EREIGNIS

JAHR610   Suche
TITELFränkisch-sächsisches Gräberfeld von Beckum


INFORMATIONIm frühen 7. Jahrhundert erfolgt auf dem Gräberfeld in Beckum die Körperbeisetzung eines hoch gewachsenen, rund fünfzigjährigen Mannes, der offensichtlich zur damaligen sozialen Oberschicht gehört. Das Grab zeichnet sich durch umfangreiche Beigaben aus; u.a. sind dem Toten sein Schild, eine Lanze, ein fränkischer Wurfspieß (Ango), ein Sax und ein prächtiges Ringknaufschwert beigegeben. Hinzu kommen ein mit goldenen und silbernen Zierblechen versehenes Holzschälchen, drei goldene Riemenschnallen, eine große Bronzeschale, ein Spitzbecher aus Glas und eine Nachprägung einer Goldmünze Kaiser Justinians (reg. 527-565). Der Tote liegt in einem Sarg, der Sarg ist in einer großen Grabgrube eingelassen, das Grab ist süd-nördlich orientiert und umgeben von acht Pferdegräbern. Es bildet den Anfang einer kleinen Gräbergruppe.

Alles weist auf eine sächsische Bestattung hin, zumal sich rund 200 Meter von der sächsischen Gräbergruppe entfernt Gräber befinden, die stark fränkisch betont sind und die dem reich ausgestatteten Grab zeitlich unmittelbar vorausgehen. Die Grablege des Sachsen erweist sich somit als Dokument sächsischer Expansion bis hin zur Lippe an der Wende vom 6. zum 7. Jahrhundert.


SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Zeit2.3   600-649
Ort1   Westfalen/-Lippe (allg.)
2.38   Sachsen, Hztm. < -1180>
3.8.2   Beckum, Stadt
Sachgebiet1.2   Archäologie
AUFRUFE GESAMT1810
AUFRUFE IM MONAT17