Autoren nach Alphabet
/ R /

Autorinnen und Autoren
Geburtsorte und Lebensstationen
Zeitabschnitte
Preise und Auszeichnungen
Dichtergalerie
Abkürzungen Standorte
Abkürzungen Kurztitel
Archive und Sammlungen

 

zur Startseite

Hilfe aufrufen

zurück zur Übersicht

Hans Roselieb

Geboren am 19. Oktober 1884 in Oberhagen-Eilpe als Sohn eines Gerichtsvollziehers. Er verlebte einen Teil seiner Kindheit in Wiedenbrück. Kaufmännische Lehre in Hamm. Anschließend begann er ein Wanderleben, das ihn u.a. für mehrere Jahre nach Straßburg, Paris und Spanien führte. Zeitweilig lebte er als freier Schriftsteller in Münster. Trat zuerst als Essayist über künstlerische und historisch-politische Fragen hervor, dann als Verfasser "expressionistischer" katholischer Zeitromane u.v. Legenden. (Kutzbach 1950) Er starb am 2. April 1945 auf dem Wasserschloß Holtfeld (heute Ortsteil von Borgholzhausen) durch Freitod. Für diesen Selbstmord sind politische Gründe wahrscheinlich, da an jenem Tag die amerikanischen Truppen in Borgholzhausen einrückten. Das Schloß sollte als Schulungszentrum für die NS-Bildungspolitik eine große Rolle spielen, wozu es jedoch nicht mehr kam. Seine letzten Lebensjahre hatte Roselieb an die obskure Idee verschwendet [...], die antike Chortragödie wiederzubeleben. (Sudhoff 1996)

13 Romane und Novellen schrieb er. Sie sind angefüllt mit sozialen Problemen und Revolutionsideen nach dem Zusammenbruch des deutschen Kaiserreiches. So behandelt er in seinen Romanen "Der Erbe" und "Fackelträger" einen christlichen Kommunisten in der Brandung der Zeit. [...] Einige Bücher erreichten beachtliche Auflagenhöhen. (Schultz-Fielbrandt 1987)

Pseudonym: Firmin Coar.

Selbständige Veröffentlichungen: Über das Wesen französischer Macht. Mönchengladbach: Volksverein o.J. 25 S. (= Der Weltkrieg 66) [Pseud. Firmin Coar] (StB Mönchengladbach) – Frankreichs gefährlichster Feind. Ebd. 1917. 27 S. (= Der Weltkrieg 73) [Pseud. Firmin Coar] (StUB Köln, StB Mönchengladbach) – Der Erbe. Roman. München: Kösel und Pustet 1919; Neuaufl. ebd. 1922. 597 S. (ULB Münster, WLA Hagen, UB Bonn) – Die Zukunft des Expressionismus. Mainz: Matthias-Gruenewald-Verlag 1920. 29 S. (= Das neue Münster) (UB Siegen) – Peter Hille, eine Dichterseele. Dortmund: Lensing 1920. 154 S. [Pseud. Firmin Coar] (ULB Münster, UB Bonn, StLB Dortmund, Lipp. LB Detmold) – Der Fackelträger. Roman. München: Kösel und Pustet 1920. 470 S. (StLB Dortmund, ULB Münster, WLA Hagen) – Narren der Arbeit. Novellen. Augsburg: Haas und Grabherr 1921. 169 S. (= Die neue Bücherei 4) [Pseud. Firmin Coar] (UB Bonn, StLB Dortmund, StUB Köln); neue Fassung u.d.T.: Der Wettkampf. Hildesheim: Borgmeier 1925. 89 S. (= Der Rosenstock 11) – Der Abenteurer in Purpur. Roman. München: Kösel und Pustet 1922. 463 S. (ULB Münster, WLA Hagen, StLB Dortmund) – Die Mahd. Novelle. Freiburg/Br.: Herder 1923. 74 S. (StLB Dortmund) – Der Schalk in der Liebe. Novelle. Ebd. 1923. 69 S. (StLB Dortmund) – Meister Michels rätselhafte Gesichter. Roman. München: Kösel und Pustet 1924. 465 S. (StLB Dortmund, StB Wuppertal-Elberfeld, WLA Hagen) – Die liebe Frau von den Sternen. Eine legendenhafte Erzählung aus der Gegenwart. München: Kösel und Pustet 1925. 357 S. (ULB Münster, WLA Hagen) – Der phantastische Bau. Novelle. Hildesheim: Borgmeyer [1925]. 87 S. (StLB Dortmund) – Rot-Gelb-Rot. Geschichten aus Spanien. 2 Bde. Mönchengladbach, Köln: Orplid 1925f. [Bd. 1: Geschichten aus Spanien. 309 S.; Bd. 2: Geschichten aus dem Süden Spaniens. 254 S.] (ULB Münster, StLB Dortmund, UB Bonn, WLA Hagen) – Spanische Wanderungen: Ein Reisebericht. Mit einer Einf. von Prof. Dr. Helmolt. Berlin: Dt. Buch-Gemeinsch. 1926. 366 S. (ULB Münster, Lipp. LB Detmold, UB Bonn, WLA Hagen) – Der Barbar. Die Geschichte eines Stieres. Augsburg: Filser 1927. 47 S. (ULB Düsseldorf) – Die Münze des Schmugglerkönigs. Roman. Berlin: Dt. Buch-Gemeinsch. [1933]. 397 S. (WLA Hagen, StLB Dortmund, ULB Münster) – Drama des Frühlings. Mit Chören und Tänzen in zwei Aufzügen. Münster: Selbstverlag 1936 (ULB Münster) – Drama des Winters. Ebd. [um 1937] (ULB Münster) – Blutender Sommer. Roman aus dem spanischen Bürgerkrieg. Stuttgart: Dt. Verlagsexped. 1938. 188 S. (= Bibl. der Unterhaltung und des Wissens 63, 2) (Lipp. LB Detmold, ULB Düsseldorf).

