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Wilhelm Tobien

Geboren am 26. Januar 1837 in Puschdorf in Ostpreußen als Sohn eines Pfarrers. Er sollte den Beruf des Vaters ergreifen und wurde von diesem und von Hauslehrern dahingehend ausgebildet. Von 1847 bis 1855 Besuch des Gymnasiums in Königsberg. Nach der Reifeprüfung Studium der Theologie in Königsberg. 1857, nach dem Tod des Vaters, wandte er sich verstärkt den historisch-philosophischen Wissenschaften zu. Daneben gab er Privatunterricht und übernahm für einige Monate Teile der vakanten väterlichen Pfarre. 1858 wurde er Hauslehrer in der Nähe von Königsberg. Hier bereitete er sich auf das erste theologische Examen vor, das er 1859 ablegte. Zu diesem Zeitpunkt – 22 Jahre alt war Tobien inzwischen – scheint es ihm zur Gewißheit geworden zu sein, daß er sein Leben nicht als Geistlicher verbringen wollte. Er schlug sogar einen Platz im Wittenberger Kandidatenstift aus, und im April 1861 erhielt er vom Königsberger Konsistorium das Zeugnis, „aus eigenem Antrieb“ die theologische Laufbahn beendet zu haben. (Fenner 1987) Noch immer Hauslehrer, ging er privaten Studien in Geschichte und Philologie nach. Anschließend wurde er Probelehrer am Gymnasium in Rastenburg (heute Ketrzyn/Polen), etwa 100 Kilometer südöstlich von Königsberg, und bereitete sich dort auf das Examen für das höhere Lehramt vor. Im Herbst 1863 kam er an die höhere Bürgerschule in Lüdenscheid, wo er die Verwaltung der dritten Lehrerstelle innehatte. Im Mai 1864 bestand er in Münster das Examen für das höhere Lehramt in den Fächern Latein, Deutsch, Geschichte und Geographie. Hierauf war er wissenschaftlicher Hilfslehrer und seit 1869 festangestellter Oberlehrer in Schwelm. Hier gehörte er der Freimaurerloge „Zum westfälischen Löwen“ an. 1874 gründete er einen Bildungsverein, dem er als Ortsvorsitzender angehörte. Außerdem gründete er eine Schwelmer Volksbibliothek, der er selbst bis 1887 als Bibliothekar vorstand. Daneben betrieb er intensiv Forschungen zur Stadtgeschichte. 1891 wurde er zum Ehrenbürger Schwelms und 1892 zum Direktor des Progymnasiums ernannt. Aufgrund rheumatischer Beschwerden schied er 1904 aus seinem Amt aus. Er starb am 10. September 1911 in Schwelm.

