Zeitabschnitte > 400-1180





 

1. Landschaft und 'Herrschaft' -
Westfalen im frühen und hohen Mittelalter

 
 
 
Das Wort 'Westfalen' besitzt sowohl eine ethnische als auch eine räumliche Bedeutung. Im früheren Mittelalter steht zunächst die eine, später die andere im Vordergrund. Die Westfalen werden zusammen mit Engern und Ostfalen bzw. Ostsachsen als Untergruppe der Sachsen erstmalig zum Jahr 775 im Zusammenhang mit dem zweiten großen Einfall Karls des Großen nach Sachsen erwähnt. Dennoch meinte ein Großteil der älteren Forschung, diese Dreiteilung der Sachsen in 'Heerschaften', Aufgebotsverbände, sei wesentlich älter gewesen und habe bereits im 6. Jahrhundert bestanden, als die Sachsen von der Nordseeküste aus nach Süden vorgestoßen seien.

Es gibt aber auch die Annahme, die Sachsen seien durch einen freiwilligen Zusammenschluss gentiler Gruppen entstanden, ja bei dem Wort 'Sachsen' handele es sich um eine von Römern und Franken verwendete Sammelbezeichnung für ein Konglomerat kleinerer Völkerschaften, die nicht notwendigerweise eng miteinander verbunden gewesen seien. Daher hätten sich kleinere sächsische Gruppen wie die Bardengauer, Wigmodier oder Bortharier erst angesichts der fränkischen Bedrohung unter Karl dem Großen zu den genannten Großgruppen zusammengeschlossen, um besser Widerstand leisten zu können. Dazu passt, dass die drei Gruppen in weiteren fränkischen Quellen der Zeit erwähnt werden, so auch im "Capitulare Saxonicum".

Die Sachsen waren kein Volk mit zentralen Institutionen wie die Franken oder Langobarden, sondern zerfielen in eine Vielzahl von Völkerschaften, die allenfalls durch den gemeinsamen Glauben an Götter wie Saxnot und Wodan zusammengehalten wurden. An der Spitze der diversen ethnischen Gruppen standen Anführer, die man als Kleinkönige, Fürsten oder auch Clan-Chefs ansprechen kann. Im Kriegsfall losten sie unter sich einen Führer aus. Aber schon die Frage, ob dieser an der Spitze aller Sachsen stand oder nur einige Völkerschaften anführte, muss offen bleiben. Unsicher ist auch die Funktion der so genannten Stammesversammlung in Marklo (vermutlich in der Nähe von Rehme) als zentraler Instanz. Jedenfalls setzten die Sachsen Karl dem Großen keinen koordinierten Widerstand entgegen, als dieser seit 772 ihr Land zu erobern begann. Vielmehr sind, wie eingangs angesprochen, im Jahr 775 Westfalen, Engern und Ostfalen unter eigenen Anführern bezeugt, die den Franken auch einzeln entgegentraten.

Als geografische Bezeichnung kommt das Wort 'Westfalen' erst seit der Mitte des 10. Jahrhunderts vor und zwar zunächst nur zur näheren Beschreibung eines Gaues ("in pago Westfala" oder "in pago Westfalon"). Eigenständig wurde der Name erst seit der Mitte des 11. Jahrhunderts benutzt, um das Gebiet zwischen Oldenburg im Norden und der Ruhr im Süden sowie den heute zu den Niederlanden gehörenden Landschaften Drente und Twente im Westen und einer östlich von Werl auf die Weser zulaufenden Linie im Osten zu bezeichnen. Hier grenzte Westfalen an Engern, doch verschwand diese Bezeichnung im Laufe des 12. Jahrhunderts, sodass Westfalen dann bis zur Weser reichte.
 
 
 
 

2. Die Sachsen vom 5. bis ins 8. Jahrhundert

 
 
 
Die Sachsen sind in den römischen Quellen meist als "Piraten" oder besser Plünderer belegt, die zu Schiff die Küsten Galliens und Britanniens heimsuchten. Im 5. Jahrhundert setzten sie ihre Angriffe fort, manche von ihnen standen aber auch in römischen Diensten. Das bekannteste Unternehmen ist das Übersetzen von Sachsen zusammen mit Angeln nach Britannien in der Mitte des 5. Jahrhunderts. Auf dem Kontinent entstand den Sachsen im Frankenreich der Merowinger am Ende des 5. Jahrhunderts ein neuer mächtiger Nachbar anstelle des römischen Reiches.
 
 
 
Wie die römischen haben auch die fränkischen Berichte über die Sachsen etwas von Frontmeldungen an sich. Man sah die Sachsen gleichsam auf sich zukommen, ohne ins Landesinnere blicken zu können. 531 sollen späteren sagenhaften Quellen zufolge die Sachsen König Theuderich I. dabei geholfen haben, die Thüringer zu besiegen. Als Dank hätten sie ihre Wohnsitze erhalten, die in diesem Fall wohl nicht im späteren Westfalen zu lokalisieren sind. Theuderichs Sohn Theudebert I. zählt sie jedenfalls zu den von ihm beherrschten Völkern. Doch schon in der Mitte des Jahrhunderts kam es zu einigen bewaffneten Auseinandersetzungen, an deren Ende Chlothar I. den Sachsen einen jährlichen Tribut in Höhe von 500 Kühen auferlegte. 632/33 erließ Dagobert I. ihnen die jährliche Abgabe und verpflichtete sie im Gegenzug dazu, die fränkische Grenze gegen die Einfälle slawischer Wenden zu verteidigen.