Unselbständige Veröffentlichungen in: Hochland, Kempten, München, 17, 1919/20: Karl Wagenfeld; Jg. 18, 1921: Karl Wagenfelds "Luzifer – Jb. der Österr. Leo-Gesellsch., Innsbruck u.a., 1927: Grillparzer und die Barocke [auch Separatdr.] – Die Heimat, Dortmund, 1929 [Erz.]; Jg. 1932 [Aufs.] – Heimat und Reich, Bochum, 1939: Der Scherenschleifer und sein Sohn [Erz.] – Jb. kath. Dichter 1933 [Beitr.] – postum: Peter Hille im Urteil seiner Freunde, seiner Zeitgenossen und seiner Nachwelt. Dokumentarisches aus den Beständen des Hille-Archivs. In: Hille-Blätter. 10 (1993). S. 91-113 – Sudhoff 1996: Der Tiger. Eine Tiergeschichte.

Herausgabe: S.O.S. Achtung, Hören Sie? 1927 [mit H. Oeser; Zeitschr. mit eigenen Beitr.] (StUB Köln, StB Mönchengladbach).

Selbständige Veröffentlichungen über Roselieb: W. Schulte: Hans Roselieb. Würzburg 1924 (= Dichter der Gegenwart 9).

Unselbständige Veröffentlichungen über Roselieb: W. Schulte: Der Geist der Landschaft. Das Geheimnis der "Heimat" im Schaffen Hans Roseliebs, in: Die Heimat, Dortmund, 11, 1929, S. 206-209 [Bildn.] – H. Schwabe: Hans Roselieb, in: Die Lit., Stuttgart, Berlin, 32, Juli 1930, H. 10, S. 576-578 [Bildn.] – F.A. Berthold: Firmin Coar ist Hans Roselieb. Zum 80. Geburtstag eines westf. Dichters, in: Westfalenspiegel, Dortmund, 13, 1964, H. 11, S. 24f. – W.K.B. Holz: Hans Roselieb einhundert Jahre alt! 19.10.1884-2.4.1945, in: Heimatbuch Hagen und Mark 25, 1984, S. 265f. [Bildn.].

Erwähnungen in: Bergenthal 1953 [s. Reg.] – Westf. Literaturführer 1992, S. 59f.

Bildnisse: 1. Fotogr. (WLA Hagen, ULB Münster) – 2. Fotogr. auf Postkarte (StLB Dortmund).

Nachlaß, Handschriftliches: 1. WLA Hagen (Nachlaß): Typoskripte, z.T. mit hs. Korr. [Die Grundlage. Eine Einführung in die Dramen der Vier Jahreszeiten. 18 S.; Die Hauptsinne und das menschliche Schicksal. 40 S.; Wirrsal im November 1929. 429 S.; Die Aufnahme oder das Mysterium der Arbeit. Werkspiel für die Belegschaft der Daimler-Benz-Werke. 44 S.; Die Zweite. Schauspiel in vier Akten. 83 S.; Die vollkommenen Berufe oder: Der neue Pantheon; Wir wollen uns ein Spielchen leisten. Schauspiel in fünf Bildern. 95 S.; Nomadenhochzeit. Der Roman eines Deutschen. 336 S.; Pinkepank. Ein Schelmenleben. Erz. 306 S.; Pinkepank. Das Ende eines Abenteurers aus Gerechtigkeit. Roman. 2. Fassung. 174 S.; Drama des Sommers. In einem Vorspiel, zwei Aufzügen, einer Zwischenhandlung und entsprechenden Schattenspielen. Bühnenms. 162 S.; Drama des Winters. Bühnenms. 193 S.; Die Weiber vom Weinsberg. Ein Drama mit Chören und Tänzen. Bühnenms. 166 S.; Die Welle. Ein Roman vom Bodensee]; Briefw. mit Wilhelm Schulte; Zeitungsausschnittslg.; Rez. – 2. DLA Marbach: Briefe an Cotta, 16.5.1913, 29.11.1914 (2) – 3. StLB Dortmund: Prosa: Drama des Frühlings, 17 S. mit Korr.; Widmung an Hans Fischer; Briefe an Wilhelm Uhlmann-Bixterheide, 23.5., 12.12.1921 (2).

Sammlungen: 1. WLA Hagen: Materialslg. – 2. Fritz-Hüser-Inst. (Stadt Dortmund): Zeitungsausschnittslg. – s. Denecke/Brandis, 2. Aufl. 1981, S. 307.

Geburtshaus: Breddestraße 5 in Oberhagen-Eilpe.

Nachschlagewerke: Degener. 10. Ausg. 1935 – Kosch, Bd. 2, 1937 – Kutzbach 1950 – Oberhauser 1983 – Schulz-Fielbrandt 1987 – Hallenberger/van Laak/Schütz 1990 – Kosch, 3. Aufl., Bd. 13, 1992 – Freund 1993 – Dt. Biogr. Archiv, N.F., Fiche 1094, S. 415-417.