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Grabstätte des Reichskanzlers Heinrich Brüning auf dem Zentralfriedhof in Münster / Marcus Weidner
FAMILIEBrüning
VORNAMEHeinrich
TITELProf. Dr. rer. pol.
BERUF / FUNKTIONPolitiker, Reichskanzler


GESCHLECHTmännlich
GEBURT DATUM1885-11-26   Suche
GEBURT ORTMünster
TAUFNAMEHeinrich Aloysius Maria Elisabeth
KONFESSIONkath.
TOD DATUM1970-03-30   Suche
TOD ORTNorwich/USA
BEGRÄBNIS ORTMünster, Zentralfriedhof


VATERBrüning, Friedrich Wilhelm (1827-1887)
MUTTERBeringhoff, Bernardine (1846-1924)


BIOGRAFIEPolitiker, die das Prädikat Staatsmann verdienen, hat Westfalen im 19./20. Jahrhundert nur wenige hervorgebracht. Überraschend klein - etwa im Vergleich zum Rheinland - ist auch die Zahl derjenigen Politiker und Parlamentarier, die vor und nach 1918 in Berlin ein Ministeramt im Reich (im Wilhelminischen Deutschland: das Amt eines Staatssekretärs an der Spitze eines Reichsressorts) oder in Preußen innehatten. Von den zwanzig Reichskanzlern zwischen 1871 und 1933 stammten nur zwei aus Westfalen: Heinrich Brüning und sein Nachfolger Franz von Papen. Beide kamen aus der Zentrumspartei, zu deren konservativem Flügel sie gehörten, unterschieden sich jedoch von Grund auf in ihrer politischen Zielsetzung, Staatsanschauung und Regierungsführung.

Die Frage nach der westfälischen Komponente im Lebenswerk des aus Münster gebürtigen Heinrich Brüning ist nicht leicht zu beantworten, da er nach seiner Schulzeit in Münster seine Heimatstadt und Provinz nur noch besuchsweise wiedergesehen hat. Gleichwohl hat er unbeschadet seines beruflichen und politischen Aufstiegs in Berlin und später seines Emigrationsschicksals in Europa und in den USA an Münster und an Westfalen gehangen. Es entsprach seinem letzten Willen, auf dem Friedhof seiner Heimatstadt begraben zu werden. Der Politiker Brüning ist ohne die Kenntnis seines westfälischen Hintergrunds und seines heimatlichen Erbes nicht zu verstehen.

Das gilt unbeschadet der Tatsache, daß er sich in seinen Memoiren, die 1970 posthum erschienen sind, über Herkunft und Jugend, über die geistige Prägung und den privaten Bereich seines Wirkens ausschwieg. Er erwähnte nicht einmal die Tatsache, daß ihm die Stadt Münster am 14.06.1932, zwei Wochen nach seinem Sturz als Regierungschef, das Ehrenbürgerrecht verliehen hat - eine noble Geste, die der Exkanzler damals dankbar registrierte. Zurückhaltung und Verschlossenheit blieben Brüning zeitlebens eigen. Sie kennzeichnen ihn als Sohn des Münsterlandes.

Heinrich Brüning ist Münsteraner in doppeltem Sinne: durch Geburt und durch Herkunft aus einer eingesessenen katholischen Familie. Sein Großvater Bernhard Anton Brüning (1785-1839) kam vom Stammhof der Schulte-Brünings in der Bauerschaft Kinderhaus vor den Toren Münsters in die Stadt, wo er sich eine Tabak- und Essigfabrik aufbaute. Er heiratete 1811 die Tochter einer alten Patrizierfamilie aus der Goldschmiedezunft. Deren Sohn Friedrich Wilhelm (1827-1887), das jüngste von 13 Kindern, erlernte nach dem "Einjährigen" das Handwerk eines Feinmechanikers und arbeitete zwei Jahrzehnte lang in Wien. Nach Münster zurückgekehrt, heiratete er 1873 Bernardine Beringhoff aus dem Kirchspiel St. Servatii (1846-1924), die Tochter einer Familie aus altem Osnabrücker Bürgeradel.

Er teilte sich mit seinem Bruder das väterliche Unternehmen, übernahm die Essigfabrikation und eröffnete einen kleinen Weinhandel. Dabei betätigte er sich als sein eigener Vertreter und ging weit über Land. Aus dieser Ehe stammte Heinrich Brüning, der mit vollem Vornamen Heinrich Aloysius Maria Elisabeth hieß. Er wurde am 26.11.1885 in der Stubengasse 34 im Ludgeri-Viertel geboren, die seit seinem 80. Geburtstag im Jahre 1965 seinen Namen trägt, und war das jüngste von sechs Kindern; drei von ihnen starben in jungen Jahren.

Heinrich Brüning stammte aus der zweiten städtischen Generation seiner Familie. Er zählte erst anderthalb Jahre, als sein Vater starb, der seiner Familie in Gestalt zweier Häuser einen bescheidenen bürgerlichen Wohlstand hinterließ. So wuchs Heinrich, in der Familie Harry genannt, ohne väterliche Erziehung heran. Der um zehn Jahre ältere Bruder Hermann Joseph (1876-1924), eine ungemein tatkräftige Persönlichkeit, wurde sein Vorbild und gewann großen Einfluß auf den Lebensweg des jüngeren Bruders. Er wirkte später als Missionsgeistlicher in Übersee und in den Jahren vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs als Seelsorger in England. Die um fünf Jahre ältere Schwester Maria (1880-1955) trat als Fürsorgerin in den Dienst der Stadt Münster. Alle drei Geschwister blieben unverheiratet.

In Heinrich Brüning, der als Junge schmal und zart wirkte, dominierte das schwerblütige Heimaterbe der Eltern. Die Mutter war eine kluge, energische und fromme Frau. Das jüngste ihrer Kinder, Heinrich, wurde mit sieben Jahren durch einen Unfall verletzt und bedurfte jahrelangen Trainings, um wieder gesund zu werden. Seiner Kurzsichtigkeit wegen mußte Brüning bereits früh eine Brille tragen. Mit Hilfe einer außergewöhnlichen Energie und Zähigkeit, Grundzüge seines Charakters, vermochte er bis in sein Alter hinein eine bemerkenswert große Zahl von Unfällen und Krankheiten zu überstehen.

Die Schulzeit in dem traditionsreichen Gymnasium Paulinum in Münster bereitete ihm keine Schwierigkeiten. Eine mathematische Begabung war unverkennbar. Die Ferien verbrachte er häufig bei Bekannten in der Normandie, wo ihn die Aversion der "Provinz" gegen die Pariser Advokaten-Politiker nachhaltig beeindruckt zu haben scheint. Ende 1929, nach seiner Wahl zum Fraktionsvorsitzenden des Zentrums, schrieb die ihm wohlmeinende Berliner Zeitschrift "Das Staatsschiff": "Mit welchem Erfolg er das Gymnasium Paulinum besuchte, ist dieserorts nicht bekannt. Vermutlich hat er eine schwierige Mathematikaufgabe nicht einfach abgeschrieben, wie wir anderen, sondern mit kompliziertesten Formeln (falsch) gelöst."

