QUELLE

DATUM1816-05   Suche   Suche DWUD
URHEBER/AUSSTELLERBuff, Bergmeister in Eslohe
AUSSTELLUNGSORTEslohe
TITEL/REGESTKurze Beschreibung des Herzogthums Westphalen in geognostischer, berg- und hüttenmännischer Hinsicht
TEXTI. Erzformationen dieses Gebirgs

Das Grauwacken- oder Schiefergebirge zeichnet sich durch seine Erzführung am allen Orten seines Vorkommens aus und behauptet diesen Character auch in unserem Gebirge.

In dem südlichen Gebirgszug haben sich viele Quarzlager gebildet, welche auch fast alle mehr oder weniger Kupferkies, Schwefelkies, Bleyglanz und -blende führen. Sie zerfallen in zwei Abtheilungen: in solche, wo der Kupfer- und Schwefelkies, und solche, wo wo Bleyglanz und Blende vorhanden ist. Die Erze sind gewöhnlich unter sich und mit dem Quarz gemengt, nehmen gewöhnlich auch von dem Gebirge mit in das Gemenge, verlaufen sich auch wohl ins Hangende und Liegende, und machen selten solche ausgezeichnet reiche Erzmittel als die Gänge. Die Erzmittel finden sich in denen Mulden, welche durch die wellenförmige Schichtung des Gesteins entstanden und sind durch die Rücken, wo gewöhnlich alle Erze und öfters selbst der Quarz fehlen, getrennt. Die reichsten dieser Lager haben gewöhnlich Grauwacke zum Hangenden.

Zu diesen Lagern gehören
a) Bleilager, die Ramsbecker, Rieß und Eltmike, [1]
b) zu denen Kupferlagern das Lager, wo auf die Grube Paradieß [2] gebauet hat, und wahrscheinlich auch einige dasiger Gegend.



Gangformationen

1. Bleierzgänge

Hirvon finden sich vier Formationen, welche ich nach ihren wahrscheinlichem Alter aufeinander folgen lasse:
a) Die älteste führt im Quarz feinkörnigen Bleiglanz mit brauner Blende und kommt von dieser Formationen ein Gang zu Ramsbeck vor, und wahrscheinlich gehören die Sahlhäuser Gänge auch hierher.
b) Bleiglanz und Kalkspath, Braunspath, Schwarzspath und Quarz mit Fahlerz, braune Blende und etwas Kupfer- und Schwefelkies setzt das zweite Ganggebilde zusammen und nahm hierzu die Silbacher Silberge und einige bei Brunskappel und einige bei Assinghausen aufsetzende Gänge. Diese beide Formationen sind in dem südlichen Gebirge.
c) Bleyglanz und Schwarz- und Weißbleyerz mit brauner Blende und wenig Kupferkies mit Quarz bilden bei Bönkhausen im Thonschiefer mächtige Gänge.
d) Die 4. Formation besteht aus einem Gang, der Bleyglanzfahlerz, Kupferkies und Schwerspat führt, und in dem Kalklager zu Hüsten sich findet.


2. Kupfererze

Eine ausgezeichnete Gangformation setzt zu Brunskappel in dem südlichen Gebirge auf und wird jetzt bearbeitet. Sie führt Kupferkies und hat Thonschiefer, der dem Kieselschiefer nahe kommt, Hornstein, Quarz, Schwerspath und Kalkspath zu Gangarten und in einzelen Parthien eingesprengt.

In dem Grauwackenschiefer des nördlichen Gebirges auf dem Bückenbruch [3] findet sich ein Ganggebildet aus Kupferkies, Kupfermulen mit Letten.



Eisenstein-Lagerstätten

Lager

In der Gegend von Brilon und weiter östlich zu Messinghausen und Beringhausen finden sich mit den Mandelstein und Kalkstein mehrere sehr mächtige und weitverbreitete Lager von Rotheisenstein.

Die wichtigsten sind:
1. Der Eisenberg bei Brilon,
2. der Messinghauser Eisenberg,
3. der Grottenberger Zug und
4. der Enkenberg.
Diese führen Rotheisenstein, Eisenglanz, Eisenkiesel, Quarz und Kalkspath. In dem endlichen Gedränge können einige Eisensteinlager von Rotheisenstein im Kalkstein bei Langholthausen [4] und Balve und Brauneisensteinslager im Kieselschiefer bei Wulferinghausen [5] und Bergen [6] vor. Laugeneisenstein findet sich lagerweiß im Kalkstein bei Wallen. [7]



[3.] Eisenstein-Gangformationen

In den Thonschiefer und Grausteinlagern bei Silbach sind mehrere Gänge, welche Brauneisenstein mit Schwerspath führten, bearbeitet worden, und sind die einzigen bearbeiteten Eisensteingänge des südlichen Gebirgs.

