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(100 KB)   Pontius, Paulus [nach Anselm van Hulle]: Porträt der Königin Christina von Schweden / Münster, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte / Münster, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte / Carmen Hickstein   Informationen zur Abbildung

Pontius, Paulus [nach Anselm van Hulle]: Porträt der Königin Christina von Schweden / Münster, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte / Münster, LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte / Carmen Hickstein
FAMILIEWasa
VORNAMEChristina
BERUF / FUNKTION1632-1654 Königin von Schweden, 1648-1654 Herzogin des Herzogtums Bremen-Verden


VERWEISUNGSFORMSchweden, Christiana von
GESCHLECHTweiblich
GEBURT DATUM1626-12-18   Suche
GEBURT ORTStockholm
TAUFNAMEChristina [ab 1655: Maria Alexandra]
KONFESSIONprot., ab 1655 kath.
TOD DATUM1689-04-19   Suche
TOD ORTRom
BEGRÄBNIS ORTRom, Petersdom, Vatikanische Grotten


VATERSchweden, Gustav II. Adolf von (09.12.1594-16.11.1632)
MUTTERBrandenburg, Maria Eleonora von (11.11.1599-28.03.1655)


BIOGRAFIEEinzige überlebende Tochter Gustav II. Adolfs (1594-1632) und seiner Gemahlin Maria Eleonora von Brandenburg (1599-1655). 1627 als Erbprinzessin von den schwedischen Ständen anerkannt. Nach dem Tod des Vaters 1632 bei Lützen mit 6 1/2 Jahren am 15. März 1633 zur Königin proklamiert. Der irenisch gesinnte Theologe Johannes Matthiae übernimmt 1635 ihre noch von Gustav Adolf bestimmte, vom Regentschaftsrat überwachte Prinzenerziehung, Reichskanzler Oxenstierna ab 1638 ihre politische Ausbildung. Dezember 1644 Mündigkeitserklärung und Regierungsübernahme.

Der Distanzierungsprozeß von Oxenstierna führt 1647 zu Auseinandersetzungen über die Friedensverhandlungen, nachdem sie ihre Gesandten  Johan Oxenstierna und  Johan Adler Salvius aufgefordert hatte, den Friedensprozeß zu beschleunigen. Als Ergebnis des Friedens erhält Schweden Vorpommern, Bremen und Verden und wird Reichsstand.

Da sie eine Heirat ablehnt, setzt Christina im März 1649 die Anerkennung ihres Vetters Karl Gustav von Pfalz-Zweibrücken (1622-1660) als Nachfolger durch. Im Oktober 1650 erfolgt ihre Krönung in Stockholm, das die hochgelehrte Christina zu einem wissenschaftlichen und künstlerischen Mittelpunkt in Europa machen will. Die Kriegsgewinne Schwedens kommen ihr dabei zu Hilfe, Architektur und Künste zur Darstellung des neugewonnenen Status als Garantiemacht des Friedens, Führungsmacht im Ostseeraum und als evangelische Vormacht einzusetzen. Von den Gelehrten als Pallas suecia gefeiert, wird ihr im orthodoxen Schweden Verschwendungssucht und ihre Toleranz gegenüber anderen Religionen vorgeworfen. Um zum katholischen Glauben überzutreten, dankt sie am 06.06.1654 in Uppsala ab und verläßt Schweden.

In Brüssel vollzieht sie Weihnachen 1654 heimlich den Übertritt zur katholischen Kirche, dem im November 1655 der offizielle Übertritt in Innsbruck folgt. Dort beginnt ihre triumphale Reise durch Italien, wo die prominente Konvertitin im Dezember 1655 durch Papst Alexander VII. prunkvoll empfangen wird. Ihre Hoffnung, mit Unterstützung Mazarins präsumtive Königin von Neapel zu werden, zerschlagen sich ebenso wie die Bewerbung als nächste Wasa-Verwandte um den vakanten polnischen Thron nach dem Verzicht Johann Casimirs 1668. Erst 1681 kann sie in Schweden ihre Apanageansprüche endgültig sichern.