Brüning war von Haus aus katholisch-konservativ geprägt. Alle bisher zugänglichen Quellen deuten darauf hin, daß er auf dem Paulinum ein Staats- und Geschichtsbild vermittelt bekam, das trotz der westfälischen Distanz zur Hohenzollernmonarchie - einer Folge des Kulturkampfs der Bismarckzeit - preußisch und national geprägt war. Die Noten des Abiturzeugnisses vom 28. März 1904 weisen aus, daß Brüning kein "Überflieger" gewesen ist. Vom Turnen war er auf Grund eines ärztlichen Attests befreit. Dem Zeugnis zufolge hatte der Abiturient die Absicht, Rechtswissenschaft zu studieren. Das tat er jedoch nur ein Semester lang in München. Er ging anschließend an die Reichs- und Grenzlanduniversität Straßburg, wohin der Philosophie-Professor Clemens Baeumker, sein Vetter, von München aus übersiedelte. Außer Philosophie studierte der junge Münsteraner Geschichte, zunächst bei Friedrich Meinecke, sowie Germanistik und Staatswissenschaften.

Dank des Stipendiums einer alten Familienstiftung in Münster konnte Brüning unbeschwert von Prüfungssorgen und Berufswahlproblemen seine Ausbildung fortsetzen. In Straßburg trennte er sich von der farbentragenden katholischen Studentenverbindung Badenia. Geräuschvolle Geselligkeit lag dem stillen und skeptischen Studenten nicht, der das Gespräch im kleinen Kreise suchte. Durch den Historiker Martin Spaten wurde Brüning in seiner preußischen und nationalen Haltung bestärkt.

Schon als Student entwickelte er sich zu einem "gebildeten Bürger" von humanistischer Prägung, mit guten Sprachkenntnissen, Verständnis für Musik und Baukunst sowie literarischen Interessen. In dieser Zeit allerdings verstärkte sich eine bestimmte Seite seines westfälischen Erbteils: eine schwermütige Unentschlossenheit, verbunden mit der Neigung, jeden Entschluß zu komplizieren und Entscheidungen hinauszuschieben. 1911, nach fast siebenjährigem Studium, mußte er buchstäblich dazu gezwungen werden, in Straßburg die Staatsprüfung für das höhere Lehramt abzulegen. Aber noch am Tage seines Examens - dem er versucht hatte auszuweichen - erklärte Brüning, daß er nicht die Absicht habe, in den Schuldienst zu gehen. Er setzte seine Studien fort. Der Schwerpunkt seiner Interessen verlagerte sich jetzt auf das Gebiet der Nationalökonomie, weswegen er an die Universität Bonn übersiedelte. Seine politischen Anschauungen dürften denen des konservativen Zentrumsflügels entsprochen haben. Person und Politik Erzbergers lehnte er ab. Er gehörte zu den Förderern einer ökumenischen Zusammenarbeit. Gedrängt von seinem älteren Bruder Hermann Joseph, der inzwischen als Seelsorger im britischen Industriegebiet Lancashire wirkte, verbrachte Brüning den größten Teil der Jahre 1911 bis 1913 in London und Manchester. Dort lernte er insulare Mentalität, angelsächsischen Parlamentarismus und konservative Tradition bewundern. Er spielte mit dem Gedanken, auf dem Umweg über eine Tätigkeit als Journalist (am liebsten Auslandskorrespondent) zum Theoretiker einer interkonfessionellen konservativen Volkspartei werden zu können. Seinen Englandaufenthalt nutzte er zur Vorbereitung einer volkswirtschaftlichen Dissertation. Sie war im Sommer 1914 fast abgeschlossen, als der Ausbruch des Weltkriegs den Doktoranden zunächst einer Berufsentscheidung enthob. Der 29jährige Student meldete sich als Kriegsfreiwilliger, obschon er wegen seiner Kurzsichtigkeit vom Militärdienst befreit gewesen war. Mit Hilfe eines Verwandten im Offiziersrang gelang es ihm Ende 1914, kriegsverwendungsfähig geschrieben zu werden. Als Berufsziel stand in seinem Soldbuch: Privatdozent. Ein Schritt auf dieses Ziel hin war es, daß Brüning nach elf jährigem Studium 1915 während eines Urlaubs in Bonn zum Dr. phil. promoviert wurde. Das Thema seiner von dem Nationalökonomen Heinrich Dietzel mit "magna cum laude" bewerteten Dissertation lautete: "Die finanzielle, wirtschaftliche und gesetzliche Lage der englischen Privateisenbahnen unter Berücksichtigung der Frage ihrer Verstaatlichung". Der Verfasser war zu dem Ergebnis gelangt, daß das privatwirtschaftlich organisierte englische Eisenbahnsystem dem deutschen Staatsbahnsystem überlegen sei (eine Erkenntnis, von der er später nachdrücklich abrücken sollte). Entscheidender als seine Studienzeit haben Brüning dreieinhalb Jahre Fronteinsatz mit ihren täglichen seelischen und charakterlichen Bewährungsproben geprägt. Seit Ende 1915 war er Leutnant der Reserve in einer jener Maschinengewehr-Scharfschützen-Abteilungen, die als Elitetruppe ständig in unmittelbarer Feindberührung standen. In dieser Stellung entwickelte er eine bisher unbekannte Aktivität und Belastungsfähigkeit; das Erlebnis der Kriegskameradschaft und des selbstlosen Einsatzes auf Befehl prägten sich ihm tief ein. Der Reserveoffizier Brüning bewunderte Hindenburg und Ludendorff; er lehnte die mit der "Friedensresolution" vom Juli 1917 eingeleitete Politik des Zentrums ab. Brüning wurde zweimal verwundet und mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Das Kriegserlebnis wurde für den westfälischen Intellektuellen zum Symbol der "Frontkämpfergeneration zu einem überparteilichen Bindeglied in der späteren politischen Arbeit. Brüning lernte den Wert eines Führer- und Gefolgschaftserlebnisses schätzen, ja überschätzen. Er legte seitdem stets soldatische Maßstäbe an, mit der Folge, daß er sich später damit gegenüber dem alten Reichspräsidenten und Generalfeldmarschall a. D. v. Hindenburg im Nachteil befand.

Der revolutionäre Umsturz vom 09.11.1918 bedeutete für Brüning, der von seiner Truppe zum "Vertrauensrat" gewählt wurde, den Zusammenbruch seines Weltbildes, einen Wendepunkt in seinem Leben. Nur zögernd vermochte sich der 33jährige berufs- und stellenlose Akademiker in der neuen politischen Wirklichkeit zurechtzufinden. Sein Pessimismus verstärkte sich, eine geheime Sehnsucht nach Wiederherstellung der alten "Ordnung" blieb ihm seitdem eigen. Das Wiedersehen mit der von Arbeiter- und Soldatenräten beherrschten Geburtsstadt war für Heinrich Brüning ein schmerzliches Erlebnis. Am 05.12.1918 richtete er eine Bewerbung an den Magistrat der Stadt Münster um eine Anstellung als "Volkswirtschaftler".