In der Grauwacke des nördlichen Gebirges findet sich gangweise
a) Braun- und Schwarzeisenstein aus dem Mangeler Zug bei Allendorf,
b) Rotheisenstein, Eisenglanz mit Braunspath im Hochseiffen, [8] in der Wokmicke [9] und Alsenberg.
c) Rotheinstein, Eisenglanz und Eisenrahm mit Quarz am Rothlohe und Finkenberg. [10]
d) Braun. und Schwarzeisenstein, Eisenrahm mit Quarz und Letten daselbst.
e) Düller und salziger Rotheisenstein, Eisenglanz und Eisenrahm mit Grauwakkengeschieben, auf der Wildewiesen bei Schlemperherman.
f) Braun- und Schwarzeisenstein mit rothen und brauenen Eisenrahm an Lied [11] und Steinknapp [12] in Thonschiefer.
g) Rotheisenstein mit Braun- und Kalkspath und Letten in Kalkstein bei Wocklum.
h) Rotheisenstein in Kalkstein zu Suttrop bei Warstein und Eisenglanz, Eisenkiesel und Kalkspath, eigentlicher im stehenden Stock.
i) Thoneisenstein mit Letten im Kalkstein bei Warstein auf denen Gruben Knick und Sutbruch.



[4.] Gallmey-Niederlage

Der Gallmey kommt bei Brilon in dem weit übergreifender Lagerung vorkommenden Kalkgebirge gangweise vor. er findet sich als gemeiner und spätiger Gallmey mit Bleyglanz, Schwarz- und Weißbleierz im Kalkspath und Letten, auf denen Gruben Gallmeyenhaus, Kirchlohe, Voslohe und mehreren anderen. Schaalenblende mit Bleyglanz und Kalkspath setzt auf der Grube Bleikaule ein andere Ganggebilde zusammen.



[5.] Spiesglanz

Grauspieslager kommt in einem Kalklager bei Arensberg lagerweise vor.



[II.] Bergbau

A Bleybergbau

Von denen Bleierzlagerstätten wird jetzt nur allein das zu Ramsbeck im Thonschiefer aufsetzende und mit Grauwakke bedeckte Bleierzlager bearbeitet. Es streicht in Stunde 6 und fällt mit 20 Grad in Mittag. Es ist über 2 Stunden im Streichen bekannt, einige Fuß mächtig, gehört zu denen erzführenden Quarzlagern dieses Gebirgs und führt Bleyglanz, der dem Bleyschweiß öfters nahe kommt, braune Blende, Quarz, Kalk und Braunspath und selten Kupfer und Schwefelkies.

Dieses Lager ist in alten Zeiten schon an sehr verschiedenen Punkten des Streichs bearbeitet worden und war durch schlechten Betrieb, der von je her darauf stattfand, seinem Verlassen nahe. Im Jahr 1812 unternahm eine Gewerkschaft dieses sowie mehrere andere Lagerstätten dasiger Gegend und betrieb auf 2 Gruben, die dasselbe Lager bauen, aber 3/4 Stunden entfernt liegen, tiefe Stollen und Versucharbeiten. Auf der Grube Dörnberg st ein tiefer Stollen in Betrieb, der bei 150 Lachter Länge 20 Lachter Teufe eibringt und jetzt 50 Lachter zu Felde getrieben ist. Auf dem dasigen alten Stollen wird das östliche Feldort betrieben, um das Lager, welches durch eine Kluft verworfen ist, wieder auszurichten. Auf der Grube Bastenberg ist das westliche Feldort des alten Stollens, einige Firstenstöße und ein tiefer Stollen, der bei 100 Lachter 20 Lachter Tefe einbringt, belegt; diese Gruben versprechen für die Zukunft Ausbeute.

Von denen anderen Bleierzlagerstätten sind jene zu Silbach, zu Sahlhausen und zu Bönkhausen in älteren Zeiten im Betriebe gewesen und versprechen sämtliche Gruben der Wiederaufnahme einen günstigen Erfolg.

Zu Bönkhausen sind mächtige Gänge bearbeitet und der Sage nach ein sehr blühender und ausgedehnter Betrieb durch den 30jährigen Krieg zum Stillstand gekommen. Der Schultheiß Mertens zu Bönkhausen hat früher nach Papieren über den damaligen Betrieb noch in Händen gehabt und vielleicht dürften sich auch Nachrichten zu Attendorn finden. Auf den Silbacher Gruben sollen reiche Silbererze gebrochen haben, auch will der Gewerke Anton Kropf zu Hellefeld noch mehrere Probirscheine von denen früheren Kurfürsten in Händen gehabt haben, nach welchen 100 B. Silber ausgebracht seyen. Es soll nach Aussage einiger alter Bergleute zu Silbach der tiefe Stollen, in der neuern Zeiten getrieben worden, nicht durchschlägig geworden, sondern schon früher verlassen seyn. Derselbe ist am Mundloch zusammen gegangen, dürfte aber weiter zu Felde nicht im Ganzen stehen. Am Bergamte befinden sich weder über diese noch über andere alte Werke Nachrichten.


