Arminius - Varus > 5. Der Film "Die Hermannschlacht" (1924)





 

5. Der Film
"Die Hermannschlacht" (1924)


 
 
 
Die erste Verfilmung der Ereignisse des Jahres 9. n. Chr. galt lange Zeit als verschollen. Zwar gab es in Lippe immer wieder Hinweise auf den Film, aber erst 1990 wurde eine Kopie in Moskau entdeckt.

Dass der Film in den vorangegangenen Jahrzehnten kaum vermisst wurde, ist nicht verwunderlich, denn er zählte bereits zum Zeitpunkt seiner Premiere nicht zu den Höhepunkten der Filmkunst. Dementsprechend war ihm nach der Uraufführung am 27.02.1924 im Landestheater Detmold auch nur ein überaus kurzer, regional begrenzter Erfolg beschieden.

Nicht als filmhistorisch bedeutendes Werk, sondern als Zeitdokument ist "Die Hermannschlacht" jedoch interessant. Die Deutungsangebote des Films und seine Rezeption durch das lippische Publikum werfen ein Licht auf die politische Situation und den Zeitgeist der Weimarer Republik im Jahr 1924.
 

 
 

5.1 Inhalt und Entstehung des Films

 
 
Inhalt
Die Verfilmung stützt sich auf keine der bedeutenden literarischen Vorlagen wie z. B. Christian Dietrich Grabbes Drama, sondern entstandt laut Programmheft "frei nach der Geschichte". Der Film beginnt mit Szenen, die Hermann als Geisel in Rom zeigen. Nach seiner Rückkehr in das vom römischen Reich besetzte Germanien gelingt es ihm, die Germanen zu einen und in den Kampf gegen die Römer zu führen. Die dramtische Handlung in fünf Akten endet mit einer großen Siegesfeier.

Die Art und Weise, mit welcher der Film diese Geschichte erzählt, ist jedoch keineswegs so gradlinig, wie das Programmheft suggeriert. Mehrere nicht ganz einleuchtende Liebesgeschichten sowie weitere Nebenhandlungen lassen das Geschehen insgesamt überfrachtet wirken. Durch die Sprünge zwischen den verschiedenen Handlungssträngen und die daraus resultierende holprige Szenenabfolge läßt der Film das Potential des Stoffes ungenutzt.
 
Zwischentexte
Die Lektüre der im Film eingeblendeten Zwischentexte kann selbstverständlich nicht ein Ersatz dafür sein, den Film zu sehen. Sie sind hier dennoch vollständig mit den ergänzenden Aktangaben wiedergegeben, weil sie einerseits eine gute inhaltliche Orientierung bieten und andererseits andeuten, welche Ideen der Drehbuchautor und Regisseur Leo Koenig mit seiner Umsetzung des dramatischen Stoffes verfolgte.
 
Regie
Von Dr. Leo König, dem Drehbuchautor und Regisseur ist nur sehr wenig bekannt. Koenig arbeitete von 1921 bis 1922 und 1925 zunächst als Regisseur und dann als Oberspielleiter am Schauspielhaus in Düsseldorf. In den Jahren 1927 bis 1929 leitete er das Schauspiel am Theater der Stadt Münster. Dort inszenierte er in diesem Zeitraum "Peer Gynt" von Henrik Ibsen, "Die Journalisten" von Gustav Freitag und "Rausch" von August Strindberg.

Ob Leo Koenig aus Memel, geb. 16.8.1883, der an der Juristischen Fakultät der Universität Erlangen promovierte ("Das Recht am eigenen Bilde", Berlin 1908), mit dem Filmregisseur identisch ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.
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Drehbuchtautor und Regisseur
Leo Koenig
 
Produktion
Auch über die Produktionsfirma, die Klio-Filmgesellschaft GmbH gibt es bislang so gut wie keine Informationen. Aus Briefen geht hervor, dass die Firma ihren Sitz in Berlin hatte, Friedrichstraße 24 (1922) und Ritterstraße 75 bzw. Encke-Platz 3a (1923). Zu den Mitbegründern gehörte der aus Brackwede stammende Heinz Luttermöller (1883-1975), der Direktor der Deutschen Allgemeinen Zeitung in Berlin war.
 
