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(106 KB)   Planum der Holz-Erde-Mauer des Römerlagers Oberaden, Nordteil / Münster, LWL-Medienzentrum für Westfalen   Planum der Holz-Erde-Mauer des Römerlagers Oberaden, Nordteil / Münster, LWL-Medienzentrum für Westfalen
TITELPlanum der Holz-Erde-Mauer des Römerlagers Oberaden, Nordteil
URHEBER ABBILDUNGKlem, Josef
DATIERUNG1981


INFORMATIONLiterarischen Quellen zufolge ließ Drusus im Jahre 11 v. Chr. auf dem Rückweg zum Rhein am Zusammenfluß von Lippe und "Elison" ein Lager errichten, das den Namen Aliso trug und in dem schon im zweiten Kriegswinter römische Truppen im Feindesland ausharrten.

Bereits 1873 wurde aufgrund von Gelände, Flurnamen und Funden römischer Keramik bei Oberaden ein Römerlager vermutet. 1905 nahm der Oberadener Pfarrer 0. PREIN aufgrund der literarischen Überlieferung, der Geländesituation in Kombination mit Flurnamen, sichtbaren Wallresten und Funden von römischen Scherben an, daß dieses Lager Aliso bei Oberaden zu finden sei und begann dort zu graben.

Bevor eine Grabung angesetzt wird, erfolgen Vorarbeiten nach verschiedenen Methoden, die sogenannte Prospektion (prospectare = sich umsehen, von fern anschauen, beobachten). Dem heutigen Archäologen stehen eine Reihe naturwissenschaftlicher Prospektionsmethoden zur Verfügung, von denen die attraktive und erfolgreiche Luftbildarchäologie inzwischen auch in Westfalen praktiziert wird. Sind Prospektion, Grabungsplanung und -organisation abgeschlossen, kann mit den Arbeiten begonnen werden.

Es ist bei einer archäologischen Ausgrabung ein vertikales und ein horizontales Arbeiten möglich. Ist das Grabungsziel flächenmäßig definiert, wird mit Raupe und Bagger, Breithacke und flachen Schaufeln die Grabungsfläche aufbereitet. Eine derartige präparierte Fläche, wie sie das Bild zeigt, wird Planum genannt.

Auf dem Bild, das ein Planum bei den Ausgrabungen in Oberaden 1981 zeigt, sind links im Bild Arbeitende zu sehen, die mit flachen Schaufeln das Planum sorgfältig säubern, "abziehen". Sie stehen auf einem breiten, dunklen Erdstreifen. Hinter ihnen liegt ein Nordpfeil und - bereits auf hellem Boden - ein Maßstab. Nach rechts folgen zwei schmalere dunkle Streifen, die einen gut einen Meter breiten hellen Bereich rahmen. Man kann nun eine weitere Erdschicht abtragen, ein neues Planum erstellen und beide miteinander vergleichen. Im rechten Bereich würde sich kaum etwas verändern, während der dunkle Bereich in der linken Bildhälfte schmaler würde.


Der Befund, in diesem Falle das Planum, läßt sich wie folgt interpretieren:

Nach genauer Beobachtung der Erde kommt man sehr schnell zu dem Schluß, daß die hellen Bodenpartien die natürlichen sind und es sich bei den dunklen um Eingriffe, im geologischen Sinne um Störungen handeln muß. Da das breite dunkle Erdband zur Tiefe hin schmaler wird, ist es als Graben anzusprechen. Die beiden schmalen dunklen Bänder beinhalten Holzreste. Sie sind als Wände aus Holz anzusprechen, zwischen die der Erdaushub des Grabens geschüttet wurde, so daß eine breite Holz-Erde-Mauer entstand. Rechts im Bild sind zwei im Boden verlegte Kabel zu erkennen, eine neuzeitliche Störung.

Will man zu einer fundierten historischen Aussage über eine archäologische Fundstelle gelangen, so reicht ein Planum nicht aus. Schichtweise muß der Boden abgetragen und jeweils das neue Planum ausgewertet werden. Es ist ein schöner Zufall, daß in der deutschen Sprache das Wort Schicht in dem Wort Geschichte enthalten ist, obgleich beide Begriffe verschiedenen Wurzeln entstammen.


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FOTO-PROVENIENZMünster, LWL-Medienzentrum für Westfalen


QUELLE    Höper, Hermann-Josef | Römerlager an der Lippe | Dia 04, S. 16f.
PROJEKT    Diaserie "Westfalen im Bild" (Schule)

SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Typ35   Bildmaterial (Reproduktion, Foto)
Zeit1.6   Römische Kaiserzeit
3.10   1950-1999
Ort1.12.1   Bergkamen, Stadt
DATUM AUFNAHME2004-03-01
AUFRUFE GESAMT1019
AUFRUFE IM MONAT9