Gegen Ende des 7. Jahrhunderts wird das spätere Westfalen erstmals in einer Quelle räumlich gefasst. Der so genannte Kosmograf von Ravenna bezeichnete die Gegend von Ems (?), Pader, Lippe und Leine als sächsisch. Die Sachsen nutzten die damalige Schwäche des von inneren Auseinandersetzungen erschütterten Frankenreichs aus, um im Gebiet des späteren Westfalen zu expandieren und 694/95 das Gebiet der Bruktuarier südlich der mittleren Lippe zu erobern. 715 griffen sie den benachbarten rechtsrheinischen Bezirk "Hatterun" an. Nachdem sich allerdings Karl Martell 717/18 zum fränkischen Hausmeier und faktischen Alleinherrscher aufgeschwungen hatte, wendete sich das Blatt wieder. Bereits 718 unternahm er einen Rachefeldzug bis an die Weser, dem weitere folgten. So führte er 738 von der Lippemündung aus eine große Expedition nach Sachsen hinein durch und erzwang erneut Tributzahlungen sowie die Stellung von Geiseln. Möglicherweise gab es damals auch Missionierungsversuche.

Nach Karl Martells Tod 741 kam es schon bald wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen. 743/44 erschienen seine Söhne Karlmann und Pippin im östlichen Sachsen, eroberten die Hohenseeburg (nahe Dortmund) und unterwarfen einen Sachsenfürsten namens Theoderich. 748 erzwang Pippin die Erneuerung des Tributs von 500 Rindern und auch eine wohl nur sehr oberflächliche Christianisierung. Nach seiner Erhebung zum König der Franken 751 unternahm Pippin vom Niederrhein aus einen großen Feldzug gegen die Sachsen. Zwei Jahre später suchten sächsische Krieger nordhessisches Gebiet heim und zerstörten 30 Kirchen, die im Zuge der bonifatianischen Mission errichtet worden waren. 758 erschien Pippin erneut im westlichen Sachsen und unterwarf die Bevölkerung, die nun einen jährlichen Tribut von 300 Pferden zu entrichten hatte.
 
 
 
 

3. Die Unterwerfung der Sachsen durch
die Franken unter Karl dem Großen

 
 
 
772 unternahm Karl vom Mittelrhein aus einen Vorstoß gegen die Sachsen, um diese für ihre dauernden Überfälle zu bestrafen, wie noch sein Biograf Einhard um 825 feststellte. Karl eroberte die Eresburg (heute Marsberg) und zerstörte die nahe gelegene Irminsul, die wohl wichtigste sächsische Kultstätte in Gestalt einer Baumsäule, die als Stütze des Alls verehrt wurde. Anschließend rückte Karl bis zur oberen Weser vor und ließ sich Geiseln stellen, bevor er im Herbst ins Frankenreich zurückkehrte. Er plante damals vermutlich noch keine dauerhafte Unterwerfung der Sachsen, sondern die Sachsen sollten eingeschüchtert und die Hilflosigkeit ihrer Götter demonstriert werden. Sein Unternehmen führte aber zu einer Eskalation der Gewalt: Die Sachsen unternahmen während Karls Krieg gegen die Langobarden in Italien 773/74 einen Rachefeldzug und überfielen zahlreiche christliche Kirchen im nördlichen Hessen, darunter auch das Kloster Fritzlar und den zeitweiligen Bischofssitz Büraburg.

Erst jetzt scheint Karl beschlossen zu haben, die Sachsen zu unterwerfen und gewaltsam zu Christen zu machen. Im Frühjahr 775 marschierte er vom Niederrhein aus über die Eresburg an die Weser, erzwang den Übergang über den Fluss und stieß anschließend bis weit nach Ostfalen (Wolfenbüttel) vor. Hier unterwarfen sich die Ostsachsen unter ihrem Führer Hessi und stellten Geiseln, während die Engern unter Brun sich diesem Schritt anschlossen, als Karl bereits auf dem Rückmarsch war. Die Westfalen suchten zu verhindern, dass er bei Lübbecke erneut über die Weser setzte, mussten sich aber ebenfalls geschlagen geben und Geiseln stellen. Vieles spricht dafür, dass der Frankenkönig damals die Gegend vom Rhein entlang der Lippe bis hin zur Eresburg annektierte. Damit hatte er über den Hellweg eine rasche Verbindung nach Hessen und Thüringen gewonnen.
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Westfalen während der Sachsenkriege 772-804