B Kupferbergbau

Auf einem Gange,der in dem Grauwakkenschiefer bei Brunskappel aufsetzt, in den zweiten Stunde streicht, östlich mit 50 Grad einfällt und Kupferkies und Fallerz bis jetzt aber nur eingesprengt, mit Hornstein, Thonschiefer, Quarz, Schwerspath und Kalkspath als Gangarten führt und 3 bis 5 Fuß mächtig ist, wurde schon in alten Zeit gearbeitet. Am Fuß des Bergs in einem Schacht, worauf der Gang ein Schacht von 9 Lachter abgeteuft und durch Ortbetrieb einige Lachter zu Felde aufgefahren. Diese Arbeite wurde verlassen und später ein Stollen angelegt, der bei 60 Lachter Länge und 12 Lachter oder unter dem Schacht 3 Lachter Teufe einbringt, angefangen, aber auch nicht ganz durchgetrieben. Zum drittenmal wurde die Gruben aufgenommen und der Stollen bis zum Gang aufgefahren, wo die Arbeit wieder liegen blieb und jetzt seit zwei Jahren durch den Gewerken Anton Kropf wieder in Betrieb gesetzt ist. Durch den jetzigen Betrieb ist an 20 Lachter auf dem Gange aufgefahren worden. Der Gang liefert bis jetzt nur arme Pocherze und selten etwas derbe Stücke, welche 32 lb. Kupfer halten, da aber der Gang eine halbe Stunde zu Felde setzt, das Gebirge sehr ansteigt, so daß der Stollen an 6-80 Lachter Teufe einbringt, ist von demselben bei seienr Mächtigkeit und Feldesstreckung bei fernerem Betrieb zu erwarten, daß er edle Mittel mache.

Da in dieser Gegend mehrer Gänge zu Tage ausgehen, welche noch nicht alle erschöpft und von denen noch keiner ordentlich untersucht ist, so ist zu wünschen, daß obige Arbeit durchgeführt würde. Durch zweckmäßige Schürfarbeit könnten in jener Gegend noch mehrere Lagerstätten untersucht und aufgefunden werden und dadurch wahrscheinlich für die Zukunft ein wichtiger Kupfer- und Bleibergbau eingeleitet werden. In früheren Zeiten sind auch zu Stadtberge und Borntosten Kupferschiefer- und Kupferlettenflötze bearbeitet, aber hauptsächlich wegen Holzmangel liegen geblieben.


[C] Gallmeybergbau

Von denen Zinkerz führenden Gängen in dem Uebergangskalkstein zu Brilon werden jetzt nur diejenigen bearbeitet, welche gemeinen und edlen Gallmey führen. Der Gallmey kommt in Verbindung mit Bleiglanz und dessen Umbildungen in Schwarz- und Weißbleierz auf ausgefüllten Klüften, gewöhnlich in unförderlichen Stücken und Nestern, mit Letten oder Kalkspath umschlossen, vor. Von Tage sind diese Klüfte, welche in jeder Stunde streichen und seiger fallen und einen abwechselnde Mächtigkeiten von 2-5 und mehreren Fuß haben mit Letten und Sand oder Kalkspath ausgefüllt und erst in 10 oder 14 Lachter Fuß findet sich der Gallmey. In dem Letten finden sich Theil Geschiebe und in einer interer Teufe mit Kalkspath ausgefüllten Kluft findet sich die obere Teufe derselben mit einem Complement, welcher erwähnt worden, ausgefüllt. Die Ausfüllung der Klüfte mit Gallmey und Bleyglanz scheint deshalb mit jenem Complement in einer Zeitperiode zu fallen, jedoch etwas früher stattgefunden zu haben. Ein ähnliches Complement [13] findet sich zu Bleywesch mit Bleyglanz und wahrscheinlich ist der Bleiberg in der Eiffel [14] von dieser nämlichen Bildungsperiode.

Da die Gegend von Brilon oben und dem Stollenbetrieb ungünstig ist, so geschieht der Gallmeybergbau durch Schächte. Diese Schächte sind seit einigen Jahren, seit welchem dieser Bergbau, der in ältern Zeiten stark, aber mehr auf Bleierz im Umgange war, wieder im Betrieb ist, fünf aufgenommen und der tiefste bis 24 Lachter abgeteuft worden, wo die Wasser das fernere Abteufen verhindern.

Die Klüfte, in welchen der Gallmey vorkommt, haben kein ungleichmässiges Streichen und ziehen sich dem Streichen und fallen nach oft zusammen oder verdrücken sich, wodurch der nach keine anhaltende Versuche in der Teufe und zu Felde gemacht sind, es ungewiß ist, ob diese Klüfte sowie bei Gängen sich wieder aufthun und edel zeigen. Wenn Versuche diesen Erfolg haben, welches nach ähnlichem Verhalten der Gänge der Fall seyn müste, und alsdann ein anhaltender Gallmey- und Bleybergbau mit einiger Gewißheit vorauszusehen ist, so läßt sich für dieß Revier ein Revierstollen anlegen. Welcher bei einiger Stollenlänge auf die tiefste Grube mit einer mittleren Teufe einzubringen wäre. Da die Wasser durch die vielen Klüften nach der tiefen Gegend hinziehen und im Stollen nur mit mittlerer Teufe bei einer verhältnismäßig schon beträchtlichen Länge einzubringen ist, so würde durch eine gute gebaute Roßkunst, welche auf den Stollen aushöbe, auch ohne Feldörter möglich werden, diesem Revier die Wasser zu lösen und einen aus[ge]dehnten und bis zum tiefsten möglichstzen Grubenbau vorzurichten.

Die jetzige Förderung ist gering, 800-1.000 Centner jährlich, welcher Gallmey theils nach Kassel auf das Messingswerk, theils nach Altena an die Fabriquen des Bürgermeister Rumpe verkauft wird.


[D] Eisensteinbergbau

1. Briloner Eisenberg

Diese Gruben liegen zwischen Olsberg und Brilon, bauen nach einem im Mandelstein vorkommenden Rotheisensteinlager, welches 2 bis 4 Lachter mächtig, in den 6. Stunde streicht und mit 75 Grad in Mittag fällt. Dieses Lager ist dem Streichen nach über 1/4 Stunde bekannt und gehört wegen der Menge und Güte seines Steins zu denen reichsten Eisensteinsgruben.

