Forensische Klinik auf Zeit

Im Januar 2005 ist sie für eine begrenzte Laufzeit in Betrieb gegangen: Die LWL-Maßregelvollzugsklinik Rheine bietet mit 84 Plätzen für psychisch kranke Straftäter eine Zwischenlösung für die Überbelegung im Maßregelvollzug. Die Klinik wird als Außenstelle der nächstgelegenen forensischen LWL-Klinik „Schloss Haldem“ in Stemwede geführt und steht wie diese in Trägerschaft des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). Die Nutzung als Übergangsklinik (bis 2016) wurde vertraglich vereinbart zwischen der Stadt Rheine und dem Land Nordrhein-Westfalen, das für den Maßregelvollzug in NRW zuständig ist. Das ehemalige Kasernengelände ist entsprechend den Anforderungen von Therapie und Sicherheit in einem modernen Maßregelvollzug umgebaut worden.

Die LWL-Maßregelvollzugsklinik Rheine Umgeben von einer 5,5 Meter hohen Zaunanlage: Die LWL-Maßregelvollzugsklinik Rheine (Panorama-Montage: Michael Lohuis)

Bis das Regionalisierungskonzept des Landes Nordrhein-Westfalen greift, sprich: ausreichend dauerhafte neue Kliniken eröffnet worden sind, soll die Übergangsklinik Rheine helfen, die Überbelegung der bestehenden forensischen Kliniken abzumildern. Sie ist Teil eines Netzes von Übergangseinrichtungen, die das Land NRW größtenteils direkt an bestehende forensische Kliniken angegliedert hat. Eine Besonderheit: In Rheine werden nur forensische Patienten untergebracht, die keine Lockerungen erhalten, entweder aufgrund ihres aktuellen Therapiestandes oder weil sie während ihres Strafverfahrens zur Begutachtung und Diagnose eingeliefert werden.

Ein unabhängiges Gremium aus Bürger/innen verschiedenster örtlicher Bevölkerungsgruppen begleitet die Arbeit der Klinik. Als Beirat bilden sie ein Bindeglied zwischen forensischer Klinik und der Öffentlichkeit und tragen so zu einem gegenseitigen Informations- und Verständnisprozess bei. Während der Planungs- und Umbauphase hatte ein so genannter Gründungsbeirat bereits den Aufbau der Klinik kritisch-konstruktiv begleitet.