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JAHR1889   Suche
MONATMai
TAG14
TITELKaiser Wilhelm II. empfängt Deputation der streikenden Bergarbeiter des Ruhrgebiets


INFORMATIONKaiser Wilhelm II. gewährt überraschend und gegen den Rat von Reichskanzler Otto von Bismarck der Deputation der streikenden Bergarbeiter des Ruhrgebiets eine Audienz. Einen Tag später empfängt er eine Delegation der Grubenherren.

Aus einer anfangs spontan aufflackernden Streikbewegung entwickelt sich nach dem 01.05.1889 der erste Massenstreik der Bergarbeiter des Ruhrgebiets ohne Mitwirkung von Gewerkschaften. Die Bergleute fordern die Acht-Stunden-Schicht, 15 Prozent Lohnerhöhung, Beseitigung der Lohnabzugssysteme und Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Am 10.05.1889 befinden sich über 80.000 Kumpel im Ausstand, was knapp 80 Prozent aller auf Zechen beschäftigten Bergleute entspricht. Die Streikbewegung springt auch auf Schlesien, den Aachener Raum und Sachsen über. Gegen die Streikenden setzt die Regierung Militär ein. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Streikenden gibt es Tote und Verletzte. Als der Streik sich nicht mit Gewalt unterdrücken lässt, empfängt der Kaiser auf dem Höhepunkt des Streiks drei Delegierte. Nach der Audienz bröckelt der Streik infolge Verhaftung der Streikleitungen und mangelnder Einmütigkeit immer mehr ab; einzelne Belegschaften streiken noch bis Anfang Juni weiter.

Materielle Verbesserungen bringt dieser Arbeitskampf den Bergleuten nicht, da entsprechende Zusagen nicht eingehalten werden. Der Streik trägt aber wesentlich dazu bei, dass das Sozialistengesetz aufgehoben und Reichskanzler von Bismarck gestürzt wird. Denn auch die bürgerliche Presse kritisiert heftig das brutale Eingreifen des Militärs gegen die Streikenden.



SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Zeit3.8   1850-1899
Ort1.5   Ruhrgebiet
Sachgebiet3.20   Politische und soziale Bewegungen
10.14   Montanindustrie
AUFRUFE GESAMT1857
AUFRUFE IM MONAT21