steine, sondern vorwiegend Holz und Lehm verwendet. Die Umwehrung bestand aus einer 3 m breiten Holz-Erde-Mauer und einem maximal 6 m breiten und bis zu 2 m tiefen Spitzgraben, der auf der Südseite durch einen zweiten, ca. 3 m breiten und ca. 1,6 m tiefen Spitzgraben verstärkt worden war. Über den Innenausbau des Lagers liegen - sieht man von dem zentralen Verwaltungsgebäude ab - vorerst nur geringe Erkenntnisse vor. Ohne größere Untersuchungen im Lagerinneren bleibt beim gegenwärtigen Kenntnisstand die Funktion des Lagers Anreppen ungewiß. Auffällig ist jedoch die extreme Uferlage dieses Römerlagers. Daher hat man gelegentlich in dem Lager Anreppen eine größere Nachschubstation zur Versorgung der in Richtung Weser operierenden Truppen vermutet.


Literatur

H. Beck
Ein römisches Lager an der oberen Lippe bei Anreppen. Germania 48,1970, 60ff.

A. Doms
Die Entdeckung des Römerlagers in Anreppen im Jahre 1968. Westfalen 48, 1970, 160ff.

Ders.
Das Römerlager an der oberen Lippe in Anreppen, Kr Büren. Arch. Korrbl. 1, 1971, 215ff.

S. v. Schnurbein
Untersuchungen zur Geschichte der römischen Militärlager an der Lippe. BerRGK 62, 1981, 29ff.

J.-S. Kühlborn
Neue Erkenntnisse - Neue Fragen. Zu den Grabungen im Römerlager Anreppen. Die Warte 60, 1988, 5ff.

(J.-S. K.)


TECHNIKFoto
FORMATjpg


FOTO-PROVENIENZMünster, Westfälisches Amt für Bodendenkmalpflege/J.-S. Kühlborn / Freigabenummer: RP Münster, 19.132 / 87


QUELLE    Kühlborn, Johann-Sebastian / Bérenger, Daniel / Berke, Stephan | Luftbildarchäologie in Westfalen | Dia 07, S. 22f.
PROJEKT    Diaserie "Westfalen im Bild" (Schule)

SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Typ35   Bildmaterial (Reproduktion, Foto)
Zeit1.6   Römische Kaiserzeit
Ort2.7.5   Delbrück, Stadt
DATUM AUFNAHME2004-02-15
AUFRUFE GESAMT3177
AUFRUFE IM MONAT22