Die Alten haben durch Schächte und Tagebau auf demselben bis zu einer Teufe von 30 Lachter gebaut, welche Arbeiten zu Bruche sind und noch vielen Stein enthalten, der aber der Gefahr wegen nicht gut zu gewinnen ist.

Um diese alte Bauer [15] zu untersuchen, unschädlich zu machen und frisches Feld aufzusuchen, sind von dem mittägigen Abhang drei Stollen auf das Lager aufgefahren. Der erste, alte Stollen ist 1722 angefangen und in 92 Lachter durchschlägig geworden, er ist irregulär 5–6 Fuß hoch und mit öfteren wechselnder Stunde getrieben.

Der zweite, der Kirschbaumer Stollen oder neue Stollen, liegt einige 100 Lachter mehr westlich, hat 9 Lachter mehr Teufe als der alte Stollen und wurde im Jahr 1766 angefangen. Er ist schlecht und von 80 Lachter mit starken Ansteigen der Sohle und Firste betrieben.

Der dritte, Maxstollen, ist im Jahre 1780 angefangen und 1793 im 142 Lachter auf dem Lager durchschlägig geworden; er ist auf Stunde 12 rechtwinklich auf das Lager aufgefahren, ist ein Lachter hoch und bringt unter dem Kirschbaumer Stollen 14 Lachter Teufe ein. Er ist der östliche und ganz im frischen Felde.

Außer diesen drei fahrbaren Stollen ist auch ein vierter, der aber vom Mundloch an mehrere Lachter zu Bruche ist. Dieser liegt ganz westlich am Fuß des Berges und bringt unter dem Maxstollen 24 Lachter Teufe ein. Er soll 140 Lachter zu Felde getrieben sein und ist verlassen worden, weil die Gewerken glauben, das Lager setze nicht bis zu dieser Teufe nieder und das Feldort stehe im Liegenden. Da aber der Maxstollen 142 Lachter lang ist, dieser demselben vor liegt, so steht sein Feldort wahrscheinlich noch vom Lager ab im Hangenden und ist sein Betrieb für die Zukunft von Wichtigkeit.

Unter diesem tiefsten Stollen kann noch ein Grundstollen mit 20–30 Lachter Teufe eingebracht werden.

Mit dem alten und Kirschbaumer Stollen ist das Lager schon stark abgebaut und an mehreren Punkten mit dem Alten Mann durchschlägig. Mit dem Maxstollen ist das Lager im frischen Felde angehauen und nach Osten und Westen sind Feldörter getrieben.

Mit dem Auffahren auf dem Lager ist zugleich der Abbau verbunden, indem derselbe durch Stuckwerksbau geschieht. Jede Kammer ist 10-12 Lachter lang, 4-5 Lachter hoch und gewölbter First, die Etagen sind durch die Firstengewölbe von 1 bis 1 1/2 Lachter Stärke getrennt, welche so wie die Bergfesten zur Unterstützung der Gruben dienen.

Dieser Abbau kostet wenig Holz, es bleibt aber vieles Eisenstein, öfters der beste, zur Erhaltung der Grube als bergfest stehen. Um dieses zu gewinnen, kann in Zukunft auf denen oberen Stollens ein Bruchbau eingeführt werden, wodurch auch zugleich von dem Stein in denen Arbeiten genommen werden könnte.

Die Gewinnung geschieht durch Bohrarbeit und wird alles aus dem Ganzen geschossen. Die Förderung geschieht durch Hunde. Die jetzige jährliche Förderung beträgt 25.000 Fuder, könnte aber mit Nachhaltigkeit zu dem vier- und fünffachen vermehrt werden.


2. Der Messinghauser Eisenberg

Diese Grube liegt östlich von Messinghausen und 2 Stunden von Brilon. Sie bauet auf einem Rotheisensteinlager von ein Lachter Mächtigkeit, welches Stunde 7 streicht mit 70 Grad in Mittag fällt, zum Liegenden Thonschiefer und zum Hangenden Mandelstein hat. Das Lager ist durch einen Stollen aufgeschlossen, der 18 Lachter Teufe einbringt. Der Stein, der hier vorkommt, ist sehr reich und übertrifft den Briloner an Güte. Früher wurde diese Grube alle Jahre betrieben und 1.500–2.000 Fuder Stein gewonnen, jetzt aber beträgt die Förderung einige 100 Fuder und wird selbst nicht jedes Jahr bearbeitet. Sobald das Eisenhüttenwesen wieder günstige Zeit bekommt, kann 2–3.000 Fuder Stein gewonnen werden, indem durch den Stollen ein 9 Lachter hohes und mehrere 100 Lachter langes Mittel abgebaut werden kann.


3. Grottenberger Zug

Diese Zeche liegt eine Stunde östlich von Messinghausen, bauet auf einem Rotheisensteinlager, welches gewöhnlich 3, aber auch oft 6–7 Lachter mächtig ist, zum Liegenden Mandelstein und zum Hangenden Kalkstein hat. Auf diesem Lager, welches eine Viertelstunde erschürft ist, haben viele Gruben durch Schächte gebaut, deren aber keinen einee größere Teufe als 15 Lachter hatte.