Dreharbeiten
Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in der Nähe des damals angenommenen Ortes der Schlacht, in einem Steinbruch am Bärenstein statt - unweit des Hermannsdenkmals und der Externsteine. Die Klio-Film GmbH hatte am 27.02.1922 die Lippische Direktion der Domänen und Forsten um Erlaubnis gebeten, Filmaufnahmen für einen "geschichtlichen Film" machen zu dürfen. Die lippische Forstverwaltung genehmigte das Anliegen mit der Auflage, dass die Klio-Film 6.000 DM als Sicherheit zum Ausgleich eventueller Flurschäden hinterlegen musste.

An den Aufnahmen waren bei den Schlachtszenen bis zu 1.000 Statisten und 200 Pferde beteiligt. Der Film wurde so bereits vor seiner Fertigstellung zu einem regionalen Ereignis, weil die Komparsen, die aus ganz Lippe kamen, gewissermaßen ihre eigene Geschichte an historischer Stätte nachspielten. Die großen Schlachtszenen wurden an den für alle freien Sonntagen gedreht, wobei manchmal tausende Schaulustige zugegen waren.

Weitere Aufnahmen wurden in der Saalburg im Taunus abgefilmt. Nachdem die Dreharbeiten im Dezember 1922 zunächst beendet waren, musste die Klio-Film im Juni 1923 erneut um eine Genehmigung bitten, da noch einige Nachaufnahmen nötig waren. Zuvor hatte bereits mehrmals Regen einen Abbruch der sonntäglichen Massenszenen erzwungen. Im August 1923 bestätigte die Revierverwaltung erneut, dass keine Schäden bei den Dreharbeiten entstanden seien.
 
Programmheft
Im Programmheft zum Film wird das nationalistische und völkische Deutungsangebot von "Die Hermannschlacht" am deutlichsten formuliert. Hier heißt es u.a.: "Die Anmaßungen beutelustiger Besatzungstruppen höhnen immer herausfordender. Römische Heerführer würfeln hämisch um den Besitz germanischer Frauen. Geschenke feilschen um ihre Willfährigkeit. Alles fremde römische Wesensart. Ein Ausdruck entarteter Volkssitten, seelisch untief in ihren sinnlich lüsternen Forderungen."
 

 
 

5.2 Rezeption

 
 
 
Der Film war allein schon deshalb ein gesellschaftliches Ereignis, weil es sich um die erste Uraufführung eines Spielfilms in Detmold handelte. Das Interesse der Bevölkerung dürfte zudem besonders deshalb groß gewesen sein, weil vermutlich viele Menschen jemanden kannten, der als Statist bei den Dreharbeiten dabei gewesen war.
 
 
 
Das völkische und nationalistische Deutungsangebot, das der Film seinem Publikum machte, kam ganz offensichtlich beim lippischen Premierenpublikum und der Lokalpresse an. Den zeitgenössischen Kontext bildeten die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg, der "Schandfrieden" von Versailles sowie die unmittelbar zurückliegende  Besetzung des Ruhrgebiets durch Frankreich im Januar 1923. Die Schlacht zwischen Germanen und Römern galt den Zeitgenossen vor diesem Hintergrund als leuchtendes Beispiel des deutschen Freiheitskampfes, der nun erneut zu führen sei.
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Lippischer Allg. Anzeiger
 
Vorberichte
Schon in den Vorberichten der lippischen Tageszeitungen wurde auf die nationale Bedeutung des kommenden Filmereignisses hingewiesen. Der Film möge, so die Hoffnung der "Lippischen Zeitung", Vorarbeit leisten "für den Wiederaufstieg unseres Vaterlandes". Auch das sozialdemokratische "Volksblatt" war der Meinung, dass "Die Hermannschlacht" vielleicht dazu berufen sei, "deutsches Einigkeitsgefühl wieder zu wecken".
 