Selbständige Veröffentlichungen (Sonderslg. des StA Schwelm im Museum Haus Martfeld): Denkwürdigkeiten aus der Vergangenheit Westfalens. Nach Quellen und neueren Forschungen dargestellt. Abt. 1. Bd. 1. Elberfeld: Volkmann 1869-1873. II, VI, II, 299, VIIIS.; IV, 83 S. (ULB Münster, WLMKuK Münster, StUB Köln, Lipp. LB Detmold) – Grundriß der Geschichte Westfalens mit besonderer Berücksichtigung der Geschichte der Grafschaft Mark. Für den Schulgebrauch und für den Selbstunterricht der reiferen westfälischen Jugend bearbeitet. Elberfeld: Volkmann 1870. 40 S. (WLMKuK Münster, Lipp. LB Detmold, StUB Köln) – Erklärung ausgewählter Gedichte von Schiller. Elberfeld: Volkmann 1872. VIII, 152 S. (ULB Düsseldorf, Dt. Inst. für Rechtsgesch. der WWU Münster) – Offene Briefe an und über das Schwelmer Gemeindeblatt. Ein Beitrag zur näheren Kenntniß der modernen Rechtgläubigkeit und ihrer Vertreter. Elberfeld: Friderichs 1874. 35 S. (StUB Köln, SB Essen) – Geistliche Kulturkämpfer wider Willen oder Blinder Eifer schadet nur. Historisch-romantisches Kultur-Schauspiel mit Musik und Geistererscheinungen in 5 Akten. Elberfeld: Lucas 1874. 20 S. (StA Schwelm) – Zeichen der Zeit. Mit Fleiß beobachtet und ausgelegt durch etliche sogenannte „Gebildete“. Hg. auf Kosten der Kriegskasse der „sogenannten Gebildeten“ in der Stadt Schwelm und deren Umgebung. 6 Hefte. Schwelm: Scherz 1874 – Vortrag über die Mitarbeit der Bildungs-Vereine bei der Bekämpfung der Sozialdemokratie, gehalten in der Generalversammlung des engeren Verbandes reinisch-westfälischer Bildungs-Vereine zu Hagen am 13. October 1878. Hagen: Butz 1878. 24 S. – Zur Erinnerung an die 25jährige Jubelfeier des Real-Progymnasiums zu Schwelm am 4. Mai 1883. Schwelm: Scherz [1883]. 13 S. (StA Schwelm) – Urkundliche Kirchengeschichte von Schwelm bis zum 17. Jahrhundert. Nach den Berichten der Zeitgenossen im Archiv der lutherischen Kirche zu Schwelm. Schwelm: Scherz 1889. VII, 92 S. (ULB Münster, ULB Düsseldorf, StUB Köln) – Der Pfarrer von Schwelm. Geschichtliches Schauspiel aus der Zeit des 30jährigen Krieges. Festdichtung zur 300jährigen Jubelfeier der Stadt Schwelm am 16. Juni 1890. Schwelm: Scherz 1889 (ULB Münster, SB Wuppertal-Elberfeld); 2. Aufl. ebd. 1891. 93 S. (SB Wuppertal-Elberfeld, SB Essen, WLA Hagen) – Bilder aus der Geschichte von Schwelm. Nach den Ueberlieferungen in den Archiven. Festschrift zur 300-jährigen Jubelfeier der Stadtprivilegien von Schwelm. Schwelm: Scherz 1890. VIII, 279 S. (ULB Münster, StUB Köln, SB Essen, WLA Hagen); Nachdruck: Remscheid: Kierdorf 1983 – 300jährige Jubelfeier der Stadt Schwelm am 14., 15. und 16. Juni 1890. Prolog und verbindender Text zu den von Dr. T. Hielscher vorgeführten Lebenden Bildern aus der Geschichte von Schwelm. Schwelm: Voswinkel 1890. 16 S. (StA Schwelm, WLA Hagen) – Eduard Köttgen, Rektor ... gest. am 8. Aug. 1890 ; Tobien, Wilhelm [komm. Rekt. Dr.]. Schwelm: M. Scherz 1891. 13-15 S. – Zur Erinnerung an die hundertjährige Jubelfeier der Loge zum Westfälischen Löwen in Schwelm am 25. April 1892. Schwelm: Scherz 1892. 22S. (StA Schwelm) – Die verlorene Kriegskasse. Geschichtliches Schauspiel aus der Zeit des 7jährigen Krieges. Schwelm: Scherz 1894. 78 S. (SB Wuppertal-Elberfeld, WLA Hagen) – Tagebuch der Äbtissin. Eine Mär aus Westfalen. Leipzig: Strübig 1894. 117 S. (StA Schwelm, WLA Hagen); auch u.d.T.: Aus dem Tagebuch einer Äbtissin. Leipzig: König [1894]. 117 S. (StLB Dortmund, WLA Hagen) – Geschichte der lateinischen Schule in Schwelm von 1597-1897. Festschrift zur 300jährigen Jubelfeier der Anstalt und zu der mit dieser Feier verbundenen Einweihung eines Erweiterungsbaues des Schulgebäudes. Schwelm: Scherz 1897. IV, 52 S. (UB Bonn, UB Bochum-Querenburg, ULB Münster, WLA Hagen) – weitere hist. Abh. und Schulbücher.