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Orte der Sachsenkriege
 
 
In den Jahren 776 und 778 nutzten die Sachsen unter der Führung des westfälischen Adligen Widukind den Umstand, dass der Frankenkönig sich in Italien bzw. Spanien aufhielt, um gegen die Eroberer vorzugehen. Aber die Franken reagierten beide Male rasch und besiegten die Sachsen, die sich unterwarfen und ihren Übertritt zum Christentum versprachen. So fand 777 in Paderborn eine große Reichsversammlung statt, auf der zahlreiche Sachsen getauft wurden. Der zweite Rückschlag führte zu einer noch intensiveren Kriegführung durch die Franken. 779 drang Karl bis zu Elbe vor und konnte 780 erneut eine Heeresversammlung an den Lippequellen bei Lippspringe abhalten. Hier teilte er das Land in Missionssprengel und Grafschaften, also kirchliche und politische Verwaltungsbezirke, ein. Zwei Jahre später konnte er auf einer neuerlichen Versammlung in Lippspringe sogar schon sächsische Adlige zu Grafen ernennen. Auch in der Folgezeit stand der sächsische Adel mehrheitlich auf fränkischer Seite, während der Widerstand hauptsächlich von den Freien getragen wurde, auch wenn er von Adligen wie Widukind organisiert wurde.
Bild- und Textmaterialien für den Schulunterricht bietet das Themenheft  "Widukind - Geschichte und Mythos" von Anne Roerkohl
 
 
Im Jahr 782 hatten sich die Franken scheinbar durchgesetzt. Damals erschienen 'alle' Sachsen außer Widukind zu einer Versammlung an den Lippequellen, sächsische Adlige wurden zu Grafen ernannt, und ein fränkisch-sächsisches Aufgebot gegen die Slawen in Marsch gesetzt. Doch Widukind machte alle Erfolge zunichte, als der König das Land wieder verlassen hatte. Die sächsischen Krieger wandten sich am Süntelgebirge gegen ihre fränkischen Mitstreiter und vernichteten sie fast vollständig. Karl kehrte unverzüglich nach Sachsen zurück, während Widukind zu den Dänen floh. Bei Verden an der Aller erzwang der König die Auslieferung der übrigen Rädelsführer, angeblich 4.500 an der Zahl, und ließ sie allesamt hinrichten. Wenn diese Zahlenangabe auch eine maßlose Übertreibung der Reichsannalen sein mag, so zeigt dies doch, mit welcher Brutalität die Auseinandersetzung geführt wurde.
 
 
 
Karl gab jeden Gedanken an eine friedliche Mission auf. Mit der wahrscheinlich 782 erlassenen "Capitulatio de partibus Saxoniae", einem drakonischen Sondergesetz, wollte Karl die Sachsen sowohl seiner Herrschaft als auch dem christlichen Glauben unterwerfen. Er bedrohte selbst geringe Vergehen wie die Missachtung der christlichen Fastenzeit oder die heidnische Feuerbestattung mit dem Tod. Damit war das sächsische Volk selbstverständlich nicht für das Christentum zu gewinnen, doch militärisch hatte Karl Erfolg: Er besiegte die Sachsen 783 in zwei offenen Feldschlachten und blieb auch 784 in einem Reitergefecht siegreich. 785 verfolgte er Widukind bis an die Unterelbe und konnte ihn zur Aufgabe bewegen. An Weihnachten desselben Jahres empfing Widukind in der königlichen Pfalz Attigny die Taufe. Einmal mehr schienen die Sachsen endgültig besiegt, sodass erneut sächsische Kontingente an den fränkischen Kriegszügen der folgenden Jahre teilnahmen.
 
 
 
Wie 778 gab eine militärische Niederlage Karls andernorts den Sachsen erneut das Zeichen zum Aufstand. 791 verlief Karls erster Zug gegen die Awaren in der ungarischen Tiefebene erfolglos, an dem u. a. auch ein sächsisches Aufgebot teilgenommen hatte. Ein Jahr später erhoben sich die Sachsen. Wieder dauerten die Auseinandersetzungen mehrere Jahre an. So zog 797 der König sogar bis zur Nordseeküste bei Hadeln und nahm wiederum die Unterwerfung des 'gesamten' Sachsenvolkes entgegen. Im gleichen Jahr erließ er in Aachen das "Capitulare Saxonicum", in dem er Westfalen, Engern und Ostfalen die Beteiligung an der Gesetzgebung einräumte und somit den restlichen Völkern des Frankenreiches gleichstellte. Aber erst 804 war jeglicher Widerstand gebrochen.