 
Uraufführung
Das am 27.02.1924 im Landestheater in Detmold versammelte Premierenpublikum wurde vor der Aufführung durch ein Gedicht Paul Warnkes auf das Filmerlebnis eingestimmt. Noch bevor das erste Bild zu sehen war, hob der als Verfasser vaterländischer Gedichte und Chefredakteur des "Kladderadatsch" bekannte Warnke in einfachen Versen hervor, wie der Film zu verstehen sei: Als Aufruf zum "Kampf ums deutsche Vaterland" gegen den "Todfeind" Frankreich.
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Blomberger Anzeiger
 
positive Kritik
Nach der Premiere war die heimische Presse voll des Lobes. Besonders hervorgehoben wurden die "fabelhaft dramatische und künstlerisch geschlossene Handlung" und die Bilder "von unerhörter Stärke und unvergeßlicher Eindruckskraft", wobei immer wieder auf die landschaftliche Schönheit des Teutoburger Waldes verwiesen wurde. Nicht nur das Manuskript und die Inszenierung, sondern auch die Darstellung befinde sich auf künstlerischer Höhe.
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Lippischer Allg. Anzeiger
 
 
Die "Lippische Post" verwies auf die "vaterländisch-politischen Vergleichsmomente", die mit "beredter Eindruckskraft" ans Herz der Zuschauer gegriffen hätten. In diesem Sinne war zumindest die Uraufführung in der Tat ein großer Erfolg. Die Zeitungen berichten von "stürmischem Beifall" auf offener Szene, langanhaltendem Beifallklatschen zwischen den Akten und "am Ende sangen alle flehend das Deutschlandlied", wie die "Lippische Zeitung" formulierte.
 
 
... und negative Kritik
Den nationalistischen Emotionen, die bei der Premiere zum Ausdruck kamen, konnte das sozialdemokratische "Volksblatt" nichts abgewinnen. Zwar habe man aus dem Film auch "Freude schöpfen können", aber ansonsten müsse er vor allem politisch betrachtet werden: "Schwüle Haß- und Rachegedanken suchten und fanden in dem Film Erbauung und Befriedigung".

Vollständig negativ fiel die Besprechung der Bielefelder "Westfälischen Zeitung" aus. Der Kritiker hatte einen "mittelguten historischen Durchschnittsfilm" mit "lose zusammenhängenden Szenen" gesehen, und die Musik war "durchaus unzulänglich". Auch die Darstellung kommentierte er mit Spott: "Die ängstlich mit ihren unbekleideten Füßen über die Steine trippelnden Germanen ließen den vorgeschriebenen Angriffsmut in der Hermannschlacht nicht recht glaubhaft erscheinen."
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Blomberger Anzeiger
 

 
 

5.3 Filmografie

 
 
Land
Deutschland, 1924 (s/w)
 
 
Länge
ca. 54 min
 
 
Regie
Dr. Leo König
 
 
Drehbuch
Dr. Leo König
 
 
Produktion
Klio-Film G.m.b.H., Berlin
 
 
Kamera
Marius Holdt
 
 
Musik
Dr. Fritz Chlodwig Lange (Zusammenstellung der Begleitmusik für die Uraufführung)
 
 
Schnitt
-
 
 
Bauten
Fritz Kraenke, Dr. Hanns Jaquemar
 
 
Kostüme
J. Bieeker, Münster
 
 
Erstaufführung
27.02.1924, Landestheater Detmold
 
 

Darsteller
Segimer Segimer (Adolf Bassermann [1864-1943])

Fürst der Cherusker
 
 
 
Alahgund Alahgund (Antonie Jaeckel)

Segimers zweite Frau
 
 
 
Arminius Arminius (Georg Schmieter)

Sohn Segimers aus erster Ehe
 
 
 
Gunthild Gunthild (Mia Pantau)

Waisenkind, im Hause Segimers erzogen
 
 
 
Segestes Segestes (Gustav Czimeg)

Neben Segimer Fürst der Cherusker
 
 
 
Tusnelda Tusnelda (Annemarie Wisser)

Tochter von Segestes
 
 
 
Segimund Segimund (Gustav Adolf Semler)

Sohn von Segestes
 
 
 
Marobod Marobod (Hans Mühlhofer)

Fürst der Markomannen
 
 
 
Quintilius Varus Quintilius Varus (de Stefano-Vitate)

Römischer Statthalter in Germanien
 
 
 
Ventidius Ventidius (Fred Immler)

Römischer Gesandter bei den Cheruskern
 

 
 

5.4 Filmszenen

 
 
 
Auf dieser Seite können Sie einige ausgewählte Szenen aus dem Spielfilm von 1924 betrachten. Alle Ausschnitte liegen im Format MPEG vor. Für die Wiedergabe der Filmausschnitte benötigen Sie einen aktuellen
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Die Filmsequenzen
Arminius in Rom 
Arminius in Rom

Der Beginn des Films. Arminius befindet sich als Geisel in römischen Händen.