Auf diese Lager kann ein tiefer Stollen eingebracht werden, der mit dem 50 Lachter vom Mundlich auf das Lager kommt und auf diesem 150 Lachter zu Felde getrieben werden kann. In dieser Feldeslänge bringt der Stollen unter dem höchsten Punkt 70 Lachter Teufe und unter die westlichste am tiefsten gelegene Grube doch noch 9 1/2 Lachter Teufe ein.

Der hier vorkommende Stein ist nicht ganz von der Güter als der von denen anderen Lagern, aber durch die Mächtigkeit des Lagers und durch die Leichtig- und Wohlfeilheit, womit ein Stollen aufgefahren werden kann, verdient dieses Werk für die Zukunft alle Aufmerksamkeit.


4. [Enkenberg]

Nördlich von dem Grottenberg liegt die Gruben Enkenberg, welche auf einem Lager von 2 Lachter Mächtigkeit gebaut hat, welche in Stunde 6 streicht und mit 70 Grad nördlich fällt. Zum Liegenden hat dieses Lager Mandelstein und zum Hangenden Kalkstein. Der Eisenstein, der darauf vorkommen, ist Rotheisenstein und Eisenglanz und gehört zu den reichsten im ganzen Revier. Durch einen 60 Lachter langen Stollen, der 20 Lachter Teufe einbrachte, ist das Lager 200 Lachter zu Felde bis zu Tage abgebaut. Durch einen tiefen Stollen von 250 Lachter Länge könnten 17 Lachter Teufe eingebracht und dadurch ein Grubenfeld von 200 Lachter Länge mit 2 Lachter Mächtigkeit sehr edlen Stein abgebauet werden.

Die Anlage und Betrieb dieses Stollen auf dem Enkenberg und Grottenberg ist schon seit langer Zeit den Gewerken angerathen, aber noch nicht zur Ausführung gekommen und deren Betrieb von denen Gewerken auch nicht zu erwarten. Kommen aber für das Eisenhütten günstige Verhältnisse, so sind diese Stollen, so wie jener auf dem Briloner Eisenberg, sehr wichtig und dürfte selbst mit Vortheil als Erbstollen zu betreiben sein.


[E] Eisensteinbergbau des Stockumer Revier, welche sowie die Gruben zu Suttrop sämtlich in dem nördlichen Gebirge befindlich sind

1. Lagerbergbau

a) In dem Grünstein bei Balve finden sich zwei Thoneisensteinlager, welche parallel übereinander liegen. Das obere ist arm und wird nicht bearbeitet, das untere edler und mächtiger, wird abgebaut. Die Gewinnung geschieht durch Schleppschächte, aus welchem aus dem flach fallenden Lager Straßen und Firstenbauen vorgerichtet werden.
b) In dem Kalkstein bei Balve und Langholthausen kommen mehrere Lager vor, welche zum Theil schon versucht, zum Theil des Versuchs würdig sind. Das 1. dieser Lager ist durch mehrere Arbeiten auf Hasenacker, Viehbusch und Lämmerstein aufgeschlossen. Das Eisenstein liegt nesterweise im Letten. In den Gräften ist das 2. Lager. Hier wird der Rotheisenstein durch Gächte und Ortsbau gewonnen. Auf dem 3. Lager bei den im Hangenden bauen die Gruben Lämmerstein und Schollenberg, ebenfalls durch Schächte, welche aber wegen denen Grundwasser nicht immer betrieben werden können.

Da in dieser Gegend schon viele Lager bekannt sind und auch mehrere ansetzen dürften, die Grundwasser keinen tiefen und anhaltenden Betrieb erlauben, so ist ein Stollbetrieb erforderlich und belohnend.

In dem Kieselschiefer bei Wulferinghausen und Hellefeld findet sich Brauneisenstein, der aber schlechtes Eisen giebt und deswegen selten gewonnen wird.


[2.] Gangbergbau

1. In dem Mangel oberhalb Allendorf ist ein mächtiger Gang von Braun- und Schwarzeisenstein in alten Zeiten über einer viertel Stunde zu Felde bearbeitet worden. Es ist in neueren Zeiten ein tiefer Stollen auf diesen Zug getrieben, aber nicht durchschlägig und jetzt verlassen worden.

2. Auf dem Rothlohe bei Endorf findet sich ein Gang, der Rotheisenstein, Eisenglanzt- und Braun- und Schwarzeisenstein mit Quarz führt, 2–3 Fuß, jedoch auch oft ebenso viele Lachter mächtig ist. Er streicht in Stunde 4 und fällt in 80 Grad in Mitternacht abend. Auf denselben sind 3 Stellen getrieben. Der oberste Antoniusstollen bringt 37 Lachter Teufe ein, ist mit den 50 Lachter auf den Gang eingebracht und über denselben auf 40 Stollen alles abgebauet. Zu Felde hatte sich der Gang verdrückt und werden jetzt die Feldorte auf Versuch getrieben.

Der zweite ist der Gabe Gottes-Stollen, der 90 Lachter lang und mit öftern Wechsel der Stunde und starken Gesprenge getrieben ist und 14 Lachter Teufe unter dem obigen einbringt. Mit demselben ist 32 Lachter auf dem Gang aufgefahren und vor dem Feldort hjat sich der Gang verdrückt.

