EREIGNIS

JAHR1077   Suche
MONATNovember
TITELWormser Fürstenversammlung


INFORMATIONAuf einer Wormser Fürstenversammlung (November 1077) erhält das Osnabrücker Bistum unter Bischof Benno II. (reg. 1068-1088) sein volles kanonisches Zehntrecht zurück. Dies geschieht zu Lasten der Klöster Herford und Corvey, die sich in der Folgezeit auf der Seite der sächsischen Aufständischen gegen die Herrschaft König Heinrichs IV. (reg. 1056-1106) finden. Der Corveyer Abt Markward (reg. 1081-1107) z.B. ist Anhänger der gregorianischen Partei der Kirchenreformer und führt im Weserkloster die Reform des Schwarzwaldklosters Hirsau ein. Corvey wird zum Mittelpunkt der Hirsauer Reform in Sachsen. Es ist Angriffen der kaiserlichen Partei ausgesetzt wie im Jahr 1100, als Abt Markward vom Hersfelder Abt Gunthar (reg. 1100-1103) aus Corvey vertrieben wird, sich aber nach Gunthars Tod (1103) wieder im Weserkloster durchsetzen kann.

Auf der anderen Seite steht Bischof Benno von Osnabrück, ein treuer Anhänger des Königs, der sein Bistum 1076 verlassen muss, sich im Gefolge Heinrichs IV. aufhält und nach dem Tod des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden (reg. 1077-1080) wieder nach Osnabrück zurückkehren kann. Bennos Sorge um die Iburg, die er neu befestigt und die 1082 vom Gegenkönig Hermann von Salm (reg. 1081-1088) erfolglos belagert wird, mündet in der Gründung einer Abtei dort (1084). Unterstützt wird Benno nicht zuletzt durch den Kaiser, der in einem Brief von wahrscheinlich 1084/85 den Diözesanen nochmals das Zehntrecht des Osnabrücker Bischofs einschärft.


SYSTEMATIK / WEITERE RESSOURCEN  
Zeit2.12   1050-1099
Ort1.1   Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation < - 1806>
2.8   Corvey, Reichsabtei / FBtm. / Ftm. < - 1815>
2.38   Sachsen, Hztm. < -1180>
Sachgebiet3.1   Staat, Politik und Verwaltung / Allgemeines
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