Film ab! (00:55 / 9,5 MB)
 
 
 
 
Römer verspotten die heilige Eiche 
"Römer verspotten die heilige Eiche"

Am Ende des ersten Akts. Der Gott Thor hilft den Germanen und verjagt die römischen Soldaten.

Film ab! (01:18 / 13,6 MB)
 
 
 
 
Varus 
"Varus"

Arminius trifft auf Varus. Am Ende des 2. Akts liefern sich beide Kontrahenten (noch) ein Wortgefecht.

Film ab! (01:01 / 10,5 MB)
 
 
 
 
Der Thing 
"Der Thing"

Arminius drängt auf eine Entscheidung, findet jedoch zunächst kein Gehör. (4.Akt)

Film ab! (00:42 / 7,3 MB)
 
 
 
 
Entscheidung in der Schlacht 
Entscheidung in der Schlacht

Die Germanen folgen schließlich doch Arminius' Ruf. Es kommt zur Schlacht.

Film ab! (00:48 / 8,4 MB)
 
 
 
 
Varus begeht Selbstmord 
Varus begeht Selbstmord

Als der Kampf entschieden ist, stürzt sich Quintilius Varus in sein Schwert.

Film ab! (01:06 / 11,4 MB)
 
 
 
 
Heimkehr aus der Schlacht 
"Heimkehr aus der Schlacht"

Die siegreichen Germanen kehren zurück und werden jubelnd empfangen.

Film ab! (00:34 / 5,9 MB)
 
 
 
 
Siegesfeier 
"Siegesfeier"

Eine Siegesfeier beendet den Film - Und Arminius bekommt seine Tusnelda.

Film ab! (00:20 / 3,5 MB)
 
 

 
 

5.4 Die Zwischentexte


 
 
 
In den eingeblendeten Zwischentexten brachte Drehbuchautor und Regisseur Leo Koenig zum Ausdruck, wie er seinen Film verstanden wissen wollte. Der Kampf zwischen Germanen und Römern sollte für die zeitgenössische Auseinandersetzung zwischen Deutschland und Frankreich im Ruhrkampf stehen: Die Römer plündern "mit gallischem Haß" (Nr. 4). Gegenüber dem Recht des Stärkeren, das Quintilius Varus skrupellos und machtbewußt beansprucht, vetritt Hermann/Armin ein völkisches Konzept von Ehre, germanischem Recht und Boden (Nr. 62-66). Ein zentrales Motiv des Films, vor dem Hintergrund des Bürgerkrieges der Weimarer Republik, ist der wiederholte Appell an die Einigkeit der Germanen/Deutschen (Nr. 84, 104, 132-137).
 
 

Die Hermannschlacht

 
 
 
1. Akt
2 

1. Akt

 
In Germanien herrscht die römische Geißel. Herrische Willkür des eroberungslüsternen Rom tobte weit in germanische Lande. 
Rücksichtslos wüteten die römischen Söldnerheere, brandschatzten und plünderten mit gallischem Eifer. 
Hermann, der Sohn des Cheruskerfürsten Segimer, ist als Geisel unter dem Namen "Armin" in römischen Diensten. 
"Wann werde ich frei sein?" 
"Augustus kennt Euern Wunsch. Seid klug und erscheint zum Festmahl!" 
Festmahl in Rom. 
"Es lebe Augustus! Der Kaiser der Welt!" 
10 
"Und Du Armin! - Trinkt ein Cherusker nicht auf das Wohl Augustus?" 
11 
Segimer, Fürst der Cherusker. 
12 
Gunthild, eine Waise, wurde im Hause Segimers erzogen. 
13 
"Sollen die Germanen die Sklaven der Römer werden.?" 
14 
Ventidius, römischer Gesandter im Lande der Cherusker. 
15 
"Erforscht Segimers Herz und gebt mir heute noch Kunde, womit der Kaiser von Rom am sichersten den Fürsten für sich gewinnen kann." 
16 
"Aber Segimer - ist wohl kein Freund der Römer?" 
17 
"Segimer liebt die Römer!" 
18 
Segimund, der Sohn des Segestes. 
19 
"Kommst Du mit Botschaft von Segest, dem Freund der Römer?" 
20 
"Mein Vater ist ein Freund der Römer. Ich aber ersehene den Tag der Befreiung vom römischen Joch." 
21 
"Immer und immer diese Römer!" 
22 
"Ich kenne Gunthild. - Sie haßt die Römer!" 
23 
"Sei nicht töricht Gunthild. Schenke Deine Gunst dem Römer!" 
24 
"Ich kann keinen Feind meines Vaterlandes lieben." 
25 
"Dächten alle Frauen im Lande so wie sie, es stünde anders um die Sache der Germanen!" 
26 
"Jetzt weiß ich, Segimund, Du bist ein Sohn Germaniens!" 
27 
Der Einfall der Römer überwältigt fats ganz Germanien. Die "Eroberer" dringen immer weiter vor ... 
28 
"... und unserm Willen wollte sich der Germane nicht fügen!" 
29 
Endlich kam für Armin die Stunde der Heimkehr. 
30 
Die Römer verspotten die von den Germanen den Göttern geweihte Eiche. 
31 
Der Gott Thor, der Herr des Himmels. 
32 
"Wodan, Wodan, nimm unsere Opfer! Wodan, mach uns stark zum Kampf gegen Rom, den ich voraussehe!" 
33 
Ende des ersten Aktes. 
 
