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(92 KB)   Werkzeugherstellung in der Steinzeit: Streitaxt (Jungsteinzeit, Schnurkeramikkultur), Fundort: Auf der Haar bei Werl / Münster, Westfälisches Museum für Archäologie   Werkzeugherstellung in der Steinzeit: Streitaxt (Jungsteinzeit, Schnurkeramikkultur), Fundort: Auf der Haar bei Werl / Münster, Westfälisches Museum für Archäologie
TITELWerkzeugherstellung in der Steinzeit: Streitaxt (Jungsteinzeit, Schnurkeramikkultur), Fundort: Auf der Haar bei Werl


INFORMATIONDie vollendet geformte Streitaxt aus einem Grabhügel bei Werl läßt die Möglichkeiten der hochentwickelten Techniken der Steinbearbeitung in der Jungsteinzeit deutlich werden. Zwar wird auch hier die Fertigung der Rohform durch Schlag oder in der Picktechnik erfolgt sein, doch sind die Spuren dieser Bearbeitung auf der vollkommen gleichmäßig glatt geschliffenen Oberfläche nicht mehr zu finden. Die herabgezogene, ebenmäßig geformte Schneide ist scharfkantig geschliffen, während der hintere Teil der Streitaxt zu einem hammerartigen Ende abgestumpft und leicht gerundet wurde. Die ansonsten sehr schlanke Formgebung zeigt in der Umgebung der Bohrung eine Verbreiterung, um in diesem kritischen Bereich durch größere Materialstärke die Haltbarkeit zu erhöhen. Die Streitaxt wurde vollständig durchbohrt, wie im Schatten unterhalb des Geräts zu erkennen ist. Am Schaftloch selbst sind noch die Spuren des Bohrvorgangs, die Bohrrillen zu sehen, die von den scharfkantigen Sandkörnern während des Bohrens in die Wandung eingeschliffen wurden (vgl. Bild 9  Medien). Ob die Bohrung als Vollbohrung oder als Hohlbohrung ausgeführt wurde, ist am vollständig durchbohrten Gerät nicht mehr ablesbar.

Die glatte, schlanke Form der gegen Ende der Jungsteinzeit gefertigten Streitaxt erinnert bereits an einen anderen Werkstoff als Stein, an das Metall. Dem Hersteller dieser Streitaxt waren offensichtlich bereits erste Metallwerkzeuge aus Kupfer oder Bronze bekannt. Auffällig ist auch der auf dem Rücken der Streitaxt hervortretende Grat, die im Steinschliff nachgeahmte Gußnaht einer Metallaxt.

Die Konkurrenz der begehrten und anfangs sicher seltenen Metallwerkzeuge führte zur Nachahmung der Metallvorbilder in Stein, wobei zugleich die Grenzen der Steinbearbeitung erreicht wurden. Die Streitaxt kennzeichnet somit bereits das Ende der Jungsteinzeit und den Übergang zur Bronzezeit. Vor allem in metallarmen Gegenden - wie Westfalen - existierten die Steinwerkzeuge jedoch noch lange Zeit neben vereinzelten Kupfer- und Bronzewerkzeugen.


TECHNIKFoto
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OBJEKT-PROVENIENZMünster, Westfälisches Museum für Archäologie


QUELLE    Wiechers-Weidner, Renate | Werkzeugherstellung in der Steinzeit | Dia 12, S. 30f.
PROJEKT    Diaserie "Westfalen im Bild" (Schule)

SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Typ35   Bildmaterial (Reproduktion, Foto)
Zeit1.3   Jungsteinzeit (Neolithikum)
Ort1.11.13   Werl, Stadt
DATUM AUFNAHME2004-02-25
AUFRUFE GESAMT3944
AUFRUFE IM MONAT4