Da diese Anfrage keinen Erfolg hatte, festigte sich bei Brüning der Entschluß, seine berufliche Laufbahn in der Reichshauptstadt zu beginnen; zunächst dachte er an die Arbeit in einer Bank. Diese Entscheidung war angesichts der immer wieder aufflackernden revolutionären Unruhen in Berlin für einen Münsteraner, der bisher nur den Westen und Süden des Reiches kennengelernt hatte, alles andere als selbstverständlich. Noch immer deuteten ja Erziehung, Ausbildung und Habitus Brünings auf eine wissenschaftliche Tätigkeit. Der Weg dazu schien offen zu liegen, als sein Doktorvater Professor Dietzel ihm im Dezember 1918 die Habilitation anbot. Doch Brüning lehnte ab: "Ich kann in dieser Zeit, in der unser Volk aufgewühlt und unsicher in die Zukunft blickt, nicht an einem Katheder stehen. Ich muß unter die Menschen gehen, die in Bedrängnis sind!" In dieser Begründung, die zunächst nicht so recht in das Bild des verschlossenen und zurückhaltenden Westfalen zu passen scheint, kommt eine der für Brüning entscheidenden Zielsetzungen seines Lebens zum Ausdruck: Menschen helfen zu können. Dieses Moment begegnet immer wieder bei ihm, auch wenn es nie mehr so klar formuliert werden sollte. Brüning wollte helfen: durch eigenes Vorbild, durch Aktivierung anderer und durch politisches Mitgestalten. Im Frühjahr 1919 schrieb er für Reichspostminister Johann Giesberts in dessen Eigenschaft als Mitglied der deutschen Friedensdelegation eine Darstellung über die Finanzsituation des Reiches. Auf den Rat von Josef Kannengießer hin - wie Brüning Abiturient des Gymnasium Paulinum und damals Vorsitzender der münsterischen Studentenschaft - ging Brüning Anfang März 1919 als Mitarbeiter zu Carl Sonnenschein. Dieser Seelsorger und Berliner "Weltstadtapostel" betreute eine katholische Akademikerhilfe in seinem "Sekretariat sozialer Studentenarbeit" (SSS). Brünings Aufgabe bestand darin, jungen Akademikern, die Soldaten gewesen waren, beim Übergang in Studium und Beruf zu helfen und ihnen gleichzeitig soziales Verständnis zu vermitteln. So abwechslungsreich und anspornend seine Tätigkeit war, so wenig vermochte sich der Westfale Brüning mit der Sprunghaftigkeit des temperamentvollen Rheinländers Sonnenschein anzufreunden. Nach wenigen Monaten spannungsreicher Zusammenarbeit, in der Brüning von Sonnenschein viel weniger geprägt worden ist, als das oft angenommen wird, fand Brüning ein Sprungbrett in das politische Leben. Anfang September 1919 wechselte er in das neu errichtete preußische Wohlfahrtsministerium über. Er wurde persönlicher Referent des Wohlfahrtsministers Adam Stegerwald.

Dieser Zentrumspolitiker bereitete damals den Zusammenschluß aller nichtsozialistischen Gewerkschaften in einem christlich-nationalen Gewerkschaftsbund vor. Bei ihm, dem elf Jahre älteren gebürtigen Franken, lernte Brüning das politische Handwerk. Die Verknüpfung von politischer und gewerkschaftlicher Arbeit wurde für ihn kennzeichnend. Sein politischer Einstand erfolgte im Spätherbst 1920 durch Mitarbeit an dem berühmt gewordenen "Essener Programm" Stegerwalds. Es sollte als Grundlage einer interkonfessionellen und antisozialistischen Sammlungspartei dienen.

Um deren Zustandekommen zu fördern, ließ sich Brüning Ende 1920 dazu bewegen, die Funktion eines hauptamtlichen Geschäftsführers des von Stegerwald geleiteten Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zu übernehmen. Brüning gehörte 1921 zu den Mitbegründern der Berliner Tageszeitung des Gewerkschaftsbundes "Der Deutsche", die er 1924/1925 zeitweise auch redigiert hat.

In seinen Berliner Jahren entwickelte er sich zum Verfechter konservativ-nationaler Staatsgesinnung. Er bekundete eine zunehmende Wertschätzung für die preußische Staatsidee und die hohe Bürokratie. Auf dem ersten Deutschen Studententag in Göttingen 1920 formulierte er in seinem Referat über die Not der Akademiker den Satz: "Die Zeit braucht ein hartes Geschlecht." Dieses "starke und harte Geschlecht" bildete für ihn die Frontkämpfer-Generation. Brüning erkannte früh die Notwendigkeit, die Weimarer Republik in breiteren Volksschichten sozial zu verankern. In der Schaffung eines von ihm idealisierten "deutschen Volksstaats", einer "deutschen Volksgemeinschaft" sah er eine Vorstufe für die Heranbildung einer "christlichen Demokratie". Brüning vermißte bei allzu vielen Bürgern die Einsicht in die Notlage des Reiches, die "restlose Hingabe an sittliche Ideen", wie er bei anderer Gelegenheit schrieb. Während des Ruhrkampfs von 1923 hat der Geschäftsführer des DGB durch Kontakte mit Berliner Militärs und mit Gewerkschaftlern im besetzten rheinisch-westfälischen Gebiet mit dazu beigetragen, den passiven Widerstand zu organisieren. Ein Jahr später, 1924, begann Brünings politischer Aufstieg. Es bedurfte allerdings erheblicher Anstrengungen der Zentrumsführer Stegerwald und Felix Porsch, die auch Brünings Mutter einschalteten - sie starb wenige Wochen später -, um den eigenwilligen Westfalen zur Annahme einer Kandidatur für den Reichstag zu bewegen. Brüning wurde im Wahlkreis 7, Breslau, gewählt, den er bis 1933 vertrat.

Bald wurde deutlich, wie sehr sich der neue Zentrumsabgeordnete mit seinem schlesischen Wahlkreis identifizierte und wie er den Kontakt zu den Wählern, insbesondere im Waldenburger und Neuroder Kohlenrevier, intensivierte. Seine parlamentarische Arbeit ließ ihm Schlesien zur zweiten Heimat werden. Daß der Exkanzler nach Ende des Zweiten Weltkriegs seinen Alterssitz im amerikanischen Bundesstaat Vermont nahm, hing auch damit zusammen, daß ihn die hügelige, ungemein reizvolle Landschaft dieses Gebiets an die seines früheren Wahlkreises erinnerte.