Als Grund für den lang anhaltenden Widerstand der Sachsen wird allgemein ihre politische Zersplitterung genannt: Es gab keine zentralen Organisationen, mit denen die Franken hätten einen Vertrag schließen können, keine Hauptstadt, deren Eroberung, und keinen König, dessen Gefangennahme entscheidend gewesen wären. Zudem verhielten sich die verschiedenen Stände unterschiedlich: Während der Adel mehrheitlich den Franken zuneigte, wurde der Widerstand allem Anschein nach von Freien und Halbfreien getragen.
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Altsachsen zur Zeit Karls des Großen
 
 
 

4. Sachsen und Westfalen als Teil des
Frankenreichs: Verwaltung, Recht, Kirchenverfassung

 
 
 
Ab 780 wurde Sachsen in Grafschaften aufgeteilt, sodass das Land in militärischen und jurisdiktionellen Angelegenheiten dem restlichen Frankenreich angeglichen wurde. Die Einsetzung einheimischer Grafen ab 782 förderte einen sozialen Differenzierungsprozess, denn ein Graf konnte seine gesellschaftliche Stellung in aller Regel verbessern, während andere Adlige um ihre Stellung bangen mussten. Die Ausstattung der Grafen mit Königsgut beschleunigte diese Entwicklung, denn das Königsgut war durch Konfiskationen entstanden, also durch die Enteignung Aufständischer.
 
 
 
Die Franken nutzten auch das Mittel der Gesetzgebung, um die Eingliederung der unterworfenen Gebiete voranzutreiben: Bereits mithilfe der beiden sächsischen Kapitularien von 782 und 797 griffen sie erheblich in das Zusammenleben der Sachsen ein. Dazu kam 802/03 die "Lex Saxonum", die die Sachsen politisch und rechtlich den übrigen Völkern des Frankenreiches gleichstellte. Die schriftliche Form der Gesetzgebung bedeutete für die Sachsen, die bislang ohne Schrift ausgekommen waren, einen erheblichen Eingriff in ihre Traditionen. Zudem machte sich bei vielen Bestimmungen der "Lex Saxonum" der fränkische Einfluss bemerkbar. Vor allem aber stärkte Karl der Große die Stellung des Adels gegenüber Freien und Halbfreien.
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Blick vom Domturm auf die Grabungsfläche der Paderborner Pfalz, vor 1968
 
 
Die diversen Missionsgebiete entwickelten sich allmählich zu Bistümern. In Münster wurde 805 der in enger Verbindung mit dem alten angelsächsischen Missionszentrum Utrecht stehende Missionar Liudger zum Bischof geweiht. In der Gegend von Osnabrück engagierten sich vor allem Missionare aus Lüttich. Das Bistum Osnabrück soll dem spätmittelalterlichen Geschichtsschreiber Heinrich von Herford zufolge das älteste sächsische Bistum gewesen sein. Zu 803/04 begegnet uns hier der erste Bischof Wiho, allerdings in gefälschten Königsurkunden. In Paderborn wurde 805/06 der in Würzburg erzogene Hathumar zum ersten Bischof geweiht. In Minden ist seit 790 der Fuldaer Missionsbeauftragte Erkanbert als Bischof nachzuweisen; er wirkte zunächst von Hameln aus. In Minden wurde zwischen 802 und 812 eine neue Kirche als Mittelpunkt des Bistums gegründet.
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Grabstätte des hl. Liudger in der Krypta der Benediktinerabtei Werden a. d. Ruhr
 
 
Die sächsischen Bistümer wurden entsprechend der durch die Mission gegebenen Bindungen auf die Kirchenprovinzen Mainz und Köln aufgeteilt; an die Erzdiözesen selbst fiel fast der gesamte Süden des Landes. Zu Köln gehörten Münster, Osnabrück, Minden und Bremen, zu Mainz: Halberstadt, Hildesheim, Paderborn und Verden. Wichtige Klostergründungen kamen hinzu: 815 wurde von Corbie aus in dem nicht genauer lokalisierbaren Hethis eine Mönchszelle gegründet. Dieses neue Corbie oder Corvey wurde 822 an das westliche Weserufer bei Höxter verlegt. Es erlangte 826 die Unabhängigkeit von seinem Mutterkloster mit freier Abtswahl und Immunität. Bereits um 789 gründete der Adlige Waltger das Frauenkloster Herford, das er 822 der Aufsicht Corveys unterstellte.
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Fassade des Corveyer Westwerks
 
 
In Sachsen entstanden vor allem Frauenklöster bzw. Kanonissenstifte wie Liesborn, Freckenhorst, Neuenheerse und viele andere. Zahlreiche Reliquientranslationen vor allem aus dem Westfrankenreich stärkten die Bindung der Bevölkerung an die neue Religion.
Bild- und Textmaterialien für den Schulunterricht bietet das Themenheft  "Das Kloster Corvey" von Karl Heinrich Krüger
 
 
 

5. Westfalen im 9. und 10. Jahrhundert

 
 
 
Nach dem Tod Ludwigs des Frommen wurde das fränkische Großreich unter seine Söhne aufgeteilt. Sachsen fiel im Vertrag von Verdun 843 an dessen zweiten Sohn Ludwig den Deutschen, obwohl auch der älteste Lothar über viele Anhänger im Land verfügte und zudem eine gegen den auf Ludwigs Seite stehenden Adel gerichtete Aufstandsbewegung der unteren Schichten unterstützt hatte, deren Teilnehmer sich selbst 'Stellinga' nannten. Zum Ostfrankenreich Ludwigs gehörten neben Sachsen auch Bayern, Alemannien, das östliche Franken und Thüringen. Der König residierte hauptsächlich in Frankfurt und Regensburg. Dagegen spielten Sachsen und auch Westfalen eher die Rolle von Nebenländern. Immerhin hielt Ludwig der Deutsche 852 einen Gerichtstag in Minden ab, danach betrat er das Land nicht wieder. Die Karolinger kamen nur noch nach Sachsen, um die Slawen jenseits von Elbe und Saale zu bekriegen. 889, anlässlich eines Feldzuges gegen die Abodriten, besuchte Arnolf von Kärnten das Kloster Corvey.
 
