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Paderborn, Fürstbistum

 
 
 
Wappen des Fürstbistums Paderborn (Ausschnitt), um 1750
Wappen des Fürstbistums Paderborn, um 1750 (Ausschnitt)  Karte

Während der Sachsenkriege Karls des Großen wurde 775 Abt Sturm von Fulda zur Mission auf der Eresburg - heute Obermarsberg an der Diemel südlich Paderborns - eingesetzt. 777 fand die erste Reichsversammlung auf sächsischem Boden in Paderborn statt. 779 nach dem Tod Sturms wurde die Sachsenmission dem Bistum Würzburg übertragen. 799 traf Karl der Große mit Papst Leo III. in Paderborn zusammen. Beide vollzogen die Gründung des Bistums Paderborn, das mit dem Sachsen Hathumar (806-815) seinen ersten Bischof erhielt. Der Sprengel erstreckte sich bis auf die späteren Territorien von Lippe, Waldeck, Ravensberg, Hessen und Braunschweig. 836 wurden die Gebeine des Bistumspatrons Liborius aus Le Mans überführt. Unter Bischof Meinwerk (1009-1036), einem Vertrauten Kaiser Heinrichs II., erlebte das Bistum eine erste Blüte. Vorstöße des Erzbistums Köln unter den Erzbischöfen Engelbert (1216-1225) und Dietrich (1415-1463), um das zur Mainzer Kirchenprovinz gehörende Bistum Paderborn anzugliedern, scheiterten. Das rasche Vordringen der Reformation unterband Bischof Dietrich von Fürstenberg (1585-1618), der 1614 eine Jesuitenuniversität gründete und 1590 den bereits mittelalterlichen Grenzstreit mit Hessen beendete. Noch im Dreißigjährigen Krieg versuchte Hessen eine Annexion des Bistums, ebenso Hannover im Siebenjährigen Krieg.

Nach der Aufhebung durch den Reichsdeputationshauptschluß gehörte das Territorium 1802-1806 zu Preußen, dann bis 1813 zum französischen Königreich Westphalen und wurde durch Preußen 1815 in die Provinz Westfalen eingegliedert, die 1946 im Land Nordrhein-Westfalen aufging. Der geistliche Sprengel wurde 1821 auf die ehemaligen Bistümer Corvey, Magdeburg, Halberstadt, Merseburg und die westfälischen Teile des Erzbistums Köln ausgedehnt. 1930 wurde Paderborn zum Erzbistum erhoben und erhielt die Bistümer Hildesheim und Fulda in der mitteldeutschen Kirchenprovinz zugewiesen.

Quelle: Alfred Bruns, in: Gerhard Taddey, Lexikon der Deutschen Geschichte, Stuttgart:  Alfred Kröner Verlag, 1998, S. 951f.
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