Im Reichstag gelangte Brüning infolge seiner Fachkenntnisse rasch in die Spitzengruppe der Zentrumsfraktion. Er machte sich einen Namen als Sprecher in finanz- und steuerpolitischen Fragen. Eine nach ihm benannte "Lex Brüning" von 1925 setzte die Begrenzung des Aufkommens der Lohnsteuer auf eine bestimmte Höhe fest. Seine Kritik galt dem leichtfertigen Finanzgebaren mancher Finanzminister auch seiner eigenen Partei - insbesondere der 1927 von Heinrich Köhler durchgesetzten Erhöhung der Beamtenbesoldung - und der wachsenden Auslandsverschuldung von Reich, Ländern und Gemeinden, aber ebenso der protzigen Lebenshaltung von "Neureichen" und Inflationsgewinnern. Die Erinnerung an die verheerenden sozialpolitischen und moralischen Folgen der Inflation von 1923 begleiteten Brüning als Trauma in seine Regierungstätigkeit. Der nach außen hin wenig hervortretende Abgeordnete, der von 1928-1930 auch dem Preußischen Landtag angehörte, betrachtete es als eine Hauptaufgabe, über die Mitglieder des Deutschen Gewerkschaftsbundes Querverbindungen zu Abgeordneten insbesondere der Rechtsparteien zu pflegen. Er trug auf diese Weise mit dazu bei, unabhängig von den häufig wechselnden Regierungen dauerhafte Koalitionen zur Lösung von Sachfragen zu schaffen. Brüning verfügte als Mitgift seines westfälischen Erbteils über eine ungewöhnliche politische Kombinationsgabe, eine Art, "um die Ecke zu denken", die bei Freunden wie bei Fraktionskollegen, und zwar nicht nur wegen ihrer pessimistischen Grundhaltung, mehr gefürchtet als geschätzt war. Seine Schweigsamkeit und Distanzierung taten ein übriges, den Kontakt mit ihm nicht gerade zu erleichtern. Seine unbestrittenen Kenntnisse, seine persönliche Anspruchslosigkeit und seine politische Sachbezogenheit verschafften ihm Einfluß und Ansehen auch bei der gemäßigten Rechten. Diese Eigenschaften bildeten 1930 die erste Voraussetzung für seine Berufung zum Reichskanzler.

Die zweite Voraussetzung lag in seiner Stellung als Vorsitzender der Zentrumsfraktion des Reichstags, zu dem er am 05.12.1929 einstimmig gewählt worden war, ohne daß er bisher dem Vorstand angehörte. Nach seiner Wahl kommentierte ein dem Zentrumspolitiker wahlgesonnener Journalist aus der Gewerkschaftsarbeit: "Brüning besitzt vielerlei Talente. Aber eines der bemerkenswertesten ist die Fähigkeit, verborgen zu bleiben." Der neue Fraktionschef legte im Januar 1930 sein Amt als Geschäftsführer des DGB nieder, um sich ausschließlich der politischen Arbeit widmen zu können.

Zum Jahreswechsel 1929/1930 war Reichspräsident v. Hindenburg auf dem Wege über den volkskonservativen Reichstagsabgeordneten Gottfried Reinhold Treviranus, der seinerseits General v. Schleicher interessiert hatte, auf Brüning aufmerksam gemacht worden. Die Umgebung des Reichspräsidenten hielt den Zentrumspolitiker für geeignet, die Abfolge der Regierungskrisen beenden und gleichzeitig eine Kabinettsbildung ohne die Sozialdemokratie in die Wege leiten zu können.

Nach zwei Gesprächen mit Brüning am 01.03. und 11.03. faßte ihn der Reichspräsident als Kanzlerkandidat einer nicht parteipolitisch gebundenen, aber stärker nach rechts orientierten Regierung ins Auge. Hindenburgs Umgebung rechnete mit einem baldigen Rücktritt der wenig homogenen Regierung der großen Koalition unter dem schwerkranken sozialdemokratischen Reichskanzler Hermann Müller. Demgegenüber hat Brüning im März 1930 mit seiner Fraktion bis zuletzt versucht, den Rücktritt dieses Kabinetts zu verhindern, der am 27.03.1930 erfolgte. Drei Tage später amtierte der Zentrumspolitiker als Reichskanzler eines "Hindenburg-Kabinetts": auch dieses Mal gerufen und gedrängt, aber zugleich durchdrungen von dem Bewußtsein, die für sein Amt erforderlichen Fähigkeiten und Kräfte zu besitzen.

Die Weimarer Republik war erst elf Jahre alt. Dennoch hatten sich in dieser Zeit bereits neun Reichskanzler mit insgesamt 16 Kabinetten nacheinander abgelöst. Brüning konnte und wollte sich dem Appell des Reichspräsidenten an sein "soldatisches Pflichtgefühl" - wie er einem Freunde schrieb - nicht entziehen. Er war der erste Regierungschef seit Gründung des Reiches, der aus Westfalen stammte. Acht Tage vor seiner Ernennung hatte er in Köln erklärt: "Wir wollen nicht, daß von den letzten Mitteln der Verfassung, des Artikels 48, Gebrauch gemacht wird, solange wie wir noch die eine Hoffnung haben, daß das Parlament und die Parteien ihre Mission nicht selbst verleugnen." Diese Hoffnung mußte Brüning wenige Wochen später begraben. Die Krise des Weimarer Parlamentarismus steuerte ihrem Höhepunkt zu.

Bildung und Arbeitsbeginn der neuen Regierung signalisierten den neuen Kurs, den der Reichspräsident mit der Berufung des westfälischen Zentrumspolitikers anstrebte. Daß es Brüning gelang, innerhalb von zwei Tagen sein Kabinett zu bilden, galt als Sensation. Dabei brauchte er nur drei Minister aus der Regierung seines Vorgängers Hermann Müller auszuwechseln, von denen ihm Hindenburg zwei oktroyierte: den deutschnationalen Landwirtschaftsminister Martin Schiele und den volkskonservativen Minister für die besetzten Gebiete Gottfried Reinhold Treviranus.

Schon einen Tag nach der Kabinettsbildung, am 01.04.1930, trat der Kanzler mit seiner Regierungserklärung vor den Reichstag. Dabei brachte er zum Ausdruck, daß seine Regierung entsprechend dem ihr von Hindenburg erteilten Auftrag - der den Intentionen Brünings entsprochen hatte - an keine Koalition gebunden sei und das Ziel habe, "die nach allgemeiner Auffassung für das Reich lebensnotwendigen Aufgaben in kürzester Frist zu lösen". Wenn Brüning fortfuhr, es werde der letzte Versuch sein, die Lösung zusammen mit dem Reichstag zu suchen, so deutete sich in dieser Warnung bereits an, daß der Reichskanzler entschlossen war, seine Ziele auch dann zu verwirklichen, wenn sich dafür keine Mehrheit finden würde. Er besaß für diesen Fall die Zusicherung Hindenburgs, mit Hilfe der Notverordnungs-Vollmachten der Reichsverfassung zeitweise unter Ausschaltung des Reichstags regieren zu können.

Der 44jährige Reichskanzler begann seine Tätigkeit im Zeichen politischer Übereinstimmung mit dem 83jährigen Reichspräsidenten, der die soldatische Grundhaltung und das preußische Staatsethos des westfälischen Politikers schätzte. Beider Ziel war es, den unstabilen Kurs des Weimarer Parlamentarismus zu stabilisieren, gleichzeitig aber den Schwerpunkt der Regierung nach rechts zu verlagern. Brüning suchte neue verfassungsrechtliche Absicherungen für eine stabilere demokratische Regierungsform. Sein Ziel war keine wie immer geartete Diktatur.

