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(75 KB)   Römisches Kurzschwert (gladius) / Haltern, LWL-Römermuseum (Klinge) / Münster, Westfälisches Museum für Archäologie (Nachbildung) / Münster, LWL-Medienzentrum für Westfalen   Römisches Kurzschwert (gladius) / Haltern, LWL-Römermuseum (Klinge) / Münster, Westfälisches Museum für Archäologie (Nachbildung) / Münster, LWL-Medienzentrum für Westfalen
TITELRömisches Kurzschwert (gladius)
URHEBER ABBILDUNGKlem, Josef


INFORMATIONUnter Cäsar wurde als Fernwaffe das Pilum eingeführt, eine Wurflanze mit pyramidaler Spitze und einem bis zu 100 cm langen Eisenschaft. Mittels einer Tülle wurde das aus Metall bestehende Stück eines Pilum auf einem Holzschaft befestigt. Jeder Legionär verfügte über zwei Pila, wobei ein Kurz- und ein Langpilum unterschieden werden kann.

Die allgemein gebräuchliche Nahkampfwaffe eines römischen Legionärs ist vom 2. Jh. v. bis 2. Jh. n. Chr. der Gladius gewesen, ein Kurzschwert von 50 bis 60 cm Länge, dessen spanische Herkunft für römische Schriftsteller unbestritten ist. Das Bild zeigt einen frühkaiserzeitlichen Gladius mit Teilen der Schwertscheide und ergänztem Holzgriff. Gladii besitzen eine breite, zweischneidige Klinge, die in spitzer Form zuläuft. Metallographische Untersuchungen haben ergeben, daß die Spitzen zusätzlichen Härtungsverfahren unterworfen wurden. Derartige Merkmale lassen unschwer erkennen, daß der Gladius eine Stichwaffe im Nahkampf gewesen ist, was durch zahlreiche Reliefdarstellungen bestätigt wird. Griffangel und Klinge des Gladius waren in einem Stück geschmiedet. Über die Angel wurde aus Holz, Bein oder kostbarem Elfenbein der Griff gestülpt, der meistens vier Grifflinien für die Finger besaß und in einem kugeligen Knauf endete. Die breite Parierstange, ebenfalls aus Holz, Bein oder Elfenbein, bot der das Schwert führenden Hand weiteren Halt und diente als Rest gegen das Mundstück der Scheide.

Der Gladius wurde in eine Scheide (vagina) gesteckt, die aus zwei Holzschalen, Leder oder Metallblech bestehen konnte. Auf dem Bild ist deutlich das reich verzierte Mundstückblech zu sehen, das über eine Scheide gestülpt wurde und diese zusammenhielt. Unterhalb des Mundstückes befanden sich zwei mit an den Enden Ösen aufweisende Spangen (auf dem Bild nur eine Spange vorhanden). Mit Hilfe dieser Ösen konnte die Waffe am Koppel (cingulum) oder an einem über die Schulter gelegten Riemen (balteus) befestigt und getragen werden. Der Gladius wurde, wie Grabsteine des 1. Jh. n. Chr. im Rheinland belegen, offensichtlich je nach Dienstgrad und den damit verbundenen unterschiedlichen Aufgaben im Kampf, rechts oder links getragen (Feldzeichenträger und Centurio links, einfache Legionäre rechts). An der Spitze der Scheide hielt ein gepfalztes Blech - das Ortband - die Scheidenschalen zusammen. Dieses Ortband hatte die wichtige Aufgabe, den Träger der Waffe vor Verletzungen durch das eigene Schwert zu schützen.

Im 2. Jh. n. Chr. wurde der Gladius durch ein Langschwert (spatha) ersetzt. Im Kampf gegen berittene Einheiten und die hochgewachsenen Germanen, die mit einem Langschwert kämpften, brachte die Verwendung des Gladius trotz der besonderen Fechtweise zu große Nachteile.


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OBJEKT-PROVENIENZHaltern, LWL-Römermuseum (Klinge) / Münster, Westfälisches Museum für Archäologie (Nachbildung)
FOTO-PROVENIENZMünster, LWL-Medienzentrum für Westfalen


QUELLE    Höper, Hermann-Josef | Alltagsleben römischer Legionäre | Dia 02, S. 9f.
PROJEKT    Diaserie "Westfalen im Bild" (Schule)

SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Typ35   Bildmaterial (Reproduktion, Foto)
Zeit1.6   Römische Kaiserzeit
DATUM AUFNAHME2004-02-29
AUFRUFE GESAMT3415
AUFRUFE IM MONAT37