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(85 KB)   Übersichtskarte: Lebensräume der germanischen Stämme im nördlichen Bereich des rechtsrheinischen Gebietes und aufgefundene Römerlager, die während der Herrschaft des Kaisers Augustus errichtet worden sind   Übersichtskarte: Lebensräume der germanischen Stämme im nördlichen Bereich des rechtsrheinischen Gebietes und aufgefundene Römerlager, die während der Herrschaft des Kaisers Augustus errichtet worden sind
TITELÜbersichtskarte: Lebensräume der germanischen Stämme im nördlichen Bereich des rechtsrheinischen Gebietes und aufgefundene Römerlager, die während der Herrschaft des Kaisers Augustus errichtet worden sind


INFORMATIONDie Karte zeigt die Lebensräume der germanischen Stämme im nördlichen Bereich des rechtsrheinischen Gebietes und die aufgefundenen Römerlager, die während der Herrschaft des Kaisers Augustus errichtet worden sind.

Mit dem Bau der Lager am Rhein wurde 16 v. Chr. und kurz danach begonnen. Die Platzwahl der Lager läßt nicht zwingend auf Offensivabsichten der römischen Führung schließen. Nijmegen (Noviomagus, nicht mehr auf der Karte) diente im Norden der Sicherung der Rheinmündung und der Ijssel, damit römische Flottenunternehmungen und Nachschubverbindungen nicht gefährdet werden konnten. Xanten (Vetera) sicherte die Lippemündung, ein natürliches "Ausfalltor" der Usipeter und Sugambrer, deren Lebensräume durch die Lippe getrennt wurden. Moers-Asberg (Asciburgium) hatte die offensichtlich weniger gefährdeten Mündungen von Emscher und Ruhr zu sichern. Archäologische Hinweise lassen den Schluß zu, daß hier Hilfstruppen (Auxiliarverbände) stationiert gewesen sind. Neuss (Novaesium), das älteste Militärlager am Rhein, lag wahrscheinlich dem Kerngebiet der Sugambrer frontal gegenüber. Es ist aber nicht auszuschließen, daß hier bereits die Grenze zwischen den Sugambrern und Tenkterern gewesen ist.

Die ersten Operationen auf rechtsrheinischem Gebiet waren 12 v. Chr. nur von kurzer Dauer. Für das nachfolgende Jahr ist überliefert, daß Drusus an der Lippe ein Winterlager errichtete. Dieses konnte einwandfrei in dem Zweilegionenlager Oberaden identifiziert werden. Das direkt an der Lippe gelegene Uferkastell Beckinghausen diente als zeitgleiche Anlage wohl der Sicherung des angelieferten Nachschubs. Da archäologisch bewiesen werden konnte, daß das Lager Oberaden von den Römern planmäßig geräumt worden ist, darf davon ausgegangen werden, daß es mit der Umsiedlung der Sugambrer 8 v. Chr. in den Raum Xanten seine Funktion erfüllt hatte und nicht mehr notwendig war. Bald nach der Aufgabe von Oberaden ist das Hauptlager Haltern gegründet worden, zu dem die Anlagen "Hofestatt" und "Wiegel" gehören. Sicher vorausgegangen ist dem Hauptlager das sogenannte Feldlager Haltern an derselben Stelle, welches sich bisher ebensowenig genauer datieren läßt wie das Lager auf dem Annaberg bei Haltern. Das Lager Anreppen bestand zeitgleich mit dem Hauptlager Haltern, mehr läßt sich bisher auch hier nicht sagen. In Holsterhausen bei Dorsten ist der Platz eines Marschlagers entdeckt worden, das nachweislich in zwei Phasen belegt gewesen ist. Eine genaue Datierung ist hier ebenfalls noch nicht möglich.

Obgleich im Jahre 10 n. Chr. für die römischen Truppen nach der verheerenden Niederlage des vorangegangenen Jahres noch das Verbot bestand, den Rhein zu überqueren, muß es später an der Lippe zumindest noch ein Lager gegeben haben, das auch den Winter über besetzt gewesen ist. Im Frühjahr 16 n. Chr. erhielt Germanicus die Nachricht, ein an der Lippe gelegenes Kastell werde belagert. Der Befehlshaber rückte mit seinen Truppen aus und traf, ohne Gegenwehr vorzufinden, bei dem Lager ein.


Kartengrundlage: Bodenplastische Karte von Westfalen (F. HÖLZEL), vervielfältigt mit Genehmigung der Geographischen Kommission für Westfalen im Provinzialinstitut für Westf. Landes- und Volksforschung; Bearbeitung: Hermann-Josef Höper


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QUELLE    Höper, Hermann-Josef | Römerlager an der Lippe | Dia 01, S. 10f.
PROJEKT    Diaserie "Westfalen im Bild" (Schule)

SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Typ5.1   Atlas, Kartenwerk, Karte / zeitgenössisch
Zeit1.6   Römische Kaiserzeit
DATUM AUFNAHME2004-03-01
AUFRUFE GESAMT1606
AUFRUFE IM MONAT7