 
 
Im 9. Jahrhundert treten nur wenige Adelsgeschlechter aus dem Dunkel der Überlieferung hervor. Zunächst die so genannten Cobbonen oder Ekbertiner. Der erste bekannte Vertreter der Familie war ein nach 811 gestorbener Graf Ekbert, dem die Zeitgenossen sogar den Titel eines Herzogs zubilligten. Seine Witwe Ida stiftete an der gemeinsamen Grabstätte des Paares eine Kirche in Herzfeld an der Lippe. Auch die beiden Söhne, Ekbert und Cobbo, gehörten zu den führenden Familien des Frankenreiches. Widukind, der Anführer der Westfalen gegen Karl den Großen, soll nach seiner Unterwerfung und Bekehrung noch im Lande gewirkt und in Enger ein Stift gegründet haben, wo er auch begraben sein soll.
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Grabrelief Widukinds in der Kirche von Enger
 
 
Seine Nachfahren, namentlich sein Sohn Waltger und sein Enkel Waltbert, gehörten ebenfalls zur Reichsaristokratie und dienten den Karolingern als Grafen. Die so genannten Immedinger gelten ebenfalls als Nachfahren Widukinds. Zu ihnen zählte Graf Dietrich, der als Graf den Raum Bünde bzw. Enger verwaltete. Seine Tochter heiratete den Liudolfinger Heinrich, dessen Familie vor allem im östlichen Sachsen begütert war, aber auch über ältere verwandtschaftliche Bindungen nach Westfalen, namentlich zu den Ekbertinern, verfügte. Vor allem aber waren die Liudolfinger mit den Karolingern verschwägert, vermutlich eine wichtige Voraussetzung für Heinrichs Wahl zum König im Jahr 919.
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Sarkophag der hl. Ida in der Kirche zu Herzfeld, um 820
 
 
Trotz seiner Beziehungen nach Westfalen spielte diese Region unter Heinrich und seinen Nachfolgern, den Ottonen, eher eine Nebenrolle. Die Zentren des Reiches lagen im Harzumland, im Frankfurter Raum und in Lothringen, besonders rund um Aachen und Köln. Der König zog im Jahreslauf von einer Zentrallandschaft zur nächsten und durchquerte dabei auch die dazwischen liegenden Regionen wie Westfalen. So hielt sich der König doch relativ häufig hier auf. Nur wenig Gewicht in Westfalen besaßen die Herzöge von Sachsen aus dem Geschlecht der Billunger, die hauptsächlich im östlichen Sachsen und in Engern begütert waren. Spätestens 953 hat König Otto der Große Sachsen zu einem Herzogtum zusammengefasst und seinem Vertrauten Hermann Billung übergeben. Bis zum Jahre 1106 sollten dessen Nachfahren den sächsischen Herzog stellen.
 
 
 
 

6. Westfalen als Teil des sächsischen
Herzogtums

 
 
 
In Westfalen gab es im 10. und 11. Jahrhundert zahlreiche kleinere Adelsgeschlechter. Unter ihnen ragten die Grafen von Werl hervor, die über Grafenrechte und umfangreichen Besitz von Friesland im Norden bis ins Sauerland im Süden verfügten. Wichtige Machtfaktoren blieben auch die Bischöfe, von denen der bedeutendste wohl der Erzbischof von Köln mit einer starken Position im südlichen Westfalen war. Die Ottonen stärkten die Macht der Bischöfe und übertrugen ihnen um das Jahr 1000 vermehrt Grafenrechte, nicht nur in Westfalen. Faktisch wurde damit allerdings die Macht derjenigen Adligen gestärkt, die in Vertretung der Bischöfe als Vögte die Gerichtsbarkeit und militärische Banngewalt in deren Besitzungen ausübten. So stellten die Grafen von Werl im 11. und zu Beginn des 12. Jahrhundert die Vögte des Paderborner Hochstifts.