 
2. Akt
34 

2. Akt

 
35 
"Die Römer haben uns von Haus und Hof vertrieben." 
36 
Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Kunde von Armins Rückkehr. 
37 
"Mein Sohn!" 
38 
Frei! 
39 
"Die Mutter! Ihr sind Germaniens Leiden fremd geblieben!" 
40 
"Gunthild, ich danke Dir. Du bist die Sonne meines Vaters." 
41 
Marobod, Fürst der Markomannen. 
42 
Segestes, neben Segimer, Fürst der Cherusker. 
43 
Tusnelda, Tocher des Segestes. 
44 
"Heil Segestes!" 
45 
"Wer gab Dir das Recht, den Flüchtigen in meinem Lande Unterkunft zu geben?" 
46 
"Das Recht? - Empört's Euch nicht, wenn fremde Willkür unsere Brüder zu Sklaven macht?" 
47 
"Seid klug. Verderbt es nicht mit ihm!" 
48 
"So biete ich Dir nochmals die Hand!" 
49 
"Tusnelda. Du mußt mir angehören!" 
50 
"laßt mich. Ich fürchte mich vor Euch." 
51 
"die römische Kette darf Euch nicht schrecken. - Germanien bleibt doch stets mein Heimatland." 
52 
"Nie wird zwischen mir und Armin, diesem Feind der Römer, Freundschaft sein!" 
53 
"Gib' mir Tusnelda zur Frau, und ich sorge dafür, daß Du König wirst!" 
54 
"Nimm aus der Hand Roms die Königskrone!" 
55 
"Ich will nicht Ehren für mich selbst. Nichts habe ich mit Rom zu schaffen." 
56 
"Die Römer sind die besten Freunde der Germanen!" 
57 
"Freunde!! - Die uns zu Sklaven machen!" 
58 
"Ja, Vater. Armin gilt all mein Sehnen." 
59 
"Niemals wird dieser Römerfeind mein Sohn!" 
60 
Johannisnacht! 
61 
Quintilius Varus. 
62 
"Schmach über Rom! Es beraubt ein wehrloses Vok und schändet seine Frauen." 
63 
"Wir sind die Sieger! - Wir sind die Macht!" 
64 
"Ein einiges Germanien bezwingst Du Römer nicht!" 
65 
"Auch Du wirst Dich meiner Macht beugen müssen!" 
66 
"Niemals!!! SInd wir auch wehrlos - ehrlos sind wir nicht, denn unser ist der Boden und das Recht!" 
67 
Ende des 2. Aktes. 
 