Er übernahm das Amt des Reichskanzlers zu einem Zeitpunkt, in dem die Folgen der Weltwirtschaftskrise nach Deutschland übergriffen. Sein politischer Spielraum war entscheidend begrenzt durch den Young-Plan, dem noch die Regierung Müller zugestimmt hatte, und durch ein hohes Defizit im Reichshaushalt. Diesen Young-Plan hatten Brüning und die Zentrumsfraktion erst akzeptiert, als der Reichstag gleichzeitig eine sofortige Kassensanierung befürwortet hatte. Infolge der Verpflichtungen dieses Vertrags sollte das Reich noch auf Jahrzehnte hinaus hohe Reparationen zahlen, zugleich aber die Parität der Währung unverändert lassen, um den Gläubigerstaaten den unverminderten Wert der deutschen Zahlungen zu garantieren. Infolgedessen durfte die Reichsregierung weder die Reichsmark abwerten noch deren Stabilität durch staatliche Kreditausweitung im Sinne aktiver Konjunkturpolitik zur Arbeitsbeschaffung gefährden.

Der Reichskanzler suchte zunächst durch loyale Erfüllung des Young-Plans die deutsche Vertragstreue zu beweisen und durch eiserne Sparsamkeit auf Kosten der Wirtschaft und des Lebensstandards eine Sanierung der Reichsfinanzen zu erreichen. Auf diese Weise sollte die außenpolitische Handlungsfähigkeit des Reiches wiedergewonnen werden, die Brünings oberstes, sein "nationales" Ziel war. Das Massenelend - bei seinem Amtsantritt gab es bereits 3 Millionen Arbeitslose - sollte dazu dienen, den Westmächten die Unfähigkeit des Reiches zu demonstrieren, weiterhin Reparationen leisten zu können.

Bis zum Auslaufen der Wirtschaftskrise, etwa 1934, galt es, durchzuhalten, um die als schicksalhaft empfundene große "Reinigungskrise" zu bestehen und ein innerlich konsolidiertes und wirtschaftlich wiedererstarktes Deutschland als stärkste Macht des Kontinents aus der Talsohle der weltweiten Krise herauszuführen. Dieser Startvorsprung sollte eine Wiederherstellung der alten Großmachtstellung des Reiches begünstigen.

Diesem außenpolitischen Primat blieb Brünings krisenverschärfende, weil prozyklische Wirtschafts- und Finanzpolitik untergeordnet. Dem Kanzler ging es um die "tatsächliche Anpassung an die Armut der Nation", die jahrelang leichtfertig über ihre Verhältnisse gelebt habe. Mit Hilfe der Deflationspolitik - einer Anpassung an die gesunkenen Löhne und Preise im Weltmarktmaßstab - sollte sich die Wirtschaft gesundschrumpfen. Nach der erhofften Streichung der Reparationen wollte Brüning eine Revision des Versailler Vertrags in die Wege leiten.

Staatliche Mittel zur Kreditausweitung und zur Arbeitsbeschaffung sollten erst dann eingesetzt werden, wenn nach Streichung der Reparationen der Tiefpunkt der Krise durchschritten war. Von dem anschließenden Wiederaufschwung der Wirtschaft und den bis dahin erreichten außenpolitischen Erfolgen erwartete Brüning einen Rückgang der radikalen Parteien im Gefolge einer innenpolitische Konsolidierung. Als Fernziel, aber noch zu Lebzeiten Hindenburgs, erstrebte der Reichskanzler eine Restauration der Hohenzollern-Monarchie, wofür er glaubte, auch auf die Sympathie der Arbeiterschaft rechnen zu können.

Zur ersten Machtprobe Brünings mit dem Parlament kam es Mitte 1930. Als der Reichstag eine Deckungsvorlage der Regierung ablehnte, ließ der Kanzler sein Sanierungsprogramm mittels einer präsidialen Notverordnung in Kraft setzen. Am 18.07.1930 setzte eine knappe Mehrheit des Reichstages diese Notverordnung außer Kraft. Daraufhin veranlaßte Brüning die Auflösung des Parlaments.

Die Neuwahl vorn 14.09.1930 mit ihrem "Erdrutsch" zugunsten der Kommunisten und - mehr noch - der Nationalsozialisten veränderte die politische Landschaft. Hinter der Politik Brünings stand kaum mehr ein Drittel der Wähler. In der Folge mußte er mit Hilfe von präsidialen Notverordnungen regieren, die von der SPD toleriert wurden. In Konsequenz dieser Politik blieb der Reichskanzler, der sich von der Reichswehr gestützt wußte, vom Vertrauen des Reichspräsidenten abhängig. Erst dadurch erlangte die Umgebung Hindenburgs jenen verhängnisvollen Einfluß, an dem Brüning scheitern sollte.

Die Politik des Reichskanzlers stand und fiel mit der Entlastung durch außenpolitische Erfolge. Diese aber stellten sich zunächst nicht ein. Im März 1931 führte der Fehlschlag der Zollunion mit Osterreich zu einem Abzug ausländischen Kapitals. Es kam zum großen Bankenkrach. In dessen Gefolge gelang es im Juli, auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise, vom amerikanischen Präsidenten Hoover ein Zahlungsmoratorium für die deutschen Reparationen zu erreichen. Der Reichskanzler benutzte diese Frist, um durch internationale Sachverständige die Zahlungsunfähigkeit des Reiches feststellen zu lassen und eine Wiederaufnahme der Zahlungen zu verhindern.

Im Oktober 1931 mußte Brüning auf Drängen Hindenburgs eine Kabinettsumbildung vornehmen. Deren Ergebnis war eine stärkere Rechtsorientierung der Regierung. Der Kanzler übernahm zusätzlich das Außenministerium. Er fand in zunehmendem Maße in London und Washington Verständnis und Entgegenkommen für die deutschen Revisionsforderungen. Das aber lag nicht im Sinne seiner innenpolitischen Gegner, die zum Sturmlauf gegen das "Hindenburg-Kabinett" ansetzten und von der Not und Verelendung der Volksmassen profitierten.

Mehr als 6 Millionen Arbeitslose im Frühjahr 1932 signalisierten das Ausmaß der Krise. Brüning aber hielt, ohne Rücksicht auf Popularität und Wählergunst, an seiner Spar- und Deflationspolitik fest und nahm die Zuspitzung der innenpolitischen Gegensätze in Kauf, da er das Ziel der außenpolitischen "Befreiung" des Reiches näher rücken sah. Dabei wußte der Reichskanzler seit dem Herbst 1931, daß er sich auf den alten Reichspräsidenten nicht mehr blindlings verlassen konnte.

General v. Schleicher, Oskar v. Hindenburg, der Sohn und Adjutant des Reichspräsidenten, und Staatssekretär Otto Meissner beeinflußten den Reichspräsidenten, der bei Brüning immer ungeduldiger auf eine Ausbootung der SPD in Preußen und auf die Bildung eines Rechtskabinetts drängte. Hindenburg sah sich in eine zunehmende Frontstellung gegen die ihm nahestehenden "nationalen" Kräfte gedrängt, wie er sie verstand. Er machte es Brüning - zu Unrecht - zum Vorwurf, daß es nicht gelang, die Rechtsparteien für die Wiederwahl Hindenburgs zu gewinnen.