Herausgabe: Mittheilungen aus der älteren Geschichte von Schwelm und dessen Umgebung. Nach Urkunden und anderen Quellenschriften zusammengestellt. Schwelm: Meiners 1870. 48 S. (StA Schwelm) – Materialien für den deutschen Unterricht in Tertia und Sekunda. Mit besonderer Hervorhebung des logischen Gehalts der Muttersprache. Elberfeld: Volkmann's Nachfolger 1871. VIII, 71 S. (StA Schwelm) – Landes- und Rechtsgeschichte des Herzogthums Westfalen von Dr. Johann Suitbert Seibertz. Nach des Verfassers Tode fortgesetzt. Bd. 4,1. Arnsberg: Ritter 1875. VIII, 136 S. (StA Schwelm) – Zeichen der Zeit. Mit Fleiß beobachtet und ausgelegt durch etliche Gelehrte. 6 Nr. Schwelm 1874 [Gratisbeil. der Schwelmer Ztg.] (StA Schwelm) – Katalog des Museums in Schwelm. Abt. 1. Schwelm: Scherz 1894. 16 S. (StA Schwelm) – Katalog der älteren Schriftstücke des Stadt-Archivs in Schwelm. Schwelm: Scherz 1898. 26 S. (StA Schwelm) – Verzeichnis der wichtigsten Schriftstücke im Museum zu Schwelm. Schwelm: Scherz 1906. 15 S. (StA Schwelm, WLA Hagen) – Verzeichnis der Photographien von Urkunden und Abbildungen zur Geschichte von Schwelm im Schwelmer Museum. Schwelm: Scherz 1907. 8 S. (StA Schwelm).

Selbständige Veröffentlichungen über Tobien: W. Fenner: Der „Kulturkampf“ in einer protestantischen Stadt Westfalens. Zum 150. Geburtstag des Schwelmer Lehrers, Historikers und Publizisten Wilhelm Tobien. Eine Quellensammlung. Schwelm 1987 (= Quellen und Untersuchungen zur Geschichte der Stadt Schwelm 4, 1987) [mit zahlr. Quellenangaben zu Tobiens Rolle im Schwelmer „Kulturkampf“].

Erwähnungen in: E. Böhmer: Geschichte des Schwelmer Gymnasiums, in: Beitr. zur Heimatkunde der Stadt Schwelm und ihrer Umgebung 2, 1952, S. 5-47 – G. Sieper: Von der Volksbibliothek zur Stadtbücherei. 100 Jahre öffentliches Büchereiwesen in Schwelm, in: Beitr. zur Heimatkunde der Stadt Schwelm und ihrer Umgebung 22, 1972, S. 5-32 – K. Kupisch: Die dt. Landeskirchen im 19. und 20. Jahrhundert. Göttingen 1975 (= Die Kirche in ihrer Gesch. 4,2) – K. Vondung: Das wilhelminische Bildungsbürgertum. Zur Sozialgeschichte seiner Ideen. Göttingen 1976 [s. Reg.] – K. Wollerstädt: Aus der Geschichte der Juden in Schwelm, in: Beitr. zur Heimatkunde der Stadt Schwelm und ihrer Umgebung 30, 1980, S. 21-47 – G. Besier: Preußischer Staat und Evangelische Kirche in der Bismarckära. Gütersloh 1980 (= Texte zur Kirchen- und Theologiegesch. 25) – E.M. Greiling: Unser Blättchen: Das „Schwelmer Gemeindeblatt“, in: Aus 900 Jahren Kirche in Schwelm. 1085-1985. Festschr. aus Anlaß der ersten urkundlichen Erwähnung der Kirche in Schwelm. Schwelm 1985, S. 112-114.

Bildnis: 1. Fotogr. (Museum Schloß Martfeld, Schwelm) – 2. Zeichnung (ebd.) – 3. Fotogr. [Abb. in: Fenner 1987, S. 12] – 4. Fotogr., Tobien in seinem Arbeitszimmer [Abb. in: Fenner 1987, S. 9] – 5. Fotogr. (WLA Hagen).

Nachlaß, Handschriftliches: Museum Haus Martfeld, Schwelm: Autobiogr. Mitt.; Nachrufe; Personalakten u.ä.

Sammlungen: WLA Hagen: Materialslg.

Nachschlagewerke: Hinrichsen, 2. Aufl. 1891 – Koepper 1897 – Kürschner: Nekrolog 1936 – Bauks 1980 – von Heydebrand 1983 – Dt. biogr. Archiv, Fiche 1276, Sp. 248; N.F., Fiche 1311, Sp. 154.