 
3. Akt
68 

3. Akt

 
69 
Germanische Spiele. 
70 
"Mach's ihm nach!" 
71 
"Ich bin so glücklich, wenn Du in meiner Nähe weilst!" 
72 
Römische Händler verkaufen Schmuckstücke. 
73 
Ventidius mit seinem Günstling Flavius, dem Bruder Armins. 
74 
Haduwic, eine Freundin Tusneldas. 
75 
"aber Haduwic wwirst Du nie besitzen, Ventidius." 
76 
"In Rom darf macn das Weib besitzen, dem man Geschenke macht." 
77 
"Laß uns würfeln um Haduwic." 
78 
"Also wird mir Haduwic doch gehören!" 
79 
Am selben Abend. 
80 
Die Feste "Aliso". 
81 
Ingrid. 
82 
Oswalt, der Marobod die Freilassung verdankt. 
83 
"wie lange noch sollen wir diese Knechtschaft erdulden?" 
84 
"Nie kann Germanien untergehen, solange es einig ist!" 
85 
"Armin muß sterben!" 
86 
"Erlaß mir dieses Schreckliche, Herr ...!" 
87 
"Vergifte Deinen Pfeil!" 
88 
Die Giftmischerin. 
89 
"Armin töten -? Ich kann es nicht!" 
90 
Am anderen Tage. 
91 
"Verrat mich nicht! - Marobod befahl mir, Dich umzubringen!" 
92 
"Wenn ich von der Jagd komme, dann Haduwic, - dann -" 
93 
"Feigling! - Ich bin es - Nicht mein Geist!" 
94 
"Ich bin krank. Holt Armin!" 
95 
"Ventidius entführte Haduwic nach Aliso!" 
96 
"Tusnelda, sorg Dich nicht. Ich werde sie befreien!" 
97 
Auf der Feste Aliso werden gefangene Germanen zu Frondiensten gezwungen. 
98 
"Ich fordere sofortige Freilassung aller Gefangenen." 
99 
"si niederträchtig wurde das Recht mit Füßen getreten! Ich trage diese Ritterkette nicht länger!" 
100 
"Für diesen Frevel soll Germanien büßen!" 
101 
"Armin, ich fühl's, es geht mit mir zu Ende. - Drum will ich nach Germanen Sitte von steiler Höh' den Tod mir geben." 
102 
"Mir scheint, Segimer rüstet sich für Walhall. Sprich heute noch mit Ventidius. Nur Dir gebührt die Königskrone!" 
103 
Der Gang auf die Höhe. 
104 
"Scheidend grüße ich Dich, geliebtes Land! Nur Einigkeit kann Dich befreien!" 
105 
"vater, in dieser Stunde schwör ich's Dir, frei soll Germanien werden. Frei!!" 
106 
"Vater!" 
107 
Begräbnis Segimers. 
108 
Ende des 3. Aktes. 
 
 
4. Akt
109 

4. Akt

 
110 
Segestes zwang Tusnelda zur Ehe mit Marobod. Heut ist Hochzeit. 
111 
"Wir befreien Tusnelda." 
112 
"Ich verlobe Tusnelda dem Marobod." 
113 
"Ich trinke auf das Wohl des jungen Paares. - Wenn es treu zu Rom ist, - wird es glücklich sein!" 
114 
"Mein ist jetzt Tusnelda! Kein Armin wird sie mir je entreißen können!" 
115 
"Armin entführte Eure Tochter!" 
116 
"Ich zwinge Armin, Tusnelda freizugeben!" 
 
 
117 
"Zur Strafe treibt das Volk aus seinen Hütten! - Bringt das Vieh in unser Lager!" 
118 
Die Cherusker werden aus ihren Häusern getrieben. 
119 
"Keine Macht der Erde soll uns wieder trennen, Tusnelda!" 
120 
"Gebt mir meine Rinder zurück!" 
121 
"hilf Armin! - Die Römer rauben und morden!" 
122 
"Wir Römer haben auch unsere Bärenjagd!" 
123 
"Tanze, germanischer Bär!" 
124 
"Ist es römische Sitte, wehrlose Menschen zu peinigen?" 
125 
"Du lernst es auch noch kennen, was römische Sitte ist!" 
126 
"Wir sind von Haus und Hof vertrieben. Auf unserem Grund und Boden wird ein römisches Kastell errichtet." 
127 
"Gib Tusnelda heraus, oder die Teutoburg wird geschleift!" 
128 
"Armin verlachte den Befehl und zwang mich aus der Teutoburg!" 
129 
"Tusnelda, ich ertrag's nicht länger. - Der 'Thing' wird mir Gewißheit geben, daß wir zum Kampf für die Freiheit bereit sind!" 
130 
Der "Thing". 
131 
"Armin bedenke, daß wir wehrlos sind!" 
132 
"Was sagt Ihr? Ein Mittel gibt es nur: die Freiheit und das Recht erkämpfen!" 
133 
"Wir dürfen nicht. Sonst vernichtet uns der Sieger ganz!" 
134 
"Die Einigkeit verleiht uns Macht!" 
135 
"Die Ehre Roms ist verletzt! - Germanien soll dem Boden gleich werden!" 
136 
"Allein stehe ich also!" 
137 
"Nein, nicht allein! - Germanien verlangt nach dem Führer! Du sollst führen zum Kampf in die Freiheit!" 
138 
Ende des 4. Aktes. 
 
