PERSON

FAMILIEWessel
VORNAMEHelene


GESCHLECHTweiblich
GEBURT DATUM1898-07-06   Suche
GEBURT ORTHörde beiDortmund
KONFESSIONkath.
TOD DATUM1969-10-13   Suche
TOD ORTBonn


VATERHeinrich Wessel, Reichsbahnbeamter (gest. 1905)
MUTTERHelene Wessel, geb. Linz


BIOGRAFIEHelene Wessel wurde in Dortmund als Tochter eines Lokomotivführers geboren. Nach der Volksschule und dem Abschluss einer kaufmännischen Lehre besuchte sie eine Handelsschule in Dortmund. Von 1915 bis 1928 arbeitete sie in Dortmund als Parteisekretärin der Zentrumspartei, der auch ihr Vater angehörte. 1919 trat sie in die Partei ein und wurde 1924 als Beisitzerin in den Parteivorstand gewählt. 1930 wurde sie Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der Zentrumspartei. 1923/24 absolvierte sie eine Ausbildung an der Wohlfahrtschule in Münster, die sie mit dem Examen als Jugend- und Wirtschaftsfürsorgerin abschloss. 1928 wurde Wessel als Abgeordnete des Zentrums in den Preußischen Landtag gewählt. 1928 studierte sie an der Berliner Sozialen Frauenschule von Alice Salomon. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme und der Auflösung des preußischen Landtags endete zunächst Wessels politische Karriere. Sie arbeitete u.a. als Büroangestellte und Fürsorgerin in der Zentrale des Katholischen Fürsorgervereins für Mädchen, Frauen und Kinder in Dortmund. 1945 beteiligte sich Wessel an der Neugründung der Zentrumspartei. Sie wurde Herausgeberin des „Westfälischen Kuriers“, der seit dem 6. September 1946 erscheint. 1946 war sie als Abgeordnete der Zentrumspartei in den ersten zwei ernannten Landtagen und von 1947 bis 1950 im ersten gewählten Landtag Nordrhein-Westfalens vertreten. 1947/48 war sie Mitglied des Zonenbeirates der britischen Besatzungszone. 1948 wurde Helene Wessel von Nordrhein-Westfalen für den Parlamentarischen Rat nominiert. Sie gehörte zu den vier „Müttern“ des Grundgesetzes. 1949 wurde sie als Abgeordnete der Deutschen Zentrumspartei in den Deutschen Bundestag gewählt. Als erste Frau in Deutschland wurde sie im Oktober 1949 zur Parteivorsitzenden der Zentrumspartei gewählt. Helene Wessel unterstützte die Vertreterinnen der 1951 gegründeten Westdeutschen Frauenfriedensbewegung (WFFB) gegen Pläne der Adenauer-Regierung, die BRD wiederzubewaffnen und in die westlichen Militärbündnisse einzubinden. Zusammen mit Gustav Heinemann gründete sie 1951 die „Notgemeinschaft zur Rettung des Friedens in Europa“. Bald darauf legte sie – weil sie mit ihrer Friedenspolitik zu sehr in Widerspruch zur Mehrheitslinie ihrer Partei geraten war – ihren Parteivorsitz nieder. 1952 gründete sie zusammen mit Gustav Heinemann die Gesamtdeutsche Volkspartei (GVP), die jedoch bei den Bundestagswahlen 1953 erfolglos blieb. 1957 trat Wessel der SPD bei, für die sie von 1957 bis 1969 im Bundestag war. Sie starb am 13. Oktober 1969 in einem Krankenhaus in Bonn.
AUFNAHMEDATUM2004-05-27


PERSON IM INTERNETBiografien, Literatur und weitere Ressourcen zur Person mit der GND: 119137801
  Wikipedia, deutsch
  B3Kat-Verbund (Titelaufnahmen Bayern)
  Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Wuerttemberg
  Hessische wissenschaftliche Bibliotheken, Verbundkatalog (hebis)
  Personen im Verbundkatalog des HBZ NRW
  Bundesarchiv - Zentrale Datenbank Nachlässe
  Kabinettsprotokolle der Bundesregierung
  Pressemappe 20. Jahrhundert - Personenarchiv
  Protokolle des Bundesvorstands der CDU 1950-1973


QUELLE    Friese, Elisabeth | Helene Wessel (1898 - 1969) |
   | Biographien bedeutender Dortmunder | S. 144-146
  Haunfelder, Bernd | Nordrhein-Westfalen | S. 487f.

SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Zeit3.8   1850-1899
3.9   1900-1949
3.10   1950-1999
Ort1   Bundesrepublik Deutschland, BRD <1945/49 - >
1.1   Nordrhein-Westfalen (NRW) <1946 - >
1.2   Dortmund, Stadt <Kreisfr. Stadt>
2.30.37   Westfalen, Provinz (Preußen) <1815-22.08.1946>
Sachgebiet3.16   Parlamente
3.18   Parteien
3.19   Politikerin/Politiker, Abgeordnete/Abgeordneter
6.6   Geschlechterverhältnis
6.8.8   Frauen
8.4   Sozialfürsorge, Fürsorgeeinrichtungen
DATUM AUFNAHME2003-12-12
DATUM ÄNDERUNG2010-09-20
AUFRUFE GESAMT4164
AUFRUFE IM MONAT56