MEDIEN

(80 KB)   Haus Büren (oben), Jesuitenkolleg Büren (Mitte, unten) / Münster, LWL-Medienzentrum für Westfalen/J. Klem   Haus Büren (oben), Jesuitenkolleg Büren (Mitte, unten) / Münster, LWL-Medienzentrum für Westfalen/J. Klem
TITELHaus Büren (oben), Jesuitenkolleg Büren (Mitte, unten)


INFORMATIONIm Paderborner Land erfuhren die Jesuiten frühzeitig Respekt und Anerkennung ihrer Schulform, so daß die Kinder namhafter Familien aus den politisch führenden Adels- und Bürgerschichten den katholischen Schulunterricht besuchten. Allmählich wuchs eine neue Generation heran, die sich im katholischen Glauben heimisch fühlte (vgl.  Bild 6).

Unter den Schülern des Paderborner Jesuitengymnasiums war auch der Edelherr Moritz von Büren (1604-1661). Er sollte zwar nach dem Willen seines calvinistischen Vaters Joachim von Büren und seines prominenten Taufpaten, des Grafen Moritz von Hessen eine andere Erziehung erhalten, aber die Mutter Elisabeth, geb. von Loe, war 1613, drei Jahre nach dem Tod des Ehemanns zum katholischen Glauben übergetreten und förderte nun eine katholische Unterweisung ihres Sohnes. Pläne ihrer calvinistischen Verwandten für die weitere universitäre Ausbildung Moritz' in Marburg lehnte sie ab und schickte ihn stattdessen an das Kölner Jesuitenkolleg, wo er seine Studien abschließen konnte. 1621 siedelte er nach Douai in Frankreich zum Studium der Rechtswissenschaften. In dieser Zeit faßte Moritz den Entschluß zum Eintritt in den Jesuitenorden, obwohl die Mutter für ihn als einzigem Erben und Stammhalter des Adelsgeschlechts Heiratspläne verfolgte (vgl.  Bild 7 und  Bild 11). Moritz hielt sich lange Zeit in Frankreich, Spanien und Italien auf, wurde von König Ludwig XIII., von Papst Urban Vlll. in Audienz empfangen und war am spanischen Königshof ein gerngesehener Gast. Auf den Rat des Jesuitengenerals P. Mutius Vitelleschi studierte er in Rom Kirchenrecht. Als er 1625 nach Büren zurückkehrte, hatte er für seine Reisen die Geldsumme von 100.000 Talern ohne Schwierigkeiten aus seinem großen Privatvermögen bestritten. Es folgte eine glanzvolle Juristenkarriere, u. a. 1629 als Präsident des Reichskammergerichts in Speyer, als der er sich Anerkennung der Katholiken und der Protestanten erwarb. Nach dem Tod seiner Mutter im Jahre 1632 war der Weg für den Ordenseintritt frei. - In seinem Testament aus dem Jahre 1640 bestimmte er den Jesuitenorden zum Erben mit der Auflage, ein Kolleg/Studienhaus und eine Kirche in Büren zu errichten.

Die Edelherren von Büren waren das bedeutendste Adelsgeschlecht im Paderborner Land (vgl.  Bild 7 und  Bild 11). Ihr Übertritt zum katholischen Glauben hatte eine Signalwirkung auf die übrigen Adelsfamilien. Die testamentarische Stiftung Moritz' von Büren befestigte die katholische Reform. Auf dieser Grundlage konnten die Jesuiten in Büren 1651 eine Niederlassung nach Paderborner Vorbild gründen.

Auf dem Burggelände der Edelherren von Büren (siehe oben) wurde der Bau des Jesuitenkollegs 1719 begonnen und nach Plänen von Heinrich Roth, Gottfried Laurenz Pictorius und des jungen Johann Conrad Schlaun unter Leitung des Laienbruders Ambrosius Brandhauer 1728 abgeschlossen (spätere Umbauten 1825, 1834, 1890/1894). Eine stattliche Dreiflügelanlage umschließt Ehrenhof (50 x 40 Meter). Die Anlage ist dreigeschossig und wird durch einen Mittelrisalit und durch plastische Fensterumrahmungen gegliedert (Mittelbild). - In den Jahren 1754 bis 1772 folgte der Kirchenbau "Maria Immaculata" - letztes, trotz verschiedener Kriegswirren unversehrtes Zeugnis der Kirchenbaukunst der Jesuiten in Westfalen an der Schwelle vom Rokoko zum Klassizismus (siehe unten). [1] Der Kontrast zwischen alter und neuer Ansicht läßt auf den imposanten Eindruck schließen, den die "modernen" Gebäude auf Zeitgenossen ausübten.



(Abb. aus: J. Körner [Bearb.], Kreis Büren, Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Münster 1926)


[1] Schmitz, Kirchenbaukunst, S. 473, vgl. S. 481.


TECHNIKFoto
FORMATjpg


FOTO-PROVENIENZMünster, LWL-Medienzentrum für Westfalen/J. Klem


QUELLE    Vogt, Arnold | Die Gegenreformation im Paderborner Land | Dia 12, S. 43-45
PROJEKT    Diaserie "Westfalen im Bild" (Schule)

SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Typ35   Bildmaterial (Reproduktion, Foto)
Ort2.7   Büren, Herrschaft < - 1661>
2.28   Paderborn, (Fürst-)Bistum < - 1802>
Sachgebiet16.6.5   Domkapitel / Klöster / Stifte, Klosterleben
DATUM AUFNAHME2004-02-26
AUFRUFE GESAMT3017
AUFRUFE IM MONAT22