 
5. Akt
139 

5. Akt

 
140 
Die Römer rüsten. 
141 
"Hilf Armin! Gerät er in Gefahr, kämpf' für ihn!" 
142 
"Lebe wohl. Erst die Morgenröte der Freiheit sieht uns vereint!" 
143 
Armins Ruf verbleibt nicht unerhört. Aus allen Gauen laufen wehrhaft Männer ... 
144 
"- und komme ich wieder, Liebe, dann bist Du mein!" 
145 
"Du Feigling!" 
146 
"Sag', Weib, wo befinde ich mich hier?" 
147 
"Zwei Schritte vom Grabe! Quintilius Varus!" 
148 
Segest, der Verräter! 
149 
Vater und Sohn. 
150 
"Armin, vergiß was zwischen uns war - Laß mich mit Dir siegen - oder untergehen!" 
151 
Und als die Nacht kam, war der Kampf entschieden. 
152 
"Alles verloren! - So rette mich der Tod vor dieser Schmach!" 
153 
"Der Sieg ist unser - den römscihen Feldherrn lege ich Dir zu Füßen." 
154 
Rückkehr aus der Schlacht. 
155 
"Heil Armin! Retter Germaniens!" 
156 
"Du starbst nicht umsonst!" 
157 
Siegesfeier. 
158 
Ende 
 

 
 

5.6 Exkurs:
"Die Hermannsschlacht" (1994)

 
 
 
Fast genau siebzig Jahre nach der ersten Verfilmung des Stoffes machte sich 1993 eine Gruppe von fünf Studenten der Düsseldorfer Kunstakademie daran, die Hermannschlacht erneut zu verfilmen. Das Drehbuch entstand unter Berücksichtigung antiker Quellen und der Dramen von Christian Dietrich Grabbe und Heinrich von Kleist - wendet sich jedoch gegen eine werkgetreue Wiedergabe der Orignaltexte.

Die Autoren bedienten sich vielmehr des Flickenteppichs verschiedener Überlieferungen und Interpretationen und schufen eine Komödie als spielerische Variation zum Thema "Hermannschlacht". Dementsprechend spielt die Geschichte sowohl in der Antike, im 19. Jahrhundert als auch in der Jetztzeit. So entschloss man sich beispielsweise, Grabbe und Kleist als Dichter der berühmtesten Dramen auftreten zu lassen.

Wie bei vielen Filmen hatte der Entstehungszeitpunkt Auswirkungen auf das Drehbuch. In diesem Fall war dies die Mitte der neunziger Jahre aktuelle Debatte über den Ort der Schlacht (Detmold oder Osnabrück). Mitten im Schlachtgetümmel tritt eine Gruppe Osnabrücker Hobby-Historiker auf, die den Schlachtort von Detmold nach Osnabrück verlegen will, von Varus jedoch unter Hinweis auf das im Hintergrund stehende, 1875 errichtete Hermannsdenkmal abgewiesen wird.
Website zum Film
Auf der Website zum Film finden sich u.a. Szenenfotos, ein Trailer, Pressestimmen, filmografische Angaben und Informationen zur Entstehung des Films.
 

 
 

5.7 Literatur

 
 
 
Dörner, Andreas
Politischer Mythos und symbolische Politik. Der Hermannsmythos: zur Entstehung des Nationalbewußtseins der Deutschen, Reinbek bei Hamburg, 1996.

Müller, Wolfgang
Die Hermannsschlacht. Ein Kolossalfilm aus den lippischen Wäldern. In: Wolfgang Müller / Bernd Wiesener (Hg.), Schlachten und Stätten der Liebe. Zur Geschichte von Kino und Film in Ostwestfalen und Lippe, Detmold, 1996, S. 37-62.

Völker, Cornelius
Monumental, magisch, maßlos: Deutschland im Jahr 9! Die Hermannsschlacht Der Spielfilm. In: Grabbe-Jahrbuch 15, 1996, S. 38-45.
 
 
Autor
Philipp von Hugo, Historiker, 2004