Mit dem Aussterben der Ottonen 1024 und dem Herrschaftsantritt der Salier wuchs die Distanz der Sachsen zum Königtum. Die allmählich aufgestauten Spannungen entluden sich 1073 im Sachsenaufstand. Beteiligt waren vor allem Adlige aus den östlichen Landesteilen, während die Westfalen sich eher neutral verhielten. 1075 konnte Heinrich IV. seine Gegner bei Homburg an der Unstrut besiegen - allerdings nicht für lange: Im Investiturstreit gehörten die meisten sächsischen Adligen zu den Anhängern Papst Gregors VII. und seiner Nachfolger. Erbittert bekämpften sie Heinrich und stützten mit aller Macht die Gegenkönige Rudolf von Rheinfelden und Hermann von Salm. In Westfalen standen die Grafen von Werl und die meisten übrigen Adligen wie die Cappenberger dagegen lange Zeit treu zum König. Da sich dessen Gegner aus den östlichen Teilen des Herzogtums betont 'Sachsen' nannten, bezeichnete man sich im Westen nun bewusster als zuvor als 'Westfalen'. Im Zuge dieses Gegensatzes scheint der Landschaftsname 'Engern' allmählich an Bedeutung verloren zu haben, sodass die Weser schließlich als Ostgrenze Westfalens galt.
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Karte zur Geschichte der Grafen von Werl im 11. Jh.
 
 
Das Jahr 1106 brachte sowohl für das Reich als auch für das Herzogtum Sachsen eine neue personelle Konstellation. Heinrich IV. starb, und seine Nachfolge trat sein Sohn Heinrich V. an. Auch Magnus, der letzte Billunger-Herzog, verschied, und zu seinem Nachfolger bestimmte der neue König einen eher unbedeutenden ostsächsischen Adligen namens Lothar von Süpplingenburg. Durch diverse Erbschaften wuchs dessen Macht erheblich an, und so konnte er es ab 1112 wagen, dem Herrscher in einer neuerlichen bewaffneten Auseinandersetzung die Stirn zu bieten. Vorübergehend konnte sich der König durchsetzen, aber 1115 gelang Lothar am Welfesholz in Ostsachsen ein entscheidender Sieg.

Ein Jahr später erschien er in Westfalen und belagerte die Stadt Münster, deren Bürger sich ihm schließlich anschlossen. Er hatte sich damit sowohl im östlichen Sachsen als auch in Westfalen voll und ganz gegen den Kaiser durchgesetzt. Darüber beunruhigt, wechselte Graf Friedrich von Werl die Fronten und ging zu Heinrich V. über. In den nun folgenden militärischen Auseinandersetzungen sollte er unterliegen. 1120 eroberte Lothar die so genannte Alte Burg bei Arnsberg. Ein Jahr später wurde Münster vom Herzog und seinen Verbündeten erneut eingenommen und niedergebrannt. Lothars Position in seinem Herzogtum war nun nahezu übermächtig. Ungehindert setzte er Grafen und sogar Markgrafen ein. Auch drängte er massiv auf die Wahrung des Landfriedens, was seine herzogliche Stellung zusätzlich stärkte. Dagegen verlor die königliche Gewalt jeden Einfluss in Norddeutschland. Nur Lothars Wahl zum König im Jahr 1125 unterbrach beide Entwicklungen. Sie setzten sich aber fort, als nach seinem Tod 1138 die Staufer auf den Thron gelangten, während das Herzogtum Sachsen schon 1137 an Lothars Schwiegersohn Heinrich den Stolzen aus dem Geschlecht der Welfen gefallen war.
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Feature "Ereignis des Monats": Wolfgang Bockhorst über den  Brand des Paulusdoms in Münster 1121 und die Gründung des Stifts Cappenberg
 
 
Heinrich hatte sich wegen seiner verwandtschaftlichen Nähe zu Lothar auch große Hoffnungen auf die königliche Würde gemacht. Nach der handstreichartigen Wahl Konrads III. kam es zu heftigen Kämpfen zwischen ihm und dem neuen König. Heinrich besaß als Erbe Lothars eine sichere Bastion in Sachsen, auch wenn Konrad III. ihm das Herzogtum 1138 entzog und es Albrecht dem Bären verlieh. Am Ende aber konnten sich die Welfen durchsetzen, die schon 1106 auch den Großteil der billungischen Machtpositionen geerbt hatten. Heinrichs gleichnamiger Sohn wurde 1142 vom König mit dem Herzogtum belehnt. Heinrich der Löwe war nicht nur Herzog, sondern auch Herr über die bedeutendsten Territorien im östlichen Sachsen und in Engern. Auch nach Westfalen strahlte seine Macht aus. So konnte er seine herzogliche Position immer weiter ausbauen, indem er sich einerseits an führender Stelle an der Wahrung des Landfriedens in ganz Sachsen beteiligte und andererseits immer wieder zahlreiche Adlige auf herzoglichen Landtagen um sich versammelte. Zudem verstärkte er konsequent seine territoriale Macht im östlichen Sachsen, auch unter Ausnutzung seiner herzoglichen Stellung. Weiter versuchte er, die Bistümer Bremen, Halberstadt, Minden und Verden unter seinen Einfluss zu bringen.

