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Katharina Sibylla Schücking

Geboren am 26. Januar 1791 in Ahlen als älteste Tochter des Stadt- und Landrichters Ignatz Anton Busch. Wuchs in Dülmen auf und wurde im dortigen Kloster Agnetenberg erzogen. 1807 längerer Aufenthalt in Münster. Entdeckung und Förderung ihres literarischen Talents durch Anton Mathias Sprickmann. Bekanntschaft mit dem Kreis um die Fürstin Amalia von Gallitzin (der familia sacra). 1809 Rückkehr nach Dülmen. 1810 erste Gedichtveröffentlichungen in der Mimigardia Friedrich Raßmanns, gegen ihren Willen unter Nennung ihres Namens und Wohnortes. Hierdurch in Münster im abwertenden Sinne eine literarische Berühmtheit und Spott und mißtrauischen Anfeindungen ausgesetzt. 1813 erstes Zusammentreffen und Freundschaft mit Annette von Droste-Hülshoff, für die sie eine Art von "Dichteridol" war. Die Droste widmete ihr später ein eigenes Gedicht, Catharine Schücking. 1813 Eheschließung mit Paulus Modestus Schücking. Mutter Levin Schückings und vier weiterer Kinder. 1815 Übersiedlung nach Sögel bei Meppen. Litt unter ihrer gesellschaftlichen und räumlichen Isolation, was zu ihrem literarischen Verstummen führte. Verstarb am 2. November 1831 auf dem Ludmillenhof in Sögel. Ein Teil ihres Werkes blieb unveröffentlicht. Schwärmte für Klopstock. War Verfasserin gefühlvoll-zarter Lyrik. Von ihr stammt aber auch der Satz Wär ich doch kein Weib geworden, das sich so geduldig in all die Fesseln und Einschränkungen des bürgerlichen Lebens schmiegen muß, und das, so verschieden auch sein Charakter und seine Geisteskräfte sein mögen, doch immer sich derselben Bestimmung fügen muß. (Brief an Anton Mathias Sprickmann, 1809)

Pseudonym: Pauline zu Cl.

Werkausgaben: Katharina Busch-Schücking (1791 - 1831): Werke und Briefe. Hg. v. J. Desel u. W. Gödden. Bielefeld: Aisthesis-Verl. 2005.

Unselbständige Veröffentlichungen in: Raßmann: Mimigardia 1810: Die Moosrose; Der Frühlingsabend [Rez.: 1. Archiv für Literatur, Kunst und Politik 1809, Nr. 37; 2. Bergisches Archiv 1809, Nr. 45; 3. Jenaische Allg. Literatur-Ztg. 1809, Nr. 297; 4. Oberdt. Allg. Literatur-Ztg. 1809, Nr. 44; 5. Haller Allg. Literatur-Ztg. 1810, Nr. 112] – Raßmann: Rhein.-west. Musenalmanach 1821: Am Grabe meines Kindes; An Angelika Catalani [Pseud. Pauline zu Cl.] – Dresdner Abendztg. 1821, Nr. 8; Funcke: Rhein. Unterhaltungsbl. 1822, Nr. 20: Die stille Tugend – Unterhaltungsbl. 1825: Das Schneeglöckchen; Nr. 38: Dreisylbige Charade; Nr. 44: An R. Hero; Nr. 52: Dreisylbige Charade; Jg. 1826, Nr. 4: An Herrn St.; Nr. 23: An Oswald; Nr. 49: Dreisylbige Charade; Jg. 1829, Nr. 1: Meiner geliebten Schwester Fanny; Nr. 38: Meinem Sohn Levin an seinem 15ten Geburtstagpostum: von Tabouillot: Heimatgruß 1840: An Klopstock [4 weitere Ged. aus dem Nachlaß] – Groß, Bd. 1, 1885, S. 214: Die stille Tugend; S. 215: Herbstgefühle – Hartmann: Schatzkästlein 1885, S. 277: Die stille Tugend; S. 279: An die Deutschen im Jahre 1814; S. 276: Meinem Sohn Levin – Hüttemann 1898, S. 95-97: Am Vorabend des Fronleichnamsfestes 1811 – Bergenthal: Westfalens Erzähler und Dichter 1922, S. 13: Die stille Tugend; S. 15: Meinem Sohn Levin – Die Glocke, Oelde, vom 6.12., 13.12., 20.12.1936: Eine Badereise nach Bad Pyrmont im Jahre 1824. Hg. von L.E. Schücking (WLMKuK Münster).