Als der Reichspräsident am 10.04.1932 erst im zweiten Wahlgang die notwendige Stimmenmehrheit zum Sieg über Hitler erreichte, diese Mehrheit aber - in Umkehrung der Situation bei seiner ersten Wahl von 1925 - aus den Anhängern der demokratischen Parteien bestand, kam es zum Bruch. Der vom Reichskanzler mit aufgebaute Mythos Hindenburgs wurde Brüning zum Verhängnis. Abgesehen von Differenzen in der Frage der Osthilfe für den ostelbischen Grundbesitz, des Verbots der SA und der Aufhebung der Entwaffnungsbestimmungen, war der Kanzler dem Reichspräsidenten unbequem geworden. Dessen Umgebung hatte ihm mit Erfolg suggeriert, daß die "unpopuläre Politik" Brünings nicht länger vom Reichspräsidenten verantwortet werden könne. Mögliche Erfolge dieser Politik sollten sich im übrigen nicht mit dem Namen eines katholischen Kanzlers verknüpfen.

Der Entzug des präsidialen Vertrauens bedeutete den Entzug der politischen Basis des Reichskanzlers. Am 30.05.1932 erfolgte in brüsker Form die Entlassung Brünings. Er hatte vergeblich - und in erster Linie auf Hindenburg zielend - drei Wochen zuvor im Reichstag geradezu beschwörend gefordert, "nicht den schwersten politischen Fehler zu machen, den zu machen irgend jemand im Augenblick in der Lage wäre", und nicht die Ruhe zu verlieren, die "an den letzten hundert Metern vor dem Ziele das absolut Wichtigste ist".

Der Reichskanzler ist politisch gescheitert. Die hungernden und radikalisierten Volksmassen standen längst im antidemokratischen Lager. Brüning hat die Gefahr des Nationalsozialismus in verhängnisvoller Weise unterschätzt. Er sah in dieser Bewegung vornehmlich das ihn beeindruckende "nationale Potential", das, wie er meinte, durch staatspolitische Mitarbeit in das "Joch der Verantwortung" gebracht werden müsse.

Brüning hat seinen Sturz, mit dem er seit langem rechnete, mit einem Übermaß von Resignation hingenommen. Ein frostiger Abschied von ganzen dreieinhalb Minuten Dauer war alles, was der Reichspräsident am 30.05.1932 für einen Mann aufbrachte, der auf sein Drängen und in seinem Namen 26 Monate lang einen verzweifelten Kampf nach innen und außen geführt hatte. Im Hause Hindenburg verließ man sich darauf, daß Brüning, der noch am 11.05. im Reichstag warnend erklärt hatte: "Ich habe sehr lange zu vielen Dingen geschwiegen", auch weiterhin schweigen werde. Erst 38 Jahre später, nach dem Tode des Exkanzlers, wurde in seinen Memoiren ein Teil der geschichtlichen Wahrheit enthüllt. Die westfälische Komponente in Brünings Denkweise und Regierungsführung kam in seiner Zurückhaltung und Scheu vor öffentlichem Auftreten zum Ausdruck, in seiner Vorliebe für Gespräche in kleinem Kreise und für den Stil diplomatischer Geheimverhandlungen. Sie äußerte sich in einer gründlichen Prüfung aller Sachfragen, einem Mißtrauen gegenüber Neuem und Unbekanntem - auch gegenüber Personen -, einer grüblerischen Art und einem Zurückschrecken vor rigoroser Handhabung der Macht gegenüber den Gegnern der Verfassung.

Der Publizist Eduard Stadtler hat Brüning den "Typ des westfälischen katholischen Intellektuellen" genannt, der es nicht liebte, "sich zur Schau zu stellen". Wenn in diesem Zusammenhang schließlich noch von der "bewunderungswürdigen seelischen Zähigkeit" und dem "außerordentlichen Geschick in der Einzelberatung, taktischer Gewandtheit und Undurchdringlichkeit", von "unermüdlichem Fleiß und stupender Klugheit" die Rede ist, so sind damit Brünings Haupteigenschaften getroffen. Sie konnten seinen Kabinettskollegen und der hohen Bürokratie in Berlin das Leben sauer machen. Der Kanzler schätzte es nicht, seine Gefühle nach außen sichtbar werden zu lassen. Er lebte nach der Devise "Mehr sein als scheinen" und besaß übrigens kein Verständnis für römisch-rechtliche Deduktionen und wenig Sympathie für deren Träger. Hier liegen die Wurzeln seiner Aversion gegen Kardinalsstaatssekretär Eugenio Pacelli und den Zentrumsführer Prälat Ludwig Kaas, aber genauso für seine kritische Beurteilung der "Zentrumsprälaten".

Brüning war 46 Jahre alt, als er die Reichskanzlei verließ, krank vor Ärger und vor Erschöpfung über das unrühmliche Ende seiner Kanzlerschaft. Dennoch konnte er sich zu Lebzeiten nicht entschließen, die Hintergründe seines Sturzes durch Hindenburg zu enthüllen. Der Exkanzler gehörte zu denjenigen Zentrumspolitikern, die im Herbst 1932 eine Koalition zwischen seiner Partei und den Nationalsozialisten befürworteten, um die braune Bewegung in die staatspolitische Verantwortung zu bringen. Er überschätzte nach wie vor den Einfluß des gemäßigten Flügels der NSDAP um den Abgeordneten Gregor Strasser.

Als Hitler am 30.01.1933 zum Reichskanzler ernannt wurde, lag Brüning krank zu Bett. Er billigte die Entscheidung der Zentrumsfraktion, sich nicht auf ein dubioses Angebot Hitlers einzulassen, das darauf hinauslief, nachträglich in die Regierungskoalition einzusteigen. Im Wahlkampf zur Reichstagsneuwahl, die am 05.03.1933 stattfand, konnte Brüning große persönliche Erfolge verbuchen. Überall, wo er die alte Devise der Zentrumspartei "Für Wahrheit, Freiheit und Recht" zeitgemäß interpretierte, gab es jubelnde Zustimmung. Der "Zentrums-Turm" bewies zum letzten Mal seine traditionelle Stabilität auch angesichts des bereits angelaufenen Terrors der SA.

Um so härter traf Brüning die Forderung der Hitler-Regierung nach einem Ermächtigungsgesetz. Dagegen opponierte er in seiner Fraktion vergeblich, nachdem Hitler beruhigende Zusagen gemacht hatte. Schließlich stimmte auch Brüning am 23.03. dem Gesetz in der verzweifelten Hoffnung zu, damit einen sofortigen Zerfall des Zentrums und ein offenes Terrorregime verhindern zu können. In einem Gespräch mit Hitler am 17. Mai konnte er den Reichskanzler bewegen, eine noch am gleichen Tage im Reichstag abgegebene Erklärung zur außenpolitischen Lage vorsichtiger zu formulieren. Der Exkanzler befürchtete eine bevorstehende Aggression durch Polen und wollte mit der einmütigen Zustimmung des Reichstags zu Hitlers Außenpolitik das Ausland vor militärischem Eingreifen warnen.

