EREIGNIS

JAHR850   Suche
TITELCorveyer Heliand-Handschrift


INFORMATIONIm Weserkloster Corvey entsteht um 850 eine Handschrift des Heliand, der volkssprachlichen Übersetzung und Umdichtung einer Evangelienharmonie des Syrers Tatian (2. Jahrhundert). Der Dichter, der zur Zeit Kaiser Ludwigs des Frommen (reg. 814-840) oder König Ludwigs des Deutschen (reg. 840/43-876) schreibt, bietet mit dem Heliand für ein Publikum aus Laien und Geistlichen eine Gesamtschau der Ereignisse des Neuen Testaments, umgeformt zu zeitgenössischen Gegebenheiten. Der Heliand ist - abgesehen von wenigen Glossen, Sprüchen und Beichtformelen - der einzige umfangreiche literarische Text in altsächsischer Sprache.

Als Heliand-Dichter identifiziert die historische Forschung u.a. den Fuldaer Mönch Gottschalk den Sachsen. Gottschalk (806/08-876/80), ein Sohn des sächsischen Grafen Berno, ist bekannt durch seine Lehre von der doppelten Prädestination. Die Lehre wird auf der Mainzer Synode (848), Gottschalk selbst auf der Synode von Quierzy (849) zu strenger Klosterhaft in Orbais verurteilt. In Gottschalks letzten Lebensjahrzehnten entstehen grammatikalische und theologische Schriften.


SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Zeit2.8   850-899
Ort2.8   Corvey, Reichsabtei / FBtm. / Ftm. < - 1815>
2.38   Sachsen, Hztm. < -1180>
Sachgebiet15.7   Literatur, Schriftstellerin/Schriftsteller
16.1   Religion und Kirche / Allgemeines
16.6.5   Domkapitel / Klöster / Stifte, Klosterleben
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