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(145 KB)   Der münsterische Münzschatzfund, um 1350 / Bielefeld, Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek / Münster, LWL-Medienzentrum für Westfalen/J. Klem   Der münsterische Münzschatzfund, um 1350 / Bielefeld, Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek / Münster, LWL-Medienzentrum für Westfalen/J. Klem
TITELDer münsterische Münzschatzfund, um 1350
DATIERUNG1350 [um]


INFORMATIONAm 02.05.1951 wurde bei Abbrucharbeiten im bombenzerstörten Stadtweinhaus am Prinzipalmarkt in Münster ein ungewöhnlich großer, in einem Kellergewölbe eingemauerter Schatzfund gemacht. Obwohl zum großen Teil unterschlagen, besteht der heute im Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte aufbewahrte Restfund (Fundakte C 411) noch immer aus über 30 meist vergoldeten und mit Halbedelsteinen besetzten Schmuckstücken aus Silber sowie aus über 2.000 Münzen, von denen bisher 1.447 bestimmt werden konnten. [1]

Da hinter dem Stadtweinhaus in Münster damals das Judenviertel begann und der Münzschatzfund auf die Zeit um 1350 datiert werden kann, ist schon bald vermutet worden, daß er von einem Juden in der Verfolgungszeit des Pestjahres versteckt wurde. Der große Schatz beleuchtet daher wohl den Reichtum zumindest einiger der vor der Katastrophe in Münster lebenden Juden. Er könnte etwa dem oft genannten "Leo de Monasterio" gehört haben, der Mitglied des Bankierkonsortiums des Gottschalk von Recklinghausen war. Die Geschäftsverbindungen dieser Gesellschaft umspannten weite Teile des nordwestdeutschen und ostniederländischen Raumes, wie Gottschalks erhalten gebliebenes Geschäftsarchiv erkennen läßt. Gottschalk selbst, so wird vermutet, fiel der Pestverfolgung im overijsselschen Lochern zum Opfer.

Freilich darf aus dem Reichtum des vergrabenen Münzschatzfundes nicht der Schluß gezogen werden, alle westfälischen Juden der damaligen Zeit seien ähnlich reich gewesen. Die Auswertung einer Judentributliste der Soester Schrae aus den Jahren 1330-1350 zeigt, daß die Judenschaft der Bördestadt eine deutlich unterschiedliche Wirtschaftskraft aufwies und auch Mitglieder in ihren Reihen hatte, die im nicht zunftgebundenen Handwerk tätig waren. [2]


[1] Vgl. Peter Ilisch: Münzfunde und Geldumlauf in Westfalen in Mittelalter und Neuzeit, Münster 1980, S. 99, S. 107f.
[2] Vgl. Diethard Aschoff: Neues zur Geschichte der Soester Juden im Mittelalter, in: Soester Zeitschrift 92/93, 1980/81, S. 504-508.


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OBJEKT-PROVENIENZBielefeld, Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek
FOTO-PROVENIENZMünster, LWL-Medienzentrum für Westfalen/J. Klem


QUELLE    Aschoff, Diethard | Juden in Westfalen | Dia 02, S. 22f.
PROJEKT    Diaserie "Westfalen im Bild" (Schule)

SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Typ35   Bildmaterial (Reproduktion, Foto)
145   Zahlungsmittel, Medaillen
Zeit2.18   1350-1399
Ort3.5   Münster, Stadt <Kreisfr. Stadt>
Sachgebiet6.8.10   Juden
DATUM AUFNAHME2004-02-23
AUFRUFE GESAMT1939
AUFRUFE IM MONAT22