Briefe von Katharina Schücking: an Anton Mathias Sprickmann, in: Groß, 1885, Bd. 1, S. 216f. – an Annette von Droste-Hülshoff, in: K. Schulte Kemminghausen: Ein schicksalhafter Brief. Zum 150. Geburtstag Levin Schückings, in: Westf. Nachrichten, Nr. 206 vom 5.9.1964.

Zeitgenössische Zeugnisse: Levin Schücking: Lebenserinnerungen. 2 Bde. Breslau 1886 – zahlr. Erwähnungen in der Literatur über Annette von Droste-Hülshoff, z.B. in Darstellungen von Elise von Hohenhausen und Elise Rüdiger.

Literarische Zeugnisse: Friedrich Raßmann: Epigramm 41, in ders.: Münsterischer Epigrammen-Cyclus. Münster 1809 (ULB Mün-ster); ders. [Pseud. Hilarion]: An eine Deklamatorin, in ders.: Mimigardia 1810, S. 58; Wiederabdr. in ders.: Maja. Eine Sammlung vermischter Schriften. Osnabrück 1811, S. 238 (WLMKuK Münster) – Johannes Aloysius Martyni Laguna: An die Sängerin des Herbstliedes im Jahrgang 1810 der Mimigardia, in: Raßmann: Mimigardia 1811/ 1812, S. 72-74 – Unterhaltungsbl. 1825, Nr. 43: R. Hero: An Pauline; Jg. 1826, Nr. 2: C[...] St[...]: Einladung an Pauline, B-n im Oct.; Jg. 1831, Nr. 46: Meine Trauer in der Stunde der Bestattung der unvergleichlichen Gattin und Dichterin Amtmännin Schücking zu Sögel, geb. Catharina Busch [anonym]; Jg. 1832, Nr. 137: An Cathinka's Grabe [anonym] – Annette von Droste-Hülshoff: Catharine Schücking. Erstdr. in: Gedichte von Annette Freiin von Droste-Hülshoff. Stuttgart, Tübingen 1844, S. 120-122.

Selbständige Veröffentlichungen über Katharina Schücking: K. Weber: Katharina Schücking. Ein Erziehungs- und Lebensbild aus dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. Diss. Münster 1918 [handschr.] (ULB Münster).

Unselbständige Veröffentlichungen über Katharina Schücking: K. Weber: Katharina Schücking, in: Mädchenbildung auf christl. Grundlage 23, 1927, H. 1, S. 38-51 – I.M. Pöhler: Katharina Busch-Schücking. Zu ihrem 100. Todestag, 2.11.1931, in: Zeno, Münster, Nr. 305 vom 4.11.1931; dass. in: Tremonia, Dortmund, Beil. Welt und Wissen, Nr. 306 vom 4.11.1931 – L.E. Schücking: Katharina Busch. Zu ihrem 100. Todestag, in: Die westfälische Heimat 13, 1931, S. 297; ders.: Aus dem Leben der Katharina Busch. Ein Beitrag zur münsterischen Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts, in: Die Glocke, Nov. 1931 (WLMKuK Münster) – E. Arens: Katharina Schücking. Noch eine Studie zur Chronologie Drostescher Gedichte, in ders., E. Schulz und K. Schulte Kemminghausen (Hg.): Nachlese. Ungedruckte Verse der Droste nebst einem Beitrag zur Drosteforschung. Bochum 1934 (=Veröffentl. der Annette von Droste-Gesellsch. 3), S. 66-74 – W. Schulte: Die erste Dichterin Westfalens, in: Heimatkalender des Kreises Beckum, 1959, S. 88-97 – C. Brinkers: Spuren einer Droste-Freundschaft im Emsland, in: Der Grafschafter 79, Nordhorn 1959, S. 640f.; dass. in: Emsland-Jb. 3/4, Osnabrück 1968, S. 96-101 – K. Weber: Ein dichterischer Nachruf der Droste (Katharine Schücking), in: Jb. der Droste-Gesellsch. 4, Münster 1962, S. 140-144 – A. John: Katharina Busch-Schücking. Eine Dichterin aus Ahlen, in: Der beflügelte Aal. Heimatliches aus Ahlen, Dolberg, Vorhelm 6, Ahlen 1987, S. 56-58 – C. Looks-Theile: Kathinka Schückings Grab. Eine Freundin der Droste im Hümmling, in: ARE 1987, Nr. 284, S. 11 – I. Nölle-Hornkamp, E. Mating: Katharina Busch (1791-1831). Eine längst vergessene Dichterin, in: Jb. Westfalen 44, 1990, S. 60-67; dass. in: Emsland-Jb. 36, 1990, S. 291-300; dass. in: Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848). Wie sie lebte. Wie sie war. Was sie schrieb. Hg. von R.A. Krewerth. Münster 1990, S. 61-64 – W. Amendy: Katharina Schücking geb. Busch. Das "Dichteridol" der Annette von Droste-Hülshoff?, in: Der beflügelte Aal 16, 1997, S. 94-104 – S. Amrain: "Veilchen suchen im Oktober". Das Leben der Katharina Busch-Schücking, in W. Gödden (Hg.): Literatur in Westfalen, Bd. 4. Paderborn u.a. 1998, S. 31-45 – H. Thien: Catharina Busch "verstummte nicht im öden Emsland", in: Schücking-Jahrbuch 2, 2000, S. 57-67 – W. Gödden: Katharina Schücking: "Wär’ ich doch kein Weib geworden ...", in: Westfalenspiegel  54 (2005), 2, S. 44-46 – W. Gödden: "Ich pflücke mir die Rose - / Sie spendet keine Duft". Aus dem Leben der Katharina Busch-Schücking, in: Literatur in Westfalen 8. Bielefeld 2006. S. 405-434.     

