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(83 KB)   Fahne mit dem Bild der Germania: "Gott war mit uns. Ihm sei die Ehr!" / Köln, Kölnisches Stadtmuseum / Münster, Landesmedienzentrum für Westfalen/E. Tschich   Fahne mit dem Bild der Germania: "Gott war mit uns. Ihm sei die Ehr!" / Köln, Kölnisches Stadtmuseum / Münster, Landesmedienzentrum für Westfalen/E. Tschich
TITELFahne mit dem Bild der Germania: "Gott war mit uns. Ihm sei die Ehr!"
DATIERUNG1871 [nach]
GEOPOSITIONGoogle Maps OSM | 51.745228273865200 (NS), 8.712327182292938 (EW) (exakt)


INFORMATIONVon den zahlreichen nationalen Identifikationsfiguren des 19. Jahrhunderts wie Hermann der Cherusker (Arminius) oder Siegfried konnte sich nach 1871 die Germania als die Personifikation des neugegründeten deutschen Reiches durchsetzen. Auch andere europäische Nationen schufen sich weibliche Symbolfiguren, so die" Italia" oder die Marianne als "La France".

Auf der abgebildeten Fahne blickt Germania, umrankt von einem Lorbeerkranz vom Rheinufer nach Westen in Richtung des besiegten Frankreichs. In Angriffspose hält sie das Schwert in der Rechten und stützt sich mit der linken Hand auf einen Schild, auf dem der Reichsadler abgebildet ist. Mit der Germania wird der Mythos der deutschen Einheit beschworen; einer Einheit, die durch die "Blut und Eisen"-Politik Bismarcks gewaltsam zustande kam. Die vier Jahreszahlen geben die Stationen auf diesem Weg an:
1864 
Krieg gegen Dänemark um die Herzogtümer Schleswig und Holstein, die nach der dänischen Niederlage zwischen Österreich und Preußen aufgeteilt wurden. 
1866 
Krieg gegen Österreich. Mit der Niederlage Österreichs in der Schlacht bei Königsgrätz am 03.07.1866 war der Deutsche Bund aufgelöst: Österreich wurde aus Deutschland ausgegrenzt; Preußen "rundete" sein Staatsgebiet ab und annektierte Hannover, Hessen-Kassel, Nassau, Frankfurt sowie Schleswig und Holstein. 
1870 
Krieg gegen Frankreich. Am 02.09.1870 erfolgte der triumphale Sieg der deutschen Truppen bei Sedan. Dieser Tag wurde zum nationalen Gedenktag. Die französische Armee kapitulierte. Der französische Kaiser war gefangen. Es folgte der deutsche Vormarsch auf Paris, wo inzwischen die Revolution ausgebrochen war. 
1871 
Im Januar kam es zum Waffenstillstand. Am 18.01.1871 wurde der preußische König Wilhelm 1. im Spiegelsaal von Versailles zum Deutschen Kaiser proklamiert. 


Dem aufbrechenden Patriotismus als eine Woge nationaler Begeisterung konnte sich in Deutschland kaum jemand entziehen. Einen authentischen Eindruck der damaligen Stimmung vermittelt ein zeitgenössisches Gedicht des westfälischen Dichters Ferdinand Freiligrath:
Hurra, Germania!

Hurra, du stolzes schönes Weib,
Hurra, Germania!
Wie kühn mit vorgebeugtem Leib
Am Rheine stehst du da!
Im vollen Brand der Juliglut,
Wie ziehst du rasch dein Schwert!
Wie trittst du zornig frohgemut
Zum Schutz vor deinen Herd!
Hurra, hurra, hurra!
Hurra, Germania!

Für Heim und Herd, für Weib und Kind,
Für jedes teure Gut,
Dem wir bestellt zu Hütern sind
Vor fremdem Frevelmut!
Für deutsches Recht, für deutsches Wort,
Für deutsche Sitt' und Art, -
Für jeden heil'gen deutschen Hort,
Hurra! zur Kriegesfahrt!
Hurra, hurra, hurra!
Hurra, Germania!


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OBJEKT-PROVENIENZKöln, Kölnisches Stadtmuseum
FOTO-PROVENIENZMünster, Landesmedienzentrum für Westfalen/E. Tschich


QUELLE    Roerkohl, Anne | Der Kulturkampf in Westfalen | Dia 01, S. 14f.
PROJEKT    Diaserie "Westfalen im Bild" (Schule)

SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Typ35   Bildmaterial (Reproduktion, Foto)
Zeit3.8   1850-1899
DATUM AUFNAHME2004-02-04
DATUM ÄNDERUNG2025-02-07
AUFRUFE GESAMT470