Der dritte ist der Elisabethstollen, welcger bei 200 Lachter Länge 16 Lachter Teufe einbringt. Derselbe steht jetzt im 117. Lachter.

In dem Antoniusstollen ist ein Gesenk auf den Gabe Gottes Stollen abgeteuft und aus solchem sind 2 Oerter zur Steingewinnung im Betrieb. Ebenso sind auf dem Gabe Gottes Stollen mehrere Abbaue. Auf diesen beiden Stollen wird jährlich 8-900 Fuder Stein gewonnen.

3. Michelszeche. Diese bauet auf einem Gang, der aus lauter Geschieben von dichten und fasrigen Rotheisenstein mit Eisenglanz und Eisenrahm besteht und von den Alten durch 80 Lachter langen Stollen aufgeschlossen, vor. Ueber dem Stollen ist das Feld abgebauet, nördlich hat sich der Gang vertrümmert und südlich ist er durch eine Kluft verworfen. Die vorgenommenen Versuche werden entscheiden, ob ein tiefer Stollen anzulegen ist.

4. Die Gruben Lind und Steinknapp bauen auf Gänge, welche im Thonschiefer aufsetzen und Braun- und Schwarzeisenstein mit Eisenrahm führen. Die Gänge finden sich von sehr verschiedenen Streichen, jedoch zeichnen sich die stehenden durch reiche Steinställen aus. Am Lind und Steinknapp ist ein wahrer Schaurpunkt und findet sich selten ein so anhaltendes und regelmäsiges Streichen der Gänge. Die Grube Lind hat 2 Stollen, der tiefere ist angefangen, aber stehen geblieben. Der obere läßt in circa 190 Lachter Länge das Feld, jat 16 Flügelorte und sind durch denselben 6 Gänge abgebauet und mehrere taube überfahren worden. Der Steinknapp baut auf dem östlichen Feld der Lind. Zwei Stollens (!) schließen das Feld auf und liegen beide tiefer als jene der Lind. Der obere ist abgebauet, der tiefere bauet auf dem östlichen stehenden mit einem Flügelort.
Der tiefe Stollen, welcher 1807 angefangen ist, ist der mächtigste, er ist durch das Quergestein 40 Lachter von W(est) nach O(st) bis auf den ersten stehenden Gang aufgefahren. Er bringt unter dem obern 10 Lachter und unter die Schächte 29 Lachter seigere Teufe. Auf dem Gang ist 106 Lachter und durch das Liegende 16 Lachter aufgefahren, um mit letztern Orten den 2. Gang, der auf 6 Lachter anliegt, zu entblößen.
Dieser tiefe Stollen dürfte in Zukunft nach Westen unter das Lind zu treiben seyn, wodurch jenes Grubenfeld in einer beträchtlichen Teufe unterfahren würde.

5. In dem Kalkgebirge zu Warstein, welches die Grauwakke begrenzt, setzt bei Suttrop ein stehenden Stock in den 8. Stunde auf, welche in oberer Teufe 4 und mehrere Lachter mächtig wird. Er führt Rotheisenstein mit Eisenglanz, Eisenkiesel und Kalkspath. Die Grube ist durch einen Stollen aufgeschlossen, über welchem aber alles abgebauet ist. Durch eine wasserreiche Kalkschlatte wurde es möglich, in der Grube eine Kunst zu bauen, und ist mittelst dieser, welche auf den Stollen aushebt, unter die Stollensohle 15 Lachter abgeteuft. Da der Raum, in welchem sich der Eisenstein findet, sich nach allen Richtungen zusammenzieht, so ist jetzt das Eisensteinmittel, welches abgebaut wird, nur noch 4 Lachter lang und 4-5 Fuß mächtig und die Grube dadurch ihrem Ende nahe. Es werden 150-200 Fuder Stein gewonnen.
In diesem Kalkgebirge kommen noch mehrere Gänge vor, von denen aber nur 2 bearbeitet sind. Diese führen in Lachter mächtigen Gängen Thoneisenstein mit Letten und wird jetzt nur der eine durch die Grube Knick bearbeitet. Auf dieser Grube ist ein Schacht abgeteuft, aus welchem durch Ortsbetrieb der Stein gewonnen wird. Die jährliche Förderung beträgt 500 Fuder.



[III.] Eisenhüttenwesen

In dem Briloner Revier sind drei Eisenhütten in Betrieb und fünf andere stehen still. Die Olsberger und Hoppeker Eisenhütte verschmelzen Stein vom Briloner und Messinghäuser Eisenberg, die Suttroper Hütte von denen dasigen Eisensteinsgruben.

In dem Stockumer Revier sind vier in Betrieb und 3 stehen kalt. Die betriebenen sind
1.) die Stockumer,
2) Langholthauser,
3.) die Endörfer und
4.) die Bergerhütte. Diese Hütten zerschmelzen die im dasigen Revier gewonnenen Eisensteine. Auf denen Briloner Hütten, welche alle Jahr im Betrieb sind, werden in 24 Stunden 24–30 Gichten durchgesetzt, welche aus 10 Cubicfuß Kohlen und 3-4 Cubicfuß Steine nebst den Zuschlägen bestehen und daraus 28-30 Centner gewöhnlich graues Roheisen erblasen. Auf der Olsberger und Hoppeker Hütte werden jährlich zusammen 10-12.000 Ctr. Roheisen in 40-45 Wochen geschmolzen, welches Eisen verfrischt wird.