Erwähnungen in: Hartmann: Schatzkästlein 1885, S. 275 – Thoma 1909, S. 141 – J. Hagemann: Levin Schückings literarische Frühzeit. Diss. Münster 1911, S. 6ff. (ULB Münster) – Casser 1928, S. 36f., 45, 148, 178 – G. Fittbogen: Mathilde Anneke und Levin Schücking in Münster, in: ARE 1936, Nr. 1, S. 5f. – L. Schöningh: Die Jugendzeit Levin Schückings, in: Jb. des Emsländischen Heimatvereins 1, Meppen 1964, S. 107-114 – Westf. Geschlechterbuch 1970, S. 228f. – Heselhaus 1971 [s. Register] – Kortländer 1979, S. 117-119 – Folkerts 1986, S. 28f., 156f. – B. Plachta: Widmungsgedichte der Droste an schreibende Frauen, in: Sprachkunst 18, Wien 1987, S. 172-176 – M. Schier: Levin Schücking. Münster 1988 (=Westfalen im Bild. Reihe: Westf. Dichter und Literaten im 19. Jahrhundert 5) – Gödden 1991 – Gödden/ Nölle-Hornkamp: Westf. Dichter 1990 [Stichw.: Münster]; dies.: Musen 1990; dies.: Literaturführer 1992 [Stichw.: Ahlen, Münster] – M. Schier: Levin Schücking. Westfälischer Schriftsteller zwischen Tradition und Emanzipation, in: Literatur in Westfalen. Beiträge zur Forschung. Paderborn 1992, S. 105-129 [mehrf. erwähnt].

Bildnis: Ölgemälde von Johann Christoph Rincklake, 1810 (Depositum Schücking im WLMKuK Münster; s.o.; Abb.: Westhoff-Krummacher 1984, S. 64f.)

Nachlaß, Handschriftliches: I. Bestände in westfälischen Archiven – II. Weitere Handschriften in Westfalen: StLB Dortmund: Gedichthandschr.: Napoleon. Am Tage der Vermählungsfeier Napoleons des Grossen mit der Erzherzogin Marie Louise von Oesterreich 

Grab mit Denkmal im Hümmling.

Nachschlagewerke: Raßmann 1814 – Raßmann 1823 – Schindel, Bd. 1, 1823 – Hamberger/ Meusel, 5. Aufl., Bd. 20, 1825 – Raßmann 1866 – Kehrein, Bd. 1, 1868 – Pataky, Bd. 2, 1898 – Wienstein 1899 – ADB, Bd. 32, 1891 – Goedeke, 2. Aufl., Bd. 13, 1934 – Kosch, 2. Aufl., Bd. 3, 1956 – Friedrichs 1981 – Oberhauser 1983 – von Heydebrand 1983 – Schulte: Westf. Köpfe, 3. Aufl. 1984 – Biogr. Handbuch Osnabrück 1990 – Dt. Biogr. Archiv, Fiche 1145, Sp. 426-435.