Viele sächsische Fürsten fühlten sich durch Heinrichs Politik bedroht und fanden sich schließlich zu einer kraftvollen Opposition zusammen. Fast alle westfälischen Adligen gehörten dazu. Heinrichs gefährlichster Gegner war der Erzbischof von Köln, der seine Positionen im südlichen Westfalen immer stärker ausgebaut hatte, sodass man von einem eigenen Gebietsherzogtum sprechen kann. Lange Zeit hatte Kaiser Friedrich Barbarossa den Herzog gestützt, Ende der 70er Jahre des 12. Jahrhunderts rückte aber auch er von dem Welfen ab. 1178 und 1179 kam es in Westfalen zu bewaffneten Auseinandersetzungen, entscheidend aber war, dass der Kaiser 1180 deutlich gegen Heinrich Front machte.

Auf dem Hoftag von Gelnhausen entzog er ihm seine Lehen, insbesondere die Herzogtümer Sachsen und Bayern. Dann mobilisierte der Kaiser ein Reichsheer gegen den Welfen. 1181 war Heinrich militärisch besiegt und musste ins Exil nach England gehen. Schon ein Jahr zuvor in Gelnhausen hatte der Kaiser das Herzogtum Sachsen geteilt und neu ausgegeben. Bernhard von Anhalt erhielt als neuer Herzog von Sachsen die östlich der Weser gelegenen Gebiete, während an Erzbischof Philipp von Köln die westfälischen Teile seines Bistums sowie die gesamte Diözese Paderborn fielen, woraus sich das kölnische Herzogtum Westfalen entwickelte.
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Kopfreliquiar Friedrich Barbarossas aus Cappenberg, um 1155


Karl Heinemeyer über  "Den Prozeß Heinrichs des Löwen"


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Ruine der Kaiserpfalz Gelnhausen

Gelnhäuser Urkunde, 13.04.1180
 
 
 

7. Literatur

7.1 Allgemeine Geschichte

Beumann, Helmut
Die Ottonen. 5. Aufl. Stuttgart [u. a.] 2000.

Boshof, Egon
Die Salier. 4., akt. Aufl. Stuttgart [u. a.] 2000.

Fried, Johannes
Der Weg in die Geschichte. Die Ursprünge Deutschlands bis 1024. Propyläen Geschichte Deutschlands, Bd. 1. Berlin 1998.

Hoops, Johannes
Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. 2., völlig neubearb. u. stark erweiterte Aufl., hg. von Heinrich Beck / Dieter Geuenich / Heiko Steuer, 24 Bde. Berlin [u. a.] 1973ff.

Keller, Hagen
Zwischen regionaler Begrenzung und universalem Horizont. Deutschland im Imperium der Salier und Staufer 1024 bis 1250. Propyläen Geschichte Deutschlands, Bd. 2. Berlin 1986.

Schieffer, Rudolf
Die Karolinger. 3., überarb. u. erw. Aufl. Stuttgart [u. a.] 2000.

Schneidmüller, Bernd
Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819-1252). Stuttgart [u. a.] 2000.
 
 
 

7.2 Westfälische Geschichte

Balzer, Manfred
Ergebnisse und Probleme der Pfalzenforschung in Westfalen, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 120, 1984, S. 105-134.
Umreißt die materiellen Voraussetzungen für das Wirken des Königtums in Westfalen.

Goetz, Hans-Werner
"Sachsen" in der Wahrnehmung fränkischer und ottonischer Geschichtsschreiber, in: Hubertus Seibert / Gertrud Thoma (Hg.), Von Sachsen bis Jerusalem. Menschen und Institutionen im Wandel der Zeit. Festschrift für Wolfgang Giese zum 65. Geburtstag, München 2004, S. 73-94.
Analysiert vor dem Hintergrund der Quellenterminologie nicht nur den Wandel von kriegerischen Auseinandersetzungen hin zur friedlichen Integration der Sachsen in das Reich, sondern auch die wachsende Bedeutung der territorialen Komponente in dem Sprachgebrauch der Historiografen.

Green, Dennis H. / Siegmund, Frank (Hg.)
The Continental Saxons. From the migration period to the tenth century: an ethnographic perspective. Studies in historical archaeoethnology, Bd. 6. Woodbridge [u. a.] 2003.
Der stark interdisziplinär angelegte Band vereint grundlegende Studien zu den Sachsen merowingischer und karolingischer Zeit und repräsentiert zusammen mit dem folgenden Sammelband den derzeitigen Stand der Forschung.

Häßler, Hans-Jürgen (Hg.)
Sachsen und Franken in Westfalen. Zur Komplexität der ethnischen Deutung und Abgrenzung zweier frühmittelalterlicher Stämme. Studien zur Sachsenforschung, Bd. 12. Oldenburg 1999.

Jakobi, Franz-Josef Jakobi
Die Liudolfinger/Ottonen und Westfalen, in: Wilfried Ehbrecht u. a. (Hg.), Der weite Blick des Historikers. Einsichten in Kultur-, Landes- und Stadtgeschichte. Peter Johanek zum 65. Geburtstag. Köln [u. a.] 2002, S. 283-299.
Betont die in Studien über das sächsische Herzogtum unterschätzte Bedeutung Westfalens im 9. und 10. Jahrhundert für die Ottonen und ihre Vorfahren.

