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(133 KB)   Synagoge Schötmar (Bad Salzuflen), Aechternstraße: Anklänge orientalischer Architektur / Bad Salzuflen, Stadtarchiv   Synagoge Schötmar (Bad Salzuflen), Aechternstraße: Anklänge orientalischer Architektur / Bad Salzuflen, Stadtarchiv
TITELSynagoge Schötmar (Bad Salzuflen), Aechternstraße: Anklänge orientalischer Architektur
GEOPOSITIONGoogle Maps OSM | 51.745228273865200 (NS), 8.712327182292938 (EW) (exakt)


INFORMATIONDie Postkarte zeigt ein typisches Dorfidyll aus dem östlichen Westfalen. Auffällig ist jedoch das in der Bildmitte liegende Gebäude. Bei diesem kleinen zweigeschossigen Kuppelbau im maurisch-orientalisierenden Stil handelt es sich um die 1888 eingeweihte Synagoge.

In Schötmar lebten seit der Mitte des 17. Jahrhunderts kontinuierlich jüdische Familien. Die Kultusgemeinde in Schötmar war seit jeher mit der Gemeinde von Bad Salzuflen eng verbunden. Wichtigste Berührungspunkte waren die gemeinsame Nutzung des Friedhofs in Salzuflen sowie die Beschäftigung und Besoldung eines Religionslehrers. Dennoch hielten beide Gemeinden an ihrer Eigenständigkeit fest. Sichtbares Zeichen hierfür war, dass es in beiden Orten eine Synagoge gab. Schötmar lag hinsichtlich der Zahl seiner jüdischen Einwohner 1925 bei den zehn lippischen Städten hinter Detmold und Bad Salzuflen auf dem dritten Platz. Zur jüdischen Gemeinde gehörten im gleichen Jahr 57 Personen. Zu Beginn des Jahrhunderts waren es noch 85 Menschen gewesen. Ihre Blütezeit erlebte die Schötmarer Gemeinde in den letzten drei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Nach außen sichtbar wurde dies u.a. durch die Anlage eines eigenen Friedhofs und durch den Bau der neuen Synagoge.

Der zweigeschossige Bruchsteinbau mit quadratischem Grundriss war zweifelsohne das äußere Zeichen für ein gestiegenes Selbstbewusstsein innerhalb der jüdischen Gemeinschaft. Als gleichberechtigte Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft wollten sie ein Gotteshaus, das durch einen eigenen Stil auffiel und nicht mehr im Hinterhof versteckt werden musste, Vor diesem Hintergrund dürfte wohl die Entscheidung für eine Synagoge im maurisch-orientalisierenden Stil gefallen sein, im übrigen in Übereinstimmung mit der zur damaligen Zeit vorherrschenden Synagogenarchitektur (siehe hierzu Bild 4  Medien).

1929 musste die mit Holzschindeln gedeckte Kuppel wegen Baufälligkeit abgetragen werden. Das Gebäude erhielt ein Satteldach mit einem zur Straße gelegenen verputzten Stufengiebel mit aufgesetztem rundbogigen Abschluss. Zwei große Davidsterne wiesen das Haus als ein jüdisches Kultusgebäude aus.

Auch diese Synagoge fiel in der Nacht zum 10. November 1938 dem Wüten der örtlichen SA und SS zum Opfer. Der Innenraum brannte vollständig aus, Dach und Wände hielten aber dem Feuer stand. Später wurde das Gebäude verkauft und verfiel, leerstehend, zunehmend. Im Jahr 1974 erfolgte ein Umbau zum Wohnhaus. In seiner heutigen Form erinnert nichts mehr an die frühere Nutzung als Synagoge. Es gibt keine Gedenktafel. [1]


[1] Franz Meyer unter Mitwirkung von Ansgar Becker und Stefan Wiesekopsieker: Jüdisches Leben in Bad Salzuflen und Schötmar 1918-1945. Detmold 1998, S. 8-10. - Feuer an Dein Heiligtum gelegt. Zerstörte Synagogen 1938. Nordrhein-Westfalen. S. 484-485. - Günter Birkmann, Hartmut Stratmann: Bedenke, vor wem du stehst. S. 167f.


TECHNIKFoto
FORMATjpg


OBJEKT-SIGNATURFotosammlung F 112
FOTO-PROVENIENZBad Salzuflen, Stadtarchiv


QUELLE    Ridder, Thomas | Synagogen in Westfalen | Dia 9, S. 37f.
PROJEKT    Diaserie "Westfalen im Bild" (Schule)

SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Zeit3.9   1900-1949
3.9.40   Nationalsozialismus <1933-1945>
Ort2.5.2   Bad Salzuflen, Stadt
Sachgebiet6.8.10   Juden
16.4   Jüdische Gemeinden
16.6.1   Kirchenbau, Sakralbauten / Kirchenaausstattung
DATUM AUFNAHME2004-02-23
AUFRUFE GESAMT1001
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