Seit dem 05.05.1933 amtierte Brüning als Vorsitzender der Zentrumspartei, nachdem Prälat Ludwig Kaas von einer Reise nach Rom nicht zurückgekehrt war. Dem neuen Parteichef blieb am Ende eines zweimonatigen Opfergangs allerdings nichts anderes übrig, als am 05.07. unter äußerem Druck die Selbstauflösung des Zentrums vorzunehmen. Damit war die politische Arbeit Brünings zum zweiten Mal und jetzt endgültig gescheitert. Der Exkanzler wurde von der Gestapo überwacht und mußte wiederholt seinen Aufenthaltsort wechseln. Trotz seiner tiefen Besorgnis über die Zukunft Deutschlands hoffte er immer noch auf Hindenburg und die Reichswehr.

Im Mai 1934 wurde Brüning gewarnt, daß seine Freiheit bedroht sei. Daraufhin entzog er sich einer drohenden Verhaftung durch die Flucht. Am 21.05.1934, Pfingstmontag, wurde er von dem Berliner Eugeniker Professor Hermann Muckermann nach Emmerich gefahren und von dem Organisten der dortigen Pfarrei St. Aldegundis, Johann Heister, über die Grenze nach Holland gebracht. Nur fünf Wochen später kam es zu der ersten Mordwelle des Hitler-Regimes im Zusammenhang mit dem Röhm-"Putsch".

Für Brüning, der Freiheit und Leben hatte retten können, begannen drei Jahre bitterer Not. Er reiste zunächst ziellos in Europa umher. Über Großbritannien und die Schweiz, wo er 1934/1935 die erste Fassung seiner Memoiren diktierte, gelangte er 1935 in die Vereinigten Staaten. 1939 übernahm er an der Harvard Universität in Cambridge eine Professur für Staatswissenschaften. Seine Vorlesungen galten wirtschaftspolitischen Problemen der Zwischenkriegszeit, eingeschlossen die Jahre seiner eigenen Kanzlerschaft. Bis 1939 konnte er regelmäßige Reisen nach Europa unternehmen. Bei diesen Gelegenheiten traf er sich im Ausland mit alten Freunden, auch mit seiner Schwester Maria, die in Münster als Fürsorgerin tätig war.

In London und Washington hatte Brüning vergeblich vor der Gefahr gewarnt, daß Hitler einen Krieg beginnen könnte. Später scheiterte sein Bemühen, den Plänen Carl Goerdelers, den er 1932 Hindenburg als seinen Nachfolger im Reichskanzleramt vorgeschlagen hatte, ein entsprechendes Echo zu verschaffen. Schließlich mißlang auch seine Absicht, den amerikanischen Präsidenten Roosevelt im Dezember 1939 zu einem allgemeinen Friedensappell zu veranlassen. Spätere Versuche, über Kriegsminister Henry L. Stimson, der während der Kriegsjahre seine schützende Hand über ihn hielt, Vertretern deutscher Oppositionsgruppen in Washington Gehör zu verschaffen, hatten den gegenteiligen Effekt: der Exkanzler wurde von linksstehenden deutschen Emigranten in den USA angegriffen.

Daraufhin zog sich Brüning völlig zurück. Er enthielt sich jeder Stellungnahme über das totalitäre Regime in seiner Heimat - und später auch über die Greueltaten dieses Regimes -, um seinem Vaterland, dessen Führung er von der Masse der Bevölkerung trennte, keinen Schaden zuzufügen. Sein Schweigen wurde von vielen Emigranten, auch von Leidensgenossen aus seinem eigenen politischen Lager, nicht verstanden und teilweise scharf kritisiert. Brüning distanzierte sich von allen Bestrebungen, die darauf hinausliefen, eine exilregierungsähnliche Körperschaft zu bilden. Er war von dem Ausmaß deutschfeindlicher Äußerungen mancher Emigranten tief betroffen. Mit Entsetzen registrierte er die Auswirkungen des Bombenkriegs. Nachträglich schrieb er einmal, er habe "mit blutendem Herzen die Zerstörung der so vertrauten Städte, vor allem meiner Heimatstadt Münster, verfolgt". Brüning glaubte sogar, daß eine Rede, die er 1941 über die Bedeutung Münsters "in der geschichtlichen Entwicklung zum demokratischen Gedanken im Mittelalter" gehalten hatte, der Grund dafür gewesen sei, daß Münster und einige andere Städte wie Köln, Dortmund und Soest heftig bombardiert wurden.

Mit Sorge verfolgte der Exkanzler auch die Diskussion über die alliierte Nachkriegsplanung in bezug auf Deutschland. Er suchte die amerikanische Regierung auf die Gefahr des bolschewistischen Vordringens nach Mitteleuropa aufmerksam zu machen. Die Kriegspropaganda linksgerichteter deutscher Emigranten in den USA machte er mit für die Rachepolitik der Siegermächte verantwortlich. Stattdessen suchte er in der Stille für sein Heimatland und dessen Wiederaufbau zu wirken. Es scheint, daß der Exkanzler zu den Initiatoren des Marshall-Plans zu zählen ist. Brüning, der erst 1948 (und dann wieder 1950) Erlaubnis für eine Reise nach Deutschland erhielt, begrüßte die Gründung der CDU, die seinen parteipolitischen Vorstellungen aus der Zeit der Weimarer Republik entsprach. Er entwickelte eine karitative Hilfstätigkeit von beispiellosem Ausmaß und schrieb zahllose "Persilscheine", um ehemaligen Mitgliedern und Mitläufern der NSDAP in ihren Entnazifizierungsverfahren zu helfen. Er war erschüttert über das Ausmaß der Trümmer und der Not in der Heimat. 1949 schrieb er: "Der Eindruck der Zerstörung Münsters ist in der Tat entsetzlich." Erst nach langem Zögern ist er 1951 dem Angebot der Düsseldorfer Kultusministerin Christine Teusch - Brünings früherer Fraktionskollegin im Reichstag - gefolgt, eine neugeschaffene Professur für politische Wissenschaften an der Universität Köln zu übernehmen. Bis 1955, zeitweise allerdings durch Krankheit unterbrochen, lehrte Brüning als Professor in Köln. Ob die Schwierigkeiten der Akklimatisierung des einsam gewordenen Junggesellen mehr dazu beigetragen haben, daß Brüning in Deutschland nicht wieder heimisch werden konnte, oder die Nähe der Bundeshauptstadt, von wo aus er sich beargwöhnt fühlte, läßt sich schwer entscheiden. Angebote zur Übernahme eines Bundestagsmandats lehnte er ab.

Ein krankhaft gesteigertes Mißtrauen gegen "Bonn" datierte seit der Jahreswende 1949/50. Es stand in Zusammenhang der immer kritischer werdenden Beurteilung von Adenauer und dessen westeuropäischer Bündnispolitik. Als Brüning seine Auffassung von einer weniger "dogmatischen" Außenpolitik am 02.06.1954 vor dem Düsseldorfer Rhein-Ruhr-Klub erläuterte, gab es Schlagzeilen. Er war entsetzt über das Echo seiner Rede. Die Pressepolemik, in die er sich verstrickt sah, erleichterte ihm den Entschluß zur Rückkehr nach den USA. Sie erfolgte 1955, als er nach dem Tode seiner Schwester keine Angehörigen mehr besaß. In Norwich/Vermont verbrachte er die letzten fünfzehn Jahre seines Lebens, von Krankheiten und Altersbeschwerden geplagt.