Auf der Suttroper Hütte wird 3-4.000 Ctr. geblasen, von welchem die Hälfte Gußwaaren ist und aus Kästen und Launguß besteht, das andere erfrischt. Die Öfen dieses Reviers sind 20-22 Fuß hoch und haben hölzerne Bälge.

Die Eisenhütten in dem Stockumer Revier werden nicht alle Jahre betrieben, die Wocklumer und Langholthauser alle 2 oder 3 Jahre. Diese haben 20 Fuß hohe Öfen und lederne Bälge und liefern in 24 Stunden bei 28-28 Gichten 24 Ctr. Roheisen. Die gewöhnliche Betriebszeit dieser Hütten 20 Wochen. Die Endorfer Hütte ist jetzt ganz umgebaut und wird in Zukunft große und vorteilhafte Hüttenreisen machen. Früher wurde auf derselben 15-20 Wochen gehüttet und in 24 Stunden 24-28 Ctr. Roheisen geblasen. Die Berger Eisenhütte hat einen Hochofen und hölzerne Bälge, wird alle Jahre betrieben, geht 20-22 Wochen und liefert in 24 Stunden 24-26 Ctr. Roheisen, größtentheils zum Verfrischen, jedoch wird auch Gußwaren gemacht, welche aber zu schwer ausfällt.

Die Öfen in beiden Revieren sind niedrig, haben ganz flache Kösten und nutzen winkliche Gestelle, schwach(e) Gebläse und die Möllerung gescheiht größtentheils ohne Kenntnis des Gehalts und der Bestandtheile der Steine, auch ist die Auf- und Vorbereitung des Steins auf vielen Hütten schlecht und die Gichten im allgemeinen zu groß, so daß der Hüttenbetrieb der Verbesserung sehr bedarf.


[1.] Frischhütten oder Hammerwerke

In dem Briloner Revier sind nachfolgende Hammerwerke:

1. Der Steinheller Hammer mit 2 Feuer.
2. Thalhammer mit 2 Feuer.
3. Hohefohrhammer mit 2 Feuer.
4. Brückenhammer mit 2 Feuer.
5. Werstallerhammer mit 2 Feuer. [16]
6. Heringhauser Hammer mit 2 Feuer.
7. Der Hoppecker Hammer mit 2 Feuer.
8. Beringhauser Hammer mit 1 Feuer. Diese acht Hammerwerke gehören größtentheils denen Gewerken des Briloner Eisenbergs und verschmieden das Roheisen von der Olsberger und Hoppeker Hütte.
9.) Der Warsteiner Hammer mit 2 Feuer. Dieser verfrischt das Suttroper Roheisen und gehört demselben Eigenthümer, H(errn) Graf Halberg.
10.) Der Nuttlar Hammer mit 2 Feuer.
11.) Ledmeringhauser Hammer mit 2 Feuer. [17]
12.) Der Geblinghauser Hammer [18] mit 2 Feuer und
13.) Der Niedersfelder Hammer mit 2 Feuer. Die vier verfrischen gewöhnlich Briloner Roheisen.
14. Der Hallenberger Hammer mit 1 Feuer.
15. Züschener Hammer mit 1 Feuer.
16. Winterberger Hammer mit 1 Feuer.
17. Der Oberkircher obere [Hammer] mit 1 Feuer.
18. Der Oberkircher mit 2 Feuer.
19. Der Mittelsorper Hammer mit 1 Feuer.
20. Niedersorper Hammer mit 1 Feuer.
21. Der Sittlinghauser Hammer oberhalb dem Dorf mit 1 Feuer. [19]
22. Der Sittlinghauser Hammer niederer Hammer mit 1 Feuer.
23. Wullmeringhauser Hammer mit 2 Feuer. [20]
24. Der Drasenbecker Hammer mit 1 Feuer.
25. Der Gellinghauser Hammer 2 Feuer. Diese 12 Hämmer verschmieden Roheisen aus dem Dillenburgischen und von den Ludwigshütte bei Biedenkopf in Hessen.
26. Der Hammer zu Ramsbeck.
27. Dorlarer
28. Blessenohler
29. Oberer Allmer
30. Niederer Allmer
31. Messinghäuser
32. Stadtberger
33. Mulmecker
34. Hoppecker und
35. der Udorfer Hammer stehen sämtlich kalt.


In dem Stockumer Revier sind

A Eisenhämmer

1.Der Rödinghauser mit 2 Feuer
2. Der untere Woklumer mit 2 Feuer
3. Der mittele Woklumer mit 1 Feuer
4. Der obere Woklumer mit 2 Feuer
5. Der Sorper Hammer mit 2 Feuer
6. Der Ameker Hammer mit 2 Feuer
7./8.) Zwei Hämmer oberhalb Sundern, jeder mit 2 Feuer
9. Der Sunderner Hammer mit 2 Feuer
10. Der Westenfelder mit 1 Feuer
11. Der Rumbecker mit 2 Feuer
12. Der Berger mit 2 Feuer

Von diesen Hämmern verschmieden der erste Sundwicher, [21] die andern Roheisen von der Wocklumer, Langholthauser und Endorfer Hütte und die beiden letzen Eisen von der Bergerhütte,