Sie bewohnt seit 1662 in Rom den Palazzo Riario (heute Corsini), in dem sie eine der größten Kunstsammlungen der Zeit aufbaut und auch für die Musik mäzenatisch wirkt. Sie hinterläßt in den 1680er Jahren verfaßte Memoiren und ca. 1400 Maximen. Am Morgen des 19.04.1689 stirbt sie in Rom und erhält Grab und Grabmal im Petersdom.

Ihr Porträt in Osnabrück entspricht dem von David Beck um 1648 geschaffenen Porträttyp, der 1649 sowohl von D. van den Bremden wie auch Jeremias Falck in Kupfer gestochen wurde. An ihn hält sich auch Merian im Theatrum Europaeum, während van Hulle für seinen Kupferstich das vom Hofmaler Sébastien Bourdon geschaffene, 1654 von Robert Nanteuil gestochene Bildnis als Vorlage verwendet.


Theatrum Europaeum VI, S. 1179 (Abb.); Pacificatores 1697 Nr. 4 (Abb.); Meiern IV Schema Nr. 7; Bildnisse 1827 Nr. 37 (Abb.); Sixten Strömbom/Boo van Malmborg, Svenska kungliga porträtt. Bd I: Gustav I - Karl XII (Index över svenska porträtt band III.), Stockholm 1943, S. 202-249; Sven Stolpe, Königin Christine von Schweden, Frankfurt 1962; Katalog Christina. Queen of Sweden - a personality of European civilisation (Nationalmusei Utställningskatalog 305), Stockholm 1966; Curt Weibull, Christina of Sweden, Göteborg 1966; Georgina Masson, Christina, Königin von Schweden, Tübingen 1977; Karl Eric Steneberg, Porträtt av Drottning Kristina, Lund 1978; Susanna Akermann, Queen Christina of Sweden and her Circle, Leiden 1991; Jörg-Peter Findeisen, Christina von Schweden. Legende durch Jahrhunderte, Frankfurt 1992.

Kartusche: CHRISTINA REGINA

Devise: QVO FATA VOCANT VIRTUS SECVRA SEQUETVR. - Wohin das Schicksal ruft, wird die sichere Tugend folgen.

Wappenbeschreibung: Der Schild ist geviert und mit einem Herzschild belegt. In Feld 1 und 4 in Blau drei (2:1) goldene Kronen (Schweden); 2 und 3: in Blau drei silberne schräglinke Wellenbalken, überdeckt von einem roten, golden gekrönten Löwen [hier sechsmal von Rot und Silber schräglinks geteilt und mit einem silbernen Löwen belegt] (Gotland). Der Herzschild ist von Blau, Silber und Rot schrägrechts geteilt. überdeckt von einer goldenen Garbe mit abfliegenden Bändern [hier in Silber ein roter Schrägrechtsbalken, überdeckt von einer Garbe] (Wasa).
Auf dem Schild ruht eine offene königliche Krone mit perlenbesetzten Bügeln und Reichsapfel auf ihrem Kreuzungspunkt.

Hildegard Mertens-Westphalen

QUELLE  Duchhardt, Heinz / Dethlefs, Gerd / Queckenstedt, Hermann | "...zu einem stets währenden Gedächtnis" | S. 180f.
PROJEKT  Die Herrscher und ihre Gesandten beim Westfälischen Friedenskongress 1645/49 - in Porträts
AUFNAHMEDATUM2006-10-05


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Zeit3.3   1600-1649
3.3.1   Dreißigjähriger Krieg / Westfälischer Friede <1618-1648>
3.4   1650-1699
Ort3.5   Münster, Stadt <Kreisfr. Stadt>
Sachgebiet3.7.2   Landesherren/-frauen, Präsidenten, Regierungschefs
3.14.4   Außenpolitik, diplomatische Beziehungen
5.9   Kriege, militärische Konflikte
DATUM AUFNAHME2006-10-05
DATUM ÄNDERUNG2014-11-28
AUFRUFE GESAMT3321
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