Kahl, Hans-Dietrich
Karl der Große und die Sachsen. Stufen und Motive einer historischen "Eskalation", in: Herbert Ludat / Christoph Schwinges (Hg.), Politik, Gesellschaft, Geschichtsschreibung. Giessener Festgabe für František Graus zum 60. Geburtstag. Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte, Bd. 18. Köln [u. a.] 1982, S. 49-130.
Analysiert die allmähliche Eskalation der Gewalt in der fränkisch-sächsischen Auseinandersetzung und argumentiert, Karl der Große habe schon 775 den Entschluss gefasst, die Sachsen zu unterwerfen und mit aller Gewalt zu christianisieren.

Kohl, Wilhelm (Hg.)
Westfälische Geschichte, Bd. 1: Von den Anfängen bis zum Ende des alten Reiches. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen im Provinzialinstitut für Westfälische Landes- und Volksforschung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Bd. 43. Düsseldorf 1983.
Das Standardwerk zur westfälischen Geschichte, auch wenn in Fragen der Ethnogenese der Sachsen die Forschung über manche Ergebnisse hinweggegangen ist. Hervorzuheben sind die grundlegenden Beiträge für das frühere Mittelalter von Wilhelm Winkelmann, Manfred Balzer, Eckhard Freise und Joseph Prinz.

Krüger, Karl-Heinrich
Die älteren Sachsen als Franken. Zum Besuch des Kaisers Arnulf 889 im Kloster Corvey, in: Westfälische Zeitschrift 151/152, 2001/02, S. 225-244.
Ein gelungener Überblick über die Integration Sachsens und Westfalens in das Frankenreich.

Lammers, Walther (Hg.)
Entstehung und Verfassung des Sachsenstammes. Wege der Forschung, Bd. 50. Darmstadt 1967.
In der Aufsatzsammlung sind die wichtigsten Beiträge der älteren Forschung zusammengestellt, die heute allerdings wegen ihrer Zeitgebundenheit z.T. nur noch von forschungsgeschichtlichem Interesse sind.

Lammers, Walther (Hg.)
Die Eingliederung der Sachsen in das Frankenreich. Wege der Forschung, Bd. 185. Darmstadt 1970.
Ebenfalls eine Zusammenstellung wichtiger Beiträge der älteren Forschung, besonders hervorzuheben ist der eigens für den Band verfasste Beitrag von Reinhard Wenskus über die Ethnogenese der Sachsen.

Patze, Hans (Hg.)
Geschichte Niedersachsens, Bd. 1: Grundlagen und frühes Mittelalter. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Bd. 36. Hildesheim 1977.

Röckelein, Hedwig
Reliquientranslationen nach Sachsen im 9. Jahrhundert. Über Kommunikation, Mobilität und Öffentlichkeit im Frühmittelalter. Beihefte der Francia, Bd. 48. Stuttgart 2002.
Beleuchtet u. a. die Bedeutung der Reliquientranslationen für die Christianisierung Sachsens und seine Integration in das Frankenreich.

Schieffer, Rudolf
Die Anfänge der westfälischen Domstifte, in: Westfälische Zeitschrift 138, 1988, S. 175-191.
Vergleichende Analyse zur Gründung der westfälischen Domstifte bzw. Bistümer.

Schubert, Ernst (Hg.)
Geschichte Niedersachsens, begründet von Hans Patze, Bd. 2/1: Politik, Verfassung, Wirtschaft vom 9. bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Bd. 36. Hannover 1997.

Stiegemann, Christoph / Wemhoff, Matthias (Hg.)
799 - Kunst und Kultur der Karolingerzeit. Karl der Große und Papst Leo III. in Paderborn. Katalog der Ausstellung Paderborn 1999. 3 Bde. Mainz 1999.
Als Handbuch angelegter Ausstellungskatalog mit Aufsatzband mit wichtigen Beiträgen zur Geschichte Westfalens einerseits und des Frankenreichs andererseits.

Weinfurter, Stefan
Erzbischof Philipp von Köln und der Sturz Heinrichs des Löwen, in: Hanna Vollrath / Stefan Weinfurter (Hg.), Köln. Stadt und Bistum in Kirche und Reich des Mittelalters. Festschrift für Odilo Engels zum 65. Geburtstag. Kölner Historische Abhandlungen, Bd. 39. Köln 1993, S. 455-481.
Betont die überragende Rolle des Kölner Erzbischofs im südlichen Westfalen und arbeitet die Konflikte zwischen diesem und Heinrichs dem Löwen heraus, die schließlich zum Sturz des Herzogs führten.

Zunker, Diana
Adel in Westfalen. Strukturen und Konzepte von Herrschaft (1106-1235). Historische Studien, Bd. 472. Husum 2003.
Grundlegende Studie zu den westfälischen Adelsgeschlechtern im hohen Mittelalter.
 
 
 
Stand des Haupttextes: 2004.