[2] Rohstahlhämmer

Sämtliche Rohstahlhämmer, 16 an der Zahl mit 25 Feuer verschmieden ausländisches Rohstahleisen. Die Frischhütten in beiden Revieren werden auf Kalkbläsern betrieben, bei denen die Kohlen aus nahe gelegenen Privat- und Gemeinheitswaldungen [stammen,] und sind je nachdem der Werth der Kohle groß ist, 10-15 bis 30 Wochen in Betrieb. Nach den meisten Contrackten der Gewerken mit denen Hammerschmieden müssen aus 24 Ctr. Roheisen à 108 lb. 17-18 Wagen à 120 lb. Staabeisen bei einem Verbrauch von 2 1/2 Wagen Kohlen geliefert werden und erhalten die Schmieden 9 1/3 rt. dafür an Schmiedlohn. In der Woche können 18–20 Wagen gemacht werden. Durch die Schmiederei, wo zweymal eingeschmolzen wird, wird zwar gutes Eisen erzeugt, es erfordert diese Methode aber zu viele Kohlen und liefert wöchentlich zu wenig Staabeisen und dürfte eine andere Verfrischungsart mit Kohlenersparniß und welche bei größerem Schmiedequantum gleiches Eisen liefert, einzuführen seyn.


[IV.] Handelsverhältnisse

Das Eisen, welchen von dem Briloner Stabeisen verfrischt wird, geht als Staabeisen über Lippstadt und Soest in die Gegenden von Münster und Ostfriesland und nur ein Theil davon wird im Assinghauser Grund von 4–500 Nagelschmieden verarbeitet.

Das Eisen des Stockumer Reviers geht größtentheils in die Grafschaft Mark und in das Bergische und wird auf den dortigen Eisenfabriken weiterverarbeitet. Das Staabeisen, welches auf den Hallenberger, Sittlinghauser und Sorperhammer von fremden Roheisen gemacht wird, wurde früher in das Kurfürst(lich) Hessische verkauft, welches Land aber jetzt die Einfuhr des fremden Eisens verboten hat, wodurch jene Hämmer jetzt beinahe keinen Absatz haben. Durch die Einfuhr des schwedischen Eisens ins Münstersche und selbst bis Lippstadt und durch den so geringen Preis, zu welchen es verkauft wird, ist der Eisenhandel des hiesigen Landes sehr gesunken und vorzüglich jenes der Briloner Gegend sehr eingeschränkt. Bei denen hohen Preisen der Kohlen, welcher selbst noch immer steigen und bei der unvollkommenen Einrichtung des Hütten und Hämmer, sind die Gewerken nicht im Stande, gegen jenes Eisen Preis zu halten. Und wenn das fremde Eisen nicht verboten oder mit hohen Abgaben belastet wird, so ist der Untergang der hiesigen Werke vorauszusehen. Insbesondere ist dies bei denen Briloner der Fall. Das Stockumer Revier hat immer noch Absatz in die Fabriquengegenden, indem das schwedische Eisen für viele Verarbeitungen zu weich ist, und leidet nur durch den geringen Preis.

Zur Verbesserung des Hütten- und Hammerwesens werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen: eine Erhöhung der Hochöfen, ein stärkeres Gebläse, ein Verbot des fremden Eisens, der Einsatz von Steinkohlen in Flammöfen statt Holzkohle; der Transport zu Land über Fuhrleute oder zu Wasser durch Schiffbarmachung der Lippe.


Eslohe [im] May 1816
Buff, Bergmeister


PROVENIENZ  Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
BESTANDOberbergamt Bonn
SIGNATUR5, fol. 33-54v [= STAMS Slg. Fot. 128]


QUELLE    Reininghaus, Wilfried / Köhne, Reinhard | Berg-, Hütten- und Hammerwerke im Herzogtum Westfalen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit | S. 555-565


FORMALBESCHREIBUNG[uFN1] Bei Ramsbeck. [uFN2] Bei Schmallenberg-Brabecke. [uFN3] Lage unbekannt, evtl. Bockenberg bei Marsberg? [uFN4] Balve-Langenholthausen. [uFN5] Sundern-Wulfringhausen. [uFN6] Wohl Meschede-Berge. [uFN7] Meschede-Wallen. [uFN8] Lage unbekannt. [uFN9] Bergwerk Weidmicke bei Wildewiese. [uFN10] Bei Sundern-Röhrenspring. [uFN11] Bei Sundern-Meinkenbracht. [uFN12] Bei Sundern-Linneperhütte. [uFN13] Wortbedeutung: Ergänzung. [uFN14] Bei Mechernich. [uFN15] Wortbedeutung: Bauten. [uFN16] Bei Meschede-Wehrstappel. [uFN17] Meschede-Löttmaringhausen. [uFN18] Olsberg-Gevelinghausen. [uFN19] Winterberg-Siedlinghausen. [uFN20] Olsberg-Wulmeringhausen. [uFN21] Hemer-Sundwig.


PROJEKT    Montanwesen im Herzogtum Westfalen
SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Typ1.3   Einzelquelle (in Volltext/Regestenform)
Zeit3.7   1800-1849
Ort2.45   Westfalen, Hztm. < - 1802>
Sachgebiet10.14   Montanindustrie
10.15   Handwerk, Handwerker
DATUM AUFNAHME2008-02-12
AUFRUFE GESAMT1912
AUFRUFE IM MONAT10