QUELLE

DATUM1946-11-11   Suche   Suche DWUD
URHEBER/AUSSTELLERVerband der Bekleidungsindustrie Westfalen
AUSSTELLUNGSORTBielefeld
TITEL/REGESTErgänzung zum Lagebericht der Bekleidungsindustrie
TEXTBielefeld, den 11.11.46.

Herrn Dr. Wilms

Ergänzung zum Lagebericht der Bekleidungsindustrie.

Inzwischen ist Ende vergangener Woche vom Zentralamt für Wirtschaft die Anweisung zur Freigabe der Gewebekonten an die Textilverrechnungsstellen der Landes-Wirtschaftsverwaltungen ergangen. In dem entsprechenden Runderlass des Zentralamtes heisst es, dass die Textilindustrie davon in Kenntnis zu setzen ist, dass sie 50 % der bisher eingefrorenen oder blockierten Gewebebestände sofort gegen Gewebescheck der Bekleidungsindustrie oder Punktscheck des Textilgross- und Einzelhandels abzugeben hat. Die restlichen 50 % werden zunächst in Reserve gehalten. Gleichzeitig wurde festgelegt, in welchem Verhältnis die einzelnen Gewebearten an die Industrie einerseits und den Gross- und Einzelhandel andererseits abzufliessen haben. Schliesslich wurde festgestellt, dass die Erhebung der Bestände eine Kürzung der Rahmenkapazität für die einzelnen Fachgebiete notwendig gemacht habe. Diese Kürzung beträgt z. B. für die Fachgruppen Arbeits-Berufs- und Spezialbekleidungsindustrie sowie Herrenoberbekleidung 20 %, für die Wäsche und Damenoberbekleidungsindustrie 50 %. Bei einer Besserung der Rohstofflage sollen diese Kürzungen aufgehoben werden. [...]

Trotz dieser Einschränkungen wird die Bekleidungsindustrie in die Lage versetzt, in den nächsten Monaten eigene Gewebe zu konfektionieren. Im Augenblick ist die Bekleidungsindustrie zum grossen Teil noch mit Lohnaufträgen beschäftigt. Diese Aufträge wurden zum Teil von den Webern, zum anderen Teil vom Gross- und Einzelhandel erteilt. Viele Einzelhandelsgeschäfte haben Sammelstellen für Einzelanfertigungen aus von der Kundschaft zugegebenen Stoffen und für Reparaturen und Änderungen eingerichtet und beschäftigen damit die Bekleidungsindustrie. Zum Teil laufen auch noch Fertigungen, für die von den Wirtschaftsverwaltungen im Einvernehmen mit den Dienststellen der Militärregierung Gewebe aus den blockierten Beständen freigegeben wurden. Dies Aufträge, die als Vollaufträge abgewickelt wurden und zum Verkauf gegen Bezugscheine an den Handel bestimmt waren, dürften mit der Freigabe der Gewebekonten entfallen.
ERLÄUTERUNGDieser Bericht ist eine Ergänzung zum Bericht über die Lage in der Bekleidungsindustrie. Die Rohstoffknappheit führte in der Bekleidungsindustrie dazu, dass etliche Betriebe kleinere Aufträge für den Einzelhandel ausführten. Dabei ging es häufig um die Umarbeitung alter Kleidungsstücke oder die Anfertigung neuer Kleidung aus alten Stoffresten.


PROVENIENZ  Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv
BESTANDHandelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld
SIGNATURK 3 Nr. 1222


SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Typ1.3   Einzelquelle (in Volltext/Regestenform)
Zeit3.9.60   Nachkriegszeit <1945-1949>
Ort1   Westfalen/-Lippe (allg.)
2.1   Bielefeld, Stadt <Kreisfr. Stadt>
3   Lippe(-Detmold), Gt. / Ftm. / Freistaat / Land < - (1934)1947>
Sachgebiet5.11   Wiederaufbau
10.6   Wirtschaftsstruktur, Wirtschaftsorganisationen
10.6.3   Industrie- und Handelskammern
10.13   Industrie, Manufaktur
DATUM AUFNAHME2004-05-15
AUFRUFE GESAMT2124
AUFRUFE IM MONAT12