EREIGNIS

JAHR1409   Suche
TITELFrauenstift und Augustinerchorherren-Gemeinschaft Böddeken


INFORMATIONIn den Jahren 1408/09 endet die fast 600-jährige Geschichte der Frauengemeinschaft Böddeken (bei Wewelsburg). Bischof Wilhelm von Paderborn (reg. 1400-1414) führt 1409 Augustinerchorherren aus Zwolle in Böddeken ein, der neue Konvent erlebt im 15. Jahrhundert eine Blütezeit, nicht zuletzt durch den Anschluss an die Windesheimer Kongregation. Böddeken reformiert und gründet zwanzig Augustinerklöster und steht ab 1559 einer aus neun Gemeinschaften gebildeten sächsischen Ordensprovinz vor.

Das Frauenstift Böddeken kann vom 9. bis zum 14./15. Jahrhundert auf eine meist erfolgreiche Entwicklung zurückblicken. Im Einzelnen sind zu nennen: die Gründung der Frauengemeinschaft durch den heiligen Meinulf (837), die eigenklösterliche Existenz Böddekens in Abhängigkeit vom Paderborner Bischof und eine allmählich im Verlauf des hohen Mittelalters gewonnene unabhängigere Stellung, die Bevogtung der Kommunität durch die Grafen von Werl und Arnsberg (11./12. Jahrhundert), dann durch die Edelherren von Büren (13./14. Jahrhundert), reicher Grundbesitz im Paderborner Raum, der durch grundherrschaftlichen Wandel im hohen und Wüstungsprozesse im späten Mittelalter beeinträchtigt wird, die Zerstörung von Stiftskirche und anderen Baulichkeiten (1390) und der Niedergang der Frauengemeinschaft unter Äbtissin Walburg von dem Walde (1390, 1408). Besonders im späteren Mittelalter wird erkennbar: die Ämterverfassung der Kommunität mit Äbtissin, Pröpstin, Dekanin und Kellnerin, der "Hof“ der Böddeker Äbtissin mit seinen Hofämtern Kämmerer, Marschall, Truchsess und Schenken, die weitverzweigte Ministerialität des Stifts.


SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Zeit2.19   1400-1449
Ort2.28   Paderborn, (Fürst-)Bistum < - 1802>
Sachgebiet6.8.1   Adel
16.1   Religion und Kirche / Allgemeines
16.6.5   Domkapitel / Klöster / Stifte, Klosterleben
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