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(70 KB)   Fundkarte römischer Importobjekte in Westfalen   Fundkarte römischer Importobjekte in Westfalen
TITELFundkarte römischer Importobjekte in Westfalen


INFORMATIONHervorgehoben sind in der Karte nur die Hauptfundgattungen. Die Anzahl der Objekte von einer Fundstelle ist nicht gekennzeichnet. Natürlich wird mit diesen Fundangaben keine Vollständigkeit angestrebt. Auch konnten die in der Literatur angegebenen Funde nicht alle auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Wichtig ist, darauf hinzuweisen, daß nur die Funde im Bereich von Westfalen kartiert sind, nicht aber die aus den ringsum angrenzenden Ländern, mit Ausnahme des zu Niedersachsen gehörigen Emslandes und Osnabrücker Landes im Norden, wo sonst ein wichtiger Zusammenhang im Bereich der willkürlichen 1815 entstandenen westfälisch-niedersächsischen Grenze zerschnitten worden wäre.

Die Fundkarte zeigt eine sehr unterschiedliche Verteilung des Imports in den verschiedenen Gebieten, die mit der hier nicht kartierten Verbreitung einheimischer Fundobjekte übereinstimmt. Dafür ist in erster Linie die in der unterschiedlichen Qualität des Landes, den Böden und ihrem Bewuchs, begründete wechselnde Bevölkerungsdichte der damaligen Zeit verantwortlich, in zweiter Linie auch der durch die Unterschiede in der Intensität der neuzeitlichen Bautätigkeit und der regionalen Forschungsaktivitäten bedingte unterschiedliche Grad der Erforschung der einzelnen Gebiete. Es ergibt sich eine starke Konzentration im südwestlichen Münsterland an Lippe und Ruhr, dann im Osten von Paderborn aus nach Norden bis zum Wiehengebirge zwischen Minden und Osnabrück. Von da aus konzentrieren sich die Funde vor allem an Weser und Hunte entlang nach Norden, während das Emsland bis auf einzelne Funde im unteren Hasebereich leer bleibt. Dasselbe gilt auch für das nördliche und östliche Münsterland bis auf den Paderborner Raum, insbesondere aber für das Sauerland.

Im Vergleich der einzelnen Importgattungen zeigen sich dagegen deutliche Unterschiede. So ist die Konzentration der Keramik im Ruhrgebiet und im ostwestfälischen Bereich besonders stark, während sie im Norden verhältnismäßig abnimmt. Dort ist dagegen das Vorkommen der Bronzegefäße erheblich höher als im südlichen Gebiet. Der Grund ist vor allem in der größeren Anzahl und dem viel höheren Anteil von Funden aus Siedlungen gegenüber Grabfunden im südlichen Westfalen und dem Überwiegen der Funde aus Gräberfeldern im Weser-Hunte-Gebiet zu suchen; dazu kommt ein Unterschied in den Grabsitten zwischen Südwesten und Nordosten, der Stammesgrenzen spiegeln wird. Im Nordosten sind die Beigaben in der Regel nicht so weitgehend durch Brand zerstört wie in der Münsterschen Bucht. Die Glasfunde entsprechen in der Verteilung in etwa der Keramik, nur ist angesichts der geringen Zahl die klare Scheidung von Siedlungs- und Grabfunden zwischen Südwesten und Nordosten erstaunlich. Einen deutlichen Unterschied in der Verteilung geben auch die Bronzestatuetten, die Schmuckfunde und überhaupt die Hort- und Münzschatzfunde zu erkennen. Hier ist eine deutliche Konzentration im sonst (insbesondere bei der Keramik) fundarmen mittleren Emsland zu verzeichnen. Dort hat offensichtlich das Geest- und vor allem das Moorgebiet, in dem Siedlungen dünn gesät waren, Opferfunde in erhöhtem Maß angezogen. Eine Rolle spielt aber auch die gegenüber dichtbesiedelten Gebieten landschaftsbedingt andersartige Fundsituation. Während an aufgrund ihrer Lage ständig neu besiedelten Plätzen immer wieder alte Siedlungsspuren angeschnitten werden, sind hier durch die Moorkultivierung in ganz anderem Maße große Partien des freien Landes abgegraben worden. Daher mußten auch die Funde und Fundzusammenhänge anderer Art sein, eben solche, wie sie außerhalb der Siedlungen zustande kamen. Vor allem Heiligtümer sind hier anzusprechen.

Bei den hier vorgestellten Beispielen finden sich Siedlungsfunde auf
Bild 3  Medien,
Bild 6  Medien und
Bild 9  Medien,

Grabfunde auf
Bild 2  Medien,
Bild 4  Medien und
Bild 5  Medien,

Schatzfunde auf
Bild 9  Medien,
Bild 10  Medien und
Bild 11  Medien.

Münzen sind auf
Bild 8 (als Anhänger)  Medien und
Bild 9 (Schatzfund)  Medien aufgeführt.


Grundlage: F. Hölzel, mit Genehmigung der Geographischen Kommission für Westfalen


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QUELLE    Stupperich, Reinhard | Römischer Import in Westfalen | Dia 01, S. 13-15
PROJEKT    Diaserie "Westfalen im Bild" (Schule)

SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Typ5.1   Atlas, Kartenwerk, Karte / zeitgenössisch
Zeit1.6   Römische Kaiserzeit
Ort1   Westfalen/-Lippe (allg.)
DATUM AUFNAHME2004-03-01
AUFRUFE GESAMT2237
AUFRUFE IM MONAT20