QUELLE

DATUM[um 1530]
TITEL/REGESTHermann V. von Wied, Erzbischof von Köln und Kurfürst, privilegiert wegen der Wasserhaltungsprobleme 16 Gewerken mit Erbstollenrecht am Erbenstein im Kirchspiel Stockum
TEXTWir Herman von gotts gnaden Ertzebischoff zu Colne und Churfürst (etcetera) doen kunt vor jdermannichlich, die dussen breff sehen und vurkumpt: Dwiele wir heven gesehen und gehort, das unser bergwerck in unserm fürstenthumb und hertzogthumb zu Westvaln in unserm kerspel von Stocken gelegen, gnant der Ervenstein, gantz vorgencklich ist worden und nit moglich, darvorder sunder einer aickedrucht und erffstollen darin thevoren gar uth tho gewunnen, unß, unßern stifften und armen luden bißher tho merckligen schaden und nachdele gerechet, dat selve angemercket, dat sodane schatt von blye in der erden nicht vorhollen blive und unß, unser stifft und undersathen tho nutte und besten keme, haven wir unsern leven andechtigen und getruwen hern Adrian Tutell, abt tho Wedingkhusen, Hermannus von dem Nienhoue, provest zu Olinghusen, Hennrich von Plettenbergh, provest tho Keiserwerde und domher zu Münster, Hermannus Willeken, pastor tho Stocken, Antonius Smet, pastor tho Lintloe, Johanne Anndree, landtschriver tho Arnnsberg, Thonies Kremer thom Grevenstein, Bernhardt Kremer tho Arnsberg, Jasper Buißemann, mester, Peter Groß von Sgerleßen, [1] Johan von Leveringchusen tho Nehem, Berndt von Seetfelde, richter tho Stocken, Johann Budden thom Sundern, Johann Koster tho Stockem, Hanns Evermann tho Holthusen [2] und Gerde Kottmann, burger tho Arnnsberg, sie, ere nakoemlinge, erven und anerven tot den ewigen dagen mit einer erfstollen funtgroven und gerechticheit tot demselven berge belehent und belenen in craifft dieses breves tot den ewigen dagen, so sich na unser landt art aldar thor stede eget und na bergrecht eget und gebort, dieselven akedrucht und stollen tho foiren und den berg dat watter affthodriven und to nehmen doit men de berge bearbeden und die blyertze und anders sunder behindernisse des waiters daruth winden mege und wan dat geschuit und geschen ist, sollen die vurgen[anten] gewerkner und stollenhern van dem vurg[enanten] Ervensteine den negeden syntener blyes, wan unser tzende darvon zuvorn uthgenomen ist, heven und boiren, dair er beste mede theden sunder unß, unser nakomelinge und stifft insage eder wedermoit, hirinne idermanne vurbeholden syner gerechticheit des sollen die stollenhern und gewerckenhern, eren nakomelingen erven und anerven widderumb verplicht und verbunden syn, den stollen und aickedrucht tot den ewigen dagen in gebuwe und timmer holden, darmit die watergenck syne aveganck hebben und beholden moge und wan dat nit en geschege, dat doch nit syn sall, sollen sie alsdan des negeden sintener blyes berovet syn, by und aff sein sunder argelist.

Dwiel wir nu haven den grossen fless und arbeit angemirckt, die itzundt in den stollen gescheet und noch gescheen will, haven wir die meher gedachten gewerckener und stollenhern die gnade gegeven und geven, wes sie so in den stollengenge an blyertze in zwen jaren na datum dusser verschrivonge gewunnen, den tzehenden uns davon geburt, thobehoiff der unkost gnediglich willen teken, die tziit lanck woillen laten und so sich die tidt noch durch hardicheit des steheins vorwielde, nit durch enqueme und in stollen wyder ertzen overquemen sollen, sie uns und unsern nakomelyngen bis so lange sie durchkomen, den XXten syntener tho thenden geven und sobalde sie durchkommen, sollen sie unß und unsern nakomelingen und stiffte den theinden syntener, wie ander bergluide doin und gewonntlich ist, geven und volgen dets hen und so die stollenhern und gewerckener fre medeknechte antonemen von noiden were und unse underthein sich nit so sich na bergen ordenunge gebort hebben worden, sall und mach unser bergvogt und holdtfürster, die wir itzundt haven adir setten werden, die macht haven, die selven mit geberde bis an uns na notturft .... [verschrieben], in dem sie sich oich geleidtlich holden und einen iderman gliech und recht doin sunder argelist.

Dit alle begern und bitten U[wer] Churf[ürstlich] G[naden] gewerckener to lengen und to korten na U[we]r Churfürstlich gvallen und mit U[we]r Churf[ürstlich] Gnaden domcapitell siegeln gnediglich mechte versiegelt werden.


PROVENIENZ  Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
BESTANDKurköln II
SIGNATUR843, fol. 14f.


QUELLE    Reininghaus, Wilfried / Köhne, Reinhard | Berg-, Hütten- und Hammerwerke im Herzogtum Westfalen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit | S. 447f.


FORMALBESCHREIBUNG[uFN1] Verschreibung des Ortsnamens? [uFN2] Sundern-Dörnholthausen.


PROJEKT    Montanwesen im Herzogtum Westfalen
SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Typ1.3   Einzelquelle (in Volltext/Regestenform)
Zeit3.1   1500-1549
Ort1.7.11   Sundern Sauerland, Stadt
Sachgebiet10.14   Montanindustrie
DATUM AUFNAHME2008-02-05
DATUM ÄNDERUNG2010-08-06
AUFRUFE GESAMT959
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