Heinrich Brüning, den eine kurze politische Laufbahn steil aufwärts geführt hatte, die dann ebenso rasch endete, suchte in den zwei Jahren seiner Reichskanzlerschaft soviel wie möglich von dem zurückzugewinnen, was 1918 verlorengegangen war: Monarchie, Preußentum, militärische Gleichberechtigung, territoriale Einbußen und wirtschaftliche Sicherheit. Um die verlorene Machtstellung des Reiches wieder aufzurichten, nahm er im Zeichen einer weltweiten Wirtschaftskrise innenpolitische Schwierigkeiten, eine zeitweilige Außerkraftsetzung der parlamentarischen Demokratie und Massenverelendung in Kauf. Er versprach sich positive Auswirkungen von einer durchgreifenden "Reinigungskrise", verbunden mit einer befristeten politischen Not- und Erziehungsdiktatur.

Die stärkste von Brüning ausgehende Wirkung während seiner Reichskanzlerzeit war das von ihm verkörperte Ethos der Selbstlosigkeit und sein aufopfernder Einsatz für das Gemeinwohl in der Zeit einer Weltkrise. Sein verzweifelter Kampf für die Sicherung einer freiheitlichen Staats- und Gesellschaftsordnung vermochte allerdings die Weimarer Republik nicht vor dem konzentrischen Ansturm rechts- und linksradikaler Kräfte zu retten. Reichskanzler Brüning war kein Schrittmacher Hitlers.


Quellen

Der Nachlaß Brünings befindet sich in Norwich/Vermont (USA) und in der Harvard-College-Library in Cambridge, Ma. Er dürfte außer den "Tageszetteln" der Reichskanzlei für die Zeit der Reichskanzlerschaft Brünings kaum Material aus der Zeit vor 1934 enthalten. Die Akten der Reichskanzlei befinden sich im Bundesarchiv Koblenz. Brünings Reden im Reichstag sind gedruckt in den Stenographischen Berichten des Reichstags; eine Auswahl daraus findet sich in: Zwei Jahre am Steuer des Reiches. Reden aus Brünings Kanzlerzeit. Köln 1932. Seine Stellungnahmen in der Zentrumsfraktion und deren Vorstand für die Zeit von 1926-1933 liegen vor in der Edition: Die Protokolle der Reichstagsfraktion und des Fraktionsvorstands der Deutschen Zentrumspartei 1926-1933. Bearbeitet von Rudolf Morsey. Mainz 1969. Eine Auswahl von Reden und Aufsätzen aus der Zeit von 1930 bis 1954 enthält der Sammelband: Heinrich Brüning. Reden und Aufsätze eines deutschen Staatsmanns, hg. von Wilhelm Vernekohl (+) unter Mitwirkung von Rudolf Morsey. Münster 1968. (Die darin abgedruckten elf Beiträge sind in die Schriftenauswahl nicht aufgenommen.) W. Marx / H. Brüning, Reichstagsreden, hg. von Rudolf Morsey. Bonn 1974. - H. Brüning, Briefe und Gespräche 1934-1945. Briefe 1946-1960, 2 Bde., hg. von Claire Nix. Stuttgart 1974.


Schriften (Auswahl)

Der Wiederaufbau des deutschen Finanzwesens, in: Jahrbuch der christlichen Gewerkschaften für 1921, 14. Jg. (Köln) S. 82ff. (anonym). - Die Steuerreform von 1925, in: Politisches Jahrbuch, hg. von Georg Schreiber (I) 1925. Mönchengladbach 1925, S. 394ff. - Finanz- und Steuerpolitik, in: ebd. (Il) 1926, S. 539ff., und: ebd. (III) 1927/28, S. 689ff. - Die Arbeit der Zentrumspartei auf finanzpolitischem Gebiete, in: Nationale Arbeit. Das Zentrum und sein Wirken in der deutschen Republik, hg. von Karl Anton Schulte. Berlin o. J. (1930) S. 354ff. - German Strategy: 1914 and 1940, in: Foreign Affairs 19 (1941) S. 195ff. (anonym). - Memoiren. Stuttgart 1970 (Taschenbuchausgabe, 2 Bde. Stuttgart 1972). [Eine historisch-kritische Ausgabe der Memoiren ist ein Desiderat]


Literatur

Rüdiger Robert Beer, Heinrich Brüning. 1.-4 Aufl. Berlin 1931. - Alphons Nobel, Brüning. Leipzig 1932. - Rudolf Morsey, Die Deutsche Zentrumspartei, in: Das Ende der Parteien 1933, hg. von Erich Matthias und Rudolf Morsey. Düsseldorf 1960, S. 281ff. - Heinrich Brüning. Ein deutscher Staatsmann im Urteil der Zeit. Reden und Aufsätze, gesammelt von Wilhelm Vernekohl. Münster 1961. Hermann Pünder, Politik in der Reichskanzlei. Aufzeichnungen aus den Jahren 1929-1932, hg. von Thilo Vogelsang. Stuttgart 1961. - Wolfgang J. Helbich, Die Reparationen in der Ara Brüning. Berlin 1962. - Josef Becker, Heinrich Brüning in den Krisenjahren der Weimarer Republik, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 17 (1966) S. 201ff. - Staat, Wirtschaft und Politik in der Weimarer Republik. Festschrift für Heinrich Brüning, hg. von Ferdinand A. Hermens und Theodor Schieder. Berlin 1967. - Gottfried Reinhold Treviranus, Das Ende von Weimar. Heinrich Brüning und seine Zeit. Düsseldorf 1968. - Henning Köhler, Arbeitsbeschaffung, Siedlung und Reparationen in der Schlußphase der Regierung Brüning, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 16 (1969) S. 276ff. - Eilert Lohe, Heinrich Brüning. Göttingen 1969. - Rudolf Morsey, Gedenkrede zum Tode von Heinrich Brüning. Münster 1970. - Rudolf Morsey, Brüning und Adenauer. 2. Aufl. Düsseldorf 1972. - Rudolf Morsey, Brüning, ein Staatsmann aus Westfalen, in: Zwischen Ruhrkampf und Wiederaufbau, hg. von Walter Först. Köln 1972, S. 83ff. - Werner Conze, Brüning als Reichskanzler, in: Historische Zeitschrift 214 (1972), S. 309ff. - Thomas A. Knapp, Heinrich Brüning im Exil, in: Vierteljahrsheft für Zeitgeschichte 22 (1974), S. 93ff. - Rudolf Morsey, Brünings politische Weltanschauung vor 1918, in: Gesellschaft, Parlament und Regierung, hg. von Gerhard A. Ritter. Düsseldorf 1974, S. 317ff. - Rudolf Morsey, Brünings Kritik an der Reichsfinanzpolitik 1919-1929, in: Geschichte, Wirtschaft, Gesellschaft. Festschrift für Clemens Bauer zum 75. Geburtstag. Berlin 1974, S. 359ff.

Rudolf Morsey

QUELLE  Morsey, Rudolf | Heinrich Brüning (1885-1970) |
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AUFNAHMEDATUM2004-03-09


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